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Hochsauerlandkreis

Der Hochsauerlandkreis ist ein Kreis im Südosten von Nordrhein-Westfalen und der flächenmäßig größte dieses Bundeslandes.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Er grenzt im Westen an den Märkischen Kreis, im Norden an die Kreise Soest und Paderborn, im Nordosten an den Kreis Höxter, im Osten an den hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg und im Süden an die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe. Der Kreis wird von der Ruhr und Lenne durchflossen, die beide bei Winterberg entspringen.

Die höchste Erhebung des Hochsauerlandkreises und gleichzeitig die höchste Erhebung des Landes Nordrhein-Westfalen ist der Langenberg mit 843,20 m ü. NN, der niedrigste Punkt ist an der Ruhr in Arnsberg-Voßwinkel bei Haus Füchten mit 146,00 m ü. NN.

Gebietsreform

Der Hochsauerlandkreis wurde in seiner heutigen Form am 1. Januar 1975 auf Grundlage des Sauerland/Paderborn-Gesetzes gegründet. Vorher war dieser Bereich in die Kreise Arnsberg, Meschede und Brilon unterteilt. Bei der Neugliederung gab der Altkreis Arnsberg Warstein an den Kreis Soest und Balve sowie Asbeck an den Märkischen Kreis ab. Das Amt Serkenrode wurde vom Altkreis Meschede an den Kreis Olpe abgegeben.

An den neugebildeten Hochsauerlandkreis fielen vom Kreis Wittgenstein die Höhendörfer Neuastenberg ("das große Dorf"), Mollseifen, Langewiese sowie die Siedlung Hoheleye. Der Altkreis Büren gab die Ortschaften Essentho, Meerhof, Oesdorf und Westheim an die Stadt Marsberg ab.

Geschichte

Zur Geschichte der Region vor der kommunalen Neugliederung vergl. u.a. die Beiträge Sauerland, Grafschaft Arnsberg, Herzogtum Westfalen sowie Wittgensteiner Land.

Politik

Kreistagswahl 2004

Wahlergebnisse der Kreistagswahl 2004
Partei Stimmen Sitze
CDU 59,7% 32
SPD 26,1% 14
Grüne 6,6% 4
FDP 7,6% 4

Quelle: Jahrbuch Hochsauerlandkreis Jg. 2005. S.148

Oberkreisdirektoren

Landräte

Parlamentarische Vertretungen

Der Hochsauerlandkreis wird im Europaparlament, im Bundestag und im Landtag NRW vertreten durch:

Wappen

Blasonierung:

In Rot ein silberner Adler mit silbernem Herzschild, der mit einem durchgehenden schwarzen Kreuz belegt ist.

Beschreibung:

Der Hochsauerlandkreis umfasst Gebiete der ehemaligen Territorien der Grafschaft Arnsberg und des Herzogtums Westfalen. Dementsprechend wurden die beiden Wappenbilder im Kreiswappen vereinigt: der Arnsberger Adler in den ursprünglichen Farben Rot und Silber und das kurkölnische Kreuz der Kurfürsten von Köln. Das Wappen entspricht dem des aufgelösten Kreises Arnsberg, das erstmals 1963 verliehen wurde. Die amtliche Genehmigung erfolgte am 31. Oktober 1975.[1]

Ehrenring des Hochsauerlandkreises

Seit 1975 wurde folgenden Personen der Ehrenring des Hochsauerlandkreises verliehen:

Kreisgliederung

Der Hochsauerlandkreis setzt sich aus zwölf Gemeinden zusammen. Zehn führen den Titel „Stadt“. Von diesen zehn sind die vier Städte Brilon, Meschede, Schmallenberg und Sundern (Sauerland) Mittlere kreisangehörige Städte, da ihre Einwohnerzahlen jeweils zwischen 25.000 und 60.000 liegen. Die Stadt Arnsberg ist Große kreisangehörige Stadt, da ihre Einwohnerzahl über 60.000 liegt.

Die folgende Liste zählt die zwölf Gemeinden des Hochsauerlandkreises alphabetisch mit amtlichen Namen auf. Die Einwohnerzahlen – in Klammern – sind vom 30. Juni 2006 (Quelle: Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen).

  1. Arnsberg, Stadt (76.427)
  2. Bestwig, Gemeinde (11.685)
  3. Brilon, Stadt (27.085)
  4. Eslohe (Sauerland), Gemeinde (9.240)
  5. Hallenberg, Stadt (4.568)
  6. Marsberg, Stadt (21.790)
  7. Medebach, Stadt (8.169)
  8. Meschede, Stadt (32.036)
  9. Olsberg, Stadt (15.770)
  10. Schmallenberg, Stadt (25.987)
  11. Sundern (Sauerland), Stadt (29.476)
  12. Winterberg, Stadt (14.361)

Eisenbahn

Den Hochsauerlandkreis durchzieht seit 1870–73 die Obere Ruhrtalbahn Hagen–Arnsberg–Meschede–Warburg der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft. Die lange Verzögerung zwischen Planung und Bau der Strecke war einer der Gründe für das wirtschaftliche Zurückbleiben der Region hinter den früh erschlossenen Nachbargebieten. Umgekehrt bedeutete die Eröffnung der Bahn einen wirtschaftlichen Impuls insbesondere für den Westen des heutigen Hochsauerlandkreises. Die Strecke hat eine zentrale Bedeutung für den schienengebundenen Personen- und Güterverkehr des Hochsauerlandkreises.

Von der Hauptstrecke gingen Zweigbahnen ab, die um die Jahrhundertwende durch die Preußische Staatsbahn erbaut worden sind, um die verkehrstechnisch bislang schlecht erschlossenen Nebentäler der Ruhr und des Berglandes zu erschließen:

Auch der Arnsberger Stadtteil Neheim-Hüsten wurde Bahnknotenpunkt sowohl für den Personen- wie auch für den Güterverkehr: von hier führte die AG Ruhr-Lippe-Kleinbahnen 1898 eine Schmalspurbahn nach Soest und 1907 eine weitere dreischienige Linie parallel zur Hauptbahn im Ruhrtal nach Arnsberg. Obwohl der Personenbetrieb mittlerweile eingestellt ist, dient die Strecke nach wie vor dem Güterverkehr. Die dritte Kleinbahnstrecke von Neheim-Hüsten wurde im Jahre 1900 durch die Westdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft im Röhrtal nach Sundern geführt. Diese Strecke war entscheidend für die industrielle Entwicklung des Röhrtals. Diese wird heute nur noch sporadisch für den Güterverkehr genutzt. Überlegungen den Personennahverkehr wieder aufzunehmen, scheiterten jüngst an einer negativen Einschätzung der „Integrierten Gesamtverkehrsplanung“ der Landesregierung von NRW.

Im Osten der Winterberger Hochfläche führte ab 1902 eine weitere Schmalspurbahn von Steinhelle zur Stadt Medebach und überwand die Höhendifferenz von mehr als 300 m mittels zweier Spitzkehren.

Auch die Westfälische Landes-Eisenbahn GmbH war vertreten mit der 1898 eröffneten Strecke von Belecke nach Brilon Stadt.

Zusätzlich erschlossen im 19. und frühen 20. Jahrhundert einige Werksbahnen – etwa die Bahn zwischen dem Ramsbecker Erzrevier und der Hauptstreckte der heutigen Ruhrtalbahn und im Osten die Rhene-Diemeltalbahn ebenfalls zum Erztransport.

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