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Buttelstedt

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 4′ N, 11° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Weimarer Land
Verwaltungsge-
meinschaft:
Buttelstedt
Höhe: 200 m ü. NN
Fläche: 18,82 km²
Einwohner: 1366 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99439
Vorwahl: 036451
Kfz-Kennzeichen: AP
Gemeindeschlüssel: 16 0 71 011
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 14
99439 Buttelstedt
Webpräsenz:
www.vg-buttelstedt.de
Bürgermeister: Joachim Ulrich

Buttelstedt ist eine Stadt im Norden des Landkreises Weimarer Land und Teil der Verwaltungsgemeinschaft Buttelstedt. Zu Buttelstedt gehören die Ortsteile Daasdorf, Nermsdorf und Weiden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wird Buttelstedt in einem Verzeichnis der Güter des vom Erzbischof Lullus († 786) von Mainz erbauten Klosters Hersfeld als Botalastat urkundlich erwähnt. 1052 überließ Kaiser Heinrich III. dem Bistum Naumburg Hoheitsrechte in Buttelstedt, die durch Weiterverleihung an die Landgrafen von Thüringen übergingen. Es besaß einen der vier Dingstühle der Landgrafschaft, war somit eine Gerichtsstätte des thüringischen Adels und wurde in dieser Funktion 1119 erstmals als Maspe (d. h. Espe) erwähnt.

1887 erhielt die Stadt einen Bahnanschluss nach Weimar, Rastenberg und Großrudestedt. Die Weimar-Rastenberger Eisenbahn-Gesellschaft war Betreiber dieser Sekundärbahn mit Meterspurweite. 1898 übernahm der Berliner Bahnunternehmer Herrmann Bachstein die unwirtschaftliche Bahn, legte unrentable Strecken still und betrieb die im Volksmund „Laura“ bezeichnete Bahn bis 1946 weiter, ab 1923 unter dem Namen Weimar-Buttelstedt-Großrudestedter Eisenbahn. 1946 wurde die Bahn als reparationswürdig eingestuft und stillgelegt. Vor dem Ersten Weltkrieg wurde eine Ziegelei gebaut, die bis in die 1950er-Jahre existierte. Der dafür benötigte Ton wurde nahe Haindorf aus Lehmgruben gewonnen und mit einer Seilbahn zur Ziegelei transportiert.

Schulen

In Buttelstedt gibt es die Grundschule „Gustav Steinacker“, eine Regelschule und das Lyonel-Feininger-Gymnasium Buttelstedt/Mellingen. An den Buttelstedter Schulen werden 650 Kinder aus dem Einzugsbereich der Verwaltungsgemeinschaft Buttelstedt sowie der Gemeinden Schwerstedt, Krautheim und Haindorf unterrichtet.

Stadtwappen von Buttelstedt

Auf dem Wappen und Siegel von Buttelstedt war ursprünglich der heilige Nikolaus dargestellt, der als Märtyrer und Heiliger seit dem 5. Jahrhundert in der katholischen Christenheit, insbesondere von Reisenden und Kaufleuten als Schutzheiliger angerufen wurde. So ist seine Verehrung auch in Buttelstedt eingeführt und die Stadtkirche ihm und zugleich auch dem heiligen Stephanus geweiht worden. Später ist in der bildlichen Darstellung des Schutzheiligen auf Wappen und Siegel eine Änderung eingetreten. Unter dem Schutz dieses Heiligen stellte sich auch die Gemeinde Buttelstedt, indem sie das alte Wappen und Siegel abänderte. In der bildlichen Darstellung des Laurentius (wurde hingerichtet, da er Schätze an Arme verteilte) war ein lrrtum unterlaufen, denn er war ja nicht Bischof sondern Diakon, man hätte Bischofsmütze und Stab weglassen sollen...

Menhir Wetzestein oder Langer Sein

Vor dem Stadtrand von Buttelstedt rechts der B 85 aus Richtung Kölleda steht ein besonderes Kulturdenkmal, der Menhir. Im Volksmund und in älteren Schilderungen wird er auch Langer Stein oder Wetzstein genannt. Sagen und Histörchen sind um ihn entstanden. Dieser senkrecht stehende, 2,80 Meter hohe, vierkantige, in einer stumpfen Spitze auslaufende, für sein Alter nur geringfügig verwitterte Muschelkalkstein, ist der schönste Menhir Thüringens, schätzungsweise 5000 Jahre alt. Lange Zeit war unklar, ob es sich um eine Grenz- oder Wegemarke oder um einen Kultstein gehandelt haben könnte. Heute weiß man, dass es sich um einen Totenstein handelt. Ein Menhir wurde an das Kopfende eines Hünengrabes als Seelenthron gesetzt, denn man glaubte, die Seele des Verstorbenen verließ aus verschiedenen Anlässen ihr Grab, um auf dem hohen Stein Platz zu nehmen. Die bekannteste Sage vom Buttelstedter Menhir lautet: Zwei Riesen mähten vor Zeiten gleichzeitig Gras auf ihrem Gebiet. Da rief der Riese vom Ettersberg dem von der Finne zu: „Meine Sense ist stumpf geworden, wirf mir doch einmal deinen Wetzstein herüber“. Sogleich erfüllte der so Angerufene diesen Wunsch und warf den Stein seinem Nachbarn zu, hatte jedoch nicht mehr die Kraft, diesen Stein bis zum Ettersberg zu schleudern. Bereits bei Buttelstedt fiel der Stein zu Boden. Als Bodendenkmal steht er heute unter gesetzlichem Schutz.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Kürsten, Otto und Bremer, Otto: Lautlehre der Mundart von Buttelstedt bei Weimar. Sammlung kurzer Grammatiken deutscher Mundarten Bd. 9. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1910.