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Rheinhessen (Provinz)

Rheinhessen war eine der drei Provinzen des Großherzogtums und späteren Volksstaats Hessen. Die Provinz bestand von 1815 bis 1937 und umfasste die linksrheinischen Gebiete des Landes, sowie einige rechtsrheinischen Orte, die traditionell zur Provinzhauptstadt Mainz gehörten, darunter Kastel und Kostheim. Andere wichtige Städte waren Worms und Bingen am Rhein. Der Name Rheinhessen hat sich bis heute für die Region um Mainz erhalten.

Geschichte

Die Provinz entstand mit der Neuordnung Deutschlands nach dem Wiener Kongress 1815. Die beiden anderen Provinzen des Großherzogtums Hessen waren Oberhessen (Hauptstadt: Gießen) und Starkenburg (Hauptstadt: Darmstadt). Durch großherzogliche Verordnung vom 11. August 1818 wurde auf Drängen der Rheinhessen erneut der ehemalige Départementalrat, nun unter dem Titel "Provinzialrat" eingeführt.

Die Provinz Rheinhessen wurde in 11 Kantone aufgeteilt die noch aus französischer Zeit zurückreichten. 1835 wurden wie bereits einige Jahre zuvor (1832) in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen die Kreise Mainz, Bingen, Alzey und Worms als staatliche Verwaltungsbezirke eingerichtet, wobei Mainz als Stadtkreis entstand.

Die Provinzen und Kreise des Großherzogtums wurden am 31. Juli 1848 abgeschafft und durch Regierungsbezirke ersetzt, wobei der Regierungsbezirk Mainz zunächst die ganze Provinz Rheinhessen umfasste. 1850 wurde der Regierungsbezirk Worms geschaffen, der aus den ehemaligen Kreisen Worms und Alzey bestand. Diese Verwaltungsstruktur wurde am 12. Mai 1852 wieder rückgängig gemacht und man kehrte zur Kreiseinteilung zurück. Es entstanden wieder die Kreise Mainz, Bingen, Alzey und Worms, sowie der neue Kreis Oppenheim. Mainz wurde wieder in den Kreis Mainz eingegliedert. 1871 wurde Hessen Teil des Deutschen Reichs.

Im Zuge der 1874 im Großherzogtum Hessen nach preußischem Vorbild vorgenommenen Reform der Kreisverfassung kam es auch zu einer neuen Kreiseinteilung. Die damals geschaffene Gliederung des Großherzogtum in sieben die Provinz Starkenburg bildende Kreise (Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Groß-Gerau, Heppenheim, Offenbach), sechs oberhessische (Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen, Lauterbach, Schotten) und fünf rheinhessische Kreise (Alzey, Bingen, Mainz, Worms, Oppenheim) hatte mehr als sechs Jahrzehnte Bestand. Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im nunmehrigen Volksstaat Hessen (ab 1918) und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen brachte das Jahr 1938 eine Überprüfung der Kreisgrenzen. Durch Aufhebung der Kreise Bensheim, Schotten sowie Oppenheim verminderte sich im November gleichen Jahres die Gesamtzahl der Kreise auf insgesamt 15. Einige Monate später wurden jedoch die Städte Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms als Stadtkreise verselbständigt. Diese so geschaffene Kreiseinteilung des Volksstaates hatte zunächst bis zum Kriegsende 1945 Bestand.

1945 wurden die Gebiete der beiden anderen ehemaligen Provinzen Teil des neuen Landes Groß-Hessen. Das linksrheinische Rheinhessen lag, anders als diese, in der französischen Besatzungszone und wurde dort als Regierungsbezirk Rheinhessen Teil des neuen Landes Rheinland-Pfalz. Heutige Gebietskörperschaften auf dem Gebiet der ehemaligen Provinz sind die kreisfreien Städte Mainz und Worms sowie die Landkreise Mainz-Bingen und Alzey-Worms.

Gliederung

Die Provinz Rheinhessen wurde nach ihrer Gründung 1815 zunächst in elf Kantone eingeteilt:

Am 5. Februar 1835 wurden die Kantone durch fünf Kreise ersetzt:

Ab dem 31. Juli 1848 bestand auf dem Gebiet der Provinz anstelle von Provinz und Landkreisen zunächst der

1850 kam der

Am 12. Mai 1852 wurden wieder die alten Kreise geschaffen, wobei der

Im November 1938 wurde der Kreis Oppenheim aufgelöst und es entstanden die Landkreise Alzey, Bingen, Mainz und Worms, sowie die Stadtkreise Mainz und Worms.[1]

Einzelnachweis

  1. Land Hessen 1939 Verwaltungsstruktur