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Max Warburg

Max Warburg (* 5. Juni 1867 in Hamburg; † 26. Dezember 1946 in New York City ) war einer der angesehensten Hamburger Bankiers seiner Zeit und Politiker

Max Warburg wird als zweitältester Sohn einer wohlhabenden Hamburger Bankiersfamilie geboren. Die folgende von ihm überlieferte Anekdote, die Teil der Warburg-Legende geworden ist, erzählt, wie er von seinem ältesten Bruder, dem späteren Kunsthistoriker Aby Warburg das Erstgeborenenrecht abkauft:

Als er dreizehn Jahr alt war, offerierte er mir sein Erstgeborenenrecht. Er als Ältester war bestimmt, in die Firma einzutreten. Ich war damals zwölf Jahre, noch nicht sehr überlegungsreif und erklärte mich einverstanden, ihm das Erstgeborenenrecht abzukaufen. Er offerierte es mir aber nicht für ein Linsengericht, sondern verlangte von mir eine Zusage, daß ich ihm immer alle Bücher kaufen würde, die er brauchte. Hiermit erklärte ich mich nach sehr kurzer Überlegung einverstanden. Ich sagte mir, daß schließlich Schiller, Goethe, Lessing, vielleicht auch noch Klopstock von mir, wenn ich im Geschäft wäre, doch immer bezahlt werden könnten, und gab ihm ahnungslos, wie ich heute zugeben muß, sehr großen Blankokredit. Die Liebe zum Lesen, zum Buch ... war seine frühe, große Leidenschaft.[1]

Warburg macht eine Banklehre mit Stationen bei Privatbanken in Frankfurt am Main und Amsterdam bevor er in München seinen Wehrdienst ableistet. Es folgen weitere Stationen 1890 in Paris und 1891 in London beim Bankhaus N M Rothschild & Sons. Er wurde nach Hamburg zurückgerufen, um dort 1893 Teilhaber des noch heute existierenden Privatbankhauses M. M. Warburg & CO zu werden.[2] 1895 wird auch sein jüngere Bruder Paul Teilhaber, der nächst jüngere Bruder Felix wandert in die USA aus und wird dort Privatbankier. Seit 1910 leitet Warburg die Bank als Direktor trotz großer Probleme Erster Weltkrieg und die folgenden Wirtschaftskrisen sehr erfolgreich.

Um den Aussenhandel nach dem Weltkrieg zu fördern, entstand auf Initiative von Warburg und Paul von Mendelssohn-Bartholdy vom Berliner Bankhaus Mendelssohn & Co 1920 die Deutsche Warentreuhand AG.[3] Warburg berief seinen Freund Merchand Banker und Senator a.D. August Lattmann in den Vorstande der Warentreuhand.[4] Die Warentreuhand hatte, wie der Name verrät, ursprünglich das Ziel Kredite auf Basis des juristischen Prinzips der Treuhand zu vermitteln. Das Prinzip der Sicherungsübereignung von Waren oder Inventar zur Absicherung von Krediten sollte vor allem deutsche Firmen helfen dringende benötigte internationale Kredite bekommen. Das Unternehmen befasste sich, um die Waren zu bilanzieren, seit seiner Gründung auch mit der Wirtschaftsprüfung, und wurde 1932 als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft anerkannt.

Warburg war seit 1924 Mitglied des Reichsbankrates, den er allerdings auf Druck der Nationalsozialisten aufgrund seiner jüdischen Herkunft verlassen musste. 1938 musste Warburg aufgrund seiner jüdischen Herkunft, seinen Direktorposten verlassen, die Bank verkaufen und emigrierte in die USA. Mit Tränen in den Augen hielt der Bankier, der sich zeit seines Lebens als deutscher Patriot verstand, im Casinosaal vor den 200 verbliebenen Angestellten eine Abschiedsrede, die mit den Worten schließt: „Wir wünschen Ihrer Arbeit Erfolg, zum Segen der Hansestadt Hamburg und zum Segen Deutschlands.“[5]

Von 1904 - 1919 war Warbung Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Er war Berater des deutschen Kaiser Wilhelm II. und nahm an den Verhandlungen zum Versailler Vertrag teil. Er verließ die Verhandlungen jedoch, da er die gestellten Bedingungen als unannehmbar bezeichnete.

Einzelnachweise

  1. Ernst H. Gombrich: Aby Warburg. Neuausgabe Hamburg 2006.
  2. Eckart Kleßmann: M. M. Warburg & Co 1798 - 1998, Die Geschichte eines Bankhauses, Hamburg 1998, S.35
  3. Siehe Seite der BDO Warentreuhand AG, abgerufen am 05.06.2008 [[1]]
  4. Siehe die ZEIT vom 09.01.1947 Nr.2, Abgreufen am 6.06.2008 hier [[2]]
  5. Kleßmann: M. M. Warburg & Co, S.101
Personendaten
Warburg, Max
Hamburger Bankier
5. Juni 1867
Hamburg
26. Dezember 1946
New York City