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Medardus

Medardus war Mitte des 6. Jahrhunderts Bischof von Vermandois, dann von Noyon und später von Tournai, von wo aus er Flandern missionierte. Er starb in der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts und wurde auf Geheiß des Königs im später nach ihm benannten Kloster Saint-Médard in Soissons nördlich von Paris begraben. Medardus war für seine Mildtätigkeit bekannt und wurde heilig gesprochen.

Sein Zwillingsbruder, der heilige Godard (Gildard), war Erzbischof von Rouen. Godard und Medardus starben am selben Tag, so dass die Feste beider Heiliger zusammenfallen.

Medardus gilt bis heute als Patron der Schirmmacher und wird von den Bauern als Wetterheiliger für gutes Heuwetter angerufen. Laut der Sage stieg ein Adler vom Himmel, um ihn in einem schlimmen Unwetter vor dem Regen zu schützen.

In Frankreich tragen über 70 Gemeinden den Namen Saint-Médard, in Deutschland Medard (Glan) sowie ein Stadtteil Triers. Er wird weiterhin in Belgien und Deutschland als Schutzpatron verehrt, wie zum Beispiel in Ostdorf oder in der Stadt Lüdenscheid. Er ist auch Schutzpatron der kleinen italienischen Stadt Arcevia, die sich in der Region Marken findet, die wahrscheinlich von den Franken im Mittelalter begründet wurde.

In den österreichischen Bundesländern gilt traditionellerweise der Medardus-Tag als der günstigste Tag um Möhren (Karotten) für die Herbsternte anzusäen.

Viele Kirchen haben das Patrozinium des hl. Medardus, siehe Medarduskirche.

Inhaltsverzeichnis

Patronate

Der Heilige ist Schutzpatron der Stadt Lüdenscheidt sowie der Berufe Bauern, Winzer, Bierbrauer und Schirmemacher. Er wird bei Regen, Zahnschmerzen, Fieber und Geisteskrankheiten als auch für trockenes Heuwetter und eine gute Ernte angerufen. Zudem soll er zur Befreiung aus Gefangenschaft verhelfen.

Attribute

Zu den Attributen des Heiligen zählen das Das Herz in der linken Hand. Er wird lachend dargestellt.

Gedenktag

Sein katholischer Gedenktag ist der 8. Juni. Es handelt sich dabei um einen nicht gebotenen Gedenktag im Allgemeinen Römischen Kalender.