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Hercule Poirot

Hercule Poirot ist eine Romanfigur der britischen Schriftstellerin Agatha Christie (1890–1976), ein stark von sich und seinen Fähigkeiten überzeugter belgischer Privatdetektiv. Er ist als pensionierter Polizeibeamter im Ersten Weltkrieg als Flüchtling ins Exil nach Großbritannien gegangen.

Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

Poirot tritt, bereits als bekannter Detektiv, zuerst in The Mysterious Affair at Styles auf. In Curtain stirbt er.

Als running gags – und damit Markenzeichen Poirots – verwendet Christie seine ständige Verwechslung mit einem „Franzosen“ (was ihn zu ständigen diesbezüglichen Richtigstellungen zwingt), die Liebe zu seinem Schnurrbart (Moustache), seinen pedantischen Ordnungswahn, sowie seinen Stolz auf seine „kleinen grauen Zellen“, die ihm die Lösung seiner Fälle ermöglichen. Seine äußerliche Erscheinung in Verbindung mit seiner kleinen Statur führt ab und zu dazu, dass er von Fremden als "nicht ernst zu nehmen" abgetan wird, was ihm manchmal einen psychologischen Vorteil einbringt. Seine ausgeprägte Egozentrik bringt Scotland-Yard-Chefinspektor Japp immer wieder aus dem Konzept seiner Arbeit – wofür der steife Polizeibeamte ihm am Ende dann doch immer wieder dankbar ist.

In einigen Hercule-Poirot-Romanen hat der Meisterdetektiv einen treuen und loyalen, wenn auch etwas begriffsstutzigen Adlatus, Captain Hastings. Die Konstellation Poirot-Hastings ist eindeutig am Vorbild Holmes-Watson orientiert.

Publikation der Fälle des Hercule Poirot

Bücher

Sortiert nach dem Erscheinungsdatum der Bücher

Poirots Fälle in chronologischer Reihenfolge

Poirots Polizeijahre in Belgien

Beginn der Privatdetektivlaufbahn

Diese Geschichten spielen kurz nachdem Poirot nach England flüchtet (1917-1918).

Die 20er Jahre (1920 bis 1929)

Poirot wird in London sesshaft und eröffnet eine Privatdetektivagentur.
Dies sind die Jahre der Kurzgeschichten (27 Kurzgeschichten und nur 4 Romane).

Die 30er Jahre (1930 bis 1939)

Dies sind die Roman-Jahre (14 Romane, 12 Kurzgeschichten und ein Theaterstück). Die 12 Kurzgeschichten entstammen den Büchern Die ersten Arbeiten des Herkules sowie Die letzten Arbeiten des Herkules. Die anderen Geschichten, die hier aufgelistet sind, finden ebenfalls in diesem Zeitraum statt, wurden jedoch zuvor oder später veröffentlicht. Das Theaterstück trägt den Titel Black Coffee und wurde von Agatha Christie geschrieben, da sie die bereits existierenden Bühnenspiele basierend auf ihren Hercule Poirot Fällen nicht ausstehen konnte. Später (mehr als zwanzig Jahre nach dem Tod der Autorin) wurde das Stück von Charles Osborne zu einem Roman umgeschrieben.

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg

Eine neue Kriminalheldin - Miss Marple - betritt die Bühne und somit werden Hercule Poirots Abenteuer immer seltener.
Innerhalb von 36 Jahren verfasst Agatha Christie nur 13 Romane sowie eine Kurzgeschichte.

Poirots Tod

Comics

2004 erschien in Japan, zeitgleich mit dem Serienstart von Agatha Christie's Great Detectives Poirot and Marple, eine Mangareihe unter dem selben Titel. Es wurden insgesamt 39 Hefte veröffentlicht.

Auszeichnungen

Im Jahr 2000 erhielt Christies Hercule-Poirot-Reihe im Rahmen der Millenniumsfeierlichkeiten den US-amerikanischen Anthony Award als beste Kriminal- und Mysteryserie des Jahrhunderts und setzte sich gegen die nominierten Ed McBain (87. Polizeirevier), Marcia Muller (Sharon-McCone-Serie), Dorothy L. Sayers (Lord-Peter-Wimsey-Reihe) und Rex Stout (Nero-Wolfe-Serie) durch.

Verfilmungen

Filmische Adaptionen der Poirot-Fälle

Fünf „Fälle“ des Hercule Poirot wurden für das Kino verfilmt.

Die berühmteste und einzige der Romanvorlage im Großen und Ganzen entsprechende Darstellung gelang dabei - er spielte ihn nur einmal - Albert Finney in der 1974er Verfilmung von Mord im Orientexpress. Der schon von Maske und Kostüm als hervorragend ausgestattet geltende Schauspieler verschwand gänzlich hinter Poirots merkwürdiger Gestik und merkwürdigem Minenspiel. Für seine Leistung wurde Finney für den Oscar als bester Hauptdarsteller nominiert.

Tony Randalls Darstellung in Die Morde des Herrn ABC (1965) stellte bereits ebenfalls die ganz spezielle Komik der sich selbst überaus ernst nehmenden Figur heraus, obwohl der Film im Ganzen teilweise ins Klamaukhafte abdriftete. Gegen Anfang des Films hat Christies Figur Miss Marple einen kurzen Gastauftritt, in dem sie mit ihrem Begleiter Mr Stringer aus den Miss-Marple-Filmen über den ersten Mord diskutiert.

Sir Peter Ustinov war im Kino zuerst in der äußerst prominent besetzten Verfilmung von Tod auf dem Nil (1978) als Poirot zu sehen, zwei weitere Kinofilme folgten. Später spielte Ustinov Poirot noch in drei Fernsehfilmen; hiervon bleibt vor allem Tödliche Parties (1986) in Erinnerung, wo Ustinov in Tony Curtis einen adäquaten Gegenspieler hatte. Ustinovs Darstellung orientierte sich jedoch mehr und mehr an seiner eigenen Persönlichkeit als an Christies Romanfigur.

Ab 1989 stellt David Suchet Poirot ziemlich buchgetreu in einer (bis heute) 60-teiligen englischen TV-Serie dar. Suchet spielte außerdem Inspektor Japp in dem Fernsehfilm Thirteen at Dinner (1985), in dem Peter Ustinov Poirot verkörperte.

Die Miss-Marple-Filme mit der englischen Schauspielerin Margaret RutherfordDer Wachsblumenstrauß“ (1963) und „Vier Frauen und ein Mord“ (1964) beruhen auch auf Poirot-Romanen, wurden aber von den Drehbuchschreibern auf Miss Marple umgeschrieben.

Kinofilme

Fernsehproduktionen

Sir Peter Ustinov
Alfred Molina

Fernsehserien

Agatha Christie’s Poirot

mit David Suchet
Titelmusik zur Serie von Christopher Gunning (wird demnächst überarbeitet mit Informationen zu den einzelnen Episoden)

Staffel 1 (10 Episoden)

Staffel 2 (9 Episoden)

Intermezzo / Vorgeschmack auf Staffel 3 (Doppelepisode 105 Minuten)

Staffel 3 (10 Episoden)

Staffel 4 (3 Episoden)

Staffel 5 (8 Episoden)

Staffel 6 (2 Episoden)

Staffel 7 (2 Episoden)

Staffel 8 (2 Episoden)

Staffel 9 (2 Episoden)

Staffel 10 (4 Episoden)

Staffel 11 (4 Episoden)

Staffel 12 (2 Episoden)

Agatha Christie's Great Detectives Poirot and Marple

2004 produzierte NHK, ein japanischer TV-Sender, eine 39-teilige Anime Serie mit dem Titel Agatha Christie's Great Detectives Poirot and Marple (Agatha Christie no Meitantei: Poirot to Marple). Die Serie, welche einige der bekanntesten Poirot- und Miss-Marple-Geschichten behandelt, lief vom 4. Juli 2004 bis zum 12. Mai 2005 und wird nun auf NHK und anderen Fernsehsendern in Japan wiederholt. Poirot wurde von Kōtarō Satomi synchronisiert und Miss Marple von Kaoru Yachigusa.

Theateradaptionen

Seit einigen Jahren beschäftigt sich das Berliner Lesetheater Hörspiele zum Zugucken mit Poirot-Geschichten. Im Jahr 2001 wurden freie szenische Bearbeitungen von Das Auge der Gottheit und Die Tragödie von Marsdon Manor aufgeführt; im März 2005 standen Der Juwelenraub im Grand Hotel und Das Abenteuer des Kreuz-Königs auf dem Spielplan. Die „Hörspiele zum Zugucken“ interpretieren die Poirot-Geschichten als Kriminalkömödien, oft sogar am Rand der vergnüglichen Kriminal-Klamotte.

Diskografie - Filmmusik

Literatur