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Vitznau

Vitznau
Basisdaten
Kanton: Luzern
Amt: Luzern
BFS-Nr.: 1068Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 6354
Koordinaten: (679461 / 207016)Koordinaten: 47° 0′ 34″ N, 8° 29′ 1″ O; CH1903: (679461 / 207016)
Höhe: 438 m ü. M.
Fläche: 11.76 km²
Einwohner: 1239

(31. Dezember 2006)

Website: www.vitznau.ch
Karte

Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Pixel

Vitznau ist eine politische Gemeinde im Amt Luzern des Kantons Luzern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Nachbargemeinden

Vitznau grenzt im Westen an Weggis, im Norden an Arth, im Osten an Gersau (beide im Kanton Schwyz) und im Vierwaldstättersee an Ennetbürgen im Kanton Nidwalden.

Geographie

Vitznau mit See

Vitznau liegt am Ufer des Vierwaldstättersees an einer Ausbuchtung des Weggiserbeckens - und gleichzeitig am Südfuss der Rigi. Wegen dieser geschützten Lage verfügt die Gemeinde über ein aussergewöhnlich mildes Klima, wo sogar Wein und Palmen gedeihen.

Das Dorf selber ist als Folge des Zusammenwachsens verschiedener Weiler mit dem Dorf Vitznau ein langgestrecktes Strassendorf am Ufer des Sees. Die Weiler Reimen, Zihl, Tschuopis und Altdorf sind mittlerweile zu Dorfquartieren geworden. An der westlichen Gemeindegrenze liegt der Ortsteil Wilen, der aus den Weilern Unterwilen am Seeufer und verschiedenen Häusergruppen und Einzelgehöften am Hang darüber besteht und bis auf 774 m.ü.M. ansteigt. Zwischen Unterwilen und Vitznau Dorf befindet sich Lauisegg, welches ebenfalls am Ufer des Vierwaldstättersees liegt. Zwischen Reimen und dem südlich davon liegenden Dorf mündet der Dorf- oder Mühlebach , zwischen dem Dorf und dem südlich davon liegenden Quartier Altdorf der Altdorfbach in den Vierwaldstättersee. Überhaupt verfügt die Gemeinde über etliche kurze Bäche, welche unterhalb der Rigi entspringen und sich danach in mehr oder weniger wildem Lauf Richtung See wälzen. Nördlich des Dorfs am Hang liegen die Weiler Husen (546 m.ü.M.) und Hasliweid. Per Seilbahn erschlossen ist ein aus Einzelgehöften bestehender Ortsteil namens Hinterbergen (910-1'191 m.ü.M.). Die Gemeinde zählt noch etliche weitere Häusergruppen und Einzelgehöfte.

Der südlichste Punkt der Gemeinde ist die Obere Nas, welche steil aus dem Vierwaldstättersee emporsteigt. Die Gemeindegrenze führt von dort in nordöstlicher Richtung bis zum Vitznauerstock/Gersauerstock (1'452 m.ü.M.). Dort dreht sie nach Norden, geht am Felmispass (1'181 m.ü.M.) vorbei und schlägt kurz vor Rigi-Scheidegg (Kanton Schwyz) eine Nordwestrichtung ein. Sie führt entlang eines Berggrats über den Dossen (1'685 m.ü.M.; höchster Punkt der Gemeinde), den Kleinen Dossen (1'670 m.ü.M.), den Würzenstock (1'482 m.ü.M.) und den Schild (1'548 m.ü.M.) nach Rigi-First (1'453 m.ü.M.;einem Ortsteil der Gemeinde Arth im Kanton Schwyz). Anschliessend geht die Gemeindegrenze in südlicher Richtung über 1'000 Höhenmeter hinunter an den Vierwaldstättersee westlich von Unterwilen.

Die Rigihänge wurden in den vergangenen Jahrhunderten teilweise für die landwirtschaftliche Nutzung gerodet, sind aber mehrheitlich von Wald bedeckt. Vom Gemeindeareal von 894 ha (ohne Seeanteil) sind 56,3% bewaldet. Rund ein Drittel - genauer 32,2% - sind landwirtschaftliches Nutzgebiet und 7,5% Siedlungsfläche.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 505
1850 579
1900 896
1930 1'051
1950 1'000
1960 1'041
1980 897
1990 1'001
2000 1'039
2005 1'246

Von 1798 bis 1930 wuchs die Einwohnerzahl langsam, aber stetig an und verdoppelte sich so in 130 Jahren (1798-1930:+108,1%). Nach einem Einbruch in den 1930er Jahren folgte ein langsames Wachstum bis 1960 , so dass sich die Zahl der Bewohner praktisch nicht veränderte (1930-1960:-1,0%). In den folgenden zwei Jahrzehnten gab es eine starke Abwanderung (1960-1980:-13,8%), die aber durch einen Bevölkerungsanstieg bis ins Jahr 2000 wieder wettgemacht wurde (1930-2000:-0,2%). Seither gibt es ein erhebliches Bevölkerungswachstum (2000-2005:+17,7%). Grund hierfür ist die Eröffnung einer Hotelfachschule, welche viele ausländische Schüler (besonders aus China) angezogen hat.

Sprachen

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart, welche sich aber stark vom Stadtluzerner Dialekt unterscheidet und mehr der Sprache der benachbarten Schwyzer gleicht. Bei der letzten Volkzählung im Jahr 2000 gaben 91,72% Deutsch, 3,08% Albanisch und 1,15% Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen

Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung wie folgt aus. Es gibt 74,21% römisch-katholische- und 12,70% evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 6,83% Konfessionslose und 2,21% Muslime (albanischer Herkunft).

Herkunft - Nationalität

Von den 1'246 Einwohnern Ende 2005 waren 953 Schweizer und 293 (=23,5%) Ausländer. Der hohe Ausländeranteil ist bedingt durch die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften, welche im Fremdenverkehr tätig sind, Personen, die sich weiterbilden wollen und Leuten, die ihren Lebensabend im milden Klima von Vitznau geniessen wollen. Anlässlich der letzten Volkszählung waren 82,68% (einschliesslich Doppelbürger 86,04%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (meist Albaner), Deutschland, Italien und Portugal.

Verkehr

Da die geplante Bahn von Küssnacht nach Brunnen dem Vierwaldstättersee entlang nie verwirklicht wurde, ist die Gemeinde per Bus und Schiff (beide betrieben von der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV)) ans Netz des Öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Die Schiffe fahren saisonal verschieden und verkehren von und nach Luzern. Die Buslinie Küssnacht (Bahnhof)-Weggis-Vitznau-Gersau-Brunnen (Bahnhof) ist daher für den öffentlichen Personentransport bedeutender. Der Bahnhof Küssnacht SZ liegt an der Bahnlinie Luzern-Arth Goldau, der Bahnhof Brunnen an der Gotthardlinie.

Seit 1871 fährt die Vitznau-Rigi-Bahn auf die Rigi.

Vitznau liegt an der Strasse Küssnacht SZ – Vitznau – Brunnen. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Küssnacht an der A4 in 13 km Entfernung.

Geschichte

Vitznau ist schon seit der Altsteinzeit bewohnt, wie eine 1913 entdeckte Höhle mit Siedlungsresten aus dieser Zeit beweist. In historischer Zeit wird der Ort erstmals 998 als Besitz des Klosters Pfäfers erwähnt. 1282 gehörte er den Habsburgern und wurde im Jahr 1380 als Teil von Weggis von der Stadt Luzern gekauft. Da Vitznau bis 1798 keine eigenständige Gemeinde, sondern ein Ortsteil von Weggis war, teilte sie dessen Schicksal und gehörte zur Landvogtei Weggis. Von 1798 bis 1803 war sie eine Ortschaft im Distrikt Luzern und kam dann zum neu geschaffenen Amt Luzern . Das diskutierte Fusionsprojekt von Greppen, Weggis und Vitznau (eventuell unter dem Namen Gemeinde Rigi) wurde 2005 auf unbestimmte Zeit verschoben, da alle drei Gemeinden finanziell gesund sind - und so kein Kostendruck für eine Fusion besteht.