Heim

Tischtennisweltmeisterschaft 1977

Die 34. Tischtennis-Weltmeisterschaft fand vom 26. März bis zum 5. April 1977 in Birmingham (England) im Messezentrum statt. Es nahmen mehr als 500 Aktive aus 65 Nationen teil.

Inhaltsverzeichnis

Übersicht

Obwohl die Zuschauer in der Halle das englische Team um den aus Jamaika stammenden Desmond Douglas (er spielte lange Jahre für Borussia Düsseldorf in der deutschen Bundesliga) frenetisch anfeuerten, langte es weder im Mannschaftswettbewerb noch im Einzel oder Doppel zu einem der vorderen Plätze. Wieder einmal gingen 6 von 7 Titeln nach Asien. Nur der Franzose Jacques Secretin holte mit seiner Doppelpartnerin Claude Bergeret einen Titel für Europa.

Spielmodus

Mannschaftswettbewerb Herren

Zunächst wurden die Mannschaften in Vorrundengruppen eingeteilt. Die gemäß der vorherigen WM stärksten Mannschaften spielten in Gruppe A und B der Kategorie I mit je 8 Nationen. Die schwächeren Mannschaften trafen sich in Gruppe A und B der Kategorie II mit 9 bzw. 10 Nationen. Die restlichen (schwächsten) Teams verblieben in 4 Gruppen der Kategorie III mit je 6 bis 7 Nationen. Nach dem Modus „jeder gegen jeden“ wurde eine Rangfolge ausgespielt.

Es folgte die Zwischenrunde. In Kategorie I spielten die ersten beiden Mannschaften um die Plätze 1 bis 4 (und somit um den Weltmeistertitel), die Dritt- und Viertplatzierten kämpften um die Plätze 5 bis 8, bei den Fünften und Sechsten ging es um die Plätze 9 bis 12, die beiden Tabellenletzten spielten um die Plätze 13 bis 16.

Diese Zwischenrunde sah für Kategorie 1 folgende acht Paarungen vor:

Es folgte die Endrunde bzw. die sogenannten Platzierungsspiele:

Nach dem gleichen System ging es bei den Kategorien II und III und die Ränge ab 17.

Mannschaftswettbewerb Damen

Die Damenmannschaften spielten nach dem gleichen System wie die Herren. In Kategorie I gab es die Gruppen A und B mit je 9 Nationen. Kategorie II bestand aus zwei Achtergruppen und in Kategorie III wurden vier Gruppen mit je 5 Nationen gebildet.

Ebenso wie bei den Herren folgte eine Zwischenrunde und danach die Platzierungsspiele.

Abschneiden der Deutschen

Die deutschen Teilnehmer wurden betreut von den Bundestrainern Christer Johansson und Istvan Korpa. Kapitän der Herren war Dr.Peter von Pierer, Kapitän der Damen Hannelore Schlaf. Dr.Josip Trupkovic war der medizinische Betreuer.

Mannschaftswettbewerb Herren

Die deutsche Mannschaft startete in Gruppe A der Kategorie I. Sie siegte gegen Frankreich (5:1), Australien (5:0), CSSR (5:3), Indonesien (5:0) und England (5:1). Niederlagen gab es gegen Ungarn (1:5) und China (1:5). Dies reichte zu Platz 3.

Somit spielten die Deutschen in dr Zwischenrunde um die Plätze 5 bis 8. Hier siegte die Mannschaft überraschend gegen die UdSSR mit 5:4. In der Endrunde traf sie nochmals auf die CSSR. Der 5:3-Sieg bedeutete Platz 5 bei der WM.

Mannschaftswettbewerb Damen

Die deutschen Damen starteten in Gruppe B der Kategorie I. Sie erreichten Platz 6 nach Siegen gegen Jugoslawien (3:2), Indonesien (3:0) und Polen (3:1) sowie Niederlagen gegen Frankreich (2:3), UdSSR (1:3), Japan (0:3), Südkorea (0:3) und Hongkong (1:3).

Somit ging es in der Zwischenrunde um die Plätze 9 bis 12. Nach der 1:3-Niederlage gegen die CSSR spielte das deutsche Team in der Endrunde um Platz 11 oder 12. Der 3:0-Erfolg gegen Frankreich bedeutete Platz 11.

Einzelwettbewerb

Die schwächeren Spieler mussten sich in Qualifikationsrunden nach dem Modus „jeder gegen jeden“ für die Hauptrunde qualifizieren. Die stärkeren Spieler wurden direkt in die Hauptrunde eingeteilt, wo nach dem KO-System jeder Verlierer sofort ausschied.

Die Hauptrunde war bei den Herren ein 128er Feld, bei den Damen ein 64er Feld.

Herreneinzel

Heinrich Lammers musste zunächst in der Qualifikationsrunde antreten, wo er nach Siegen gegen Rafy Monjogolian (Libanon), Goh Su Bae (Südkorea) und Palle Rud (Dänemark) in die Hauptrunde gelangte. Hier gewann er gegen den Schotten Richard Yule, schied dann aber in der 64er Runde gegen den Ungarn Gábor Gergely aus.

Genauso weit kam Peter Engel durch einen Sieg über David Sanchez (Spanien) und eine Niederlage Milovoje Karakasevic (Jugoslawien).

Auch Peter Stellwag erreichte die letzten 64. Er gewann gegen Cheng Ke Yick (Hongkong) und verlor dann gegen den Chinesen Liang Ko Liang.

Unter die letzten 32 gelangte Jochen Leiß. Nach Siegen über Stephen Knapp (Australien) und Yong Lu Veng (Hongkong) scheiterte er an Kuo Yao Hua (China).

Am erfolgreichsten war Wilfried Lieck. Er warf Miroslav Schenk (CSSR), Stefano Bosi (Italien) und Zoran Kosanović (Jugoslawien) aus dem Wettbewerb. Im Achtelfinale verlor er im 5.Satz gegen den Weltmeister von 1971 Stellan Bengtsson (Schweden).

Dameneinzel

Monika Stork scheiterte in der Qualifikationsrunde. Der Sieg gegen Monika Grefberg (Finnland) reichte nicht, da sie gegen Annie Larsen (Dänemark) verlor.

Kirsten Krüger hatte sich in der Qualifikationsrunde durchgesetzt, schied aber in der Hauptrunde durch die Niederlage gegen Elmira Antonjan (UdSSR) sofort aus.

Auch Wiebke Hendriksen kam nicht weiter: Gegen Ri Song Suk(Nordkorea) war Endstation.

Erfolgreicher war dagegen Ursula Hirschmüller. Sie gewann gegen Judit Magos (Ungarn), Pak Yong Ok (Nordkorea) und Ilona Uhlíková (CSSR). Damit war sie – als einzige Europäerin – im Viertelfinale, wo sie der Chinesin Cang Te Ying unterlag.

Herrendoppel

Die Hauptrunde bestand aus einem 64er Feld. Einige Doppel mussten sich zunächst in der Qualifikationsrunde bewähren.

Lammers spielte mit dem Schweden Per Sandström Doppel. Mit klaren Siegen über Paul Raphel (USA) / Yosef Shifman (Israel) (kampflos), Robert Blair / Graham Lassen (Neusseland) und Aristides Filho / Ricardo Inokuchi (Brasilien) qualifizierten sie sich für die Hauptrunde. Hier besiegten sie Chen Scheng Shien / Vong Lu Veng (Hongkong), schieden aber in der Runde der letzten 32 gegen die Chinesen Guo Yuehua / Liao Fu Min aus.

Für Engel / Leiß war in der Hauptrunde sofort Schluss, da sie gegen Wang Chun / Wang Hui Yuan (China) verloren.

Lieck / Stellwag überstanden die erste Runde gegen Giovanni Bisi / Massimo Costantini (Italien), unterlagen danach jedoch Gábor Gergely (Ungarn) / Milan Orlowski (CSSR).

Damendoppel

Die Hauptrunde bestand aus einem 128er Feld. Daneben gab es eine Qualifikationsrunde.

Stork spielte mit der Österreicherin Ingrid Wirnsberger. Durch Siege über Lucia Sandoval / Rosa Penailillo (Chile) und Omaima Gharbi / Hoda Laimona (Ägypten) kamen sie in die Hauptrunde. Hier setzten sie sich gegen Indu Puri / Shailaja Salokhe (Indien) durch, scheiterten dann aber an Hendriksen(Deutschland) / Beatrix Kisházi (Ungarn).

Hirschmüller / Krüger kamen gegen Patrice Fleming / Grace McKay (Schttland) unter die letzten 32. Hier war gegen die Russinnen Elmira Antonjan / Soja Rudnowa Endstation.

Am erfolgreichsten war das Doppel Hendriksen / Beatrix Kisházi (Ungarn). Siege über Celia Akamatsu / Suely Yamada (Brasilien), Stork / Ingrid Wirnsberger und Claude Bergeret / Brigitte Thiriet (Frankfurt) brachten sie ins Achtelfinale. Hier verloren sie gegen Pak Yong Ok (Nordkorea) / Yang Ying (China).

Mixed

Der Mixedwettbewerb wurde in einer Qualifikationsrunde und einer Hauptrunde mit einem 64er Feld ausgetragen, beide Gruppen jeweils im KO-System. Dieser Wettbewerb war allerdings nicht allzu geschätzt; so nahmen etwa István Jónyer, Kjell Johansson und Stellan Bengtsson nicht teil, bei anderen – auch deutschen – Doppeln wurde eine gewisse Ernsthaftigkeit vermisst.

Lammers/Stork scheiterten schon in der Qualifikationsrunde an den Niederländern Nico Van Slobbe / Marianne Van der Vliet.

Auch Engel / Hirschmüller kamen nicht in die Hauptrunde. In der Qualifikationsrunde schieden sie nach dem Sieg gegen James Wuisan / Diana Wuisan (Indonesien) durch die Niederlage gegen James Morris / Jan Morris (Neuseeland) aus.

In der Hauptrunde überstanden die amtierenden Europameister Lieck / Hendriksen die erste Runde nicht, da Orlowski / Uhlíková (CSSR) stärker waren.

Dagegen kamen Leiß / Krüger gegen Nige Eckersley / Karen Witt (England) eine Runde weiter. Im 32er Feld schieden sie gegen die späteren Weltmeister Secrétin / Claude Bergeret (Frankreich) aus.

Politik

Wissenswertes

Ergebnisse

Monika Stork kam nur in den Individualwettbewerben zum Einsatz.

Wettbewerb Rang Sieger
Mannschaft Herren 1. China (Huang Liang, Li Zhenshi, Guo Yuehua, Liang Geliang, Wang Chun)
2. Japan (Masahiro Maehara, Tokio Tasaka, Tetsuo Inoue, Mitsuru Kohno, Norio Takashima)
3. Schweden (Ulf Thorsell, Stellan Bengtsson 2,Roger Lagerfeldt, Kjell Johansson, Ake Grönlund)
5. Deutschland (Peter Engel, Heinrich Lammers, Jochen Leiß,Wilfried Lieck, Peter Stellwag)
24. Österreich (Erich Amplatz, Harald Koller, Günter Müller, Franz Proglhof, Heinz Schlüter)
30. Schweiz (Jurek Barcikowski, Thomas Busin, Laszlo Földy, Markus Frutschi)
Mannschaft Damen 1. China (Zhang Li, Zhang Deying, Chu Hsiang-Yun, Ge Xinai)
2. Südkorea (Soon Ok Kim, Hyun Sook Chung, Ailesa Lee, Ki Won Lee)
3. Nordkorea (Song Suk Li, Yung Sun Pak, Yong Ok Pak, Chang Ae Kim)
11. Deutschland (Wiebke Hendriksen, Ursula Hirschmüller, Kirsten Krüger)
24. Österreich (Dolores Fetter, Brigitte Gropper, Ingrid Wirnsberger)
28. Schweiz (Steffi Danioths, Theresia Földy, Vreni Lehmann, Renate Wyder)
Herren Einzel 1. Mitsuru Kohno – JPN
2. Guo Yuehua – CHN
3. Liang Geliang – CHN
3. Huang Liang – CHN
Damen Einzel 1. Yung Sun Pak – PRK
2. Li Zhang – CHN
3. Zhang Deying – CHN
3. Ge Xinai – CHN
Herren Doppel 1. Li Chen-Shih / Liang Geliang – CHN
2. Huang Liang / Lu Yuansheng – CHN
3. Stellan Bengtsson 2/Kjell Johansson – SWE
3. Anton Stipancic/Dragutin Surbek – YUG
Damen Doppel 1. Pak Yong OK – PRK/ Yang Ying – CHN
2. Chu Hsiang-Yun / Lijie Wie – CHN
3. Soon Ok Kim/Ki Won Lee – KOR
3. Zhang Li / Ge Xinai – CHN
Mixed 1. Jacques Secretin/Claude Bergeret – FRA
2. Tokio Tasaka/Sachiko Yokota – JPN
3. Li Zhenshi/Yan Guili – CHN
3. Sang Kuk Lee/Ki Won Lee – KOR

Literatur

Referenzen

  1. Zeitschrift DTS, 1977/6 S.4
  2. Zeitschrift DTS, 1977/8 S.20
  3. Zeitschrift DTS, 1977/8 S.35
  4. Zeitschrift DTS, 1990/1 S.46