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Dock (Schifffahrt)

Ein Dock ist eine Vorrichtung, die ein Schiff zwecks Reparatur aufnehmen und trockenlegen kann.

Man unterscheidet die beiden grundlegenden Varianten Trockendock und Schwimmdock.

Inhaltsverzeichnis

Trockendock

Ein Trockendock ist ein Hafenbecken mit einer Vorrichtung (Tor), die es erlaubt, dasselbe abzusperren, um durch anschließendes Leerpumpen das eingefahrene Schiff trockenzulegen. Um ein Schiff in ein Trockendock zu fahren, wird das Becken bis auf den äußeren Wasserstand geflutet. Dann wird das Tor geöffnet. Das Schiff wird bei Erreichen einer bestimmten Position vor der Einfahrt mit Hilfe von zwei Leinen, die über zwei am Ende des Beckens stehende Winden geführt werden, in das Becken gezogen. Am äußeren Ende, also noch auf der See- bzw. Flussseite, geben zwei Schlepper Manövrierhilfe. Hat das Schiff seine Position erreicht, wird die exakte Lage gemessen (Mitte des Docks) und die Docktore werden geschlossen. Das Wasser wird abgepumpt und das Schiff sackt so mit dem flachen Kiel auf eine zentrale Reihe Pallen (Böcke am Dockboden; siehe auch Helgen). Diese stehen exakt in der Mitte des Docks und sind parallel ausgerichtet. Sobald das Schiff so weit gesackt ist, dass es die Pallen berührt, also aufliegt, werden zwei weitere Reihen Pallen, die auf beiden Seiten der zentralen Reihen liegen, über Gewindegestänge hochgedreht. Diese Pallen liegen anfangs einige Meter außerhalb der mittleren zwei Pallenreihen auf beiden Seiten des Dockbodens und passen sich nun dem Schiffsboden an. Das Wasser wird möglichst vollständig abgepumpt, und dann können die Arbeiten am Schiff beginnen.

Geschichte

Antike

Das Trockendock wurde um 200 v.Chr. im Ptolemäischen Ägypten erfunden. Der antike griechische Autor Athenaios gibt in seinem Werk Das Gelehrtenmahl eine recht ausführliche Beschreibung des Aufbaus und der Funktionsweise.[1] Die Tatsache, dass Athenaios seinen Bericht 400 Jahre später abfaßte (um 200 n.Chr), deutet daraufhin, dass Trockendocks die gesamte Antike hindurch bekannt waren und genutzt wurden.

China

Trockendocks wurden in China um 1400 zum Bau der großen Schatzschiffe verwendet. Die größten gebauten Schiffe waren zwischen 59 und 84 Meter lang und sollen 9 Masten gehabt haben.

Moderne

Das größte europäische Dock dieser Art befindet sich in Belfast (Länge 556 m, Breite 93 m) (54° 36′ 29″ N, 5° 54′ 2″ W). In Deutschland befinden sich große Trockendocks unter anderem in Kiel mit dem Trockendock 8a der HDW, 426 m lang (54° 19′ 17″ N, 10° 9′ 14″ O), in Papenburg bei der Meyer Werft, 358 m lang (geschlossene Halle), (53° 5′ 49″ N, 7° 21′ 24″ O), in Hamburg (Trockendock Elbe 17), 351 m lang (53° 32′ 30″ N, 9° 57′ 47″ O), in Bremerhaven das Kaiserdock II der Lloyd Werft, 335m lang oder in Frankreich in Brest, etwa 415 m lang (48° 23′ 3″ N, 4° 27′ 12″ W) und in St. Nazaire (Werft Chantiers de l'Atlantique), 350 m lang (47° 16′ 36″ N, 2° 11′ 49″ W). In Dubai befindet sich ein Trockendock mit einer Länge von etwa 530 m (25° 15′ 0″ N, 55° 16′ 2″ O). In Newport News (Virginia) befindet sich ein Trockendock der Newport News Shipbuilding mit einer Länge über 650 m (37° 0′ 3″ N, 76° 26′ 51″ W). Ein Flugzeugträger der Nimitz-Klasse beansprucht dort gerade die Hälfte des Docks.

Schwimmdock

Geschichte

Renaissance

Die möglicherweise älteste Beschreibung eines Schwimmdocks findet sich in einem kleinen italienischen Buch namens Descrittione dell'artifitiosa machina, das 1560 in Venedig erschien. In dem Büchlein legt ein unbekannter Autor eine neue Methode dar, ein auf Grund gelaufenes Schiff zu bergen, und bittet um das Privileg, seine Konstruktion anwenden zu dürfen. Ein beigefügter Holzschnitt zeigt ein Schiff, das steuerbord und backbord von zwei großen Schwimmgerüsten flankiert ist, die über dem Schiff zu einem Dach zusammengefügt sind. Über eine Reihe von Tauen, die vom Dach heruntergelassen werden, wird das Schiff in eine aufrechte Position gehoben.[2]

Moderne

Das 1893 von dem US-amerikanischen Schiffbauer Gilbert entwickelte Schwimmdock ist eine schwimmende, tauchfähige Vorrichtung zur Aufnahme und Anhebung (Trockenlegen) von Schiffen zwecks Wartung.

Soll ein Schiff das Dock belegen, werden die Fluttanks des Docks geflutet und das Dock sackt ab. Nach Erreichen des benötigten Freiraums oberhalb des Dockbodens wird das Schiff mit den Dockwinden in das Dock gezogen. Nach Erreichen der richtigen Lage wird das Schiff so gehalten, dass es in der Mitte des Docks liegt, vorne durch die Winden, hinten durch einen oder zwei Schlepper. Dann werden die Ballasttanks des Docks gelenzt (leergepumpt).

Das Dock hebt sich, und die Pallen (schwere Holzstützen auf dem Dockboden von ca. einem Meter Höhe) berühren den Schiffsboden. Gleichzeitig werden zwei Reihen seitlicher Pallen über Gestänge an den Schiffsboden herangedreht. Diese beiden Reihen liegen meistens dort am Schiffsboden an, wo er in einem Bogen zur seitlichen Bordwand übergeht. Sie schmiegen sich auch an eine leichte Krümmung des Bodens an. Die Pallen stehen in einem Abstand von etwa 1,50 Meter.

Das Dock wird weiter leergepumpt und wenn es seine Arbeitshöhe erreicht hat, kann mit Unterbodenarbeiten begonnen werden.

Ein Dockschiff bezeichnet ein Transportschiff, das seinen Rumpf unter die Wasseroberfläche absenken kann, um schwimmende Lasten aufzunehmen.

Galerie Docks, Trockendocks

Quellen

  1. Athenaeus of Naucratis (Yonge, C.D., Editor) The deipnosophists, or, Banquet of the learned of Athenæus, volume I, London: Henry G. Bohn, p.325 (5.204c)
  2. George Sarton: Floating Docks in the Sixteenth Century, in: Isis, Bd. 36, Nr. 3/4. (Okt. 1946), S. 153-154 (153)