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Wschowa

Wschowa
DEC
Wschowa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Landkreis: Wschowa
Fläche: 8,38 km²
Geographische Lage: 51° 48′ N, 16° 18′ OKoordinaten: 51° 48′ 0″ N, 16° 18′ 0″ O
Höhe: 93 m n.p.m
Einwohner: 14.458 (30. Juni 2007[1])
Postleitzahl: 67-400
Telefonvorwahl: (+48) 65
Kfz-Kennzeichen: FWS
Wirtschaft und Verkehr
Straße: GłogówLeszno
Schienenweg: GłogówLesznoKrotoszyn
Nächster int. Flughafen: Posen-Ławica
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 23 Ortschaften
Fläche: 198,3 km²
Einwohner: 21.614 (30. Juni 2007[1])
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Krzysztof Grabka
Adresse: Rynek 1
67-400 Wschowa
Webpräsenz: www.wschowa.pl

Wschowa (deutsch Fraustadt) ist die Kreisstadt des Powiat Wschowski in der Woiwodschaft Lebus in Polen.

Geschichte

Die Stadt wurde um 1250 nach Magdeburger Recht in einem zwischen Schlesien und Großpolen (Wielkopolska) umstrittenen Gebiet von Kolonisten gegründet. Ursprung war vermutlich eine Grenzburg, aus der eine Siedlung entstand.

Die erste nachweisliche Nennung der Stadt als „Veschow“ datiert auf das Jahr 1248. Die erste Nennung als „Frowenstat Civitas“ stammt aus dem Jahre 1290.

Bis 1343 wechselte der Besitz häufig, dann wurde das Fraustädter Land von König Kasimir dem Großen (Kazimierz III. Wielki) endgültig für Polen zurückerobert und Fraustadt als Immediatstadt privilegiert. Das Fraustädter Land wurde ein eigenständiges Verwaltungsgebiet (Ziemia).

Im 16. Jahrhundert gehörte Fraustadt zu den Hochburgen des Protestantismus in Polen. Ihre wichtigsten Vertreter in Fraustadt waren die Pastoren Valerius Herberger (1562–1627) und Samuel Friedrich Lauterbach (1662–1728) und der Schriftsteller und Schulleiter Christian Gryphius (1649–1706). Als königliche Stadt unterstand sie einem königlich polnischen Starosten. Nach der lutherischen Familie von Gorka wurden nur noch Katholiken Starosten, die lutherische Kirche musste 1604 an die katholische Kirche zurückgegeben werden. Pastor Valerius Herberger erbaute daraufhin als neue Kirche das „Kripplein Christi“.

Trotz der Gegenreformation blieb Polen tolerant und nahm protestantische Glaubensflüchtlinge auf. Der Starost Hieronimus Radomicki stiftete 1633 die Neustadt nach Magdeburger Recht. Damit bestand Fraustadt aus der Altstadt mit zwei Vorstädten (Glogauer und Polnische), der Neustadt und zwei Kämmereidörfern, Nieder- und Oberpritschen. Im Großen Nordischen Krieg trafenin der Schlacht bei Fraustadt am 2. Februarjul./ 13. Februar 1706greg. die schwedische und die sächsisch-russische Armee aufeinander. Die Schlacht endete mit einem Sieg der Schweden. Während der Herrschaft des Hauses Wettin in Polen wurde Fraustadt zur heimlichen Hauptstadt Polens: Hier fanden Sitzungen des Senates der Republik statt (die erste 1699), zweimal (1755, 1773) wurde hier eine türkische Gesandtschaft empfangen.

Mit der Zweiten Teilung Polens kam Fraustadt an Preußen und wurde Garnisonsstandort in der Provinz Posen. Sein berühmtester hier stationierter Soldat war Paul von Hindenburg, der hier von 1884 bis 1885 als Kompaniechef diente.

Nach 1820 brach der Tuchhandel durch die russische Zollpolitik zusammen, und die Stadt musste sich andere Betätigungsfelder suchen. So erhielt Fraustadt 1881 eine Zuckerfabrik, die bis 2003 als deutsch-polnisches Franchiseunternehmen in Betrieb war. 1857 erhielt die Stadt Eisenbahnanschluss (Linie Glogau–Lissa).

Mit der Grenzziehung von 1920 verlor Fraustadt sein Hinterland und der wirtschaftliche Niedergang konnte bis heute nicht gestoppt werden. Nach 1938 gehörte die Stadt zur Provinz Niederschlesien. 1939 wurde Fraustadt als einziger Grenzort von polnischer Artillerie beschossen, ohne dass große Schäden angerichtet wurden. Als die Stadt 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg unter polnische Verwaltung kam, wurde die deutsche Bevölkerung vertrieben bzw. floh, und die Stadt wurde durch Polen aus Oberschlesien, von jenseits des Bugs und anderen Regionen Polens neu besiedelt.

Seit 2001 ist sie wieder Kreisstadt in der Wojewodschaft Lubuskie.

Sehenswürdigkeiten

Ehemalige evangelische Kirche Kripplein Christi

Fußnoten

  1. a b Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ - STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2007