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Movimiento Quinta República

Movimiento Quinta República („Bewegung für eine Fünfte Republik“) (kurz: MVR) ist eine linksgerichtete Partei der Bolivarischen Republik Venezuelas. Sie hat ihre Wurzeln in der Idee einer Bolivarischen Revolution und wurde 1994 von Hugo Chávez gegründet. Vier Jahre später stellte diese Partei mit Chávez erstmalig den Präsidenten, der 2000 erneut bestätigt wurde. In der Wahl zur Nationalversammlung des selben Jahres erhielt die Partei 76 von 165 Sitzen. Die Partei versteht sich als die Stimme der Armen. Zusammen mit der Patria Para Todos (PPT) und kleineren Parteien bildet die MVR das linksnationale Bündnis Polo Patriótico, welches derzeit die dominierende politische Kraft in Venezuela ist.

Am 12. April 2002 kam es zu einem Putsch gegen die Regierung mit dem Ziel, Chávez zu stürzen. Trotz Unterstützung aller privaten Mediensender durch "politisch-parteiische Berichterstattung" (venezolanischer Journalistenverband) und Schließung des einzigen, staatlichen Senders (Canal 8) durch die neue Regierung scheiterte der Umsturzversuch an den breiten Bevölkerungsmassen, die für ihren Präsidenten auf die Straße gingen. Die Putschisten blieben ungestraft oder gingen ins Exil.

Die USA haben die Politik Chávez' und seiner Partei wiederholt scharf angegriffen und öffentlich erklärt, dass man die Opposition unterstütze. Da sie aber einen Großteil ihres Erdöls aus Venezuela beziehen, können sie sich keine allzu große Kritik leisten. Venezuela ist im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern Lateinamerikas in der Lage, seine Auslandsschulden zu bezahlen und ist daher nicht gezwungen, sich dem Spardiktat des internationalen Währungsfonds zu unterwerfen.

Am 15. August 2004 fand eine Volksabstimmung statt, das von der Opposition initiiert wurde. Ihm voran gingen Streiks unter anderem bei dem staatlichen Erdölkonzern PDVSA. Nachdem das zuständige Wahlamt festgestellt hatte, dass die notwendige Anzahl von Unterschriften (etwa 2,5 Mio) knapp erreicht worden wäre, erklärte Chávez, er würde sich diesem Volksentscheid stellen. Die Volksabstimmung bestätigte Chávez bei hoher Wahlbeteiligung (73 %) mit 58 % (knapp 5 Mio) klar im Amt. Die Opposition warf Chávez Wahlbetrug vor, aber eine von ihnen initiierte und von der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und dem Carter Center durchgeführte Nachzählung der Stimmen bestätigte das Wahlergebnis. Aufgrund des bemerkenswert hohen Andrangs kam es zu teilweise stundenlangen Wartezeiten und die Schließung der Wahllokale musste mehrfach, letztendlich bis Mitternacht, verschoben werden.