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Die Stille nach dem Schuss

Filmdaten
Originaltitel: Die Stille nach dem Schuss
Produktionsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 2000
Länge (PAL-DVD): 95 Minuten
Originalsprache: Deutsch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Volker Schlöndorff
Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase
Volker Schlöndorff
Produktion: Arthur Hofer
Emmo Lempert
Friedrich-Carl Wachs
Kamera: Andreas Höfer
Schnitt: Peter Przygodda
Besetzung

Der Film Die Stille nach dem Schuss handelt vom Exil, das Teile der bewaffneten deutschen Linken (RAF, Bewegung 2. Juni) in der DDR gefunden haben. (Titel der englischen Version: The legend of Rita)

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Nach einem kurzen Vorspann über die anfänglich happeningartigen Banküberfälle der Bewegung 2. Juni mit dem Verteilen von Schokoküssen sowie nach einer desaströsen Gefangenenbefreiung aus einem Westberliner Gefängnis flieht die Gruppe über den Bahnhof Friedrichstraße in die DDR. Dort nehmen sie ein früheres Angebot des Staatssicherheits-Offiziers Erwin Hull wahr, bei Durchreisen in der DDR sich auch länger dort aufhalten zu dürfen. Die freundlichen Stasi-Mitarbeiter machen ihnen nun das Angebot, ihnen eine neue Identität zu verschaffen, damit sie sich ein zweites Leben in der DDR aufbauen können. Während die beiden Frauen Rita Vogt und Friederike Adebach darauf eingehen, wollen die Männer dagegen den Kampf gegen das imperialistische System mit Waffengewalt weiterführen. Später sieht man sie bei ihren nächsten Anschlägen sterben.

Der Film konzentriert sich nun auf die Biographie von Rita Vogt. Viele Motive des Drehbuchs sind dem wirklichem Leben von Inge Viett nachempfunden worden. Zuerst bringt man sie beim VEB Modedruck unter. Dort eckt sie bei ihren Kolleginnen an, weil sie u.a. die Solidaritätssammlungen für Projekte in der Dritten Welt ernst nimmt. Ihr politischer Idealismus wird als naiv und lästig abgetan. Schnell ist sie hier unbeliebt geworden, doch findet sie die Sympathie von einer anderen Außenseiterin, der impulsiven, alkoholsüchtigen Arbeiterin Tatjana. Die beiden Gemiedenen schließen schnell Freundschaft miteinander, aus der schließlich mehr wird. Doch dann wird sie von einer Arbeitskollegin wegen einer Fahndungsmeldung im Westfernsehen erkannt. Unverzüglich bringen die Offiziere der Staatssicherheit Rita Vogt aus ihrem Umfeld weg und lassen nur einen kurzen, schmerzhaften Abschied von Tatjana zu. Diese wird später aufgrund ihres unbekannten Wissens über Ritas wahre Identität von der Stasi verhaftet, beim Zusammenbruch der DDR jedoch wieder freigelassen.

Ihr nächster Lebens- und Arbeitsort ist eine betriebliche Kinderbetreuung. Im Urlaub lernt sie den Studenten Jochen kennen und lieben. Trotz ihrer Vorsicht fällt es ihr immer schwerer, ihre Legende vor ihm aufrechtzuerhalten. Kurz vor der Entscheidung, mit ihm in die UdSSR zu gehen, offenbart sie sich ihm doch. Zufällig trifft sie Friederike Adebach (Susanne Albrecht nachempfunden), die unter ihrer neuen Identität leidet und dies nur resignativ erträgt. 1989/90 bricht die DDR zusammen, Friederike Adebach wird gefasst, und auch Ritas Entdeckung ist, da die Stasi sie nicht mehr schützen kann, nur noch eine Frage der Zeit. Bei einem Fluchtversuch vor einer Verkehrskontrolle wird sie tödlich verwundet.

Nachspiel

Inge Viett warf in konkret (Nr. 4, 2000) Regisseur Volker Schlöndorff und Autor Wolfgang Kohlhaase vor, sich zu sehr ihrer Autobiografie bedient zu haben. Beide Parteien konnten sich jedoch außergerichtlich einigen.

Auszeichnungen