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X

Dieser Artikel behandelt vor allem Herkunft, Darstellung und Aussprache des Buchstabens X. Die verschiedenen Bedeutungen dieses Zeichens finden sich unter X (Begriffsklärung).
Xx

X bzw. x (gesprochen: [ɪks]) ist der 24. Buchstabe des lateinischen Alphabets und ein Konsonant. Lautlich handelt es sich um eine Konsonantenverbindung, nämlich ks. Der Buchstabe X hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 0,03 %. Er ist damit der 26.-häufigste und zweitseltenste Buchstabe in deutschen Texten.
X ist auch die römische Ziffer mit dem Dezimalwert 10.



Inhaltsverzeichnis

Aussprache

„X“ steht im Deutschen immer für die Konsonantenverbindung /ks/. In anderen Sprachen repräsentiert das Zeichen auch andere Laute; z. B. wird das spanische Mexiko „Mächiko“ ausgesprochen, wobei das „ch“ dem deutschen „ch“ in „ach“ entspricht (/x/, siehe Der Name „Mexiko“), im Portugiesischen wird das „X“ meist als /ʃ/ ausgesprochen (wie deutsch „sch“), in manchen Fällen auch als /z/, /ks/ oder /s/. In Kurzwörtern, die aus dem Englischen abgeleitet sind, steht es für den Präfix „ex-“ (Aussprache /ɪks/ oder /ɛks/, zum Beispiel in „Xtreme“ oder „Xtra“), zuweilen auch, da seine Form an ein Kreuz erinnert, für „cross-“ oder „christ-“ (zum Beispiel „X-ing“ für „Crossing“ oder „Xmas“ für „Christmas“).

Herkunft

Phönizisches Samech Griechisches Xi Griechisches Chi Etruskisches X Lateinisches X

Der Lateinische Buchstabe X ist wahrscheinlich gleich den im Etruskischen nicht benötigten Zeichen B D O über das in Süditalien (Magna Graecia) heimische Westgriechisch eingewandert. Vorbild für das Zeichen des Buchstabens ist das westgriechische Ksi, welches im Unterschied zum bis heute bekannten, ostgriechischen Ξ, X-förmig aussah[1]. Warum dieses X-Zeichen im Ostgriechischen zu klassischer Zeit im Hochattischen den Lautwert Chi hatte, wird mit dem interdialektischen Lautwechsel Ksi - Khi - Chi, also Es zu Ha (septem - ἑπτά) und Ka zu Ch (Kemie - Chemie) zu tun haben. Unsere Zeichentradition setzt also im Westgriechischen ungefähr 800 v. d. Z. an.

Anders dagegen die Lauttradition. Im phönizischen Alphabet taucht mit dem Samech oder auch Samek das erste Mal das Ka in der Nähe des Es im Buchstabennamen auf. Der hatte aber noch nur den Lautwert [s]. Über die Herkunft des Zeichens gibt es mehrere Meinungen: Er könnte einen Stützpfeiler symbolisieren, oder aber das Gerippe eines Fisches. Deutlich aber ist, dass das Zeichen für den ostgriechische Laut, bzw. die ostgriechische Konsonantenverbindung Ksi, Ξ sich davon ableitet. Es steht an selbiger Stelle im Alphabet und trägt denselben Zahlenwert, nämlich 60.

Im uns bekannten hochklassischen attischen griechische Alphabet hat das Samech insofern wahrscheinlich zwei Nachkommen: Einmal als Chi, das zu Beginn für den Lautwert [ks] stand und dann zum [ch] hin entwickelt wurde. Bei der Schreibung des Chi wurden die waagrechten Balken mit der Zeit weniger stark betont und der Buchstabe bekam seine X-Form. Im Ostgriechischen änderte sich bei einigen Wörtern der Lautwert des Chi bis zur klassischen Antike allerdings zu einem behauchten K [kʰ] - im Neugriechischen wurde daraus sogar der Laut [x]. Der zweite Nachkomme ist dann das [ksi], für das, weil es vorher mit dem nun für den Lautwert Chi benötigten x-förmigen Zeichen geschrieben wurde, nun ein neues Zeichen notwendig wurde. Dazu griff man auf das Zeichen des Samekh zurück und führte es (Wer?) als Buchstabe Ξ von Neuem ein. Beim Xi wurde allerdings mit der Zeit der senkrechte Strich weggelassen.

Anders als im Osten wurde der X-artige Buchstabe im Westen weiterhin für den Lautwert [ks] verwendet, wenn auch unter dem neuen Namen Xi. Die Frage nun, warum wir iks sagen und nicht ksi, hat mit Marcus Terentius Varro zu tun. Bis zu seiner Zeit buchstabierte man a, be, ke, de, e, fe, ge, ha, i, ka, le, me, ne, o, pe, qu, re, se, te, v (u), ex. Varro teilte die Laute in mutae (stumme) und semivokales (Halbvokale) und bestimmte in seinem Werke "De lingua latina", dass die Halbvokale (l, m, n, f, s, r) das e an den Anfang stellen sollten, der Rest aber den alten Namen behalten solle. Das X wurde wohl wegen des enthaltenen Es in eks zu den Semivokalen gerechnet, und erhielt demzufolge ein E vorangestellt. Unter dem späteren Einfluss des I aus dem griechischen Ksi wurde das Vorschlag-E dann zu einem Vorschlag-I angeglichen.

Konnotationen

XXX wird als Abkürzung für „kiss kiss kiss“ im Englischen oder zur Kennzeichnung von sexuellen und pornografischen Inhalten (X-Rating) genutzt. „X“ (Kuss) oder „Xx“ (Küsse) sowie ähnliche Buchstabenfolgen werden entsprechend auch als informeller Gruß unter nahestehenden Personen beispielsweise in Kurznachrichten verwendet.

Häufig werden mit „X“ auch besonders geheimnisvolle oder unerforschte Dinge bezeichnet („X-Ray“ = Röntgenstrahlung, „X-Faktor“, „Terra X“, „Generation X“, „X-Men“). Wahrscheinlich ist dies eine Popularisierung der traditionellen mathematischen Verwendung als Zeichen für Unbekanntes. Gebräuchlich ist auch die Abkürzung für „experimental-“ wie in X-Planes für das US-amerikanische Experimentalflugzeugprogramm, wie überhaupt die Vorsilbe „ex-“, oder auch das gesamte damit beginnende Wort, gelegentlich durch das einzelne „X“ repräsentiert wird (Export, Exitus, ...).

Abgeleitet aus dem englischen „cross“ wird es auch im Sinne von „trans-“, „über-“ verwendet („TX“ für Transplantation, Transaktion (Informatik) aber auch Sender (engl. Transmitter)).

Gelegentlich wird das Zeichen x auch als Malzeichen (Operatorsymbol für die Multiplikation) verwendet, insbesondere handschriftlich oder wo das Zeichen „·“ nicht zur Verfügung steht. Beispiel: die deutsche 4x100-Meter-Staffel. In naturwissenschaftlichem Kontext sollte diese Verwendung vermieden werden, um Verwechslungen mit der Variablen x zu vermeiden.

Eine weitere Bedeutung hat das X in der Straight-Edge-Szene.

Siehe auch

Quellenangaben

  1. DTV-Brockhaus-Lexikon, Mannheim und München 1989, Band XX, S. 179
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 Wiktionary: X – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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