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Kim Jong-il

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Koreanische Schreibweise
Siehe auch: Koreanischer Name
Hangeul: 김정일
Hanja: 金正日
Revidiert: Gim Jeong-il
McCune-R.: Kim Chŏng-il


Kim Jong-il (* 16. Februar 1941 in Wjatskoje bei Chabarowsk; offiziell 16. Februar 1942, auf dem Paektusan, Korea) ist der Vorsitzende der Nationalen Verteidigungskommission von Nordkorea, Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee und der Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas und damit faktisch der aktuelle Machthaber der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea). Kim Jong-il gilt aufgrund seiner Handlungsweise, die ihm seine uneingeschränkte Macht ermöglicht, als Diktator.

In nordkoreanischen Quellen steht vor oder hinter seinem Namen üblicherweise der Titel 친애하는 지도자 (ch'inaehanŭn chidoja, etwa «Geliebter Führer»).

Inhaltsverzeichnis

Biographie

In seiner offiziellen Biografie ist zu lesen: «Als Kim Jong Il am 16. Februar 1942 am heiligen Berg Paektu das Licht der Welt erblickte, verkündeten ein doppelter Regenbogen und ein heiliger Stern die Ankunft des Erleuchteten.» Tatsache ist jedoch, dass Kim in einem sowjetischen Ausbildungslager im Dorf Wjatskoje bei Chabarowsk geboren wurde, wo seine Eltern während des Zweiten Weltkriegs Zuflucht vor den Japanern suchten. Dort wurde er unter dem Namen Juri Irsenowitsch Kim (Юрий Ирсенович Ким), mit einem Patronym, das vom russifizierten Vornamen seines Vaters (Ir-sen) abgeleitet wurde, ins Geburtenregister eingetragen. Seine Mutter Kim Chŏng-suk starb, als er noch ein Kind war. Seine Stiefmutter terrorisierte ihn regelrecht; sie wollte, dass nicht Kim die Nachfolge seines Vaters antrete, sondern eines ihrer leiblichen Kinder.

Nach dem Koreakrieg wurde Kims Vater Kim Il-sung Ministerpräsident und später Präsident Nordkoreas. Sein Sohn stieg derweil in der Hierarchie der kommunistischen Partei des Landes auf. 1974 wurde er offiziell zum Nachfolger seines Vaters ernannt. Er nahm den Titel Geliebter Führer an, und ein Personenkult entstand um ihn, der dem um seinen als Großen Führer (kor.: widaehan suryŏng; 위대한 수령) verehrten Vater gleichkam.

Kim Jong-il wird weithin verdächtigt, für die Organisation mehrerer Terroranschläge verantwortlich zu sein. So entging am 9. Oktober 1983 der südkoreanische Präsident Chun Doo-hwan nur knapp einem Attentat in der damaligen burmesischen Hauptstadt Rangun, bei dem 21 Personen getötet wurden, darunter mehrere Minister Südkoreas.[1] Am 29. November 1987 explodierte der Korean-Airlines-Flug 858 über der Andamanensee. Dabei kamen alle 115 Insassen ums Leben. Die Attentäterin Kim Hyun-hee sagte später aus, sie stamme aus Nordkorea und sei dort von oberster Stelle beauftragt worden, gemeinsam mit ihrem Komplizen eine Bombe an Bord des Flugzeugs zu schmuggeln.[2][3]

Am 24. Dezember 1991 wurde Kim Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee. Als sein Vater im Juli 1994 starb, übernahm er wie geplant dessen Stellung als faktischer Staatschef, wobei das Präsidentenamt nicht neu besetzt wurde. Kim Jong-il trat jedoch noch im Juli 1994 die Nachfolge im Amt des Vorsitzenden der Nationalen Verteidigungskommission an. Dieses wurde 1998 von der Obersten Volksversammlung Nordkoreas zum «höchsten Amt im Staat» erklärt. Seit dem 8. Oktober 1997 ist Kim Jong-il auch Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas.

Als Nachfolger seines Vaters bemühte sich Kim Jong-il vor allem um eine Aufrechterhaltung der guten Beziehungen zur Volksrepublik China und Russland, während die diplomatischen Beziehungen zu vielen anderen Ländern mit der politischen Wende in Osteuropa abgebrochen wurden. Die einzigen Auslandsreisen Kims als Staatschef führten denn auch nach Russland und China. Anfang Juni 2000 und im folgenden Jahr reiste Kim Jong-il, der angeblich unter Flugangst leidet, mit einem Panzerzug nach China, 2001 außerdem weiter nach Russland. Im April 2004 reiste er erneut nach China. Er hielt sich dort Medienberichten zufolge zu Beratungen über den Atomstreit seines Landes vor allem mit den USA und über Wirtschaftsreformen auf. Am 29. Mai 2008 vermeldete eine amerikanische Nachrichtenagentur dass er bei einem Attentat getötet wurde. Bislang steht eine Bestätigung dieser Nachricht noch aus.

Kims Macht stützt sich vor allem auf das Militär. Nordkorea ist das Land mit dem weltweit relativ größten Militärapparat. Die besondere Beziehung der Staatsführung zum Militär zeigt sich in der so genannten Songun-Politik, der allgegenwärtigen Bevorzugung des Militärs und seiner Angehörigen.

Privat

Einige seiner persönlichen Eigenarten sind gut dokumentiert. So hat er Flugangst und unternimmt Reisen nur in seinem privaten, gepanzerten Zug. Er nutzt Schuhe mit dicken Sohlen (Plateauschuhe), möglicherweise um seine geringe Körpergröße (ca. 1,60 Meter) zu kaschieren. Seine Liebe zum Film ging gar so weit, dass er 1977 den Regisseur Shin Sang-ok und dessen Frau Choi Eun-hee, eine bekannte südkoreanische Schauspielerin, entführen ließ mit dem Hintergedanken, diese würden ihm eine Filmindustrie aufbauen.[4]

Kim ist zum vierten Mal verheiratet, hat vier eheliche Kinder und wohl mindestens neun Kinder aus nichtehelichen Verhältnissen. Zu seiner ersten Ehe soll er von seinem Vater Kim Il-sung gezwungen worden sein, während er bereits heimlich mit seiner späteren zweiten Ehefrau zusammenlebte.[5]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Yonhap: Calls rise for review of 1983 Rangoon bombing by North Korea, 23. Februar 2006 (englisch)
  2. Aus der Washington Post: Woman Says She Sabotaged Plane On Orders From N. Korean Leader, 15. Januar 1988 (englisch)
  3. Kim Hyun Hee: Die Tränen meiner Seele. Basel: Brunnen Verlag 1999. ISBN 3765536253.
  4. BBC: Kidnapped by North Korea, 5. März 2003 (englisch)
  5. Vantage Point: Kim Jong-il's New Wife and Succession Plans. August 2006, Vol. 29, No. 8.
  6. a b c d International Trade Club of Chicago: After Kim Jong Il, Mai 2005
  7. a b c d Welt Online: Die Söhne des "Geliebten Führers", 10. Februar 2005
  8. a b Spiegel Online: Kim Jong Il heiratet seine Sekretärin, 23. Juli 2006
Personendaten
Kim, Jong-il
김정일 (Hangeul); 金正日 (Hanja)
De-facto-Machthaber Nordkoreas
16. Februar 1941
Wjatskoje bei Chabarowsk