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Anger

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Begriff Anger als Nutzfläche. Andere Bedeutungen siehe Anger (Begriffsklärung).

Der Begriff Anger (mhd. anger, ahd. angar) bezeichnet ein grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz in Gemeinbesitz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte (Allmende).

Oft war der Anger zentral zwischen zwei weiter auseinanderliegenden Häuserreihen angelegt. Diese für Südosteuropa und das östliche Mitteleuropa typische Siedlungsform deutscher Kolonisten bezeichnet man auch als Angerdorf. Ist der Anger nur von einer Seite her zugänglich, spricht man auch von einem Sackanger.

Auf dem Anger wurde z. B. das Vieh über Nacht gehütet, daher auch der Begriff Hutanger (ein Anger, der „zur Hut“, zum Hüten, benutzt wird). Daneben diente er auch als Futterplatz für die Tiere Durchreisender.

Im Unterschied zu dieser Nutzfläche wurde die gemeinschaftliche Abdeck-Nutzfläche eines Dorfes als Schindanger bezeichnet. Heute sind Anger häufig als Parkanlagen ausgebaut.

„Anger“ findet sich daher in einigen Orts- und Flurnamen:

In den historisierenden Carmina Burana von Carl Orff ist der zweite Teil Ûf dem Anger überschrieben. Dieser Abschnitt des Werks, der überwiegend mittelhochdeutsche Texte vertont, kombiniert Liebeslieder und Volkstänze zu einem stilisierten bäuerlichem Frühlingsfest auf dem Dorfplatz.