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Radio Teletype

Funkfernschreiben (RTTY, engl.: Radio Teletype) ist eine digitale Betriebsart die bei der Kommunikation zwischen Fernschreibern über Funk durchgeführt wird. Wie beim drahtgebundenen Fernschreiben werden die Zeichen als asynchroner serieller Bitstrom nach dem Baudot-Code übertragen. Typische Übertragungsraten liegen je nach zur Verfügung stehender Bandbreite zwischen einigen 10 und einigen 1000 Baud.

Zur Funkübertragung wird auf der Seite des Senders dieser Bitstrom mittels FSK bzw. AFSK dem Träger aufmoduliert und auf der Seite des Empfängers entsprechend demoduliert (RTTY-Modem).

Obwohl bezüglich der Übertragungssicherheit, -geschwindigkeit, Spektrumsausnutzung oder Flexibilität schon effizientere digitale Betriebsarten als Funkfernschreiben existieren, wird es immer noch für einige Funkdienste verwendet, da auf Empfängerseite aus historischen Gründen große Investitionen vorliegen, die diese Betriebsart voraussetzen.

So wird beispielsweise der Seewetterbericht des Deutschen Wetterdienstes als Funkfernschreiben ausgesendet (7646 kHz).

Funkfernschreiben wird auch als eine Betriebsart im Amateurfunk verwendet, dort üblicherweise mit 45,45 Baud. Inzwischen wurde Amateur-RTTY jedoch weitestgehend durch modernere Verfahren wie PACTOR sowie PSK31, MFSK etc. verdrängt.

Im kommerziellen Bereich (Militär, Botschaftsfunk etc.) wird natürlich mit weit fortschrittlicheren und wesentlich schnelleren Verfahren gearbeitet, die allesamt auf Software basieren.

Eines der ersten deutschen Geräte, die neben dem HELL-Schreiber für Funk-Fernschreiben eingesetzt wurden, war der Geheimfernschreiber T52, Codename FISH im 2. Weltkrieg, der auch nach dem Baudot-Verfahren arbeitete.

Klangbeispiele

 Der Wikipedia-Slogan in Radio Teletype ?/i
("Wir sammeln das Wissen der Menschheit – auch Deines... WIKIPEDIA – Die freie Enzyklopaedie", 75 Baud, 170 Hz Shift, 0:17 min, 68kB, OggVorbis)