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Menznau

Menznau
Basisdaten
Kanton: Luzern
Amt: Willisau
BFS-Nr.: 1136Vorlage:Infobox Ort in der Schweiz/Gemeinde
PLZ: 6122-6125
UN/LOCODE: CH MZU
Koordinaten: (645624 / 214876)Koordinaten: 47° 5′ 0″ N, 8° 2′ 22″ O; CH1903: (645624 / 214876)
Höhe: 600 m ü. M.
Fläche: 30.42 km²
Einwohner: 2732

(31. Dezember 2006)

Website: www.menznau.ch
Karte

Menznau ist eine politische Gemeinde im Amt Willisau des Kantons Luzern in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Menznau ist die südöstlichste Gemeinde des Amtes Willisau und liegt zwischen Wolhusen und Willisau. Mit einer Fläche von über 30 km² ist sie eine der grösseren Ortschaften im Kanton Luzern. Vom Gemeindeareal wird 59,3% landwirtschaftlich genutzt. Weitere 34,7% sind mit Wald oder Gehölz bedeckt und nur 5,4% Siedlungsfläche. Die Gemeinde hat zwei Gesichter. Westlich und südlich des Dorfes Menznau besteht sie aus einer zerklüfteten, stark bewaldeten Hügellandschaft - während sie östlich und nördlich davon eine gerodete Hochebene umfasst. Zwischen diesen Extremen liegt ein enges Tal, welches von der Seewag durchflossen wird. Südliche Gemeindegrenze bilden der Krachenbach und die Kleine Fontanne. Vom Waldighüsli (8 km südwestlich von Menznau-Dorf) am Krachenbach führt die Gemeindegrenze in nordöstlicher Richtung bis zur Kaltenegg (1'040 m.ü.M.) westlich von Menzberg - und dann immer der Strasse Menzberg-Twerenegg-Menznau entlang bis Niespel (1,9 km südwestlich des Dorfs) , wo sie eine nördliche Richtung einschlägt bis hinauf nach Badhuet (2,4 km nordnordwestlich des Dorfs). Dort dreht sie nach Osten und bildet die Nordgrenze der Gemeinde. Beim am Nordosthang des Geissbergs liegenden Weiler Tambach (3 km nordöstlich des Dorfs; 597 m.ü.M.) wendet sie sich bis zum Soppensee nach Südosten. Vom Soppensee wechselt die Gemeindegrenze kurz nach Süden, dann fliesst sie mit dem (Grossen) Schwarzenbach kurz nach Nordwesten - um dann endgültig nach Süden abzudrehen. Sie erreicht bei Wolhusen-Bad die Wolhuser Wigger und folgt ihrem Lauf bis zu deren Quelle. Nach einigen Metern Westrichtung führt sie in südlicher Richtung zum Flühbach. Dessen Lauf folgt sie in Fliessrichtung bis zum Zusammenfluss von Flühbach und Kleiner Fontanne. Schlussendlich folgt die Gemeindegrenze dem Lauf der Kleinen Fontanne bachaufwärts bis Waldighüsli. Die Gemeinde besteht aus mehreren Ortsteilen und etlichen Weilern und Gehöften. Menznau-Dorf liegt 4 km nordwestlich von Wolhusen im Tal der Seewag. Zur Gemeinde gehört der Ortsteil Geiss (1,7 km nordöstlich des Dorfs; 616 m.ü.M.), welcher am Südwesthang des Geissbergs liegt. Der Ortsteil Twerenegg liegt im Hügelland, 3,5 km südwestlich vom Dorf auf 910 m.ü.M. an der Strasse nach Menzberg. Dieses Menzberg ist nach dem Dorf die grösste Siedlung der Gemeinde und liegt gar 7 km in südwestlicher Richtung vom Dorf entfernt auf 1'016 m.ü.M. Die grössten Weiler sind Elsnau (600 m nordwestlich des Dorfs; 610 m.ü.M.), Elswil (2 km nordöstlich des Dorfs; 600 m.ü.M.) bei Geiss, Tutensee (1,5 km südöstlich; 618 m.ü.M.) mit dem gleichnamigen Tutensee , die Streusiedlung Rengg (896-933 m.ü.M.; 6 km südlich) zwischen dem Flühbach und der Kleinen Fontannen, Rötelberg (1,6 km nordwestlich; 612 m.ü.M.), Seehof (3,7 km nordöstlich; 602m.ü.M.) am Nordwestufer des Soppensees und Blochwil (1,6 km nördlich; 576 m.ü.M.). Es gibt zahlreiche Bäche im Gemeindegebiet. Nebst den weiter oben erwähnten Bächen sind dies der Burgackerbach und der (Kleine) Schwarzenbach, welche in den Tutensee fliessen. Der (Grosse) Schwarzenbach fliesst durch Geiss und der Ruswiler Rotbach durch Blochwil. Und der Rickenbach mündet in Menznau-Dorf in die Seewag ein.

Nachbargemeinden

Menznau grenzt an Buttisholz, Grosswangen, Hergiswil LU, Romoos, Ruswil, Willisau und Wolhusen.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1798 1'976
1850 2'337
1860 2'164
1870 2'206
1900 1'906
1920 2'327
1980 2'248
2000 2'850
2004 2'734

Von 1798 bis 1850 stieg die Bevölkerung stark an (1798-1850: +32,5%). Mit Ausnahme des Jahrzehnts zwischen 1860 und 1870 sank die Bevölkerung durch Landflucht in die Industriegebiete stark (1850-1900: -18,4%). Innert zwei Jahrzehnten wuchs sie wieder auf den Stand von 1850 an (1900-1920: +22,1%). Von 1920 bis 1980 folgte ein Auf und Ab (insgesamt 1920-1980: -3,4%). Dann wuchs die Zahl der Bewohner innert zwanzig Jahren sprunghaft an (1980-2000: +26,8%). Das Jahr 2000 war das Jahr mit der höchsten je ermittelten Bevölkerungszahl. Seither verliert die Gemeinde wieder Einwohner (2000-2004: -4,1%).

Sprachen

Die Bevölkerung benutzt als Alltagssprache eine hochalemannische Mundart. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 94,04% Deutsch, 2,95% Albanisch und 1,33% Serbokroatisch als Hauptsprache an.

Religionen - Konfessionen

Früher waren alle Bewohner Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) sieht die religiöse Landschaft wie folgt aus. Es gibt 83,82% römisch-katholische und 7,44% evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 2,25% Muslime und 1,65% Konfessionslose. Eine für eine Landgemeinde hohe Quote von 4,00% verweigerte die Auskunft zur Religionszugehörigkeit. Darunter sind viele Muslime zu vermuten, wie der höhere Anteil der Albanischsprachigen vermuten lässt. Denn beinahe alle Muslime sind albanischer Herkunft.

Herkunft - Nationalität

Von den 2'732 Einwohnern Ende 2006 waren 2'536 Schweizer und 196 (=7,2%) Ausländer. Bei der letzten Volkszählung waren 89,96% (einschliesslich Doppelbürger 90,84%) Schweizer Staatsangehörige. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Serbien-Montenegro (mehrheitlich Albaner; aber auch viele Slawen), Deutschland, Portugal, Österreich, Spanien und Kroatien.

Verkehr

Menznau liegt an der Bahnlinie Wolhusen-Langenthal. Während der Ortsteil Geiss nicht durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen ist, führt eine Postautolinie zum Ortsteil Menzberg.

Menznau liegt an der Hauptstrasse Wolhusen - Willisau - Dagmersellen. Der nächst gelegene Autobahnanschluss Dagmersellen an der A2 ist 17 km entfernt.

Geschichte

Die Herren von Hasenburg, in den Jurahöhen beimatet, schenkten die Gemeinde dem Benediktinerkloster St. Johann in Erlach am Bielersee. Dessen Besitzrecht an Menzenowa wurde von Papst Lucius III. in einem Schutzschreiben an das Kloster erwähnt. Geiss wurde mitsamt seiner Kirche im Verlauf des Guglerkriegs des Jahres 1375 von Söldnern des Ingelram von Coucy niedergebrannt. Gugler wurden die Soldaten wegen ihrer Helmform genannt; sie sollten die Besitzansprüche ihres Herrn durchsetzen. Menznau kam 1407 durch den Erwerb der Vogtei Willisau an Luzern und wurde bis 1798 Teil der Landvogtei Ruswil. Von 1798 bis 1803 gehörte es zum Distrikt Ruswil; danach bis 1814 zum Amt Entlebuch. Ab 1814 gehörte es zum Amt Sursee und erst seit 1831 zum Amt Willisau.