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World Marathon Majors

Die World Marathon Majors (kurz WMM) sind ein Zusammenschluss von Marathon-Veranstaltern. Sie wurden am 23. Januar 2006 von den Direktoren Guy Morse (Boston-Marathon), David Bedford (London-Marathon), Mark Milde (Berlin-Marathon), Carey Pinkowski (Chicago-Marathon) und Mary Wittenberg (New-York-City-Marathon) initiiert. Sie sind offen für weitere Großveranstalter.

Durch die Einrichtung dieser internationalen Laufcup-Wertung wollen die fünf Race-Direktoren den Laufsport weiterentwickeln, mehr Aufmerksamkeit auf die Athleten lenken und das öffentliche Interesse an den Eliterennen fördern.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Weltbester Marathonläufer

Im November 2003 kündigte die ING Groep überraschend die Einführung des ING World Marathon Ranking an, um damit geschlechterübergreifend einen weltbesten Marathonläufer zu bestimmen [1]. In das komplexe Bewertungssystem sollten unter anderem der Abstand zum Weltrekord und zu Streckenrekorden zugehöriger Marathonveranstaltungen ebenso einfließen wie Boni für Platzierungen der schnellsten Läufer. In einer zweijährigen Auswertungsperiode sollten neben dem Marathon in New York City als Finalist und den Marathons der Olympischen Spiele und der Leichtathletik-Weltmeisterschaft auch folgende Rennen berücksichtigt werden:

Preisgelder waren für die ersten zehn vorgesehen.

Umgehend protestieren die Veranstalter von London, Boston, Chicago und Berlin dagegen [2] – nicht nur, weil sie Konflikte mit ihren Sponsoren sahen, sondern vor allem, weil das Bewertungssystem erhebliche Schwächen aufwies. Sie argumentierten, dass das Feststellen von Rekorden Angelegenheit von Gremien wie der IAAF sei und nicht die kommerzieller Unternehmen.

Obwohl ING ankündigte, das Projekt mit den verbleibenden Veranstaltern durchführen zu wollen, verlief diese Initiative zunächst im Sande.

Weltgrößter Wettlauf

Unter dem Namen The Greatest Race on Earth oder auch GROE kündigte im Oktober 2004 die Standard Chartered Bank eine übergreifende Teamauswertung der von ihr gesponserten vier Marathons (Nairobi-Marathon, Mumbai-Marathon, Singapur-Marathon und Hongkong-Marathon) an, die noch im selben Monat mit dem Nairobi-Marathon eröffnet und im Folgejahr mit dem Hong-Kong-Marathon abgeschlossen wurde [3]. Die Teams durften beliebig zusammengestellt sein, also auch geschlechterübergreifend oder nur aus ein und demselben Läufer bestehend. Voraussetzung war allerdings eine Anmeldung, in der vorab festgelegt wurde, welches Teammitglied bei welchem Lauf teilnehmen würde.

Gewertet wurde die akkumulierte Gesamtzeit aus allen vier Rennen. Neben einer Hauptauswertung wurden auch solche nach Nationalität, Geschlecht und Individualleistungen vorgenommen.

Nach zweimaliger Durchführung ist derzeit offen, ob es zu einer dritten Auswertung für 2006/07 kommen wird.

Neukonzeption

Das Bewertungssystem der World Marathon Majors wurde in Abstimmung mit der IAAF entwickelt. Es stellt im Laufsport ein Novum dar. Anders als bei sonstigen Leistungsvergleichen werden nicht die erzielten Zeiten sondern lediglich die Platzierungen berücksichtigt. Damit versucht man, den unterschiedlichen Streckenprofilen und -bedingungen der zugehörigen Veranstaltungen und den daraus resultierenden unterschiedlichen Zeiten gerecht zu werden.

Reglement

Bei den fünf jährlichen Rennen in Boston, London, Berlin, Chicago und New York sowie den olympischen Marathonläufen und den IAAF Weltmeisterschafts-Marathonrennen können Athleten Punkte für die jeweiligen Serien sammeln. Nach jedem dieser Rennen erhalten die jeweils fünf besten Männer und Frauen entsprechend ihrer Platzierungen Punkte.

Am Ende einer Zwei-Jahres-Serie werden eine Million US-Dollar zu gleichen Teilen unter dem Sieger und der Siegerin aufgeteilt. Wer am meisten Punkte hat, der gewinnt. Das Preisgeld von einer Million US-Dollar wird jährlich vergeben, so dass die Zwei-Jahres-Serien jeweils überlappen. Der ersten Serie 2006–2007 folgen die Serien 2007–2008, 2008–2009 undsoweiter.

Maximal vier Rennen eines Athleten können binnen einer Zwei-Jahres-Serie gewertet werden. Um den Jackpot gewinnen zu können, muss ein Athlet bei mindestens einem Rennen der Serie pro Jahr gelaufen sein.

Serien

WMM-Veranstaltungen von zwei aufeinander folgenden Jahren bilden eine WMM-Serie. Die erste startet am 17. April 2006 mit dem Boston-Marathon und endet am 4. November 2007 mit dem New-York-City-Marathon. Zusätzlich zu den Marathons der WMM werden auch die Olympischen Spiele sowie die Weltmeisterschaften gewertet. Damit umfasst die erste Serie elf Rennen einschließlich des Marathons der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2007. Die Folgeserie wird sich mit der ersten überlappen, sodass künftig eine jährliche Nominierung der Sieger möglich ist.

Wertung

Teilnahmeberechtigung erlangt, wer an mindestens einem WMM-Wettbewerb pro Kalenderjahr teilnimmt. Punkte können nur bei Wettkämpfen einer WMM-Serie erzielt werden. Maximal vier WMM-Läufe gehen in die Wertung mit ein – es können also maximal 100 Punkte (für 4 Siege, die mit je 25 Punkten gewertet werden) erreicht werden.

Erzielbare Punkte:

Die besten maximal vier Ergebnisse einer Serie werden addiert. Bei Punktegleichstand entscheidet ein direkter Vergleich, erforderlichenfalls entscheidet ein Mehrheitsbeschluss der fünf WMM-Race-Direktoren abschließend.

Preisgelder

Zurzeit sind 500.000 US-Dollar für die beste Frau sowie für den besten Mann ausgesetzt. Die Sieger werden jeweils in New York City geehrt.

Sieger der World Marathon Majors

Serie 1 (2006/07)

Ranking

Serie 1 (2006/07)

Endstand Männer

Endstand Frauen

Serie 2 (2007/08)

Aktueller Zwischenstand Männer (nach Boston 2008)

Aktueller Zwischenstand Frauen (nach Boston 2008)

Serie 3 (2008/09)

Aktueller Zwischenstand Männer (nach Boston 2008)

Aktueller Zwischenstand Frauen (nach Boston 2008)

Fußnoten

  1. http://www.ing.com/group/showdoc.jsp?docid=074722_EN&menopt=prm%7Cpre%7Capr%7C003
  2. http://www.southcoasttoday.com/daily/11-03/11-12-03/c04sp551.htm
  3. http://www.coolrunning.com/engine/3/3_1/standard-chartered-presen.shtml