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Khedive

Khedive (persisch, osmanisch) (türkisch: Hıdiv). ist der Titel der osmanischen Vizekönige von Ägypten. Die Angehörigen der Dynastie des Muhammad Ali führten den Titel eines Khediven (anstelle eines Wali) seit dem frühen 19. Jahrhundert; er wurde aber erst 1867 durch Sultan Abdülaziz als erblicher Titel der Vizekönige anerkannt. Durch den Titel sollte die nominelle Oberhoheit der osmanischen Türkei über das faktisch unabhängige und zunehmend unter den Einfluss der europäischen Großmächte (vor allem Englands) geratene Ägypten zum Ausdruck gebracht werden. Nach dem Kriegseintritt der Türkei auf deutscher Seite in den Ersten Weltkrieg am 1. November 1914 und die anschließende Ausrufung des britischen Protektorats über Ägypten wurde der Titel in "Sultan" geändert, um auch durch den Titel die Lösung Ägyptens von der Türkei zu verdeutlichen. Ab 1922, nach der formellen Unabhängigkeit Ägyptens, trugen die Herrscher den Titel "König" (arab. Malik).

Ein Khedive stand im Rang noch über dem des Feldmarschalls, an dritter Stelle des Protokolls für Staatsbedienstete nach dem Sadrazam und dem Scheichülislam stehend.[1]

Quellen

  1. Yılmaz Öztuna: Tarih ve Politika Ansiklopedisi (deutsch: Geschichte und Politik Enzyklopädie) Herausgeber: Ötüken, 1. Auflage, 2006 ISBN 975-437-599-2 (türkisch)