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Horn-Bad Meinberg

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 51° 53′ N, 8° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Lippe
Höhe: 125–468 m ü. NN
Fläche: 90,16 km²
Einwohner: 18.260 (30. Juni 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 203 Einwohner je km²
Postleitzahl: 32805
Vorwahl: 05234
Kfz-Kennzeichen: LIP
Gemeindeschlüssel: 05 7 66 032
Stadtgliederung: 17 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 4
32805 Horn-Bad Meinberg
Webpräsenz:
www.horn-badmeinberg.de
Bürgermeister: Eberhard Block
Lage der Stadt Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe

Horn-Bad Meinberg ist eine deutsche Stadt in Lippe im Nord-Osten von Nordrhein-Westfalen am Rande des Teutoburger Waldes, die insbesondere durch die Natursehenswürdigkeit Externsteine bekannt ist. Der Stadtteil Bad Meinberg ist lippisches Staatsbad.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Das von Süden nach Norden verlaufende Eggegebirge stößt bei Horn mit seinem nördlichen Ende auf das östliche Ende des von Westen nach Osten verlaufenden Teutoburger Waldes. Im Gemeindegebiet befinden sich die beiden höchsten Berge des Eggegebirges, "die" Lippische [Velmerstot] mit 441 m und "die" Preußische Velmerstot mit 468 m Höhe über dem Meeresspiegel und die höchste Erhebung des Teutoburger Waldes, der Barnacken mit 446 m Höhe. Die beiden Mittelgebirgszüge werden durch das romantische Felsental des Silberbachs getrennt.

Hier treffen der den Teutoburger Wald längs durchquerende, 156 km lange Hermannsweg und der Eggeweg, ein 70 km langes Teilstück des Europäischen Fernwanderwegs E1 (von Schweden bis Italien), aufeinander.

Zwischen den Ortsteilen Horn und Holzhausen (Externsteine) befindet sich das wohl bekannteste Naturdenkmal des Teutoburger Waldes, die Externsteine, in deren Nähe die Wiembecke entspringt.

In Ortsteil Wehren entspringt die Werre, die als Flüsschen das Gebiet des Landkreises in Richtung Herford durchquert.

Teile des Gemeindegebietes befinden sich im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge, und auch der von manchen angestrebte Nationalpark Senne-Egge würde das Gemeindegebiet berühren.

Nachbargemeinden

Im Westen grenzt die Gemeinde Schlangen an, im Nordwesten Detmold, im Norden Blomberg. Im Osten liegt die Gemeinde Schieder-Schwalenberg und im Süden der Kreis Höxter mit der Gemeinde Steinheim. Südwestlich trifft noch der Kreis Paderborn mit den Gemeinden Altenbeken und Bad Lippspringe auf die Grenze zur Gemeinde Horn-Bad Meinberg.

Stadtgliederung

Horn-Bad Meinberg besteht aus den folgenden Ortsteilen:

  • Bad Meinberg (4.636 Einwohner)
  • Belle (1.196 Einwohner)
  • Bellenberg (337 Einwohner)
  • Billerbeck (447 Einwohner)
  • Feldrom (-> Kempen)
  • Fissenknick (524 Einwohner)
  • Fromhausen (175 Einwohner)
  • Heesten (145 Einwohner)
  • Holzhausen-Externsteine (1.191 Einwohner)
  • Horn (7.018 Einwohner)
  • Kempen (492 Einwohner)
  • Leopoldstal (1.991 Einwohner)
  • Schmedissen (90 Einwohner)
  • Vahlhausen (156 Einwohner)
  • Veldrom (346 Einwohner)
  • Wehren (337 Einwohner)
  • Wilberg (192 Einwohner)

Einwohnerzahlen Stand 31. Dezember 2004

Geschichte

Die Stadt Horn-Bad Meinberg existiert seit der Gebietsreform von 1970. Die zuvor eigenständige Stadt Horn wurde mit den Gemeinden Belle, Bellenberg, Billerbeck, Fromhausen, Heesten, Holzhausen-Externsteine, Leopoldstal, Bad Meinberg, Schmedissen, Vahlhausen, Veldrom, Wehren, Kempenfeldrom, Teilen der Gemeinde Oberschönhagen – als Ortsteil Fissenknick – und Teilen der Gemeinde Schönemark – als Ortsteil Wilberg – zusammengefasst. Die neu entstehende Stadt trug laut Gesetz zur Neugliederung des Kreises Detmold vom 2. Dezember 1969 den Namen Bad Meinberg-Horn. Dagegen rührte sich massiver Widerstand bei den Einwohnern der ehemaligen Stadt Horn, der dann am 10. September 1970 zur Umbenennung der Stadt in Horn-Bad Meinberg führte.

Horn

Im Wald südwestlich von Horn befindet sich eine alte Siedlungsstelle. Die Flurnamen "Auf der Hausstelle" und "Am Hüttenschlag" im Stadtwald zwischen Kartoffelberg und Krebsbachtal deuten darauf hin. Der Überlieferung nach handelte es sich dabei um einen großen Hof, der mit Hürden, einem Flechtwerk aus Ruten und Stäben (plattdeutsch Hören), eingefriedet war und "in den Hören" hieß. Was sich außerhalb der Einfriedung befand, wurde "für (vor) den Hören" (vorm Horne) genannt, woraus dann später der Name Horn entstanden sein könnte.

Aus der ältesten bekannten urkundlichen Erwähnung von Horn als Stadt geht hervor, dass die Gründung der Stadt um 1248 erfolgt sein muss. Die alte Burg Horn wurde 1348 fertiggestellt. Die Burg wurde als Wehr- und Wohnbau der Edelherren und späteren Grafen zur Lippe genutzt. „Diesseits des Waldes“ war die Burg Horn die einzige Residenz Bernhards V., allerdings besaß er „jenseits des Waldes“ auch Lippstadt, Rheda und Holzminden, so dass er nicht nur in Horn residiert hat.

Später wurde die Burg Horn von mehreren Witwen des Hauses Lippe als Alterssitz genutzt, zuletzt 1666–1673 von Gräfin Amalie zur Lippe. Kriegerische Auseinandersetzungen um die Stadt fanden insbesondere während der Soester Fehde (1444–1449) und während der Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) statt. Im Jahr 1864 wurden große Teile der Innenstadt bei einem Brand zerstört; 60 Häuser wurden Opfer der Flammen. Das 1864 errichtete neue neugotische Rathaus ist ein Nachfolgebau für das bei dem großen Stadtbrand vernichtete Rathaus.

Einen Bahnanschluss für die Stadt Horn gibt es seit 1895; der außerhalb des Stadtkerns in Richtung Bad Meinberg gebaute Bahnhof liegt an der Strecke DetmoldAltenbeken.

Zwischen 1912 und 1952 konnte man sogar zusätzlich die Straßenbahn benutzen. In der Blütezeit führte sie von Horn in Richtung Westen nach Detmold und von dort weiter in die Detmolder Ortsteile Pivitsheide, Berlebeck und Heiligenkirchen. Nach Südwesten konnte man über Schlangen und Bad Lippspringe bis Paderborn fahren. Diese Strecke führte zeitweise sogar mitten zwischen den Externsteinen hindurch. Man kann dort an den Felsen noch die Spuren von der Oberleitungsbefestigung erkennen. In Richtung Nordosten führte die Straßenbahn über Bad Meinberg bis nach Blomberg. Betrieben wurde die Straßenbahn bis 1952 von der Paderborner Elektrizitätswerke und Straßenbahn AG, kurz PESAG genannt.

Siedlung Moorlage

Im Osten Horns entstand zu Anfang des Zweiten Weltkriegs die Siedlung Moorlage. Grund war die Umsiedlung des Dorfes Haustenbeck in der Senne, das einem Truppenübungsplatz weichen musste. Ein Großteil der Dorfgemeinschaft zog nach Horn, wo die Firma Künnemeyer Arbeitskräfte suchte. Die Landwirte erhielten Höfe von der Reichsumsiedlungsgesellschaft RUGES. Am 18. Februar 1938 kam der erste Vorschlag, eine geschlossene Siedlung aufzubauen. Etwa vierzig Familien siedelten nach Horn um.

Das Projekt plante das Kreisbauamt Detmold. Vier Haustypen standen zur Verfügung. Die Bewohner durften bei dem Innen- und Sanitärraum mitbestimmen. Jedes Haus war mit einer Innentoilette und Badegelegenheit ausgestattet. Die Siedlung sollte aus vierzig Häusern bestehen, die nah beieinander gebaut werden sollten. Ein Grundstück war 1–3 Scheffelsaat (1 SS = 1717 m²) mit genügend Land für Ackerbau und Platz für eine kleine Viehhaltung. Ein Quadratmeter kostete zu der Zeit 0,40 Reichsmark. Der Erstellungspreis der Ein- und Zweifamilienhäuser mit Stallungen betrug zwischen 8000 RM und 15000 RM.

1938 wurden Vermessungen vorgenommen und die Siedlung Moorlage wurde als "kriegswichtig" eingestuft. Ende Januar 1939 wurde beschlossen, dass 31 Einfamilien- und 13 Zweifamilienhäuser gebaut werden. Das Datum der Umsiedlung war der 05. November 1939. Es entstand eine rechtwinklige Schachbrett-Siedlung, in der sich die Bürger durch Vieh und Acker versorgen konnten. Damit die Siedlung etwas lockerer aufgebaut aussieht, wurden die Giebel versetzt gebaut, die Hauptstraße war breiter und auf beiden Seiten mit Bäumen bepflanzt und Fußwege wurden ebenfalls angelegt.

Die Moorlage sollte an das Horner Wasserrohrnetz angeschlossen werden, und die Stromversorgung erfolgte durch PESAG. Das Baugelände war das ehemalige Hudegelände. Als im Januar 1939 mit den Arbeiten begonnen wurde, verfasste sogar die Lippische Staatszeitung einen Artikel über das Siedlungsvorhaben. Doch der Winter behinderte die Bauarbeiten, und es mangelte an Materialien wie Eisen und Stahl. Ende August 1939 traf der erste Haustenbecker ein, Bürgermeister Wilhelm Mehrmann. Am 01. September 1939 platzten dann die Umzugsvorbereitungen wegen des Kriegsbeginns.

1989 waren noch 42 von 44 Siedlungshäusern im Besitz der Familien, die sie auch erbaut haben. Ende 1989 feierte die Moorlage ihr 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum wurde ein Gedenkstein aufgestellt mit der Aufschrift: "50 Jahre Moorlage / Zur Erinnerung an die Umsiedlung von Haustenbeck."

Bad Meinberg

Der Ort Meinberg wird erstmals 978 erwähnt. Unter der Bezeichnung „curia meginbergen“ wird in diesem Jahr der erst 1960 abgerissene Meierhof aufgeführt. Als Heilbad findet Meinberg dann 1676 Erwähnung, als Andreas von Keil (genannt „Cunaeus“) den Meinberger Gesundbrunnen empfiehlt. 1762 erhielt Dr. med. Johann Erhard Trampel von Graf Simon August den Auftrag, die in Meinberg vorhandenen Quellen zu untersuchen und ein Gutachten zu erstellen. Dr. Trampel gilt als die treibende Kraft bei der Entwicklung des Bauerndorfs zum Heilbad. 1767 wird Meinberg durch eine Verfügung des Grafen offiziell zum "Curort" ernannt, in diesem Jahr wurden bereits 413 Kurgäste gezählt. Zur Unterbringung der Gäste mussten Hotels gebaut werden. Der historische Kurpark wurde 1770 angelegt. Im gleichen Jahr entstand das Logierhaus "Stern", damals Privatbesitz von Dr. Trampel, 1775 dann das Logierhause "Rose" auf der gegenüberliegenden Seite des barocken Kurgartens. Dr. Trampel starb im Jahr 1817 im Alter von 80 Jahren in Pyrmont Die Nachfolger von Dr. Trampel, Dr. Scherf († 1818) und anschließend Dr. Gellhaus schaffen die Grundlagen für die Schlammbadekur (heute: Moorkur), die sich in der Folgezeit als Erfolg erweisen. Trotzdem dauerte es bis 1900, bis man zum ersten Mal 1.000 Kurgäste in einer Saison zählte.

Seit 1903 darf sich der Ort aufgrund fürstlicher Order Bad Meinberg nennen. Das eigentliche Bad gehörte aber immer noch nicht zum Gemeindebezirk, sondern stellte einen eigenen Domanialbezirk dar. Es wurde erst 1919 dem Gemeindebezirk Bad Meinberg angeschlossen. 1933 wurde Bad Meinberg Lippisches Staatsbad.

Nach über 800-jähriger Geschichte endete 1947 die Selbstständigkeit Lippes, und es wurde Teil des neu gegründeten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Als Folge der in Lippe bestehenden Verhältnisse wurde jedoch das Domanial- und Forstvermögen, zu dem auch die beiden Bäder Meinberg und Salzuflen gehörten, nicht an Nordrhein-Westfalen überführt. Zur Verwaltung dieses Vermögens wurde durch Gesetz vom 5. November 1948 der Landesverband Lippe gegründet, der seither Träger des Staatsbades ist.

Infolge steigender Kurgastzahlen gab es in den 1950er Jahren eine rege Bautätigkeit, und der Vielländerpark, Silvatikum genannt, wurde angelegt. Dadurch vergrößerte sich die gesamte Kurparkfläche in Bad Meinberg auf über 40 Hektar. Einen zweiten Bauboom bescherten die 1970er und 1980er Jahre, in der drei große Kurkliniken am Rande des Silvatikums und das Thermalbewegungsbad entstanden. 1992 erreichten die Kurgastzahlen mit beinahe 38.000 den bislang höchsten Stand. Seither gingen durch die Strukturreform im Gesundheitswesen die Zahlen stark zurück, und Ende der 1990er Jahre schlossen nach und nach die drei Kurkliniken am Silvatikum. Seit Ende 2003 befindet sich dort Europas größtes Yoga-Seminarhaus.

Religionen

Politik

Gemeinderat

Der Rat der Stadt Horn-Bad Meinberg besteht aus 32 Stadtverordneten. In der Wahlperiode 2004 - 2009 setzt sich der Rat wie folgt zusammen:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2004
Sitze
2004
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 42,3 13
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 36,2 12
BürgerBündnis Freie Wähler 10,1 3
GAL Grün-Alternative-Liste Horn-Bad Meinberg 6,2 2
FDP - UWG Freie Wähler 5,2 2
Gesamt 100,0 32
Wahlbeteiligung in % 60,9

(Stand: Kommunalwahl am 26. September 2004)

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau oben an einer fünfblättrigen roten Rose mit goldenen (gelben) Butzen aufgehängtes goldenes (gelbes) Horn, unten ein silberner (weißer) Brunnentempel mit rundbogiger Tür.

Städtepartnerschaften

Horn-Bad Meinberg unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Im Ortsteil Bellenberg befindet sich die Freilichtbühne Bellenberg, wo in den Sommermonaten an den Wochenenden in der Regel zwei Erwachsenen- und ein Kinderstück aufgeführt werden. http://www.freilichtbuehne-bellenberg.de/

Museen

Das stadthistorische Museum befindet sich in der Burg Horn, einem der ältesten Wohnsitze der Edelherren zur Lippe. Das Museum ist in den Monaten Mai bis Oktober geöffnet.

Im Ortsteil Kempenfeldrom befindet sich das privat betriebene Traktorenmuseum Kempen.

Bauwerke im Stadtteil Horn

Wohnbauten. Einstmals wurde das Stadtbild wesentlich von giebelständigen Fachwerk-Dielenhäusern geprägt. Einige schöne Beispiele haben sich bis heute an der Nord- und an der Mittelstraße erhalten. Besonders reizvoll ist die Baugruppe Nordstraße 21-33. Der Massivbau blieb bis weit in das 19. Jahrhundert hinein eine Ausnahmeerscheinung. An Einzelbauten sind zu erwähnen:

Bauwerke im Stadtteil Bad Meinberg

Parks

Der historische Kurpark wurde um 1770 als barocke Anlage angelegt. Seine Größe beträgt 6,25 ha.

Die ursprüngliche Anlage des Parks geht auf eine 1767 erstellte Planskizze des Oberförsters Feige zurück. Sein Entstehen verdankt er der Förderung durch den Begründer des Kurbetriebs in Meinberg, Dr. Trampel, und durch den Landesherrn Graf Simon August (Lippe). Der Park wurde um eine Mofette (Gasquelle) herum angelegt, die man zunächst irrtümlich für eine Wasserquelle gehalten hatte. Durch den Park fließt die Werre. Die Nord-Südachse des Parks ist um einige Grad nach Westen gedreht und weist etwa nach NNW. Zu den den Park umgebenden Gebäuden gehören das am nördlichen Ende der Achse gelegene Bade- und Logierhaus Stern (erbaut 1770–1773) und das 1775 fertiggestellte Kurhaus Rose an deren südlichem Ende. Die Ost-Westachse geht heute an der Westseite in die Allee, die zentrale Einkaufsstraße Bad Meinbergs über. Der ursprünglich streng geometrisch konzipierte Park erfuhr im Laufe der Jahre zahlreiche Umgestaltungen. Als Zentrum des Parks war 1768 ein achteckiges Brunnenhaus errichtet worden. Von hier ausgehende, mit Linden und Rosskastanien bepflanzte Alleen und mit Hainbuchenhecken umfasste diagonale Wege bildeten die Grundstruktur des Parks. Schon 1785 erfolgte eine erste große Umgestaltung nach englischem Vorbild. Nach Vorschlägen von Christian Cay Laurenz Hirschfeld wurden die diagonalen Wege entfernt und die Bereiche zwischen den Kreuzalleen landschaftlich gestaltet. Die begradigte Werre erhielt mehrere Staustufen um ihre Fließgeschwindigkeit zu verringern. Im Südwesten des Parks entstand als Aussichtspunkt ein Schneckenberg. Eine weitere Umgestaltung erfolgte 1820, diesmal nach Plänen des Hofgärtners Nolda aus Kassel. Aufbauend auf den Ideen Hirschfelds ließ er Schlängelwege, Rasenflächen und ein "Lustgärtchen" anlegen. Der Lauf der Werre wurde nochmals verändert, so dass das Flüsschen nun leicht geschlängelt den Park durchquerte. Der im Kurpark befindliche „Brunnentempel“ wurde anstelle des Brunnenhauses 1842 erbaut. Er ist das Wahrzeichen Bad Meinbergs und hat auch Eingang in das Stadtwappen von Horn-Bad Meinberg gefunden.

Als Erweiterung des Kurparks wurde 1928 mit der Anlage des Berggartens begonnen. Der Gestaltungsplan des 3 ha großen Geländes stammt von dem Bielefelder Gartenarchitekten Pieper, die Ausführung lag beim Gartenmeister Hermann Niemeyer. Die Anlage, die am nördlichen Ortsrand von Bad Meinberg gelegen ist, umfasst einen südlichen, tiefer gelegenen geometrischen und einen nördlichen, höher gelegenen landschaftlichen Teil. Den unteren Teil des Parks dominiert eine zentrale Treppenanlage, die den Südhang in mehrere Terrassen gliedert. Die Mittelachse des Parks war ursprünglich auf die als „Schlösschen“ oder „Schloss“ bezeichnete Villa des lippischen Grafen Leopold ausgerichtet. Dieses Gebäude wurde im Jahr 1962 abgerissen. Ursprünglich existierte eine direkte Verbindung zwischen dem Berggarten und dem südlich gelegenen historischen Kurpark. Diese wurde 1986 durch ein neu errichtetes Nebengebäude des Kurhotels "Zum Stern" unterbrochen, im unteren Teil des Gartens wurde eine Tiefgarage eingebaut. Anstelle der dort befindlichen Tennisplätze wurde 2000 ein „Garten der Sinne“ angelegt. Der landschaftliche Teil wird durch einen Rundweg erschlossen. Den nördlichen Abschluss des Parks bildet eine offene Wetterschutzhütte, von der aus die gesamte Anlage überblickt werden kann.

Als Seepark wird eine in den Jahren von 1953 bis 1955 angelegte, ca. 3 ha große Anlage mit einem ca. 1 ha großen See bezeichnet, die sich in östlicher Richtung an den historischen Kurpark anschließt. Der See resultiert aus einer Aufstauung der Werre. Gegen Ende des 2. Weltkrieges begannen französische Zwangsarbeiter mit den Arbeiten an der Staumauer für ein Hochwasserrückhaltebecken. Ab 1953 wurde der See aufgestaut, die Fertigstellung des auf Plänen des Gartenmeisters Hermann Niemeyer beruhenden Seeparks erfolgte 1955. Die 12 Meter hohe Fontäne im See ist weithin sichtbar. Nahe des Zuflusses der Werre befindet sich das Neptun-Denkmal. Der Hauptzugang zum Park erfolgt über dessen Westseite, die die Ost-Westachse des historischen Kurparks mit großzügig gestalteten Blumenbeeten fortsetzt und direkt auf den See hinführt. Der See wird von einem Rundweg umschlossen, der seinerseits durch Baum- und Strauchgruppen von der umgebenden Bebauung - meist Kurpensionen und Gästehäuser mit Blick auf den Park - abgegrenzt ist.

Mit ca. 40 ha ist das Silvatikum (man findet auch die Schreibweise "Sylvatikum") der größte der Parks in Horn-Bad Meinberg. Der Park liegt am östlichen Ortsrand von Bad Meinberg. Er schließt sich an den historischen Kurpark und den Seepark an und geht fließend in die freie Landschaft über. In der Zeit von 1962 bis 1965 wurden in dieser von Forstdirektor Dr. Splettstößer als „Länderwaldpark“ konzipierten Anlage 36000 Bäume und Sträucher angepflanzt, die Waldlandschaften aus 14 verschiedenen Weltregionen bilden. Es finden sich hier Baumgruppen mit über 50 Gattungen, die als charakteristische Pflanzgemeinschaften die folgenden Regionen repräsentieren: Japan (Insel Hondo), China (Himalaya), Kaukasus, Ostpreußen, Pommern, Spreewald, mitteleuropäischer Auenwald, hohe Alpen, Oberitalien und Mittelmeer, Jugoslawien und Bosnien, Nordamerika (Mississippi, Kalifornien / Sierra Nevada, Nordostamerika, Nordwestamerika).

Eigentümerin der Parks ist die Staatsbad Meinberg GmbH. Alle Anlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturdenkmäler

Im Ortsteil Holzhausen befinden sich die Externsteine, eine Felsformation aus Sandstein, die zu den bedeutendsten Natur-Sehenswürdigkeiten Deutschlands gehört.

Im Ortsteil Wehren entspringt die Werre, ein Nebenfluss der Weser.

Sport

Vereine, die im Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen organisiert sind: TuS Horn-Bad Meinberg, Türkischer SV Horn, TSV Belle, TuS Holzhausen/Externsteine, TSV Leopoldstal

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

In Horn-Bad Meinberg kreuzen sich die Bundesstraßen B 1 und B 239.

Schienenverkehr

Der Bahnhof Horn-Bad Meinberg liegt an der Bahnstrecke Herford–Altenbeken (KBS 405). Er wird im Stundentakt von der RB 72 „Ostwestfalen-Bahn“ HerfordDetmoldAltenbekenPaderborn sowie vom RE 82 „Der Leineweber“ Altenbeken–Detmold–Bielefeld und weiter als RB 67 bis Münster bedient. Ein weiterer Haltepunkt der RB 72 befindet sich in Leopoldstal.
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der Westfalenbahn mit Elektro-Triebwagen des Typs Flirt und von der NordWestBahn mit Talent-Diesel-Triebwagen. Horn-Bad Meinberg gehört dem Verkehrsverbund OstWestfalenLippe an. Es gilt der regionale „Sechser-Tarif“ und der NRW-Tarif.

Busverkehr

Die beiden Stadtteile Horn und Bad Meinberg werden durch eine Stadtbuslinie miteinander verbunden, die auch Anschlüsse an den Zugverkehr bietet. Die umliegenden Orte (u.a. Schlangen, Bad Lippspringe, Blomberg) sind mit Regionalbussen erreichbar.

Fahrradverkehr

Die Radfernwege Römerroute und Wellness-Radroute sowie die BahnRadRoute Weser-Lippe führen durch das Gemeindegebiet. Außerdem verläuft der Europaradwanderweg R1 auf seinem Weg von Calais (Frankreich) nach Tallinn (Estland) direkt an den Externsteinen vorbei.

Ansässige Unternehmen

Größter Arbeitgeber (mit ca. 750 Beschäftigten) in Horn-Bad Meinberg ist der zum portugiesischen Sonae Indústria Konzern gehörende Holzwerkstoffhersteller GHP GmbH. Dieses Unternehmen ist aus der 2001 in Insolvenz gegangenen Hornitex Gruppe hervor gegangenen, die 1926 von den Brüdern Friedrich und Otto Künnemeyer als Sperrholzwerk Gebr. Künnemeyer gegründet und 1958 in Hornitex Werke Gebr. Künnmeyer umbenannt wurde.


Bildung

Schulen

Es gibt drei Grundschulen im Gemeindegebiet: Die größte ist die Grundschule Horn mit knapp 500 Kindern, dann gibt es noch die Grundschule Bad Meinberg mit ungefähr 400 Kindern, Grundschule Belle mit ungefähr 160 Kindern. Die weiterführenden Schulen befinden sich im Schulzentrum in Horn: die Hauptschule Horn-Bad Meinberg mit ungefähr 350 Schülern, die Realschule Horn-Bad Meinberg und das Gymnasium Horn-Bad Meinberg. In Horn gibt es außerdem als Schule für Kinder mit besonderem Förderbedarf im Lernen die Turmschule (Förderschule für Lernbehinderte) und als Schule für Geistigbehinderte die Schule am Teutoburger Wald. Während für die anderen Schulen die Stadt der Träger ist, ist die Schule am Teutoburger Wald eine Schule des Kreises Lippe.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weitere Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

Literatur

 Commons: Horn-Bad Meinberg – Bilder, Videos und Audiodateien