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Johannes Hoffmann (SPD)

Johannes Hoffmann (* 3. Juli 1867 in Ilbesheim bei Landau in der Pfalz; † 15. Dezember 1930 in Berlin) war ein früherer bayerischer Ministerpräsident und Mitglied der SPD.

Der protestantische Volksschullehrer wurde 1908 als Abgeordneter der SPD in den Landtag gewählt. Von November 1918 bis März 1919 war er bayerischer Kultusminister. Am 17. März 1919 wurde er als Verfechter einer pluralistisch-parlamentarischen Demokratie vom Landtag zum Ministerpräsidenten Bayerns gewählt. Gegen dessen Regierung kam es ab 7. April in relativ kurzer Folge zur Bildung zweier unterschiedlich geprägter Räterepubliken: Die erste war in ihrer Führung dominiert von pazifistischen und anarchistischen Intellektuellen, die zweite von Anhängern und Mitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands.

Ab Mitte April 1919 griffen vom inzwischen nach Bamberg ausgewichenen Kabinett Hoffmann zu Hilfe gerufene Freikorpseinheiten, vereinzelt auch als Weiße Truppen bezeichnet, die Verteidiger der Räterepublik an und eroberten zusammen mit aus Berlin entsandten Reichswehrverbänden München bis zum 2. Mai 1919 zurück. Im Laufe der Kämpfe kam es auf beiden Seiten zu Grausamkeiten, bei denen hunderte Menschen starben, in der Mehrzahl als Opfer der rechtsextremen Freikorps. Im März 1920 trat Hoffmann als Ministerpräsident des Freistaates Bayern zurück und kehrte in den Schuldienst zurück. Ihm folgte Gustav Ritter von Kahr als Ministerpräsident.

Im Oktober 1923 proklamierte Hoffmann erfolglos eine pfälzische Republik (die Autonome Pfalz). Bis zu seinem Tod 1930 blieb er Mitglied des Reichstags.

Personendaten
Hoffmann, Johannes
bayerischer Ministerpräsident zur Zeit der Münchner Räterepublik, Mitglied der SPD
3. Juli 1867
Ilbesheim bei Landau
15. Dezember 1930
Berlin