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Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft


Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. (DLRG) ist eine gemeinnützige Wasserrettungs- und Hilfsorganisation. Sie arbeitet grundsätzlich ehrenamtlich mit freiwilligen Helfern. Mit über 561.000 Mitgliedern[1] in rund 2.200 örtlichen Gliederungen ist sie die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist im niedersächsischen Bad Nenndorf.

Gegründet wurde sie am 19. Oktober 1913 in Leipzig, als Konsequenz aus einem schweren Unglück in Binz auf Rügen, bei dem 17 Menschen starben. Seit damals lautet das Hauptziel der DLRG, Menschen vor dem Ertrinkungstod zu bewahren, indem sie möglichst vielen Menschen frühzeitig das Schwimmen beibringt und über das sichere Verhalten im und am Wasser aufklärt.

Rettungsschwimmer der DLRG bewachen jedes Jahr die Küsten von Nord- und Ostsee, Badeeinrichtungen in den Binnengewässern und Flüssen, Schwimmbäder und Veranstaltungen am, auf und im Wasser. Die DLRG ist darüber hinaus auch im Katastrophenschutz der Länder und je nach Ländergesetzgebung auch im Rettungsdienst tätig.

Der auf das Wasser spähende Adler ist das Logo der DLRG und als Markenzeichen genau wie die Wortmarke „DLRG“ nach dem Markenrecht im geschäftlichen Gebrauch geschützt.

Schirmherr der DLRG ist Bundespräsident Horst Köhler.

Inhaltsverzeichnis

Ziel und Aufgaben

Hauptaufgaben

Die DLRG unterteilt ihre Ziele und Aufgaben in Hauptaufgaben und zusätzliche Aufgaben. Als ihre Hauptaufgabe sieht sie die Bekämpfung des Ertrinkungstodes. Dies will sie durch frühzeitige und fortgesetzte Information über Gefahren und sicherheitsbewusstes Verhalten im und am Wasser erreichen. Des Weiteren bildet sie Personen in der Selbstrettung, im Schwimmen und im Rettungsschwimmen aus, um einen sicheren Aufenthalt im Wasser zu gewährleisten. Eine weitere Kernaufgabe im Rahmen der Bekämpfung des Ertrinkungstodes ist die Organisation und Durchführung eines flächendeckenden Wasserrettungsdienstes im Rahmen der allgemeinen Gefahrenabwehr von Bund, Ländern und Gemeinden. Für diesen Zweck bildet die DLRG Rettungsschwimmer aus, die dann für die DLRG im Einsatz sind. Teil der Lehrtätigkeit ist darüber hinaus die Schulung und Weiterbildung von Ausbildern. Auch die Jugendarbeit und Nachwuchsförderung wird als bedeutende Aufgabe angesehen.

Zusätzliche Aufgaben

Zusätzliche Aufgaben sind, Personen in Erster Hilfe und im Sanitätswesen fortzubilden. Hierzu zählt auch die Durchführung rettungssportlicher Übungen und Wettkämpfe sowie die Aus- und Fortbildung ehrenamtlicher Mitarbeiter, insbesondere auch in den Bereichen Führung, Organisation und Verwaltung. Ebenso ist Naturschutz eine satzungsgemäße Aufgabe. Die DLRG sieht sich auch dazu verpflichtet, die Entwicklung und Prüfung von Rettungsgeräten und Rettungseinrichtungen sowie wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Wasserrettung zu betreiben, und mit in- und ausländischen Organisationen sowie Institutionen und Bundesbehörden und -organisationen zusammenzuarbeiten.

Geschichte

Zeitraum[2] Präsident
1914−? Adolf Fiedler
1920−1922 Friedrich E. Hopf
1922−? Hans Geisow
1925−1942 Georg Hax
1942−1945 Franz Breithaupt
1950−1951 Max Grotewahl
1951−1953 Paul Vollmar
1953−1965 Wilhelm Thomsen
1965−1974 Werner Peterssen
1974−1983 Josef N. Schmitz
1983−1986 Prof. Dr. Siegfried John
1986−1992 Hans-Joachim Barthold
1992−1995 Joachim Pröhl
1995−1998 Prof. Kurt Wilke
1998−heute Dr. Klaus Wilkens

Kapitelquellen:  [2] [3]

Von der Gründung bis zum Zweiten Weltkrieg

Gegründet wurde der Verein am 19. Oktober 1913 im Saal des Kaufmännischen Vereins in Leipzig. Anlass war ein Unglück am 28. Juli 1912 in Binz auf Rügen, als sich über 1.000 Badegäste und Ausflügler auf der 800 Meter langen Seebrücke drängten und die Ankunft des Bäderdampfers „Kronprinz Wilhelm“ erwarteten. Plötzlich brach die Anlegestelle am Brückenkopf trichterförmig in sich zusammen. Über 100 Menschen stürzten in die Ostsee. Für 17 Menschen, darunter sieben Kinder, kam jede Hilfe zu spät. «Allgemein wurde es als beschämend empfunden, dass von den unzähligen Menschen auf der Brücke und auf dem Bäderschiff kaum jemand bereit oder fähig war, zu retten oder Erste Hilfe zu leisten und Wiederbelebungsversuche zu machen» so Frau Edith Mayer-Springer, Hamburg 1913.[3] Zur damaligen Zeit verloren pro Jahr etwa 5.000 Menschen ihr Leben im Wasser, und nur zwei bis drei Prozent der Bevölkerung konnten schwimmen.[2]

Erster Vorsitzender der DLRG wurde Adolf Fiedler. Aus den Anfangsjahren der DLRG sind keine Aufzeichnungen erhalten geblieben. Belegt[2] ist nur, dass im Jahre 1913 bereits die ersten Rettungsschwimmer ausgebildet wurden und dass die erste Geschäftsstelle der DLRG ihren Sitz in Dresden hatte. Die ersten Ausbildungen, welche die DLRG anbot, waren Grundschein, Bronze-Plakette und Lehrschein. Durch den Ersten Weltkrieg und die schwere Nachkriegszeit wurde die weitere Entwicklung der Organisation stark behindert.

Nachdem zwischen 1923 und 1925 die Arbeit der DLRG fast vollständig zum erliegen kam, versuchte sie 1925 einen Neuanfang, wozu unter anderem die Hauptgeschäftsstelle von Dresden nach Berlin verlegt wurde.[3] Zwei Jahre zuvor erschien auch zum ersten Mal das offizielle Verbandsorgan „Der Lebensretter“, weitere Ausgaben scheiterten zunächst jedoch aus finanziellen Gründen[3] (Heute existiert diese Zeitschrift unter dem Namen „Lebensretter - Wir in der DLRG“ weiter). 1933 erfolgte die Eingliederung der DLRG in das Fachamt V (Schwimmen) des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen und die damit verbundene Unterordnung unter den Reichssportführer. Zwischen 1925 und 1935 hatten insgesamt 258.761 Personen eine DLRG-Prüfung abgelegt.[3] 1938 wurde die DLRG im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie in Deutsche Lebens-Rettungs-Gemeinschaft (D. L. R. G.) umbenannt. Während dieser Zeit stieg die Zahl der angenommenen Prüfungen stark an. 1942 war die Zahl der Ertrinkungstoten auf ein Drittel gegenüber 1913 zurückgegangen, und die DLRG hatte fast eine Million Rettungsschwimmer ausgebildet.[3]

Vom Ende des Zweiten Weltkrieges bis zum Mauerfall

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Organisation, wie alle anderen, durch die alliierte Militärverwaltung verboten, bekam jedoch von den Besatzern bald die Erlaubnis, die Arbeit fortzuführen. In der Sowjetischen Besatzungszone und der daraus entstandenen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) durfte die DLRG ihre Arbeit hingegen nicht weiterführen. Dort übernahm ein neu gebildeter Wasserrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes, die heutige Wasserwacht, die Aufgaben der DLRG. Auf ihrer ersten Hauptversammlung (1947) nach dem Zweiten Weltkrieg benannte die D. L. R. G. sich wieder in Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) um. Drei Jahre später hatte die DLRG bereits wieder 28.000 Mitglieder und bestand aus 13 Landesverbänden. Im selben Jahr wurde von der DLRG der deutsche Jugendschwimmpass für Kinder und Jugendliche eingeführt. 1951 trat die DLRG der Fédération Internationale de Sauvetage aquatique (FIS) bei, der heutigen International Lifesaving Federation (ILS). Acht Jahre später richtete sie erstmalig die internationalen Rettungswettkämpfe der FIS aus. Seit dem Jahr 1955 betreibt die DLRG auch Wasserrettungsdienst an den Küsten von Nord- und Ostsee, nachdem sie den Wasserrettungsdienst bis dahin auf die Binnengewässer beschränkt hatte. Im Mai 1957 wurde die bis dahin selbstständige Saarländische Lebens-Rettungs-Gesellschaft (SLRG) als 14. Landesverband in die DLRG aufgenommen. Die 1960er und 1970er Jahre waren sehr erfolgreiche Zeiten für die DLRG. Die Zahl der Mitglieder stieg auf über 474.000 [4], da in diesen Jahren von öffentlicher Hand viele Frei- und Hallenbäder gebaut wurden.

Dadurch stieg auch die Zahl der abgenommenen Prüfungen auf fast 1,5 Millionen. 1962 musste die DLRG sich bei der Sturmflutkatastrophe an der Nordseeküste bewähren. Kurz darauf gründete die DLRG eine eigene selbstständige Jugendorganisation, die DLRG-Jugend. Mitte der 1970er Jahre stellte die Bundesregierung die generelle Eignung der DLRG für eine Mitwirkung im allgemeinen Katastrophenschutz fest. Seitdem hat sie, vor allem in der jüngeren Geschichte, viele dementsprechende Einsätze bestanden. 1978 wurde die Prüfungsordnung der DLRG „Schwimmen-Retten-Tauchen“ von der ständigen Konferenz der Kultusminister anerkannt. Dadurch wurden die Schwimmabzeichen und Prüfungen für die ganze Bundesrepublik vereinheitlicht. 1983 wurde mit Karl Carstens zum ersten Mal der deutsche Bundespräsident Schirmherr der DLRG, diese Tradition besteht mit Horst Köhler bis heute.[5]

Vom Mauerfall bis heute

Nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung mit der DDR wurden auch in Ostdeutschland wieder neue Ortsgruppen gegründet. Gegen Ende des Jahres 1990 wurden die Landesverbände Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen gegründet, Ostberlin wurde dem bestehenden Landesverband Berlin angegliedert. Ein bedeutendes Ereignis 1990 war die Ausrichtung der Weltmeisterschaft im Rettungsschwimmen Rescue in Lübeck und Travemünde, bei der die Starter der DLRG sechs Weltmeisterschaftstitel gewannen. 1991 wurden als letzte die Landesverbände Thüringen und Sachen-Anhalt gegründet. Die DLRG umfasste nun mit 19 Landesverbänden das ganze Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. 1995 bezog die DLRG ihren heutigen Bundessitz im niedersächsischen Bad Nenndorf. Den ersten größeren Einsatz in der jüngeren Geschichte hatte die DLRG 1997 mit dem Oderhochwasser in Sachsen und Brandenburg zu bewältigen. Ein Jahr später wurde Dr. Klaus Wilkens Präsident der DLRG und hat dieses Amt bis heute inne.

2001 erreichte die Zahl der Mitglieder mit fast 568.000 Mitgliedern einen neuen Höchststand. Die Bundestagung 2001 beschloss im Zusammenhang mit einem Neustrukturierungsprozess des Verbandes ein neues Corporate Design. Seitdem haben alle DLRG-Gliederungen und Ebenen in allen Bereichen ein einheitliches Aussehen (siehe Einsatzkleidung). Außerdem beschloss die Bundestagung das richtungsweisende Ziel, die Ertrinkungszahlen bis 2020 zu halbieren. Mit dem Hochwasser im Jahr 2002 in Bayern sowie dem Elbehochwasser 2002 und vier Jahre darauf mit dem Elbehochwasser 2006 in Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hatte die DLRG weitere große Einsätze zu bestehen. Auch bei der Tsunami-Katastrophe 2004 war die DLRG im Einsatz. 2007 fusionierten die Landesverbände Niedersachsen und Braunschweig, die DLRG besteht seitdem nur noch aus 18 Landesverbänden. Seit ihrer Gründung sind die jährlichen Ertrinkungszahlen um 90 Prozent gesunken[6], die Zahl der Schwimmer in der Bevölkerung ist auf 80 Prozent gestiegen.

Informationen zur Geschichte

Das zum Kulturhistorischen Museum der Stadt Stralsund gehörende Marinemuseum auf dem Dänholm bietet in seiner Ausstellung auch Informationen zur Geschichte der DLRG.

Ausbildungen

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben bildet die DLRG Mitglieder und die Bevölkerung in den folgenden Bereichen aus:

Wassergewöhnung und Schwimmenlernen

Die Aufklärungs- und Ausbildungsarbeit beginnt bei Babys und Kindern. Für diese bieten viele Ortsgruppen Wassergewöhnungskurse, Kleinkinderschwimmen und Schwimmkurse an. Da auch viele Erwachsene nicht schwimmen können, bieten einige Ortsgruppen auch Erwachsenenschwimmkurse an. Die erste Qualifikation, die abgelegt werden kann, ist das „Seepferdchen“. Da die DLRG Mitglied des Bundesverbandes zur Förderung der Schwimmausbildung ist, werden diese Schwimmabzeichen nach offiziellen Richtlinien abgenommen und sind deutschlandweit einheitlich. Seit 1950 haben 25 Millionen Menschen bei der DLRG Schwimmen gelernt.[7]

Rettungsschwimm-Abzeichen in Gold

Schwimmen und Rettungsschwimmen

Nach dem „Seepferdchen“ können Kinder und Jugendliche die deutschen Jugendschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold erwerben. Bei den Jugendschwimmabzeichen lernen Kinder bis zum Alter von 18 Jahren verschiedene Schwimmstile, auch längere Strecken im Wasser zurückzulegen und sich sicher im Wasser zu bewegen. Außerdem erwerben sie erste Kenntnisse zum Verhalten bei Notfällen im und am Wasser. Analog dazu wird das deutsche Schwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold für Personen ab 18 Jahren angeboten. Hier sind die zu erbringenden Leistungen, bei gleichen Inhalten, etwas schwerer als beim Jugendschwimmpass. Für Personen ab 30 Jahren werden die zu erbringenden Leistungen stufenweise herabgesetzt.

Zahl abgenommener Schwimm- und Rettungsschwimmabzeichen[1]
 
 
Jahr
Schwimm-
anfänger-
prüfungen
 
Schwimm-
prüfungen
Rettungs-
schwimm-
prüfungen
 
 
Ausbilder
ehrenamtl.
Ausbildungs-
stunden
2000 31.774 206.407 49.552 20.472 2.000.000
2001 33.870 218.592 51.481 23.348 2.089.097
2002 30.461 198.782 52.566 22.205 1.955.882
2003 64.348 187.326 46.424 nicht vergleichbar
2004 56.450 181.750 54.473 25.656 1.316.585
2005 55.538 173.452 51.457 22.684 1.391.469
2006 57.954 158.758 50.919 27.173 1.450.513
2007 59.586 162.648 56.156 33.403 1.529.559
1950-2007 21.005.286 4.203.918

Für angehende Rettungsschwimmer existiert der Junior-Retter. Dieser verlangt von den Absolventen erweiterte Kenntnisse in Selbstrettung, einfacher Fremdrettung und grundsätzliche Kenntnisse in Erster Hilfe. Die Junior-Retter-Ausbildung bereitet Kinder auf die Rettungsschwimmabzeichen vor. Ab den zwölften, 15. beziehungsweise 16. Lebensjahr können Kinder und Jugendliche das Rettungsschwimmabzeichen in Bronze, Silber und Gold erwerben. In diesen Kursen werden sie durch Vermittlung von Kenntnissen zur sicheren Hilfeleistung im und um das Wasser zu Rettungsschwimmern ausgebildet.

Neben diesen Ausbildungen bieten zahlreiche Ortsgruppen noch Aktivitäten im Wasser an, wie beispielsweise Wassergymnastikkurse, Aquajoggingkurse, einfaches sportliches Training und Seniorenschwimmen.

Tauchen

Als Einstieg in das Tauchen wird das Deutsche Schnorcheltauchabzeichen (DSTA) für Kinder ab 12 Jahren angeboten. Danach können Mitglieder die Ausbildung im Sporttauchen absolvieren und sich dann zum Einsatztaucher in den Stufen 1 und 2 weiter qualifizieren. Einsatztaucher werden zur Suche oder Rettung von Verunglückten gebraucht, wenn Rettungsschwimmer und Motorrettungsboote alleine nicht mehr ausreichen. Darüber hinaus wird eine Ausbildung zum Signalmann angeboten.

Einsatzfahrzeuge der DLRG

Wasserrettungsdienst und Katastrophenschutz

Die DLRG ist in den Katastrophenschutz der Länder integriert und führt den Wasserrettungsdienst durch. Neben den Schwimm- und Rettungsschwimmabzeichen können Mitglieder sich mit der Fachausbildung Wasserrettungsdienst zu Wasserrettern weiterqualifizieren. Volljährige Rettungsschwimmer haben auch die Möglichkeit, sich zu Wachleitern ausbilden zu lassen. Ferner können sich Mitglieder zu Bootsführern für Binnen- und Küstengewässer ausbilden lassen und auch dort noch weitere Qualifikationen erwerben, wie zum Beispiel bei einem Lehrgang im Brandungsretten mit Schlauchbooten. Die DLRG bildet Mitglieder auch zu Katastrophenschutzhelfern aus, einschließlich der Ausbildung von Helfern zu Gruppenführern und Zugführern. Überdies werden Sprechfunker und BOS-Funker ausgebildet.

Sanitätswesen

Einen großen Bereich der Ausbildung umfasst das Sanitätswesen. Die DLRG bietet Kurse für die Bevölkerung im Bereich Erste Hilfe und Sanitätsausbildung an. Mitglieder können sich zu Sanitätshelfern (San A) und Sanitätern (San B) ausbilden lassen.

Sonstiges

Die DLRG bietet unter anderem Lehrgänge zum Thema Vereinsführung, Ausbildungen zum Schatzmeister und zum Versicherungsschutz an. Kinder ab dem 12. Lebensjahr können an der Ausbildung in realistischer Unfall- und Notfalldarstellung teilnehmen. Viele weitere Ausbildungen werden von der DLRG-Jugend angeboten. In allen Bereichen werden Multiplikatoren und Prüfer ausgebildet.

Einsatzbereiche

Katastrophenschutz

Als Wasserrettungsorganisation beteiligt sich die DLRG aktiv am Katastrophenschutz der Länder und des Bundes. Die DLRG ist darüber hinaus durch die Bundesregierung als Zivilschutzorganisation im Sinne des Artikels 63 des vierten Genfer Abkommens anerkannt. Die einzelnen Landesverbände stellen für den Bereich des Katastrophenschutzes Wasserrettungszüge auf. Ein Wasserrettungszug wird aus mindestens einer Führungsgruppe und zwei Wasserrettungsgruppen gebildet. Zusätzlich können ihm noch weitere Facheinheiten angegliedert sein, wie beispielsweise:

Die einzelnen Ortsgruppen halten das Material, wie Boote, Fahrzeuge und andere Hilfsmittel, für allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz vor. Sie sind für allgemeine Hilfe auf örtlicher Ebene und den Wasserrettungsdienst zuständig und stellen Wasserrettungsgruppen auf, die im Einsatzfall zu Zügen zusammengefasst werden können. Die Wasserrettungszüge können bei Großschadensereignissen auch überregional eingesetzt werden. Der Bezirk übernimmt die Führung des Einsatzes, wenn der Einsatzbereich über den Zuständigkeitsbereich einer Ortsgruppe hinausgeht, und ist der Ansprechpartner für die in seinem Bereich liegenden Kreisverwaltungen. Die Landesverbände setzen Führungseinheiten ein oder übernehmen die Führung, wenn das Einsatzgebiet über die räumliche Zuständigkeit eines DLRG-Bezirks hinausgeht.

Ein Wasserrettungszug rettet Menschen aus Wasser- und Eisgefahren und führt die sanitätsdienstliche Versorgung auf und am Wasser durch. Er birgt Tiere und Sachgüter aus Wasser- und Eisgefahr und führt Tauchaufgaben durch. Ein Wasserrettungszug transportiert Personen und Material auf dem Wasser, sichert Einsatzkräfte am und auf dem Wasser ab und nimmt bei Bedarf andere Aufgaben wahr. Zusätzlich unterstützt er andere Fachdienste.

Aber auch in anderen Bereichen kommt der DLRG Katastrophenschutz zum Einsatz, beispielsweise zur Hilfeleistung bei Schneekatastrophen.

Wasserrettungsdienst

Ein Ziel der DLRG ist die Durchführung und Einrichtung eines flächendeckendes Wasserrettungsdienstes. Um diesen zu gewährleisten, haben viele Ortsgruppen im Binnenland Wasserrettungsstationen aufgebaut und überwachen von dort im privaten oder öffentlichen Auftrag Schwimmbäder, Seen und Flüsse. An den Küsten von Nord- und Ostsee hat die DLRG während der Badesaison von Mai bis September den zentralen Wasserrettungsdienst(ZWRD) eingerichtet. Die Landesverbände Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern organisieren den Wasserrettungsdienst an ihren Küsten zentral von jeweils einer Leitstelle. Die dort eingerichteten Wasserrettungsstationen werden nur zu einem Teil von den ansässigen Ortsgruppen selbst betrieben. Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland können sich bei den zuständigen Einsatzleitstellen bewerben und werden von dort auf die einzelnen Stationen verteilt, wo sie zwei bis sechs Wochen Wachdienst absolvieren. Die Bewerber müssen während dieser Zeit Mitglieder der DLRG sein. Jeder Inhaber eines Rettungsschwimmabzeichen in Silber, das nicht älter als zwei Jahre ist, kann sich bewerben. Die Rettungsschwimmer sind ehrenamtlich tätig und bekommen nur eine Aufwandsentschädigung, freie Verpflegung und Unterkunft.

Die Angaben in der Tabelle entstammen den Geschäftsberichten der DLRG[1]. 2002 wurde die Erfassung verändert, daher passen die Werte dort nicht ganz. Bei leeren Feldern gibt es keine Informationen.

 
 
Jahr
 
Lebens-
rettungen
davon
unter
Lebensgefahr
 
Hilfeleistungen
im Wasser
 
 
Erste Hilfe
 
 
Wachstunden
 
 
Einsatzkräfte
2000 345 19 7.323 35.494 1.977.532 48.707
2001 559 29 9.120 45.376 2.391.370 46.525
2002 557 55 13.281 36.910 2.300.000 45.630
2003 549 145 6.620 47.502 2.250.000 61.600
2004 692 8.381 44.969 2.112.794 51.072
2005 855 36 8.846 46.354 2.152.877 48.806
2006 1079 28 8.253 44.346 2.171.667 61.682
2007 482 26 7.815 35.853 2.037.280 46.862
seit 1950 63.326 8.937 1.977.271


Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG)

In einigen Bundesländern haben Ortsgruppen Schnell-Einsatz-Gruppen gebildet, um mit ihnen die Aufgaben des mobilen Wasserrettungsdienstes und erweiterten Katastrophenschutzes wahr zu nehmen. Diese SEGn findet man häufig an großen Flüssen (z.B. an Rhein oder Elbe) oder Landkreisen mit großen Seen (z.B. Chiemsee, Starnberger See). SEGn können verschiedene Aufgaben wahrnehmen:

Den Schnell-Einsatz-Gruppen stehen je nach Anforderung oder örtlichen Verhältnissen verschiedene DLRG-Fahrzeuge zur Verfügung, z.B. Gerätewagen Tauchen, Gerätewagen Wasserrettung oder Gerätewagen Technik Logistik.

Eine spezielle Sonderaufgabe einiger Schnell-Einsatz-Gruppen ist der sogenannte First Responder oder auch "Helfer vor Ort (HvO), der meist in ländlichen Regionen Tag und Nacht bereit steht, um die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes zu überbrücken und sofortige notfallmedizinische Hilfe zu leisten.

Einsatzkleidung

Die Einsatzkleidung der DLRG ist in den Farben Rot und Gelb gestaltet, den internationalen Farben der Rettungsschwimmer. Rettungsschwimmer tragen entweder gelbe T-Shirts mit roter Aufschrift oder rote T-Shirts mit gelber Aufschrift. Die Beschriftung lautet auf dem Rücken „DLRG-Wasserrettung“, auf der Brust steht „DLRG“. Diese Farbgebung und Beschriftung ist deutschlandweit einheitlich. Pullover und Jacken sowie Hosen, Shorts und die Badebekleidung sind immer rot mit gelber Schrift und zum Teil mit Reflektorstreifen in der Farbe Gelb-Silber-Gelb ausgerüstet. Die Beschriftung „Wasserrettung“ kann im Katastrophenschutz und auf Einsätzen durch die jeweilige Fachfunktion des Helfers ersetzt werden, zum Beispiel „Einsatztaucher“, „Sanitäter“, „Arzt“, „Einsatzleiter“,„Zugführer“ oder auch „Ausbilder“ (im Trainingsbetrieb). Die Einsatzfahrzeuge der DLRG sind in der Grundfarbe weiß lackiert und haben einen roten Streifen mit gelber Aufschrift „DLRG“ und „Wasserrettung“. Boote sind entweder wie die Fahrzeuge lackiert oder besitzen einen komplett roten Bootskörper mit gelben Beschriftungen.

Rettungshunde

Immer mehr Gliederungen der DLRG besitzen auch Rettungshunde. Diese Rettungshunde werden zwei Jahre lang nach den Richtlinien des Deutschen Rettungshundevereins ausgebildet. Um eingesetzt werden zu können, müssen die Hunde ihre Prüfung alle zwei Jahre wiederhohlen. Grundsätzlich gibt es für Rettungshunde vier Einsatzgebiete: Die Suche in der Fläche, in Trümmern, unter Lawinen und im Wasser, während Letzteres das Haupteinsatzgebiet der DLRG-Rettungshunde darstellt. Ihre Aufgabe ist sowohl das Aufspüren der Stelle, an welcher eine vermisste Person ins Wasser gelangt ist als auch das Aufspüren von Menschen unter Wasser. In diesem Fall können die Hunde Menschen wahrnehmen, die in einer Tiefe von bis zu 50 Metern liegen. Gut ausgebildete Rettunshunde können auch Rettunsschwimmer bei ihren Einsätzen unterstützen, indem sie mit einem speziellem Geschirr den Rettunsschwimmer zum Ertrinkenden ziehen, oder dieser sich selbstständig an den Hund hängt und von diesem an Land gezogen wird. Zusätzlich zu den Hunden werden auch die Hundeführer speziell in Karten- und Kompasskunde, Funk, Sanitätswesen, Erste Hilfe am Hund und Kynologie ausgebildet.

Aufklärungsarbeit

Ein weiterer großer Einsatzbereich der DLRG ist die Aufklärung der Bevölkerung vor Gefahren im und am Wasser. In diesem Bereich ist die DLRG-Jugend zu großen Teilen aktiv. So führt die DLRG-Jugend Strandfeste und Kindergartentage durch, um schon die Jüngsten auf die Gefahren im und am Wasser aufmerksam zu machen und ihnen das richtige Verhalten beizubringen. Der DLRG-Hauptverband sorgt für eine Verbreitung der Baderegeln und Eisregeln, klärt über die Kennzeichnung von Badestellen auf, verbreitet Sicherheitstipps für Erzieher, Eltern sowie Aufsichtspersonen und veröffentlicht Verhaltensregeln für den Aktivitäten im Hochwasser, für Surfer und für Wattwanderer.

Struktur und Finanzierung

1.4

Dem Bundesverband der DLRG als oberster Strukturebene gehören 18 Landesverbände an. Die Landesverbände bestehen aus Bezirksgliederungen, die in der Regel wiederum mehrere Orts- oder Kreisgliederungen umfassen. Diese können noch angegliederte Stützpunkte haben. Die Bezirksebene fällt in einigen Landesverbänden weg. Die eigentliche Vereinsarbeit mit Schwimm-, Rettungsschwimm- und Erste-Hilfe-Ausbildung sowie die Durchführung des Wasserrettungsdienstes findet in den unteren Gliederungsebenen statt. Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich im niedersächsischen Bad Nenndorf.

2007 hatte die DLRG 561.045 Mitglieder. Davon waren 230.947 (41,1 Prozent) Kinder bis 14 Jahre, 119.928 (21,4 Prozent) waren Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren, 209.112 (37,3 Prozent) waren Erwachsene und 1.058 (0,2 Prozent) waren Vereine, Firmen und Behörden.[1]

Bundesebene

Die Satzung der DLRG schreibt vor, dass auf Bundesebene folgende Organe bestehen.

Landesverbände

Insgesamt gibt es 18 Landesverbände mit eigener Rechtsfähigkeit und Satzung: Baden, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Rheinland-Pfalz, Saar, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, Westfalen und Württemberg. Die Organe der Landesebene gleichen jenen der Bundesebene. Ihre Bezeichnungen lauten entsprechend Landesverbandstagung, Landesverbandsrat et cetera.

Bezirke

Die Bezirksebene ist in den einzelnen Landesverbänden zum Teil unterschiedlich ausgebildet. So übernimmt sie in einigen Fällen, wie zum Beispiel im Landesverband Württemberg, Funktionen der Ortsgruppen. Größere Städte besitzen so genannte Stadtbezirke, die selbst mitgliederführend sind und eine Mischung aus Ortsgruppe und Bezirk bilden. Darüber hinaus gibt es Bezirke, die nur eine verwaltungstechnische Zwischeninstanz zwischen Ortsgruppen und Landesverbänden sind. Im Landesverband Schleswig-Holstein gibt es die Bezirksebene nicht. Die Gliederungen stehen hier direkt unter der Landesverbandsebene. Früher war die Hauptaufgabe der Bezirke die Durchführung von übergeordneten Ausbildungen wie beispielsweise von Ausbildern, Wachleitern oder Bootsführern. Dieses System war jedoch zum Teil ineffizient und wurde durch die Struktur der sogenannten Ausbildungsregionen ersetzt. Diese bestehen jeweils aus mehreren Bezirken und stimmen sich innerhalb des Landesverbandes hinsichtlich ihres Ausbildungsangebotes ab. Die Bezirke sind, unabhängig vom Bestehen von untergeordneten Ortsgruppen, ähnlich aufgebaut wie der Bundesverband und die Landesverbände. Sie haben eine eigene Satzung und vergleichbare Gremien wie die Bezirkstagung, den Bezirksrat und den Bezirksvorstand.

Zeichen für einen durch die DLRG bewachten Strand

Ortsgruppen

Die Ortsgruppen als örtliche Gliederung kümmern sich um die praktische Arbeit. Zur Zeit gibt es in ganz Deutschland etwa 2.200 DLRG-Ortsgruppen. Sie übernehmen die Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung, bieten für die Bevölkerung Erste-Hilfe-Kurse an, trainieren und bilden ihre Einsatzmannschaft aus und stellen das für Einsätze benötigte Material zur Verfügung. Des Weiteren organisieren sie den Wasserrettungsdienst, machen auf örtlicher Ebene Werbung und sind letztendlich für die Aufnahme und Betreuung ihrer Mitglieder zuständig. All dies ist bundesweit einheitlich geregelt. Die Schwerpunkte der einzelnen Ortsgruppen sind sehr unterschiedlich gelegt. So gibt es Ortsgruppen, die sich nur auf die Schwimmausbildung und den Rettungssport konzentrieren. Andere Ortsgruppen sind fast nur im Katastrophenschutz und Wasserrettungsdienst tätig. Auch auf der untersten Ebene gibt es die selben Organe wie in den höheren Ebenen, jedoch findet die Ortsgruppentagung (Jahreshauptversammlung) einmal im Jahr statt. Der Vorstand trifft sich mehrmals im Jahr. Bei den Wahlen sind alle Mitglieder über 16 Jahren stimmberechtigt.

Ortsgruppen können auch angegliederte Stützpunkte haben. Stützpunkte sind kleinere organisatorische Standorte, die aufgrund von zu wenig Mitgliedern nicht alle Ämter besetzen können und so keine durch Vollmacht selbständig handlungsfähigen Organe und dadurch keine rechtliche Selbständigkeit haben. Stadtverbände können beispielsweise durch Fusionierung von Ortsgruppen und Stützpunkten entstehen.

Bundesgeschäftsstelle

Neben der Bundesgeschäftsstelle besitzt die DLRG im niedersächsischen Bad Nenndorf auch das Drei-Sterne-Tagungszentrum Hotel Delphin. Dort hat auch die DLRG-Verlag und Vertriebsgesellschaft mbH (DVV) ihren Hauptsitz, die DLRG-Material (Rettungs- und Ausbildungsmittel) an Dritte verkauft und sich darüber hinaus um alle Aktivitäten kümmert, welche die DLRG gemeinsam mit Sponsoren durchführt. Analog zur DVV gibt es auch in Bad Nenndorf die DLRG-Materialstelle, bei der alle Mitglieder und Gliederungen Material bestellen können, das sie für die Arbeit in den Ortsgruppen und bei Einsätzen benötigen.

Finanzierung

Der DLRG-Bundesverband finanziert sich zu rund 40 Prozent aus den Anteilen an den Mitgliedsbeiträgen und zu rund 25 Prozent durch Erträge aus wirtschaftlichen Betätigungen. Dazu zählt beispielsweise der Verkauf von Einsatz- und Ausbildungsmaterial an Gliederungen und Mitglieder über die Materialstelle. Der Anteil der Spenden an den Einnahmen beträgt rund zehn Prozent. 25 Prozent machen Zuschüsse aus Stiftungen und öffentlichen Kassen und sonstige Erträge aus. Die Gesamteinnahmen 2005 betrugen ca. 5,2 Millionen Euro[1]. Mit diesen Einnahmen finanziert die DLRG Lohn- und Gehaltszahlungen an ihr hauptamtliches Personal (39 Prozent) sowie Tagungen, Aus- und Fortbildungen (39 Prozent).[1] Die Einsatzkräfte im Wasserrettungsdienst bezahlt die DLRG nicht. Sie sind entweder ehrenamtlich tätig oder bekommen, zum Beispiel im zentralen Wasserrettungsdienst, eine Aufwandsentschädigung von der Gemeinde oder von dem Amt, in deren Auftrag sie den Wasserrettungsdienst durchführen.

DLRG-Jugend

Hauptartikel: DLRG-Jugend

Die Jugend der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, häufig auch DLRG-Jugend genannt, ist seit dem 3. Juni 1962 eine eigenständige Organisation und vereint alle DLRG-Jugendgruppen. Mitglieder der DLRG-Jugend sind satzungsgemäß alle Mitglieder bis zum Alter von 26 Jahren und ihre gewählten Vertreterinnen und Vertreter.

Die DLRG-Jugend ist ein selbstständiger, öffentlich anerkannter Verein. Sie unterstützt unter anderem den Hauptverband im Kampf gegen den Ertrinkungstod und setzt sich für die Natur und Umwelt ein. Ziele sind unter anderem, die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu vertreten und einen Beitrag zur Entwicklung junger Menschen zu leisten. Auf spielerische Art und Weise versucht sie, ihre Mitglieder an die Aufgaben, Ausbildungen und die Technik der DLRG heranzuführen. Die DLRG-Jugend veranstaltet zum Beispiel auch Wettkämpfe, Bezirks- sowie Landesjugendtreffen, und bietet Seminare wie beispielsweise die Ausbildung zum Erwerb der Jugendleitercard an.

Mitgliedschaften

Die DLRG ist Mitglied der International Life Saving Federation (ILS) und der ILS-Europe (ILS-E), des Bundesverbandes zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS), der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH), des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, des Deutschen Spendenrates (Gründungsmitglied), der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder, der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen sowie der europäischen Bewegung und der International Association for Sports and Leisure Facilities (IAKS). Sie ist darüber hinaus Spitzenverband im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für die Sportart Rettungsschwimmen beziehungsweise den Rettungssport und an diversen Gremien und Verbänden im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes beteiligt.

Wettkämpfe

siehe auch: Rettungssport

Schwimmwettkämpfe

Auf allen Ebenen der DLRG finden regelmäßig Wettkämpfe statt. Innerhalb der Bezirke veranstalten viele Ortsgruppen regelmäßig Freundschaftswettkämpfe, um sich ohne Zwang mit anderen Ortsgruppen zu messen. Viele Ortsgruppen führen auch Vereinsmeisterschaften durch. In den Bezirken finden einmal im Jahr Bezirksmeisterschaften statt. Auf diesen können sich aus allen Ortsgruppen des jeweiligen Bezirkes Mannschaften und Einzelstarter für die jeweiligen Landesmeisterschaften qualifizieren, die von den Landesverbänden ausgerichtet werden. Dort qualifizieren sich die besten Mannschaften und Schwimmer für die Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen. Bei den deutschen Meisterschaften, welche die DLRG-Jugend im Auftrag des DLRG-Hauptverbandes ausrichtet, wird der jeweils beste Rettungsschwimmer in den verschiedenen Altersklassen ermittelt.

Das Wettkampfsystem der DLRG ist in Altersklassen und nach Geschlechtern unterteilt. Es gibt die Altersklassen AK 12, AK 13/14, AK 15/16, AK 17/18 und AK Offen. Es startet entweder ein Schwimmer allein oder eine Mannschaft, die aus vier Schwimmern besteht. Disziplinen bei den Einzelstarten sind zum Beispiel Hindernissschwimmen, Abschleppen, Flossenschwimmen und Retten. Mannschaftsdisziplinen sind beispielsweise die Hindernisstaffel, Rettungsstaffel oder die Gurtretterstaffel. Neben den schwimmerischen Fähigkeiten werden auch Kenntnisse in Herz-Lungen-Wiederbelebung verlangt. Die Strecken bei den Einzelstartern sind 25 bis 200 Meter lang. Die Staffeln schwimmen 4 x 25 Meter bis 4 x 50 Meter. Für ältere Rettungsschwimmer existieren die deutschen Seniorenmeisterschaften im Rettungsschwimmen.

Des Weiteren richtet die DLRG eine Vielzahl von nationalen und internationalen Wettbewerben aus oder nimmt daran teil. Die besten Junioren der DLRG fahren regelmäßig zu den Junioren-Europameisterschaften im Rettungsschwimmen. Die Nationalmannschaft ist alle zwei Jahre Teilnehmer der Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen. Bei den Weltmeisterschaften müssen die Retter sich nicht nur in der Halle bewähren, sondern auch Disziplinen im Freigewässer absolvieren. 2008 richtet die DLRG die Weltmeisterschaften in Berlin und Warnemünde aus. Jedes Jahr veranstaltet sie außerdem den „Nivea Cup“ in Warnemünde. Bei diesem Wettkampf werden ausschließlich Freigewässerdisziplinen geschwommen, so zum Beispiel Brandungsschwimmen oder Rettungsbrett-Rennen. Auf nationaler Ebene wird die „Nivea Trophy“ veranstaltet, bei der sich Ortsgruppen in Freigewässerdisziplinen messen können. Als zweiten internationalen Wettkampf gibt es jährlich den Deutschlandpokal für Mannschaften aus aller Welt. Hier werden nur Disziplinen in der Schwimmhalle geschwommen.

Rettungsbootvergleichswettkämpfe (RBVK)

Diese spezielle Art des Wettkampfes ist an die Aufgaben der DLRG im Bootswesen angelehnt. In einigen Regionen finden diese Wettkämpfe auf Bezirks- und Landesverbandsebene statt.

Andere Organisationen

In Deutschland sind neben der DLRG noch die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in der Wasserrettung aktiv. In der Schweiz existiert die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft und in Österreich die Österreichische Wasserrettung. Alle diese Organisationen verfolgen die selben Ziele und arbeiten wie die DLRG ehrenamtlich und gemeinnützig.

In Australien, den USA und zum Beispiel Griechenland hingegen gibt es eine solche Struktur nicht. Hier sind die meisten Rettungsschwimmer hauptamtlich tätig und werden für ihre Arbeit bezahlt. Es gibt aber auch dort Rettungsschwimmer, die freiwillig für die Wassersicherheit sorgen. Analog dazu gibt es auch in Deutschland privat organisierte Rettungsschwimmer (beispielsweise auf Sylt), die für ihre Arbeit bezahlt werden.

Literatur

Quellen

  1. a b c d e f Geschäfts- und Finanzberichte der DLRG (Online)
  2. a b c d http://dlrg.de/ueber-uns/geschichte.html
  3. a b c d e f Klaus Bartnitzke Im Zeichen des spähenden Adlers. 50 Jahre Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Eine Chronik in Wort und Bild zusammengestellt und bearbeitet von Klaus Bartnitzke und Ilse Stoffregen. Hrsg. vom Präsidenten der DLRG, Essen-Rüttenscheid 1963, 144 S.
  4. http://dlrg.de/ueber-uns/geschichte/der-aufschwung.html
  5. http://www.presseportal.de/pm/7044/584759/
  6. http://dlrg.de/ueber-uns/geschichte/wiedervereinigung.html
  7. http://dlrg.de/ueber-uns.html
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