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Chichimeken

Die Chichimeken waren ein präkolumbisches Volk in Mesoamerika und haben vermutlich vom siebenten bis zum zwölften Jahrhundert existiert.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Die Bezeichnung Chichimeken stammt aus der Nahuatl-Sprache und bedeutet soviel wie „Barbaren“, also Menschen, die nicht richtig sprechen können. Auch wenn die Wortherkunft ungeklärt bleibt, finden sich zwei Sinngebungen. Chichi und mecatl: Hund und Leine, also Hunde die an der Leine laufen (eine Interpretation, die aufgrund der Tatsache unwahrscheinlich ist, dass die Azteken die Jagd mit an einer Leine geführten Hunden nicht kannten) oder von "Chichi" Brust, Saugen. Damit wären dann die Menschen gemeint, die so sprechen, als würden sie an einer Brust saugen.

Zum einen sind damit Menschen gemeint, die im Norden lebten und anderer Kultur waren als die im Hochtal Lebenden. Für die Region der Tarasken meinte der Begriff der Chichimeken zum anderen, neben der Bezeichnung für entfernt lebende Fremde, eine für in der taraskischen Gesellschaft lebende Migranten, welche sich neu angesiedelt hatten und eine Akkulturation noch vor sich hatten. Nach dem Franziskaner Bernardino de Sahagún beschrieben die Azteken die Chichimeken durch bestimmte Unterschiede. Dies waren neben der Sprache die Kleidung, die Essgewohnheiten, der Sinn für Ordnung und die Maßhaltung. Ebenfalls zählte er die Reinlichkeit, die Waffenarten und den Besitz städtischer Attribute wie Bauten und Bücher zu den Kriterien, die einen Azteken von einem Chichimeken unterschieden.

Im Laufe der Kolonialzeit wurde der Begriff Chichimeca seiner ursprünglich pseudo-ethnischen Bedeutung enthoben. Er wurde nun zu einem juristischen Begriff, weil so benannte Personen besonders behandelt werden sollten. Festzustellen bleibt, dass die Bezeichnung Chichimeke eine Andersartigkeit und eine Melange von unterschiedlichen Kulturen bedeutete, die als semisesshafte Jäger und Sammler begrifflich zusammengefasst wurden. Später wurde dieser Begriff auch von der Archäologie übernommen. Er stellt eine Sammelbezeichnung für die Völker im Nordosten Mexikos dar, die noch keinen Feldbau betrieben.

Ursprung

Die Ursprünge der Chichimeken reichen bis ins siebente Jahrhundert zurück. In dieser Zeit drangen sie - wie auch die Tolteken - weiter nach Süden vor und kamen bis Guatemala und Nicaragua.

Die Chichimeken werden auch als „Vorläufer“ der Azteken gesehen. Im Gegensatz zu den Tolteken, die über ausgeprägte künstlerische und wissenschaftliche Fähigkeiten verfügten, waren die Chichimeken eher kriegerischer Natur. Erst in letzter Zeit konnte durch Funde nachgewiesen werden, dass auch die Chichimeken über zumindest einfache kulturelle und künstlerische Fähigkeiten verfügten und somit mehr als nur ungebildete „Barbaren“ waren.

Kriegswesen

Bevor die Chichimeken in einen Krieg zogen, bereiteten sie sich mit Gebeten und Tänzen darauf vor. Als berauschendes Mittel wurde bei ihnen Peyote verwendet. Ihre Hauptwaffen waren Pfeil und Bogen. Ein Bogen war etwa zweidrittel der Größe eines Menschen und reichte ungefähr vom Kopf bis zu den Knien. Der Pfeil wiederum war zweidrittel der Größe des Bogens. Die Pfeilspitzen waren im Regelfall aus Obsidian. Als weitere Waffen wurden Äxte, Feuersteinmesser, Speere und Maquahuitls verwendet.

Die toltekische Stadt Tula wurde vermutlich von den Chichimeken zerstört.

Untergang

Das Ende der Chichimeken kam gegen Ende des zwölften Jahrhunderts, als sie sich bereits in weitem Maße mit den Tolteken vereinigt hatten und der Rest von den Azteken besiegt wurde.

Trivia

Eine oberflächliche Bekanntheit erlangten die Chichimeken außerdem durch die Mexiko-Romane von Karl May und die daran angelehnten Verfilmungen Der Schatz der Azteken und Die Pyramide des Sonnengottes. Darin lässt man sie als Chichimeks noch einmal rein fiktiv aufleben und als Bösewichte und Feinde der Azteken und der anderen Helden fungieren.

Siehe auch

Literatur