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Admiral Hipper


Prinz Eugen Juni 1946, eines der Schwesterschiffe der Admiral Hipper
Schiffsdaten
Kiellegung: 6. Juli 1935
Stapellauf (Schiffstaufe): 6. Februar 1937
Indienststellung: 29. April 1939
Bauwerft: Blohm & Voss, Hamburg
Baunummer: 501
Besatzung: 1600 Mann
Baukosten: 85,8 Mio Reichsmark
Schwesterschiffe
Prinz Eugen Blücher
Lützow Seydlitz
Technische Daten
Wasserverdrängung: offiziell: 10.000 ts
tatsächlich: 14.050 ts
Maximal: 18.600 ts
Länge: über alles: 205,9 m
KWL: 194,2 m
Breite: 21,3 m
Tiefgang: 5,8 - 7,2 m
Maschinenanlage: 3 Getriebeturbinen von BBC mit zusammen 132.000 PS und Dampfversorgung durch 12 ölgefeuerte Wagner-La-Mont-Kessel (je vier in drei Kesselräumen), drei E-Werke
Anzahl der Wellen: 3
Leistung an den Wellen: 44.000 WPS (Wellenpferdestärke)
Höchstgeschwindigkeit: 32,5 kn über 3 Propeller
Höchste erzielte Leistung: 33,5 kn, im Herbst 1940
Marschgeschwindigkeit: 6.800 sm bei 19 kn
Brennstoffvorrat: maximal 3.700 t
Panzerung
Seitenpanzer: Wasserlinie: 80 mm
Deck: 30 mm
Vorderer Kommandoturm: 150 mm
Achterer Kommandoturm: 10-20 mm
Türme der Schweren Artillerie: Turmschilde: 105 mm Turmdecken: 70-105 mm Seiten: 70 mm
Bewaffnung
Schwere Artillerie: 8 x 20,3 cm L/60 in 4 Doppeltürmen
Die Türme hatten folgende Bezeichnung:
Vorn Turm A
ein Deck höher Turm B
hinten ein Deck höher Turm C
hinten Turm D
Höchste Feuergeschwindigkeit: 4-5 Schuss in der Minute
Reichweite der Schweren Artillerie:
(bei max. Richtwinkel von 37°)
335 hm (=33,5 km)
Schwenkbereich: 145° je Seite
Höhenrichtbereich: -10° - + 37° (Turm A: -9°)
Turmbesatzung: 72 Mann
Munitionsbestand für Schwere Artillerie: ca. 1500 Schuss (1944)
Flugabwehr:
12 x 10,5 cm Schnell-Ladekanonen: in 6 Doppellafetten von denen je
drei auf jeder Schiffsseite
Maschinenkanonen 12 x 3,7 cm in 6 Doppellafetten
Feuergeschwindigkeit: je Rohr xx Schuss in der Minute
Munitionsbestand: je Rohr xx Schuss
durch 20 x 40-mm-Bofors-Maschinenkanonen in Einzellafetten: ab November 1944 ersetzt
8 bei Indienststellung bis maximal 56 (November 1944) x 2 cm: MK in Einzel-, Doppel und Vierlingslafetten
Munitionsbestand je Rohr: xxx Schuss Patronen mit Leuchtspur
12 Torpedorohre (53,3 cm): in vier "Drillingssätzen"
mit insgesamt xxx Torpedos
Reichweite der Torpedos:
Laufstrecke 12 km bei 30 kn
Laufstrecke 7 km bei 40 kn
Laufstrecke 5,8 km 44 kn bei Schnellschuss
Gefechtsladung: 280 kg TNT
Wasserbomben: in zwei Ablauframpen im Heck
Nebelkannen: am Heck
Nebelbojen: zum Einsatz im Wasser
Schornsteinnebelanlage
Flugzeuge
Arado Ar 196: 3 (1 Katapult)
Kommandanten
Kapitän zur See Hellmuth Heye April 1939 - September 1940
Kapitän zur See Konteradmiral Wilhelm Meisel September 1940 - Oktober 1942
Kapitän zur See Hans Hartmann Oktober 1942 - Februar 1943
Kapitän zur See Fritz Krauß Februar 1943 (mit der Wahrnehmung der Geschäfte betraut)
Kapitän zur See Hans Henigst März 1944 - Mai 1945

Die Admiral Hipper war ein Schwerer Kreuzer und das Typschiff der Admiral-Hipper-Klasse der deutschen Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg.

Der Kreuzer wurde als Kreuzer H bestellt und war das zweite Schiff seiner Klasse. Da es bei dem eigentlichen Typschiff Blücher zu Bauverzögerungen kam, lief die Admiral Hipper als erstes Schiff ihrer Klasse vom Stapel.

Das Schiff wurde nach Franz von Hipper, Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte in der Skagerrakschlacht und späterer Oberbefehlshaber der Hochseeflotte der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg, benannt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Beginn Zweiter Weltkrieg

Die Admiral Hipper befand sich bei Kriegsbeginn in der Ostsee zur Erprobung. Vom 6. November 1939 bis 12. Januar 1940 wurden bei Blohm & Voss in Hamburg einige Umbauten vorgenommen. Das Schiff erhielt u. a. den schrägen Atlantiksteven und eine Schornsteinkappe. Im Februar 1940 unternahm die Admiral Hipper mit den Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau einen kurzen Vorstoß in die nördliche Nordsee (Unternehmen Nordmark).

Unternehmen Weserübung

Beim Unternehmen Weserübung war der Kreuzer Führungsschiff der Gruppe 2, die Gebirgsjäger in Trondheim landen sollte. Mit den Zerstörern Z 5 Paul Jacobi, Z 6 Theodor Riedel, Z 8 Bruno Heinemann und Z 16 Friedrich Eckholdt nahm der Kreuzer Admiral Hipper am 6. April 1940 in Cuxhaven 1.200 Mann vom Gebirgsjäger-Regiment 138 an Bord.

Auf dem Marsch nach Norden versenkte der Kreuzer am Morgen des 8. April den britischen Zerstörer HMS Glowworm. Die Glowworm nahm den ungleichen Kampf auf, legte eine Nebelwand und wurde von der überlegenen Artillerie der Admiral Hipper mehrmals schwer getroffen. Es gelang ihr, drei Torpedos auf die Admiral Hipper abzufeuern, die jedoch nicht trafen. Ein letzter Versuch bestand darin, die Admiral Hipper zu rammen, wobei die Admiral Hipper am Bug beschädigt wurde. Die Glowworm geriet unter den Bug der Admiral Hipper, und das Vorschiff des Zerstörers wurde bis zum Brückenaufbau abgetrennt. Die brennende Glowworm trieb noch einige Minuten neben der Admiral Hipper und kenterte dann. Dann explodierten die Kessel des Zerstörers. Nur 38 Mann überlebten, viele von ihnen mit schweren Verätzungen durch ausgelaufenes Heizöl. Der Kommandant der Glowworm, Lieutenant Commander Gerard Roope, der mit seinem Schiff unterging, erhielt postum als erster britischer Soldat im Zweiten Weltkrieg das Victoria-Kreuz, die höchste britische Tapferkeitsauszeichnung. Dies geschah u. a. durch einen Bericht, den Kapitän zur See Hellmuth Heye, der Kommandant der Admiral Hipper, über das Rote Kreuz an die britische Admiralität übermittelte.

Im Morgengrauen des nächsten Tages landete die Gruppe 2 ihre Truppen in Trondheim. Am 10. April kehrte der Kreuzer nach Wilhelmshaven zurück, um in der Werft den beschädigten Bug reparieren zu lassen.

Unternehmen Juno

Am 4. Juni lief die Admiral Hipper zusammen mit den beiden Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau, sowie in Begleitung der Zerstörer Z 10 Hans Lody, Z 7 Hermann Schoemann, Z 15 Erich Steinbrinck und Z 20 Karl Galster, von Kiel zum Unternehmen Juno aus. Der vom Flottenchef, Admiral Wilhelm Marschall, befehligte Verband sollte die deutschen Truppen in Narvik entlasten. Am 8. Juni standen die Schiffe auf der Höhe von Harstad. Hier trafen sie auf den Rückzug der britischen Truppen aus Nordnorwegen. Die Admiral Hipper konnte mit ihren Zerstörern den U-Jäger HMS Juniper, den großen Tanker Oil Pioneer und den Truppentransporter Orama versenken. Danach trennte sich der deutsche Verband. Die Admiral Hipper lief mit den Zerstörern nach Trondheim. Scharnhorst und Gneisenau blieben in besagtem Seegebiet, wo sie schließlich den Flugzeugträger HMS Glorious und seine Begleitzerstörer stellen und versenken konnten.

Schon am 20. Juni sollte die Admiral Hipper mit der Gneisenau wieder auslaufen, um die britischen Rückzugsbewegungen zu stören. Diesmal führte Vizeadmiral Günther Lütjens den Verband. Dieser Einsatz endete schon am Fjordausgang von Trondheim, wo die Gneisenau vom britischen U-Boot HMS Clyde torpediert wurde. Beide Schiffe kehrten daraufhin nach Trondheim zurück.

Am 25. Juli lief die Admiral Hipper zum Handelskrieg ins Nordmeer aus, während die Gneisenau nach Deutschland zurückkehrte. Am 1. August konnte ein finnischer Frachter als Prise aufbracht werden. In den nächsten Tagen operierte der Kreuzer erfolglos in der Barentssee. Schließlich wurde die Admiral Hipper wieder nach Hause beordert. Nach einer Brennstoffübernahme vom Tanker Dithmarschen ging es zurück nach Wilhelmshaven, wo das Schiff am 10. August in die Werft ging.

Handelskrieg im Atlantik

Im September sollte die Admiral Hipper zum Handelskrieg im Nordatlantik auslaufen. Wegen eines Großbrandes im Maschinenraum musste das Schiff vor Südnorwegen umkehren. Am 30. November konnte es wieder auslaufen. Unbehelligt wurde die Dänemarkstraße passiert und der Atlantik erreicht. Nach zwei Treibstoffübernahmen vom Tanker Friedrich Brehme stieß die Admiral Hipper am Morgen des 25. Dezember, nördlich der Azoren, auf den Konvoi WS-5A. Wider Erwarten war der Geleitzug durch einen Flugzeugträger, einen Schweren und zwei Leichte Kreuzer stark gesichert. Es kam zu einem kurzen Gefecht mit dem Schweren Kreuzer HMS Berwick, der drei Treffer erhielt. Nachdem technische Störungen auftraten und der britische Geleitschutz die Admiral Hipper in die Zange nehmen wollte, lief diese schleunigst ab. Auf dem Weg zum französischen Stützpunkt Brest konnte noch ein Einzelfahrer versenkt werden.

Am 1. Februar 1941 lief die Admiral Hipper von Brest zum zweiten Atlantikunternehmen aus. Am 11. Februar konnte ein vom Konvoi SLS-64 abgekommener Frachter versenkt werden. Am nächsten Tag traf der Kreuzer auf den aus 18 Schiffen bestehenden Geleitzug und konnte sieben davon mit über 32.000 BRT versenken. Am 14. Februar war die Admiral Hipper wieder in Brest. Die britischen Luftangriffe nahmen zu. Die Admiral Hipper war bislang mit viel Glück von Treffern verschont geblieben. Deshalb entschied die Seekriegsleitung, das Schiff wieder in die Heimat zu holen. Am 15. März verließ der Kreuzer Brest. Nach einer Brennstoffergänzung im Nordatlantik passierte er wieder ungeschoren die Dänemarkstraße und erreichte am 28. März Kiel. Die nächsten Monate verbrachte das Schiff in der Werft.

Einsätze im Nordmeer 1942

Im März 1942 fuhr die Admiral Hipper wieder nach Norwegen. Nach einiger Liegezeit im Trondheimfjord lief sie am 2. Juli mit dem Schlachtschiff Tirpitz und einigen Zerstörern (Kampfgruppe 1 unter Admiral Otto Schniewind) zum Unternehmen Rösselsprung aus. Dabei handelte es sich um einen Angriff auf den Geleitzug PQ-17. Im Altafjord stieß die Kampfgruppe 2 (Vizeadmiral Oskar Kummetz) dazu. Sie bestand aus den Schweren Kreuzern Lützow und Admiral Scheer. Am 5. Juli nahmen beide Gruppen Kurs auf den Geleitzug. Noch am gleichen Abend wurde die Operation abgebrochen. U-Boote und Flugzeuge hatten den PQ 17 bereits so heftig angriffen, dass sich die Schiffe zerstreuten. Einen Tag später ankerte die Admiral Hipper in der Bogenbucht bei Narvik. Am 13. September verlegte der Kreuzer wieder in den Altafjord.

Zwischen dem 24. und 28. September 1942 fand eine Minenoperation in der Barentssee (Unternehmen Zarin) statt. Vor der Insel Nowaja Semlja wurden 96 Minen gelegt. Im November folgte mit dem Unternehmen Hoffnung ein ergebnisloser Vorstoß gegen die sowjetische Schifffahrt im Eismeer.

Unternehmen Regenbogen

Am 30. Dezember lief die Admiral Hipper zusammen mit der Lützow und acht Zerstörern zum Unternehmen Regenbogen aus. Die von Vizeadmiral Oskar Kummetz befehligte Kampfgruppe sollte den Geleitzug JW-51 B in der Nähe der Bäreninsel angreifen. Am Morgen des nächsten Tages sollte die Admiral Hipper mit den vier ihr zugeteilten Zerstörern von Norden her die britische Konvoisicherung auf sich ziehen. Zugleich sollte die Lützow mit ihren Zerstörern die Frachter von Süden her angreifen. Wegen schlechter Sicht misslang der Zangenangriff. Unerwartet wurde die Admiral Hipper von einer unbekannten Fernsicherung des Geleits von Norden her beschossen. Sie erhielt drei 15-cm-Treffer vom Leichten Kreuzer HMS Sheffield. Dadurch fiel der Kesselraum 3 aus. Kurze Zeit später wurde der Zerstörer Z 16 Friedrich Eckholdt durch die Sheffield versenkt, die er versehentlich für die Admiral Hipper gehalten hatte. Admiral Kummetz ließ die Operation abbrechen und führte seine Schiffe in den Altafjord zurück. Die Admiral Hipper konnte bei dem Gefecht den Zerstörer HMS Achates und den Minensucher HMS Bramble versenken.

Der Zeitraum 1943-1945

Am 7. Februar 1943 kehrte das Schiff nach Kiel zurück. Am 28. Februar wurde es in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt. Aufgrund der zunehmenden Intensität alliierter Luftangriffe wurde die Admiral Hipper im April nach Pillau geschleppt. Im März 1944 stellte man das Schiff in Gotenhafen, zwecks Ausbildung neuer Rekruten, wieder in Dienst. Längere Werftaufenthalte und Probefahrten folgten. Am 30. Januar 1945 nahm die Admiral Hipper ca. 1500 Flüchtlinge an Bord und brachte sie nach Kiel. Bei den Deutschen Werken sollte nun endlich der Kesselraum 3 repariert werden. Im April erhielt das Schiff bei zwei Luftangriffen Bombentreffer und war nicht mehr einsatzfähig. Am 3. Mai 1945 wurde der Schwere Kreuzer Admiral Hipper im Dock gesprengt.

Das Schiff wurde später von den Briten abgedichtet, anschließend in die Heikendorfer Bucht geschleppt und dort gegenüber vom Leichten Kreuzer Emden auf Grund gesetzt. Die Abwrackung erfolgte im Jahr 1946. Die Schiffsglocke befindet sich im Marineehrenmal in Laboe.

Literatur