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Cleveland

Dieser Artikel behandelt die Stadt im US-Bundesstaat Ohio. Für weitere Bedeutungen siehe Cleveland (Begriffsklärung).
Cleveland
Spitzname: The Forest City
DEC
Cleveland
Lage in Ohio
Basisdaten
Gründung: 1796
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Ohio
County: Cuyahoga County
Koordinaten: 41° 29′ N, 81° 40′ W7Koordinaten: 41° 29′ N, 81° 40′ W
Zeitzone: Eastern Standard Time (UTC−5)
Einwohner:
Metropolregion:
478.403 (Stand: 2000)
2.250.871 (Stand: 2000)
Bevölkerungsdichte: 2.381,3 Einwohner je km²
Höhe: 199 m
Fläche: 213,4 km²
davon 200,9 km² Land
Vorwahl: +1 216
FIPS: 39-16000
GNIS-ID: 1066654
Webpräsenz: www.city.cleveland.oh.us
Bürgermeister: Frank G. Jackson

Cleveland [ˈkliːvlənd] ist eine Stadt im Norden der Vereinigten Staaten im US-Bundesstaat Ohio, direkt am Eriesee gelegen. Sie besitzt einen Hafen, durch den sie nicht nur mit anderen Städten an den Großen Seen verbunden ist, sondern über den Sankt-Lorenz-Strom auch mit dem Atlantik.


Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Frühgeschichte

Am Ende der letzten Eiszeit, die auf der Südseite des Erie-Sees um 13000 v. Chr. endete, dominierte zunächst eine feucht-kalte Tundrenlandschaft, die rund 2500 Jahre später so weit getrocknet war, dass Karibuherden, aber auch Elche, Wölfe, Bären und Jaguare dominierten.[1]

Die ältesten menschlichen Spuren der Paläo-Indianer reichen von 10500 bis 7500 v. Chr. zurück. Im Medina county fand sich eine Ansiedlung, die auf die Zeit zwischen 9200 und 8850 v. Chr. datiert werden konnte. Die Werkzeuge bestanden überwiegend aus Flint aus Indiana.

Ab etwa 7500 v. Chr. stieg der Wasserspiegel des Erie-Sees, die Temperaturen stiegen, so dass sich zwischen 7000 und 4500 v. Chr. ein dem heutige Klima ähnliches stabilisierte. Die Zahl der Bewohner, Angehörige der so genannten Early Archaic Culture, nahm zu. Sie lebten vor allem in den Flusstälern und an den Seeufern, wo sie in voneinander getrennten Großfamilien lebten. Doch fanden sie sich während der warmen Jahreszeit zu saisonalen Jagd- und Sammelzügen zusammen. Zwar entstanden komplexere Werkzeuge, doch weiterhin bestand eine Abhängigkeit von eher minderwertigem Flint. Wichtige Fundstädtten sind old Lake Abraham bog, sowie Stellen am Big Creek, Cahoon, Mill und Tinker's Creek. Eine größere Siedlung bestand dort, wo der Hilliard Boulevard den Rocky River überquert. Die wichtigsten Überreste liegen aber vermutlich unter der Stadt Cleveland selbst.

In der Middle Archaic period (4500-2000 v. Chr.) nahm die Bevölkerungszahl weiter zu, Abschlagklingen, Messer, Kratzer und Bohrer wurden weiterentwickelt. Offenbar lebten die Gruppen nun länger zusammen und blieben auch länger am selben Ort. Fundstellen gab es am oberen Cuyahoga, Rocky River, Chippewa Creek, Tinker's Creek und Griswold Creek. Erste Begräbnisstätten weisen einfache Grabbeigaben auf, die meist aus einem Werkzeug oder einem Anhänger bestanden.

Die Late Archaic period (2000 bis 500 v. Chr.) ist durch ein im Vergleich zu heute erheblich wärmeres Klima gekennzeichnet. Erstmals lassen sich abgrenzbare Territorien nachweisen, innerhalb derer die saisonalen Wanderungen inzwischen größerer Gruppen stattfanden. Dabei spielten nunmehr Nüsse eine erheblich größere Rolle, dazu kam einfacher Gartenbau, in dessen Mittelpunkt der Kürbis stand. Außerdem entwickelte sich ein Fernhandel für Rohstoffe und verfeinerte Produkte, die z. T. als Grabbeigaben Verwendung fanden. Der größte Friedhof fand sich am Zusammenfluss des westlichen und des östlichen Arms des Rocky River. Die Toten wurden mit rotem Ocker bestrichen und in kreisförmigen Bodenhöhlen beigesetzt. Bei diesen wiederum zeigen sich deutliche Statusunterschiede. Gegenstände aus Muscheln, aber auch Pfeifen aus ausgehöhlten Röhren kamen auf. Dazu kamen mensch- und tierförmige Objekte sowie die Speerschleuder, der Atlatl.

Dieser Phase folgte das so genannte Early Woodland (500 v. Chr. bis 100 n. Chr.) und das Middle Woodland (100 bis 700). Zeremonieller Austausch und Begräbnissitten wurden weiterentwickelt, erstmals tauchte einfache Tonware auf. Neben verschiedenen Kürbisarten begann eine dörfliche Gartenwirtschaft. Zu zeremoniellen Zwecken wurde auch Mais gebraucht, doch spielte er als Grundnahrungmittel noch keine Rolle. Erste Monumentalbauten, die Mounds, wurden errichtet, für die Ohio weltbekannt ist. Sie standen meistens erhöht und überblickten die Hauptwasserwege. Der am Westende des Eagle St. Cemetery gelegene Mound stammt wohl bereits aus der frühen Adena-Kultur. Im Cuyahoga Valley östlich von Tinker's Creek fanden sich weitere Mounds.

Die Middle Woodland period weist eine noch höhere Bedeutung des Gartenbaus auf, besonders beim nun stärker vertretenen Mais. Die Hopewell-Kultur mit ihren entwickelten Erdwerken großer Begräbnis-Mounds konzentrierte sich im Süden Ohios, doch auch im nördlicheren Summit County werden Hügel untersucht. Um Cleveland fanden sich Projektilspitzen, Messer und Tonwaren vom Hopewell-Typ. In einem Mound südlich von Breckswill fand sich eine große Kiste mit Handelswaren in einer sechsseitigen Steingruft. Ein kleinerer Mound zwischen Willowick und Eastlake weist Speerspitzen aus Südwest-Illinois auf, andere weisen Spitzen aus Arkansas auf - all dies Anzeichen für einen weitläufigen Handels- und Geschenkverkehr. Im Stadtgebiet von Cleveland dürften die meisten Artefakte zerstört worden sein, oder sie sind zurzeit unerreichbar. An den W. 54th St. Division waterworks hat sich wahrscheinlich ein Mound befunden, und eine Hopewell-Speerspitze wurde dort gefunden.

Nach 400 wurde der Mais vorherrschend, ebenso nahm die Zahl der voneinander unabhängigen Gruppen wieder zu. Im Süden und Osten von Cleveland fanden sich nur wenige Lagerplätze an geschützten Stellen, doch Mounds wurden nicht mehr gebaut. Es überwogen Winterdörfer, die vor allem am Cuyahoga, Rocky und Lower Chagrin River entdeckt wurden. Kleine, runde Häuser mit einer oder zwei Feuerstellen, dazu kleinen Vorratslöchern dominierten nun. Aus dieser Phase finden sich auch Schmuckstücke aus Geweih und Knochen. Im Frühjahr versammelten sich große Lager zum Fischfangen und Pflanzensammeln. Wo heute Jacobs Field anzutreffen ist, wurde 1886 ein kleines Lager gefunden.

Zwischen 1000 und 1200 kamen ovale Häuser mit Einpfostenkonstruktionen auf. Beerdigungszeremonien wurden nun weniger bedeutsam. Die Toten wurden nun innerhalb der Dörfer beigesetzt, die Grabbeigaben selten. Sie bestanden eher aus persönlichen Stücken, wie Schmuck.

Zwischen 1200 und 1600 machte sich mittelamerikanischer Einfluss bemerkbar. Die Wirtschaftsform der Zeit war Landwirtschaft, die Lebensform das Großdorf. Neue Tonwaren, neue Hausbaustile kamen hinzu, die Bedeutung der Bohnen als Nahrungsmittel nahm stark zu. Im Süden Ohios, bei der Gruppe, die mit Ft. Ancient bezeichnet wird, und auf die die Shawnee zurückgeführt werden, war dieser Einfluss noch stärker. Die Regionen um den Black River und die um Sandusky River und von den Lake Erie Islands westwärts unterschieden sich nun ganz erheblich im archäologischen Befund von denen um Cleveland und ostwärts.

Diese späte Woodland oder Mississippi-Kultur wird als Whittlesey Tradition bezeichnet, nach Colonel Charles Whittlesey, der als erster von zahlreichen Fundstellen berichtete. Die frühe Whittlesey-Phase zwischen 1200 und 1350 weist eine ausgeglichene Gesellschaft von Jägern, Fischern und Sammlern mit begrenztem Gartenbau auf. Je drei oder vier Familien bewohnten ein Dorf in der kalten Jahreszeit.

Zwischen 1350 und 1500 verlagerte sich das Schwergewicht auf Gartenbau, vor allem Bohnen und neue Maissorten spielten dabei eine wichtige Rolle. Größere Dörfer wurden von Sommer bis Herbst bewohnt, kleinere Fischereistationen herrschten in Herbst und Winter vor. Manchmal wurden hier Friedhöfe angelegt. Im Laufe dieser Phase wurden die kleinen Stationen und Lager jedoch immer unbedeutender und seltener. Die Dörfer entwickelten eine eigene Hausbauweise, die die runden wigwamartigen Bauten ablöste. Die neuen Häuser wurden größer, regelmäßiger und eher rechteckig, die Dörfer wurden zu festungsartigen Städten.

Offenbar gab es nun Gebiete, die einer Abstammungslinie gehörten, dau gehörten auch Familienfriedhöfe. In der späten Whittlesey Tradition wurden die Friedhöfe außerhalb der nun permanent bewohnten Dörfer, jedoch in ihrer Nähe angelegt. Grabbeigaben wurden selten.

Die abschließende Whittlesey-Phase, die um 1500 begann, ist durch dauerhafte, befestigte Dörfer gekennzeichnet. Langhäuser, in denen mehrere Familien lebten. Schwitzhütten sind nun nachweisbar, die in vertieften pit houses angelegt wurden. Im Cuyahoga-Tal ließen sich Dörfer im Abstand von etwa 13 km nachweisen, doch sind die noch von Whittlesey bezeugten Orte in Cleveland und auf den Cuyahoga Heights verschwunden. Offenbar handelte es sich um eine kriegerische Phase, denn die Dörfer waren stärker befestigt, Spuren von Tötungen lassen sich nachweisen.

Es scheint, als sei die Bevölkerung bis etwa 1640 stark rückläufig gewesen. Dies mag zum einen an der kleinen Eiszeit von 1500 bis 1640 gelegen haben, möglicherweise aber auch an militärischen Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe oder mit den Nachbarn, also Algonkin oder Irokesen. Es scheint sogar so zu sein, dass die Region um Cleveland zwischen 1640 und 1740 unbewohnt war, denn ab 1640 lassen sich keine Siedlungen mehr nachweisen. Auch spielten die Gruppen keinerlei Rolle im beginnenden Pelzhandel mit den Europäern. Um 1740 zogen Teile der Wyandot (Huronen) und der Ottawa von Detroit aus westwärts.

Auch die häufig als Bewohner der Region angenommenen Erie lebten wohl nur zwischen Erie und Buffalo, New York, doch wohl nie weiter westlich als etwa die heutige Grenze zwischen New York und Pennsylvania. Von den Wenro, die südlich oder westlich des Erie-Sees lebten, heißt es, sie sprachen eine Irokesensprache. Die um 1640 verschwundenen Stämme weisen aber eher kulturelle Merkmale der Algonkin auf, die nun eher noch weiter im Westen lebten.

Cleveland entstand also in einem Gebiet, das auch für die dortigen Bewohner noch recht junges Siedlungsland war. Dementsprechend gering war die Zahl der Indianer in Cleveland. Der Zensus von 1900 weist für Cleveland nur 2 Indianer auf, 1910 waren es 48 und 1920 nur 34. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl auf 109 (1950), dazu kamen 57 Indianer im Cuyahoga County. Bis in die 1970er Jahre stieg, entsprechend dem Bedarf an Arbeitskräften, auch die Zahl der Indianer. 1960 wohnten beeits 391 in der Stadt, im County 464. In dieser Zeit setzte eine Verstärkung der Assimilationsversuche ein, eingeleitet durch die Auflösung der Reservate. 1952 war Cleveland eine der ersten acht Städte in den USA, die dieses Programm durchführten. Zahlreiche Indianer siedelten in und um Cleveland, ihre Zahl stieg bald auf über 5.000. Die meisten kamen aus dem Westen.

Russell Means, ein Dakota-Sioux, wurde im Rahmen der Bürgerrechtsbewegung der wichtigste Indianerführer in Cleveland. Er gründete das Cleveland American Indian Center, zu dem 1200 Indianer gehörten. Zunächst standen soziale Aufgaben zugunsten der meist armen Mitglieder im Vordergrund, doch im Laufe der 70er Jahre kamen kulturelle Aufgaben hinzu. Um 1980 zogen jedoch viele Indianer, ihrer kulturellen Wurzeln bewusster geworden, wieder zu ihren Familien in die Reservate.

Im Raum Greater Cleveland wurden 1980 genau 1.603 Indianer gezählt, 1990 waren es bereits wieder 2.706. In diesem Jahr entstand der Lake Erie Native American Council (LENAC), dazu kam 1992 anlässlich der 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus das 500-Year Committee.

Die Stadt Cleveland

Karte Ohios

Im Rahmen der Landnahmen in Richtung Westen gründete General Moses Cleaveland am 22. Juli 1796 an der Einmündung des Cuyahoga River in den Erie-See einen Hafen, der nach ihm benannt wurde. Lebensfähig wurde die Stadt aber erst, als eine erste Werft 1808 mit dem Bau von Schiffen für den Verkehr auf den großen Seen errichtet wurde.

Rasch siedelten sich viele Einwanderer an; 1818 wurden die ersten zwei Zeitungen für die aufstrebende Gemeinde gegründet; in den nächsten Jahren kamen neben weiteren englischsprachigen Zeitungen auch Blätter auf Deutsch, Hebräisch und Italienisch hinzu. Einer dieser Zeitungen, dem Cleveland Advertiser, verdankt die Stadt ihre „offizielle“ Umbenennung: da die ursprüngliche Schreibweise des Namens einen Buchstaben zu lang für die Titelzeile der Zeitschrift war, entfernte die Zeitung das erste „a“ aus „Cleaveland“, behauptete, dies sei amtlich - und kam damit durch. Seither schreibt sich die Stadt ohne „a“.

Am 4. Juli 1827 wurde der Eriekanal zwischen Akron und Cleveland eröffnet, 1831 wurde er auf seiner gesamten Strecke eingeweiht. Damit war der Weg zu dem großen Handelszentrum an der Ostküste frei, nach New York. Dies und die erste Eisenbahnverbindung 1849 führten zu einem raschen Aufstieg der Stadt.

Cleveland wurde ein wichtiges Zentrum der Schwerindustrie. 1868 wurde das erste Stahlwerk eingeweiht, 1870 gründete die Standard Oil Company mit ihrem Chef John D. Rockefeller (1839-1937) hier eine Erdölraffinerie.

Erste Rückschläge ereilten Cleveland während der Weltwirtschaftskrise der frühen 30er Jahre. 1933 war fast ein Drittel aller Einwohner arbeitslos. Doch noch einmal erholte sich die Wirtschaft der Stadt. 1950 erreichte die Einwohnerzahl gute 900.000 Bürger. Cleveland war damit die fünftgrößte Stadt der USA.

Die Veränderungen in der Seeschifffahrt begannen sich in den frühen 60er Jahren auf die Stadt auszuwirken. Die Stahl- und Ölexporte, die bisher über den Sankt-Lorenzstrom in die Atlantikhäfen gingen, wurden unwirtschaftlich. Dadurch konnten sich die Stahlwerke und die Schwerindustrie nicht mehr halten. Viele Firmen mussten schließen. Wer konnte, wanderte in andere Städte ab. Cleveland verarmte. Aus dieser Zeit stammt auch der zynische Ausdruck, der bis heute oft als Synonym für die Stadt verwendet wird: „The mistake at the lake“.

Zusätzlich zur schlechten Wirtschaftslage begannen Rassenunruhen die Bürger zu verunsichern. Ein einwöchiger Aufstand 1966 führte zu Neuwahlen des Bürgermeisters, die 1967 mit Carl B. Stokes den ersten farbigen Bürgermeister einer amerikanischen Großstadt hervorbrachten. Doch den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt konnte auch er nicht beenden: Am 15. Dezember 1978 musste sich Cleveland als erste Stadt nach der Wirtschaftsdepression der 30er Jahre für zahlungsunfähig erklären. Erst 1987 konnte dieser Schritt zurückgenommen werden.

Seit Mitte der 90er Jahre wird die Wirtschaft Clevelands umstrukturiert: von der Stadt der Schwerindustrie zu einer Stadt der Dienstleistungen und des Tourismus. Der größte Arbeitgeber Clevelands ist mit 37.000 Angestellten die renommierte Cleveland Clinic Foundation.

Ein wichtiger Schritt im Rahmen der Förderung des Tourismus' war die Gründung des Museums Rock and Roll Hall of Fame im Jahr 1995. Weitere touristische Bauten und Veranstaltungen sollen helfen, den Verfall der Stadt aufzuhalten. Erste Erfolge zeichnen sich ab, doch noch ist Clevelands Abstieg nur gebremst, nicht gestoppt.


Bildung

In Cleveland gibt es drei Universitäten:

Wirtschaft

Einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt ist die NASA, die seit 1941 ein Versuchs- und Entwicklungsgelände in Cleveland betreibt und heute 3.200 Arbeitsplätze bietet. Die Hälfte davon ist für Spezialisten wie Wissenschaftler und Ingenieure vorgesehen. Weitere wichtige Arbeitgeber sind der Hafen der Stadt und die verbliebenen Reste von Schwerindustrie, besonders von Stahlwerken, die unter anderem die Autoindustrie im – ebenfalls am Erie-See gelegenen – Detroit beliefern.

Einwohnerentwicklung

Cleveland begann mit sehr geringen Bevölkerungszahlen; im Jahre 1800, vier Jahre nach der Gründung, wurden 7 Einwohner (und eine Schnapsbrennerei) verzeichnet. Die Bevölkerungszahl stieg danach schnell an; 1802 wurden bereits 76 Einwohner über 21 Jahren gezählt. Um 1830 überstieg die Bevölkerungszahl die 1000er-Grenze; nach der Eröffnung des Erie-Kanals explodierte die Bevölkerungszahl. Schon 1840 fand sich Cleveland unter den 50 größten Städten der USA; um 1900, mit fast 400.000 Einwohnern, war Cleveland sogar die siebtgrößte Stadt des Landes. Um 1950 hatte Cleveland seine höchste Population mit mehr als 914.000 Einwohnern.

Seit diesem Höchststand ist die Einwohnerzahl Clevelands um etwa die Hälfte gesunken. Bis 1970 sank die Bevölkerungszahl auf 750.900; 1980 lag sie nur noch bei 573.800 Einwohnern. Die Volkszählung von 2000 verzeichnete 478.403 Bewohner.

Zugleich mit der sinkenden Einwohnerzahl steigt der Anteil der farbigen Bevölkerung der Stadt: während er 1980 bei 41% lag verzeichnet die Zählung von 2000 einen Anteil von 51% Farbigen an der Stadtbevölkerung. Ursache ist die überproportionale Abwanderung weißer Familien, nicht der absolute Anstieg der schwarzen Bevölkerung.

Ursache des starken Bevölkerungsschwunds ist der Niedergang der Schwerindustrie und des Hafens (siehe Absatz Wirtschaft). Seit Anfang der 90er Jahre haben Strukturmaßnahmen und große Anstrengungen der Stadt den Verfall abschwächen, aber noch nicht rückgängig machen können.

Bitte vergleichen Sie auch mit der (englischsprachigen) Seite der Case Western Reserve University.

Jahr Einwohner¹
1980 573.822
1990 505.616
2000 478.403
2005 452.208

¹ 1980 - 2000 : Volkszählungsergebnisse; 2005 : Fortschreibung des US Census Bureau

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Als Stadt der Schwerindustrie hatte die klassische Kultur in Cleveland keinen leichten Stand. Das Cleveland Museum of Art wurde 1913 gegründet und der Bau 1916 fertig gestellt. In den 1920er Jahren wurden die meisten Symphonieorchester, Theater und Bühnen geschlossen; nur das Naturkundemuseum kam hinzu. Erst als die Wirtschaft der Stadt durch den Verfall der Schwerindustrie und des Hafens umstrukturiert werden musste und touristische Maßnahmen in den Blick der Öffentlichkeit kamen, wurden Institutionen wie die Oper (1976) und das Ballett (1976) neu gegründet.

In der 1931 eröffneten Severance Hall ist das Cleveland Orchestra beheimatet, eines der fünf großen klassischen Symphonieorchester der USA (Big Five).

Seit 1995 ist Cleveland der Sitz der Rock and Roll Hall of Fame and Museum.

Bauwerke

Progressive Field, eines der großen Baseball-Stadien der USA mit 43.368 Zuschauerplätzen, wurde 1994 eröffnet und ist das Heimatstadion des Profi-Baseballclubs Cleveland Indians.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Sonstige

Partnerstädte

Anmerkungen

  1. Ich folge hier im Wesentlichen dem Beitrag von David S. Brose (Royal Ontario Museum) in The Encyclopedia of Cleveland History.