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Hehlerei

Die Hehlerei ist die bedeutendste Anschlussstraftat an einen zuvor begangenen Diebstahl. Die Hehlerei ist im deutschen Strafrecht in § 259 StGB geregelt. Es geht dabei um den Sachverhalt, dass jemand eine Sache, die ein anderer gestohlen oder sonst durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, sich oder einem Dritten verschafft, um sich oder einen Dritten zu bereichern. Da Sachen nach § 90 BGB nur körperliche Gegenstände sind, ist eine Hehlerei etwa an Daten nicht möglich. Auch der Versuch der Hehlerei ist in Deutschland strafbar, § 259 Abs. 2 StGB. Zwei Qualifikationstatbestände (§§ 260 und 260a StGB) bestehen für die gewerbsmäßige und die Bandenhehlerei.

Inhaltsverzeichnis

Tatbestand

Vortat der Hehlerei kann jede rechtswidrige gegen fremdes Vermögen gerichtete Tat sein.

Grundsätzlich stellt sich die Hehlerei nach dem deutschen Recht in zwei Fallgestaltungen (die vom Gesetz in vier verschiedenen Handlungen aufgezeigt werden) dar:

  1. Der Hehler erhält vom Vortäter (also beispielsweise vom Dieb) die Beute, das Diebesgut, im Gaunerjargon auch Sore genannt. Es kann sich dabei um einen Kauf oder eine Schenkung oder sonst ein Verschaffen (so genannter derivativer Erwerb) handeln. Bedeutsam ist dabei das Einvernehmen zwischen Vortäter und Hehler. Verschafft sich der Hehler die Beute des Vortäters mit einer Straftat wie Diebstahl oder Erpressung, handelt er nach diesen Strafvorschriften, aber nicht nach der Hehlerei.
  2. Der Hehler unterstützt den Vortäter beim Absetzen der Beute oder setzt die Beute selbst ab. Das Absetzen muss selbst nach Auffassung der Rechtsprechung nicht erfolgreich sein, es genügt allein die Absatzhandlung. Das Absetzen oder die Absatzhilfe müssen im Interesse des Vortäters erfolgen.

Hinsichtlich des Vorsatzes muss zusätzlich eine Bereicherungsabsicht beim Hehler bestehen. Diese Bereicherungsabsicht kann auch für andere, aber nicht für den Vortäter bestehen.

Sonderfälle

Beweisprobleme und Wahlfeststellung

Häufig besteht bei der Beschlagnahme bzw. Sicherstellung von Diebesgut das Problem zu beweisen, ob die Person, bei der die Sache(n) gefunden wurde(n), an der Tat beteiligt war oder in Kenntnis dessen sich die Sache verschafft hat. Insofern könnte also entweder ein Eigentumsdelikt wie z.B. Diebstahl oder eine Hehlerei vorliegen. Hierbei hilft man sich mit einer sogenannten Wahlfeststellung. Beide Tatbestände, Diebstahl und Hehlerei, haben den gleichen Strafrahmen (Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe) - getreu dem Grundsatz, dass der Hehler nicht besser als der Stehler sei. Durch die Gleichwertigkeit des Unrechtsgehaltes und der psychologischen Vergleichbarkeit dürfte daher aus dem einen oder dem anderen Straftatbestand verurteilt werden. Dies wird von Strafrechtlern jedoch teilweise abgelehnt, weil dadurch die Unschuldsvermutung und der In-dubio-pro-reo-Grundsatz ausgehebelt würden.

Literatur

 Wiktionary: Hehlerei – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
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