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Taunus

Dieser Artikel behandelt das deutsche Mittelgebirge Taunus; zu weiteren Bedeutungen siehe Taunus (Begriffsklärung).

Der Taunus ist ein deutsches Mittelgebirge mit dem Großen Feldberg (878,5 m ü. NN) als höchster Erhebung. Als Teil des Rheinischen Schiefergebirges gehört es zu den älteren Gebirgen Deutschlands, deren Gesteine überwiegend aus dem Devon stammen und im Rahmen der variskischen Gebirgsbildung verfaltet wurden. Die in einigen Teilen recht dünne Besiedelung und der Waldreichtum machen den Taunus zu einem beliebten Ausflugsziel der Rhein-Main-Region.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Umgrenzung

Der Taunus ist das süd-östlichste Teilgebirge des Rheinischen Schiefergebirges. Im Westen wird der Taunus durch das obere Mittelrheintal begrenzt, das es hier vom Hunsrück scheidet. Im Norden bildet das Tal der Lahn mit dem Limburger Becken eine recht scharfe landschaftliche Grenze. Im Osten grenzt die Wetterau als Teil der Hessischen Senke an das Schiefergebirge; im Süden bilden der Rheingau und das Main-Taunusvorland natürliche Grenzen. Die drei letztgenannten Landschaften bilden einen Teil des Rhein-Main-Tieflands. Am südlichen Rand liegen die Städte Wiesbaden, Hofheim und Bad Homburg. Im Norden an der Lahn sind bekannte Städte Bad Ems und Weilburg.

Naturräumliche Gliederung

Naturräumliche Gliederung des Taunus

Der Taunus ist kein in sich homogener Landschaftsraum, grenzt sich aber trotz seiner Inhomogenität mehr oder weniger von den umliegenden Landschaften ab. Der Taunus kann, was seine Naturlandschaft betrifft, in Teillandschaften gegliedert werden, die sich durch Morphologie, geologischen Aufbau, Klima und zum Teil durch die vorherrschende Vegetation wiederum einheitlicher zeigen. Die Kulturlandschaft, d.h. die vom Menschen überprägte Naturlandschaft, orientiert sich anhand der Landnutzung, der Lage und Verteilung von Siedlungen und den Verkehrswegen an dieser Gliederung.

Im Süden liegen die stärker bewaldeten und höher gelegenen Teile mit dem Vordertaunus (naturräumlich auch Vortaunus genannt) und dem Hohen Taunus (Taunushauptkamm), wo im Feldbergmassiv die höchsten Höhen nicht nur des Taunus, sondern des Rheinischen Schiefergebirges erreicht werden. Das ausgeprägte Relief bietet wenig Raum für Siedlungen und landwirtschaftliche Nutzung. Aufgrund der Höhenlage zeigt sich das Klima hier rauher als in den vorgelagerten Landschaftsräumen. Dies zeigt sich in den niedrigeren mittleren Temperaturen und den höheren Niederschlagsmengen. Zusammen mit den meist wenig tiefgründigen und fruchtbaren Böden, die sich aus saurem Gestein entwickelt haben, findet sich hier vornehmlich Waldland. Etwas differenzierter stellt sich der Vortaunus in dieser Beziehung dar, der morphologisch stärker zerlegt erscheint und durch Buchten des Vorlandes stärker gegliedert ist als der Hauptkamm.

Das Gebiet nördlich des Hohen Taunus bis zum Lahntal wird als Hintertaunus bezeichnet. Die Landschaft erscheint hier insgesamt nicht mehr so hoch und bergig wie die südlicheren Teile. Es finden sich zwischen den zum Teil recht tief eingeschnittenen Tälern auch ausgeprägte Hochflächen (Verebnungen), die sich durch stärkere landwirtschaftliche Nutzung auszeichnen. Da meist nur die Hänge der Täler mit Wald bestanden sind, erscheint der Hintertaunus in seiner Gesamtheit offener. Differenziert wird das Landschaftsbild des Hintertaunus durch die Zergliederung in unterschiedlich hoch gelegene Schollen. Deutlich zeigt sich dies im Östlichen Hintertaunus, wo beispielsweise mit dem Pferdskopf-Bergland ein hoch gelegener Landschaftsraum existiert, der sich durch stärkere Bewaldung, rauheres Klima und magere Böden auszeichnet. Ebenfalls im Östlichen Hintertaunus befindet sich mit dem Usinger Becken aber auch eine nur flach gewellte, offene Beckenlandschaft, die über ertragreiche Böden und ein ausgeglichenes Klima verfügt.

Durch die im Bereich Idstein – Bad Camberg ausgebildete Idsteiner Senke wird der Hintertaunus in den Westlichen und Östlichen Hintertaunus geteilt. Die Idsteiner Senke erweitert sich zum Lahntal hin in das Limburger Becken und wird im nördlichen Bereich auch als Goldener Grund bezeichnet. Dies deutet auf die für die Landwirtschaft hier günstigen Bedingungen hin. Das Relief ist flachwellig, die Böden durch den hohen Lößanteil fruchtbar und das Klima durch die Beckenlage milder.

Geologie und Bodenschätze

Geologie

Der Taunus wird geologisch von Süden nach Norden gegliedert in die Einheiten Vordertaunus-Einheit (auch Nördliche Phyllitzone oder Metamorphe Südrandzone), Taunuskamm-Einheit und Hintertaunus-Einheit. Südlich der Lahn hat der Naturraum Taunus schließlich Anteil an der Lahnmulde und der Gießener Decke.

Vordertaunus

Die Vordertaunus-Einheit ist eine schmale Zone schwach metamorpher Gesteine wie Phyllite, Grünschiefer und Serizit-Gneise. Sie sind durch Chlorit und Epidot grünlich gefärbt. Ausgangsprodukte dieser Gesteine waren Tonsteine und Vulkanite. Die im Vordertaunus vorkommenden Gesteinsschichten werden von Norden nach Süden unterteilt in die Metavulkanitfolge, die Eppsteiner Schiefer und die Lorsbacher Schiefer.

Die ältesten Sedimentgesteine des Taunus sind die nur aus einer Bohrung in Wiesbaden bekannten Phyllite von Bierstadt aus dem unteren Ordovizium mit einem durch den Nachweis von Sporen bestimmten Alter von etwa 480 Millionen Jahren.[1] Die Vulkanite der Metavulkanit-Einheit sind jünger, sie konnten mit der Uran-Blei-Datierung auf die Zeit des oberen Ordoviziums und Silurs datiert werden. Sie werden überlagert von den Eppsteiner Schiefern des Silur und den unterdevonischen Lorsbacher Schiefern. Ganz am Südrand und in einem kleinen Vorkommen bei Mühlbach im Osten der Vordertaunus-Einheit sind Kalksteine aufgeschlossen, die dem Mitteldevon zugerechnet werden.

Taunuskamm-Einheit

Im Norden der Vordertaunus-Einheit grenzt die Taunuskamm-Einheit an, die überwiegend aus klastischen Gesteinen des Unterdevons besteht. Sie setzt sich aus den stratigraphischen Folgen Graue Phyllite, Bunte Schiefer, Hermeskeilschichten und Taunusquarzit zusammen. Das Unterlager des Unterdevons tritt nur in zwei kleinen Aufshlüssen zu Tage, es sind Metavulkanite vom Typ der im Vordertaunus auftretenden Gesteine.[2]

Die Grauen Phyllite bestehen aus Schiefern und Sandsteinen. Sie enthalten Abdrücke von Brachiopoden und Korallen aus dem obersten Silur und wurden in flachem Wasser abgelagert. Die Tonschiefer der Bunten Schiefer sind grünlich grau oder durch fein verteilten Hämatit auffällig violett gefärbt. Agnathen (kieferlose Fische), die in den Bunten Schiefern gefunden wurden, stammen aus dem Gedinne (Lochkovium), sie zeigen genau wie die Gesteinsausbildung eine Ablagerung der Bunten Schiefer in Flüssen oder Seen. Die Gesteine der Bunten Schiefer stehen am Großen Feldberg an, wo sie zur Gewinnung von Dachschiefer in Stollen abgebaut wurden (Schiefer Stollen unterhalb Rotes Kreuz). In sie sind quarzitische Sandsteine eingelagert, aus denen der Brunhildis-Felsen am Gipfel des Großen Feldberges besteht. Die Hermeskeil-Schichten sind unterhalb des Großen Feldberges aufgeschlossen und bestehen aus Tonsteinen, schwach verfestigten glimmerführenden Sandsteinen und Quarziten des Unteren Siegen (Unteres Pragium). Sie werden von mehreren 100 m mächtigem Schichten des Taunusquarzits überlagert (Mittleres Siegen, Pragium/Emsium). Das sehr verwitterungsresistente Gestein bildet viele Gipfel des Taunuskamms (Altkönig, Kleiner Feldberg, Glaskopf). Die keltischen Ringwälle und die Schutthalde an der „Weißen Mauer“ am Altkönig bestehen aus Taunusquarzit. Für die Wassergewinnung lokal nicht uninteressant sind die Kluftgrundwässer des Taunusquarzites. Sie werden von den unterlagernden Hermeskeilschichten gestaut und werden durch Grundwasserstollen gefördert.

Hintertaunus

Die flächenmäßig größte Einheit des Taunus, die Hintertaunus-Einheit, setzt sich vor allem aus den schwarzen Gesteinsserien des Hunsrückschiefers und den Singhofener Schichten der unteren Ems-Stufe, oft grauwackenartigen Sandsteinen sowie Silt- und Tonsteinen zusammen. Jüngere Gesteine sind hier nur in kleinen Vorkommen bei Usingen und ganz am Ostrand des Hintertaunus in der Gegend von Oberkleen aufgeschlossen. Die Geologie des Hintertaunus ist aufgrund der oft eintönigen sandigen und schiefrigen Gesteine, die nur wenige durchgängige Leithorizonte ausbilden und kaum Leitfossilien liefern, nicht so gut bekannt wie die des Vor- und Hochtaunus im Süden oder die der Lahnmulde im Norden.

Der Hunsrückschiefer bezeichnet eine vor allem im Hunusrück und Hintertaunus vorkommende Gesteinsfazies, die sich aus reinen, meist schwarzen Tonsteinen und eingelagerten Sandsteinbänken zusammensetzt und in stratigraphisch unterschiedlicher Position im Oberen Siegen und im Ems auftritt. Die Hauptmasse des Hunsrückschiefers wird der Ulmen-Unterstufe zugerechnet.[3] Er ist bekannt für seine außerordentlich gut erhaltenen Fossilien und lokal gut für die Verwendung als Dachschiefer geeignet. Im westlichen Hintertaunus lassen sich die fast sandfreien Hunsrückschiefer gut von den sandigen Gesteinen der Singhofener Schichten trennen, im Osten treten Gesteine in der Fazies der Hunsrückschiefer zurück. In die Singhofener Schichten eingeschaltet sind umgelagerte vulkanische Tuffe und Aschen, die so genannten Porphyroide, sie lassen sich zum Teil über mehrere Zehner Kilometer verfolgen.[4]

Das Mitteldevon bis Unterkarbon der Usinger Mulde ist insgesamt nur etwa 250 m mächtig und stark tektonisch gestört, in der Lahnmulde und Dillmulde vorkommende typische Gesteine dieser Zeit wie Schalstein, Massenkalk und Deckdiabas fehlen hier. Die hier und an anderen Stellen im östlichen Hintertaunus auftretenden Grauwacken sind anhand ihrer Zusammensetzung nicht oder kaum von den karbonischen Kulm-Grauwacken zu unterscheiden[5] und werden von einigen Wissenschaftlern als Reste der Gießener Decke angesehen.[4]

Geologischer Bau

Die Schichtfolgen des Taunus wurden im Zuge der variszischen Orogonese geschiefert, verschuppt und in Südwest-Nordost streichende Sättel und Mulden gefaltet. Die Falten sind überwiegend nordwestvergent. Verbreitet wurden die Gesteinsserien nach Nordwesten auf jüngere überschoben. So ist an der Störungszone der Taunuskamm-Überschiebung der südliche Taunus in seiner ganzen Länge deckenartig auf Gesteine des jüngeren Unterdevons überschoben worden. Von noch größerem Ausmaß ist die heute flach liegende Überschiebung der Gießener Decke auf Gesteine des Hintertaunus und der Lahnmulde. Ihre Gesteine kommen sonst im Taunus nicht vor, sie müssen noch südlich des Vortaunus abgelagert worden sein und wurden mindestens 25 km über Taunus und Hintertaunus überschoben, aufgrund großräumiger Betrachtungen möglicherweise noch deutlich mehr. Zusätzlich zur Deformation der Schichten sind diese im Vordertaunus deutlich metamorph, diese Metamorphose nimmt nach Norden deutlich ab.

In späteren Hebungsphasen im Tertiär wurden Querbrüche senkrecht zum Streichen angelegt. So teilt der Grabenbruch der Idsteiner Senke den Hintertaunus in einen östlichen und westlichen Teil, in ihrer Fortsenkung gliedert das Limburger Becken die Lahnmulde. Einige der Brüche sind heute mit Quarz gefüllt. Die frei stehenden Felsen der Eschbacher Klippen bei Usingen sind ein solcher durch Erosion freigelegter Quarzgang (Härtling).

Bodenschätze

Der nordwestliche Teil des Östlichen Hintertaunus (Langhecker Lahntaunus), der zum Weilburger Lahntalgebiet überleitet, gehört geologisch gesehen zur Lahnmulde und ist durch seinen Magmatismus reich an Bodenschätzen aus dem Mitteldevon wie Eisen in Form von Roteisenstein mit bis zu 50 % Eisenanteil, oder Flusseisenstein mit bis zu 35 % Eisen, sowie Silbererz, Dachschiefer und Diabas. Das Erz wurde hier wie im Montangebiet Lahn-Dill in zahlreichen Bergwerken abgebaut, der vom 17. bis zum 20. Jahrhundert betriebene Bergbau ist heute eingestellt. Einige der Bergwerke wurden zu Besucherbergwerken umgebaut.

Der Taunusquarzit wurde wegen seiner Härte früher vielfach abgebaut, aktuell ist nur noch ein Steinbruch bei Köppern in Betrieb. In dem zum Taunus gehörenden Teil der Lahnmulde sind heute noch einige Kalk- und Diabas-Steinbrüche in Betrieb. Darüber hinaus finden sich zahllose kleiner Steinbrüche zur Versorgung der örtlichen Bevölkerung mit Bausteinen.

Oberflächenformen

Das Relief des Taunus und der umgebenden Landschaften

Die Oberflächengestaltung (Relief) erst lässt den Taunus als Mittelgebirge erscheinen, wobei ausgeprägte und scharfe Formen fehlen. Das Relief ist Ergebnis der erdgeschichtlichen Entwicklung und steht in engem Zusammenhang mit den das Gebirge aufbauenden Gesteinen. Das Relief ist gleichsam aber auch Faktor, der weitere landschaftliche Erscheinungen maßgeblich mitbestimmt. Dazu zählen in erster Linie das regionale Klima, das Gewässernetz und die Bodenverhältnisse. Auch die menschlichen Aktivitäten wie die landwirtschaftliche Nutzung, der Verkehr und die Besiedlung stehen in engem Zusammenhang mit dem Relief.

Der Taunus insgesamt zeigt das typische Bild einer Pultscholle, im Süden einen starken Anstieg bis zur Kammhöhe und einen langsamen Abfall zum Lahntal in nördlicher Richtung hin. Er hebt sich aus südlicher Richtung betrachtet markant vom Vorland ab, so dass er etwa vom Rhein oder Main aus betrachtet als beeindruckender Gebirgszug erscheint. Vom Rheingau bzw. dem Main-Taunusvorland (150–250 m) erreicht der Taunus schnell Höhen von 600 bis über 800 m, um dann langsam wieder auf Höhen bis um 300 m abzufallen. Der Hauptkamm erstreckt sich in südwest-nordöstlicher Richtung vom Niederwald bei Rüdesheim bis Bad Nauheim in einer Länge von 75 km, wobei er im Bereich des Feldbergmassivs die höchsten Höhen erreicht. Der Kamm selbst ist in mehrere Schollen gegliedert, die unterschiedlich hoch liegen. Im Westen finden sich das Rheingaugebirge und der Wiesbadener Hochtaunus, in denen Höhen bis knapp über 600 m erreicht werden. Östlich schließt sich bei Niedernhausen eine Störungszone an, die die Kammlinie unterbricht. Hier im Bereich des Eppsteiner Horstes ist die Kammscholle auf Höhen bis um 500 m abgesunken. Nord-östlich setzt sich der Kamm im Feldbergtaunus fort, wo mit dem großen Feldberg (880 m) die höchste Erhebung des Kammes erreicht wird. Zur Wetterau fällt der Kamm wieder auf Höhen um 500 m ab. An vielen Stellen erscheint die Kammlinie deutlich in zwei kammparallel verlaufende Rippen gegliedert, die durch weite Täler voneinander getrennt werden. Schön zeigt sich dies im Theißtal bei Niedernhausen, das die Form eines tief eingeschnittenen Kerbtals besitzt. Viele Gewässer schneiden sich dem Gefälle zum Vorland folgend tief in den Hauptkamm ein, nur selten wird er durchbrochen, wie dies beeindruckend das Walluftal bei Schlangenbad und das Erlenbachtal bei Köppern zeigen.

Dem Taunushauptkamm ist im Süden etwa im Bereich Wiesbaden bis Friedrichsdorf ein Vorgebirge angelagert, dessen Zentralteil der Eppsteiner Horst darstellt. Der Vortaunus hebt sich mit Höhen von 200 bis maximal 500 m deutlich vom vorgelagertem Taunusvorland ab und ist selbst stark in viele Riedel und Kuppen zerlegt. Das Taunusvorland östlich des Eppsteiner Horstes reicht mit mehreren Buchten in den Vortaunus. Deutlich zeigen dies beispielsweise die Hornauer Bucht bei Kelkheim und die Homburger Bucht bei Bad Homburg. Der Eppsteiner Horst ragt weit nach Süden in das Taunusvorland und hebt sich deutlich von diesem ab. Seine Verwerfungslinien setzen sich nach Norden im Bereich der Idsteiner Senke fort.

Der vom Taunuskamm zur Lahn sich allmählich senkende Gebirgsteil wird als Hintertaunus bezeichnet. Wenn von der langsam zum Lahntal absinkenden Rumpffläche gesprochen wird, so sind die zwischen den Tälern liegenden Hochflächen gemeint, die in erdgeschichtlicher Vergangenheit einst eine zusammenhängende flachwellige Fastebene gebildet haben. Diese Hochflächen liegen nordwestlich des Hauptkammes in der Regel in einer Höhenlage von 350 bis 450 m und senken sich zum Lahntal auf Höhen von 200 bis 300 m ab. Die ehemalige Rumpffläche ist durch die Gewässer des Hintertaunus stark in Riedel, Kuppen und Rücken zerlegt. Die Wisper und ihre Nebenflüsse haben sich im Westlichen Hintertaunus tief die Rumpfläche eingeschnitten und ein dichtes Talnetz erzeugt, das die kaum noch vorhandenen Hochflächen trennt. Vollkommen aufgelöst sind die Hochflächen im Bereich der Idsteiner Senke, die sich als flachwellige Hügellandschaft zwischen den Östlichen und den Westlichen Hintertaunus schiebt.

Die alte Rumpffläche des Westlichen Hintertaunus zeigt sich einheitlicher als die des Östlichen Hintertaunus, der durch mehrere von NW nach SO verlaufende Verwerfungen stärker in Schollen gegliedert ist. Östlich der Idsteiner Senke steigt die Landschaft an der Emsbachverwerfung in zwei Stufen zum Pferdskopf-Bergland auf, das als markante Hochscholle in nordöstlicher Richtung an den Feldbergtaunus anschließt und mit Höhen von 600 bis 700 m das Rheingaugebirge an Höhe noch übertrifft. Der übrige Östliche Hintertaunus zeigt sich weniger bergig und flacht nach Nordosten zur Lahn und nördlichen Wetterau merklich ab. Östlich der Pferdskopf-Scholle schließt mit einer deutlichen Verwerfung das Usinger Becken an, welches auch im Vergleich zu den umgrenzenden Schollen stark eingesunken und weniger bergig erscheint. Das Becken wird von den umgebenden Schollen um mehrere 100 m überragt, die sich durch steile Hänge von der Tiefscholle absetzen.

Gewässer und Heilquellen im Taunus

Wichtige Fließgewässer im östlichen Hintertaunus sind zur Lahn hin Weil und Solmsbach. Entwässert wird die Idsteiner Senke nach Nordwesten zur Lahn hin durch Wörsbach und Emsbach. Aus dem Usinger Becken entwässert die Usa zur Wetterau hin. Der Westliche Hintertaunus ist nach Norden zur Lahn hin von deren Zuflüssen Aar, Dörsbach und Mühlbach tief zertalt. Noch ausgeprägter und weiter entwickelt ist das Talsystem der Wisper, welche die südlichen Teile des Westlichen Hintertaunus nach Westen zum Rhein hin entwässert. Weitere Fließgewässer sind Schwarzbach, Fischbach, Liederbach und Erlenbach im Vortaunus.

Von großer Bedeutung sind die Vorkommen an Mineral- und Heilquellen. Dadurch gibt es auch eine Reihe von bedeutenden Heilbädern im und um den Taunus. Der Begriff Selterswasser (nach den Quellen in Niederselters) ist in der ganzen Welt ein Synonym für kohlensäurehaltiges Mineralwasser.

Die Quellen in Schlangenbad und Wiesbaden wurden bereits von den Römern genutzt. Die Quellen von Bad Schwalbach (früher Langenschwalbach) wurden erstmals im 16. Jahrhundert erwähnt, Bad Ems wurde seit dem 17. Jahrhundert eines der bekanntesten Heilbäder in Deutschland, und auch die Quelle von Bad Weilbach war zeitweise weit berühmt. Im 19. Jahrhundert wurden Wiesbaden (seit Mitte des 19. Jahrhunderts sogar als Weltkurstadt betitelt), Bad Homburg vor der Höhe, Bad Nauheim, Bad Soden am Taunus und Bad Ems zu mondänen Kurorten, in denen sich alljährlich die europäische Aristokratie traf.

Politische Gliederung

Das Mittelgebirge befindet sich im wesentlichen auf hessischem Territorium, der nord-westliche Teil gehört zu Rheinland-Pfalz. Der Taunus erstreckt sich über die Landkreise Hochtaunuskreis, Limburg-Weilburg, Lahn-Dill-Kreis, Wetteraukreis, Main-Taunus-Kreis, Rheingau-Taunus-Kreis und Rhein-Lahn-Kreis sowie Teile der Stadt Wiesbaden.

Der Taunus in der Geschichte

Die frühsten Anzeichen menschlicher Besiedlung im Taunus stammen aus der Bronzezeit. Bei Wehrheim sind Grabhügel der mittleren bis jüngeren Urnenfelderkultur (10./11. Jahrhundert v. Chr.) entdeckt worden. Einige der archäologischen Funde sind im Heimatmuseum Wehrheim zu besichtigen. Nordwestlich von Bad Homburg befindet sich der Bleibeskopf, auf dem in einem von einem Ringwall eingeschlossenem Terrain Spuren von Besiedlung von der Wende der Bronze- zur Eisenzeit gefunden wurden. Von Archäologen dort gefundene Gegenstände, welche auf das 9./8. Jahrhundert v. Chr. datiert wurden, werden im Saalburgmuseum und im Vortaunusmuseum (Oberursel) ausgestellt.

Später lebten Kelten im und am Taunus. Ringwallanlagen auf dem Altkönig (798 m) wurden um 400 v. Chr. datiert. Auf dem Eichelberg bei Rod an der Weil ist ebenfalls eine Ringwallanlage, die sogenannte Rentmauer erhalten, und auf dem Hühnerküppel sind Spuren keltischer Besiedlung gefunden worden. Um die selbe Zeit könnten die alten Höhenwege der Rennstraße, Hühnerstraße und Hessenstraße entstanden sein, an deren Seiten oft Hügelgräber zu finden sind. In der Nähe von Wilhelmsdorf bei Usingen ist ein Hügelgräberfeld archäologisch untersucht worden. In der spätkeltischen Zeit um das 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. war das Heidetränk-Oppidum bei Oberursel eine der vier größten keltischen Städte Europas.

Vom 1. bis 3. Jahrhundert verlief auf dem Taunuskamm der heute stellenweise noch sichtbare Obergermanisch-Raetische Limes, der 2005 von der UNESCO als Bodendenkmal in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Römische Quellen berichten vom Volksstamm der Mattiaker, einem Teilstamm der Chatten in dieser Region.

Die Franken besiedelten nach dem Untergang des Weströmischen Reiches ab dem 4. Jahrhundert den Taunus. Im Vordertaunus wurden einige aus dem Frühmerowingischen bis zur Karolingerzeit stammende Gräberfelder entdeckt. Wenig später tauchten die ersten urkundlichen Belege für dortige Siedlungen auf, so dass eine zeitlich lückenlose Besiedlung des Vordertaunus wahrscheinlich ist.

Der Name des Höhenzuges war bis in das 18. Jahrhundert schlicht "die Höh(e)", er hat sich in den Ortsnamen Bad Homburg vor der Höhe und Rosbach vor der Höhe erhalten. Das lateinische "Taunus" rührt von Tacitus her, der in den Annalen von einem "castellum in monte tauno" schrieb, das vermutlich das heutige Friedberg bezeichnete. Friedrich V. hatte die Umbenennung in einer Zeit, in der die Oberschicht im Klassizismus vom Altertum schwelgte, angeordnet. Über den Ursprung und die Bedeutung des Namens herrscht Uneinigkeit, einige gehen vom keltischen Dün oder Tun aus (Höhe, Zaun), andere meinen, in *tēu-/*təu sei die Bedeutung zu suchen. Die Bedeutung der indogermanischen Sprachwurzel lässt sich mit schwellen oder anhäufen umschreiben.

Vom Jahre 1806 bis 1866 gehörte der überwiegende Teil des Taunus zum Herzogtum Nassau, dessen Stammland sich an der Lahn befand. Nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866/67 fielen das Herzogtum Nassau und die Gebiete der erst 1866 an Hessen-Darmstadt heimgefallenen Landgrafschaft Hessen-Homburg - und damit der komplette Taunus - an Preußen und wurde Teil der neu gebildeten Provinz Hessen-Nassau. Seit 1946 befindet sich der Taunus zum großen Teil in Hessen, weitere Teile gehören zu Rheinland-Pfalz.

Sehenswürdigkeiten

Natur

Naturparks

Im landschaftlich vielfältigen Taunus liegen insgesamt drei Naturparks. Der Naturpark Hochtaunus beinhaltet den östlichen Taunushauptkamm mit dem Großen Feldberg (878,5 m ü. NN) und erstreckt sich über den Östlichen Hintertaunus bis in das Weilburger Lahntalgebiet hin nach Norden. Auf seinem Gelände befindet sich auch der 2005 gegründete Heilklimapark Hochtaunus, der der erste seiner Art in Deutschland ist. Im Nordwesten umfasst der Naturpark Nassau Teile des Westlichen Hintertaunus, während der Naturpark Rhein-Taunus sich im Westen befindet.

Sehenswertes

Der Taunusklub hat ein weitverzweigtes Wanderwegenetz angelegt, das besonders von Tagesausflüglern aus dem Rhein-Main- oder Lahn-Dill-Gebiet genutzt wird, wobei der Taunushauptkamm mit dem Großen Feldberg am meisten bewandert wird. Auch der 48 km lange Weiltalweg wird viel genutzt, in seinem Fall allerdings als Radwanderweg. Außerdem treffen sich auf dem Hauptkamm in der Nähe des Großen Feldbergs die Europäischer Fernwanderwege E1 und E3.

Auf dem Großen Feldberg mit seinem Fernmelde- sowie Aussichtsturm ist ein weiter Blick über die ganze Umgebung bis hin nach Frankfurt am Main sowie den ganzen östlichen Hintertaunus möglich. Neben dem Aussichtsturm auf dem Großen Feldberg gibt es auch eine Anzahl anderer Aussichtstürme im Taunus, wie auf dem Herzberg, Pferdskopf, dem Atzelberg, Winterstein und dem Kapellenberg, auf dem sich der sogenannte „Meisterturm“ befindet.

Es gibt im Taunus einige geologische Sehenswürdigkeiten, die oft von Ausflüglern besucht werden: Im zu Usingen gehörenden Eschbach befinden sich die Eschbacher Klippen, 12 Meter hohe, aus Quarz bestehende Felsen. Am Rand des naturräumlichen Taunus befindet sich im Weilburger Lahntalgebiet bei Kubach in der Nähe von Weilburg die Kubacher Kristallhöhle, die höchste deutsche Schauhöhle und einzige von Besuchern begehbare Kristallhöhle Deutschlands.

Historische Bauwerke und Museen

Limes

Der Obergermanisch-Raetische Limes, der 2005 zum Weltkulturerbe ernannt wurde, zieht sich teils noch sichtbar über den Hauptkamm durch den Taunus. Bei Bad Homburg liegt das Kastell Saalburg, es gilt als das besterforschte und am vollständigsten rekonstruierte Kastell des Obergermanisch-Raetischen Limes. Weitere Kastelle, wie das Kastell Kleiner Feldberg sind archäologisch gesichert und mit Schautafeln bestückt, bei Idstein wurde ein Limesturm rekonstruiert und ebenfalls mit Schautafeln ausgestattet (Römerturm Idstein-Dasbach).

Burgen, Schlösser und Ruinen

Der Taunus weist viele mittelalterliche Anlagen auf, die von der bewegten Vergangenheit dieser Region herrühren, hier nur eine Auswahl:

Das Schloss Braunfels wird oft als das "Hessische Märchenschloss" bezeichnet und in der Burgruine Freienfels bei Weinbach finden alljährlich im Mai Ritterspiele statt, die überregional bekannt sind. Sehenswert sind auch die ehemaligen Residenzschlösser in Bad Homburg und Weilburg.

Die Burgen Eppstein und Kronberg, beide bei gleichnamigen Städten beherbergen Museen. Die Burgruine Hohenstein bei Bad Schwalbach, die Burgruinen Falkenstein und Königstein sowie die Burgruine Oberreifenberg haben gemeinsam, dass sie zwar teils geschleift, aber immer noch besuchbar sind, in einigen finden auch heute noch Veranstaltungen statt, außerdem befindet sich in der Ruine Hohenstein auch noch ein Hotel.

Die im Weiltal sich gegenüberliegenden Anlagen der Burgruine Altweilnau und des Schlosses Neuweilnau sieht man schon von weitem. Auf dem noch stehenden Bergfried Altweilnaus kann ein Weiltalpanorama bewundert werden, während das Neuweilnauer Schloss zwar eigentlich die Forstverwaltung beherbergt, aber ein mietbaren Felsenkeller und eine Außenstelle des Standesamtes aufweist, in dem Trauungen möglich sind.

Altstädte und Freilichtmuseen

In den Dörfern und Städten des Taunus sind viele Altstädte erhalten geblieben, insbesondere die Dorfkerne/Altstädte von Idstein, Eppstein, Königstein, Kronberg, Oberursel, Bad Homburg, Hasselbach (Weilrod), Haintchen, Weilburg und Braunfels sind beachtenswert. In der Nähe von Neu-Anspach befindet sich der Hessenpark, ein Freilichtmuseum.

Zoos und Parks

Zoos, Tierparks und Vogelstationen

Bei Hasselbach befindet sich die sogenannte „Vogelburg“, ein Papageienpark, an dem teils sehr zutrauliche Tiere gezeigt werden und die gleichzeitig als Auffangstation für diese Vögel dient.

Auf dem Großen Feldberg befindet sich die älteste Falknerei Hessens, in dem regelmäßig Freiflüge einiger Vögel und Führungen gegeben werden. Der von Georg von Opel im Jahr 1956 gegründete Opel-Zoo ist zwischen Kronberg und Königstein zu finden. Im Jahr 2003 zählte er ganze 600.000 Besucher. Schon vor vierhundert Jahren hat der Fürst von Nassau bei Weilburg einen Tierpark angelegt. Heute ist der Tierpark Weilburg ein beliebtes Ausflugsziel nach der Wiedereröffnung 1970.

Freizeitparks

Der Freizeitpark Lochmühle, der sich aus einem Ponyhof entwickelte, befindet sich bei Wehrheim.

Bei Schlangenbad liegt das Taunus Wunderland, welches im Jahr 2006 seinen 40. Geburtstag feierte.

Kurparkanlagen

Sehenswert ist auch der große Kurpark in Bad Homburg, in dem sich auch alle Heilwasserquellen der Stadt, die Spielbank, eine kleine russische Kapelle und der siamesische Tempel befinden. Alle übrigen Kurorte verfügen ebenfalls über Kurparkanlagen.

Veranstaltungen

Feiern und Feste

Neben vielen Stadt- und Dorffesten, von denen das Laternenfest in Bad Homburg wohl das bekannteste ist, gibt es einige Veranstaltungen im Taunus. Auf dem Großen Feldberg findet alljährlich das Feldbergfest statt, das älteste Bergturnfest Deutschlands. In der Kubacher Kristallhöhle wird jedes Jahr Halloween gefeiert. Durch Beleuchtungseffekte wird in der Höhle eine besondere Stimmung geschaffen.

Sport

Das berühmte Fahrradrennen Rund um den Henninger-Turm hat den Großteil seiner Strecke in der sogenannten Feldbergschleife. Um den Großen Feldberg findet seit 2004 im Februar ein internationales Schlittenhunderennen statt. Im Frühling dann wird mit Ziel auf den ebengenannten Berg der Feldberglauf statt, der von Oberursel startet. Außerdem gibt es im Taunus mehrere Skilifte und Pisten, die zum Wintersport einladen. Jedoch ist auch der Taunus im Winter nicht immer schneesicher.

Sonstiges

Das Weiltal und das Aartal werden jedes Jahr unabhängig voneinander für Kraftfahrzeuge gesperrt, was in beiden Fällen viele Radfahrer und Wanderer anlockt. Gleichzeitig werden meist noch zusätzliche Aktionen im Tal veranstaltet.

Interessant ist auch die durch die Jahrhunderte offenkundig stark unterschiedliche Bewaldung des Taunus. Noch aus dem 19. Jahrhundert wird beispielsweise berichtet, dass die Frankfurter Bürger bei guter Sicht die Ringwälle auf dem Altkönig erkennen können, während der Altkönig heute komplett bewaldet ist.

Berge

Zu den Bergen und Erhebungen des Taunus gehören sortiert nach Höhe in Meter über Normalnull:

Hauptartikel: Liste der Berge und Erhebungen des Taunus

Name Höhe (m) Landkreis/Kreis Besonderheiten
Großer Feldberg 878,5 Hochtaunus Höchster Berg des Taunus;
mit Aussichtsturm Großer Feldberg und Sendeanlagen Großer Feldberg
Kleiner Feldberg 826 Hochtaunus mit Taunusobservatorium
Altkönig 798 Hochtaunus mit Ringwall
Weilsberg 701 Hochtaunus Höchster Berg im östlichen Hintertaunus
Glaskopf 687 Hochtaunus
Kolbenberg 684 Hochtaunus mit Fernmeldeanlage;
nahe: Römerkastell Altes Jagdhaus
Klingenkopf 683 Hochtaunus
Sängelberg 665 Hochtaunus mit Burg Hattstein
Pferdskopf 663 Hochtaunus mit Aussichtsturm
Roßkopf 632 Hochtaunus mit Fernmeldeanlage
Namenlose Anhöhe 629,3 Rheingau-Taunus Höchste Stelle im Rheingau-Taunus-Kreis
Kalte Herberge 619 Rheingau-Taunus Höchster Berg des Rheingaus
Hohe Wurzel 618 Rheingau-Taunus mit Fernmeldeanlage
Hohe Kanzel 592 Rheingau-Taunus
Herzberg 591 Hochtaunus mit Herzbergturm
Eichkopf 563 Main-Taunus Höchster Berg im Main-Taunus-Kreis
Mappershainer Kopf 548 Rheingau-Taunus Höchster Berg im westlichen Hintertaunus
Wolfsküppel 545 Hochtaunus
Kuhbett 526 Limburg-Weilburg mit nahem Herrenhaus Eichelbacher Hof
Hesselberg (Butzbach) 518 Wetterau
Steinkopf (Wetteraukreis) 518 Wetterau
Atzelberg 506 Main-Taunus mit Atzelbergturm
Goldgrube 492 Hochtaunus mit Ringwall des nahen Heidetränk-Oppidums
Suterkopf 492 Limburg-Weilburg
Winterstein 482 Wetterau mit Aussichtsturm
Bleibeskopf 480 Hochtaunus mit Ringwall
Gickelsburg 473 Hochtaunus mit Ringwall
Schläferskopf 454 Wiesbaden mit Aussichtsturm Kaiser-Wilhelm-Turm
Hühnerküppel 369 Limburg-Weilburg

Verkehr

Straßen

Bedingt durch die geologische Formation des Taunus verläuft der Anstieg aus der Ebene von Rhein und Main zum Taunuskamm relativ steil, so dass sich für diesen Anstieg im Lauf der Geschichte regelrechte „Passstraßen“ mit langen Rampen entwickelt haben. Die bedeutendsten Wege dieser Art führen von Wiesbaden über die Hohe Wurzel (L 3037), die Eiserne Hand (B 54) und die Platte (B 417), von Oberursel über die Kanonenstraße und den Sandplacken (L 3004) und von Bad Homburg über die Saalburg (B 456) in den Hintertaunus.

Verkehrstechnisch bedeutsam - aber eben ohne wirkliche Rampe - ist auch die B 8 von Frankfurt nach Limburg.

Bedeutende Querverbindungen sind die im Vordertaunus von Wiesbaden nach Friedberg verlaufende B 455, im Hintertaunus die Strecke der von Bad Nauheim über Usingen nach Idstein verlaufenden B 275 sowie die an der Lahn entlang führende B 49.

An Autobahnen zu nennen sind die A 3, die im westlichen Teil des Taunus von Süd nach Nord verläuft und die im Taunus den höchsten Punkt ihres Verlaufs überquert. Auf der anderen, östlichen Seite des Taunus verläuft ebenfalls von Süd nach Nord die A 5. Beide Autobahnen zählen zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Deutschlands.

Bahn

Neben der bis auf Museumsbetrieb stillgelegten Strecke von Wiesbaden nach Bad Schwalbach der Aartalbahn (ehemalige Langenschwalbacher Bahn) führen nur die Strecken von Wiesbaden/Frankfurt über Niedernhausen nach Limburg sowie die von Frankfurt über Friedrichsdorf und Usingen nach Brandoberndorf verlaufende Taunusbahn in den Taunus. Auffällig ist jedoch, dass nur die Strecke nach Bad Schwalbach an der Eisernen Hand über den Taunuskamm führt, während die Strecke nach Limburg mit dem Goldenen Grund und die Taunusbahn durch das Köpperner Tal natürliche Gegebenheiten nutzen und keine Steilstrecken aufweisen. Querverbindungen gibt es nur entlang der Lahn von Koblenz über Limburg und Weilburg nach Wetzlar und weiter nach Gießen.

Übriger ÖPNV

Der gesamte Taunus (soweit er in Hessen liegt) ist durch ein Busnetz erschlossen, dessen Volumen und Takt sich seit der Einführung des Rhein-Main-Verkehrsverbund verbessert hat. Selbst der Große Feldberg wird heute regelmäßig angefahren.

Trivia

„Taunus“ war nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1967 die alleinige Markenbezeichnung für Autos der Ford-Werke AG in Deutschland. Danach wurden noch einige Modelle unter der Bezeichnung Ford Taunus angeboten.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Reitz,E.et al. (1995): Ein erster Nachweis von Unterordovizium (Arenig) am Südrand des Rheinischen Schiefergebirges im Vordertaunus: Der Bierstadt-Phyllit (Bl. 5915 Wiesbaden). Geologisches Jahrbuch Hessen 123, S. 25-38, Wiesbaden
  2. Klügel,T. (1995): Geometrie und Kinematik einer variszischen Plattengrenze – der Südrand des Rhenoherzynikums im Taunus. Dissertation Universität Würzburg, 170 S.
  3. Thews 1996
  4. a b Kirnbauer,T. (1991): Geologie, Petrographie und Geochemie der Pyroklastika des Unteren Ems/Unter-Devon (Porphyroide) im südlichen Rheinischen Schiefergebirge. Geologische Abhandlungen Hessen 92, 228 S., Wiesbaden
  5. Henningsen,D. (1963): Zur Herkunft und Unterscheidung der sandigen Gesteine am Südostrand des Rheinischen Schiefergebirges. Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie, Monatshefte, S. 49-67,Stuttgart
 Wiktionary: Taunus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Commons: Galerie Taunus – Bilder, Videos und Audiodateien
 Commons: Kategorie Taunus – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 15′ N, 8° 30′ O