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Sprachkontakt

Sprachkontakt findet bereits statt, sobald eine Person zwei oder mehr Sprachen abwechselnd verwendet. Dies ist häufig durch geographische Nähe zu einer anderen Sprache bedingt. Deshalb ist ein wichtiger Aspekt von Sprachkontakt der Bilingualismus.

Interferenzen, das heißt Einflüsse einer Sprache auf eine andere, die sich aus Sprachkontaktsituationen ergeben, werden von der Kontaktlinguistik, einem benachbarten Gebiet der kontrastiven Linguistik, ebenso erforscht wie Integrationen, also die Ergebnisse der Einflüsse in der aufnehmenden Sprache. Dabei ist die Lexik die Sprachebene, die mit Lehnwörtern und Lehnprägungen besonders augenfällig ist; Interferenz- und Integrationserscheinungen gibt es allerdings auf allen Sprachebenen.

Zu allen Zeiten und in allen geographischen Räumen fand und findet Sprachkontakt statt. Wenn dabei eine der beteiligten Sprachen ein höheres „Prestige“ hat als die andere, kann Sprachkontakt zum Sprachwechsel führen. In diesem Fall wird die ursprüngliche Sprache zugunsten der zweiten aufgegeben. Der Sprachwechsel tritt besonders dann auf, wenn eine der Sprachgruppen politisch oder wirtschaftlich dominant ist. Die dominante Sprache wird dann meist auch von den Sprechern der nichtdominanten Sprachgruppe als Verwaltungs- oder Wirtschaftssprache benutzt und dringt später immer weiter in den alltäglichen Sprachgebrauch vor.

Wenn sich nicht nur einzelne, sondern größere Gruppen von Sprechern in einer Sprachkontaktsituation befinden, sind verschiedene Ergebnisse denkbar:

Literatur

 Wiktionary: Sprachkontakt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik