Heim

Oberleutnant

Oberleutnant bezeichnet den zweitniedrigsten Offizierdienstgrad in der Bundeswehr (Abk. OLt), sowie im Österreichischen Bundesheer (Abkürzung Olt) und der Schweizer Armee (wobei in der Schweizer Armee die Abkürzung Oblt ist) bzw. den drittniedrigsten Offizier in Armeen, die noch einen Unterleutnant kennen.

Der Oberleutnant entspricht einem „Leutnant 1. Klasse“ (Lieutenant First Class/First Lieutenant/1LT) oder schlicht dem „Leutnant“ (Lieutenant). In der NATO hat der Oberleutnant den Rangcode OF-1 (wobei OF für officer steht).

In einigen deutschen Heeren des 19. Jahrhunderts gab es vor 1871 die Abstufung Oberleutnant (Premierlieutenant) (in der franz. Schweiz noch heute gültig) - Unterleutnant (Secondelieutenant) ohne den eigentlichen Grad "Leutnant".

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

Bei der Deutschen Marine heißt dieser Dienstgrad Oberleutnant zur See. Sanitätsoffiziere (bzw. Sanitätsoffizieranwärter) der Bundeswehr durchlaufen ihn in der Regel nicht. Sie werden direkt mit dem Erhalt der Approbation zum Stabsarzt (ranggleich dem Hauptmann) befördert.

Die Beförderung zum Oberleutnant ist in der Bundeswehr nach frühestens 2 1/2 Jahren Dienstzeit als Offizier (vorher: drei Jahre Ausbildung bis zur Beförderung zum Leutnant, also insgesamt mind. 5 1/2 Dienstjahre) möglich. Verwendung findet er in der Regel als Zugführer oder stellvertretender Kompaniechef, aber auch als Pilot von Transport- und Kampfflugzeugen (Luftwaffe).

Vor der Offizierprüfung kann die Versetzung u. a. zu den Bundeswehr-Universitäten in Hamburg und München erfolgt sein. Oberleutnante sind daher oft Akademiker mit einem staatlich anerkannten (Fach-)Hochschulabschluss.

Das Dienstgradabzeichen zeigt bei der Bundeswehr zwei silberne vierzackige Sterne (Abzeichen der Marine: zwei mittelbreite Streifen).

Soldaten in diesem Dienstgrad können innerhalb der durch die Vorgesetztenverordnung (VorgV) gesetzten Grenzen Mannschaften, Unteroffizieren ohne Portepee und Unteroffizieren mit Portepee Befehle erteilen.

Als Oberleutnant wird man nach der Bundesbesoldungsordnung (BBesO) mit A10 besoldet.


Schweiz

Die Beförderung zum Oberleutnant erfolgt in der Schweiz nach Armee XXI nach Absolvierung der gesamten Ausbildung zum Leutnant (inkl. des Praktischen Dienstes) und zwei WK als Leutnant bzw. nach vier Gradjahren als Leutnant.[1]

Er hat anschliessend die Funktion eines Zugführers, eines Stellvertreter des Kompaniekommandanten oder ist in einem Stab als Quartiermeister eingesetzt. In seltenen Fällen kann ein Oberleutnant auch eine Funktion als Dienstchef in einem Bataillonsstab einnehmen. Der Dienstgrad Oberleutnant ist Voraussetzung zur Weiterausbildung zum Kommandanten.

Das Dienstgradabzeichen zeigt bei der Schweizer Armee zwei schmale Streifen.

In Auslandeinsätzen wird er als First Lieutenant bezeichnet (1Lt). NATO-Code: OF-1.

Österreich

Das Dienstgradabzeichen eines Oberleutnants im österreichischen Bundesheer setzt sich aus zwei goldenen Sternen mit goldenem Rahmen zusammen.


Außerdem wird die Verwendungsbezeichnung Oberleutnant für Leitende Beamte (E1) der Exekutive in Österreich, dazu gehören Bundespolizei und Justizwache, verwendet. Da es sich bei den genannten Wachkörpern um zivile Körperschaften handelt, die lediglich nach militärischem Muster organisiert sind, handelt es sich jedoch nicht um „Polizeioffiziere“, sondern sie führen lediglich Offiziersränge als Verwendungsbezeichnung.








Andere Länder

Die US Army, die United States Air Force und das US Marine Corps kennen den Dienstgrad des First Lieutenant (US-Soldstufe O-2, NATO-Rangcode OF-1).

Bei der British Army und in weiteren englischsprachigen Streitkräften lautet die Bezeichnung allgemein Lieutenant. In einigen Teilbereichen der British Army wird der Dienstgrad auch First Lieutenant genannt (Artillerie, Füsiliere, Ingenieure).

Den Dienstgrad des vergleichbaren Premierleutnant oder Ersten Leutnants gibt es in Ländern wie z. B.: Dänemark als Premierløjtnant, Niederlande als Eerste luitenant, Russland als Старший лейтенант (Starschij Lejtenant).

Quellen

  1. Verordnung über die Militärdienstpflicht (pdf)