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Parashurama

Parashu-Rama ist ein mythologischer Priester im Hinduismus und die sechste Inkarnation Vishnus.

Vishnu sieht sich gezwungen, in seiner sechsten Verkörperung auf die Erde zu kommen, als die Kaste der Krieger, Fürsten und Könige - die Kshatriya - übermütig geworden war. Sie spielt sich zum Herren der Welt auf und schickt sich an, die Priester zu verjagen und die Götter vom Himmel zu stürzen. Um die göttliche Ordnung erhalten zu können, wird ein Eingreifen Vishnus unabdingbar. Er inkarniert sich als Rama mit der Axt (Parashu-Rama) und tötet die Krieger mit seinen Axthieben.

Parashu-Rama wurde in der Priesterkaste der Brahmanen geboren, aber er verfügte über ungewöhnliche Körperkräfte und war ein besserer Kämpfer als die anderen Kshatriya. Sein Zorn wurde entfacht, als er erfuhr, dass König Arjuna und seine Söhne die Kuh des Überflusses (Surabhi), die alle Wünsche erfüllt, gestohlen hatten. Diese gilt als Symbol für den Himmel und spendet den Menschen die heilige Milch des Lebens. Die Krieger schickten sich an, die Leben spendenden göttlichen Kräfte in ihre Gewalt zu bringen. Vishnu wollte den Hochmut und die unmenschliche Tyrannei der Kshatriya brechen; er schwor, alle Kshatriya auslöschen zu wollen. Schlacht auf Schlacht folgt Sieg auf Sieg gegen sie. Das berühmte indische Epos Mahabharata erzählt diese Geschichte.

Vishnu rottet aber die Kaste der Krieger nicht völlig aus, weil die durch sie verkörperte ritterliche Gesinnung, die auch für den Schutz der Armen und Schwachen steht, nicht verschwinden darf. Er gestattet, dass ihre Nachkommen die Kaste erneuern. Die Krieger, die gefehlt und an der Verschwörung teilgenommen haben, muss Vishnu nach einer Version des Mythos einundzwanzig Mal vernichten. Damit soll gezeigt werden, dass ständige Versuchung besteht, sich über göttliche Ordnung zu stellen und die irdische Macht zu missbrauchen. Wer sich aber der göttlichen Ordnung unterordnet, dessen Geschlecht wird neu entstehen. Der Zorn Vishnus mit der mythischen Axt Ramas kann ihm dann nichts anhaben.

War die kosmische Weltgeschichte in den früheren Inkarnationen Vishnus vom Ringen zwischen Göttern und Dämonen geprägt, tritt nun der Kampf der heldenhaften Gottes mit Menschen an seiner Stelle. Der kriegerische Mensch, der nur die Selbstbehauptung kennt, ist das Sinnbild des Bewusstseins, das das Ich als oberste Instanz akzeptiert.