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Aegyptus

Aegyptus, lateinisch für Ägypten, war von 30 v. Chr. bis zur islamischen Expansion 642 n. Chr. eine Provinz des römischen- bzw. byzantinischen Reichs.

Wegen des großen Reichtums Ägyptens nahm sie unter den römischen Provinzen eine Sonderstellung ein: Ägypten galt als die Kornkammer des Imperiums. Schon seit 273 v. Chr. bestanden freundschaftliche Beziehungen zwischen der römischen Republik und den Ptolemäern. Spätestens als mitten im zweiten Punischen Krieg, im Jahr 210 v. Chr., eine Hungersnot in Italien ausbrach, die einzig durch eine große Getreidelieferung König Ptolemaios IV. von Ägypten gelindert wurde, war den Römern die Bedeutung des Königreichs am Nil bewusst.

Der Niedergang des Ptolemäerreichs gipfelte um 80 v. Chr. darin, dass Ptolemaios XI. in Erwägung gezogen haben soll, nach seinem Tod die Herrschaft in Ägypten den Römern zu vererben. Bereits zu Zeiten Caesars versuchte das Imperium in Ägypten verstärkt politische Macht auszuüben. Ab 55 v. Chr. war römisches Militär am Nil stationiert, und die große Romanze zwischen Caesar und Kleopatra VII. hatte ohne Zweifel einen starken politischen Hintergrund.

30 v. Chr. wurde Ägypten endgültig von Rom erobert. Es wurde in eine kaiserliche Provinz umgewandelt, die von dem aus dem Ritterstand entstammenden praefectus Aegypti verwaltet wurde. Senatoren war zunächst das Betreten Ägyptens strengstens untersagt, da Kaiser Augustus das politische Potential Ägyptens kannte: 150.000 Tonnen Getreide wurden unter seiner Regierungszeit jährlich nach Rom verschifft.

69 n. Chr. wurde in Alexandria Vespasian zum Kaiser ausgerufen. Im 2. Jahrhundert wurde Ägypten mehrfach durch die Aufstände der Juden in Mitleidenschaft gezogen. Unter Kaiser Diokletian wurde die Provinz Ägypten in die Provinzen Aegyptus Iovia (Norden), Aegyptus Herculea (Süden) und Thebais (Mitte) aufgeteilt. Unter den konstantinischen Dynastie erfuhr die Provinz eine erneute Aufteilung. Nach der Reichsteilung 395 n. Chr. wurde Ägypten Teil des oströmischen bzw. byzantinischen Reichs.

619 n. Chr. ging Ägypten vorübergehend an die Sassaniden verloren. Kaiser Herakleios konnte die Provinz 630 n. Chr. für Ostrom zurückgewinnen. Seit 640 n. Chr. eroberten die Araber Ägypten; mit dem Fall Alexandrias 642 n. Chr. beginnt die islamische Geschichte Ägyptens.

Siehe auch: Griechisch-Römische Zeit (Ägypten)