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Eduard Stiefel

Eduard Stiefel (* 21. April 1909 Schweiz; † 25. November 1978) war ein Schweizer Mathematiker.

Stiefel studierte von 1928 bis 1932 Mathematik an der ETH Zürich, fortgesetzt 1932-1933 in Hamburg und Göttingen. 1935 promovierte er an der ETH bei Heinz Hopf. Nach einer Zeit als wissenschaftlicher Assistent wurde er 1942 Privatdozent und 1943 ordentlicher Professor an der ETH. Er begann mit Arbeiten in der Topologie, u.a. über die Topologie von Liegruppen und Faserbündel. Eine Sorte charakteristischer Klassen ist nach ihm benannt (Stiefel-Whitney-Klassen). Seine Klassifikation von Faserbündeln auf Sphären hat auch Anwendung in der Klassifikation von Algebren (dargestellt von Friedrich Hirzebruch in Ebbinghaus u.a. „Zahlen“). Später wandte er sich ganz der Numerischen Mathematik zu. Er leitete das 1948 gegründete Institut für Angewandte Mathematik an der ETH, für das er 1949 eine Z4 von Konrad Zuse in Bayern aufspürte, die von Zuse für die ETH gemietet und wieder in Gang gebracht wurde. Die ETH war damit auf dem europäischen Kontinent die erste Hochschule mit einer programmierbaren Rechenmaschine. Später schickte Stiefel seinen Assistenten Heinz Rutishauser und Ambrosius Paul Speiser in die USA um Rechenmaschinen zu studieren, woraus die ETH-eigene Entwicklung ERMETH hervorging, die von 1955-1963 in Betrieb war.

Stiefel arbeitete auch über Himmelsmechanik, speziell die Berechnung von Satellitenbahnen, und allgemein über Störungstheorie. Eine Regularisierungsmethode von ihm und Kustaanheimo, die Spinoren und eine Transformation im vierdimensionalen Raum anwendet, ist nach ihm benannt. Stiefel erhielt Forschungsaufträge von der europäischen ESA (bzw. ihrer Vorläuferin ESRO) und der NASA. 1966 bis 1970 war er Präsident des Schweizerischen Komitees für Raumforschung.

Stiefel, der die Vorlesungen von Issai Schur über Darstellungstheorie 1936 an der ETH herausgegeben hatte, schrieb auch ein Buch über Gruppentheorie und eines über Darstellende Geometrie. Stiefel selbst war auch Zeichner und Maler.

1956 war er Präsident der Schweizerischen Mathematischen Gesellschaft. 1970 bis 1974 war er Präsident der Gesellschaft für Angewandte Mathematik und Mechanik.

Er war Mitglied der deutschen und norwegischen Akademie der Wissenschaften und war Ehrendoktor der Universität Louvain (Löwen, 1971), der Universität Würzburg (1974) und der Universität Braunschweig (1975). 1968 hatte er eine Gastprofessur an der Universität Brüssel.

Literatur

von Stiefel:

über Stiefel:

Personendaten
Stiefel, Eduard
Schweizer Mathematiker
21. April 1909
27. November 1978