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Homozygotie

Homozygotie (von griech.: zygotós "verbunden") ist ein Begriff aus dem Fachgebiet der Genetik und bedeutet Reinerbigkeit.

Ein diploider Organismus besitzt von jedem Gen, das z.B. die Blutgruppe oder Haarfarbe kodiert, zwei Kopien, im Normalfall eine von jedem Elternteil. Unterschiedliche Varianten eines Gens werden als Allele bezeichnet. Wenn beide Allele eines Individuums für ein bestimmtes Merkmal gleich sind, ist das Erbgut, bezogen auf dieses Merkmal, reinerbig oder homozygot. Liegen dagegen zwei verschiedene Allele vor, wird dies als Mischerbigkeit oder Heterozygotie bezeichnet.

Unterschiedlichen Allele müssen nicht zwingend im Aussehen (Phänotyp) eines Individuums deutlich werden, so dass vom Phänotyp nicht immer exakt auf den Genotyp geschlossen werden kann.

Beispiele

Hat eine Person Blutgruppe A, dann sind verschiedene genetische Varianten möglich:

Die Gene für die Blutgruppen "A", "0" oder "B" sind unterschiedliche Ausprägungen des gleichen Merkmals, sie sind Allele. Gibt es mehr als zwei Allele, spricht man von multiplen Allelen (vergleiche: Polymorphismus).

Ist der Unterschied zwischen rein- und mischerbig nicht äußerlich feststellbar, kann man ihn oft

bestimmen. Falls beide Elternteile eine reinerbige Merkmalsausprägung für ein Gen haben, sind die Nachkommen nicht unbedingt auch reinerbig. Hat zum Beispiel ein Elternteil für die Blutgruppe den Genotyp "AA", und das andere Elternteil "00", so haben alle Nachkommen "A0".

Homozygotie wird in der Tier- und Pflanzenzucht angestrebt, um reinerbige Elterngenerationen zu erreichen, die durch Hybrid-Zucht zu möglichst großer Heterozygotie und damit zu einem möglichst großen Heterosis-Effekt führen sollen.

Homozygotie kann zu einem genetischen Problem führen, wenn die Eltern bezüglich einer rezessiven Erbkrankheit heterozygot sind. Diese tritt bei den Eltern nicht in Erscheinung, aber bei jedem Kind liegt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Krankheit ausbricht, nach den mendelschen Regeln bei 25 Prozent.

Literatur