Heim

Usingen

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 20′ N, 8° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Hochtaunuskreis
Höhe: 269 m ü. NN
Fläche: 55,83 km²
Einwohner: 13.600 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 244 Einwohner je km²
Postleitzahl: 61250
Vorwahl: 06081
Kfz-Kennzeichen: HG
Gemeindeschlüssel: 06 4 34 011
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Wilhelmjstraße 1
61250 Usingen
Webpräsenz:
www.usingen.de
Bürgermeister: Matthias Drexelius (CDU)

Usingen ist eine Kleinstadt im Hochtaunuskreis in Hessen. Der Wohn- und Schulstandort war bis 1972 Kreisstadt des damaligen Kreises Usingen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Usingen an der Usa liegt ca. 35 Kilometer nördlich von Frankfurt am Main und 50 km nordöstlich von Wiesbaden im Taunus und somit am Rande des Rhein-Main-Gebietes.

Der Stadtkern liegt etwa auf 300 m Höhe über NN, die höchste Erhebung im Stadtteil Usingen ist der „Hohe Berg“ mit 414 m über NN.

Nachbargemeinden

Usingen grenzt im Norden an die Stadt Butzbach, im Osten an die Gemeinden Ober-Mörlen (beide Wetteraukreis) und Wehrheim, im Süden an die Stadt Neu-Anspach und die Gemeinde Schmitten, sowie im Westen an die Gemeinden Weilrod und Grävenwiesbach.

Stadtgliederung

Usingen besteht aus den Stadtteilen Usingen, Eschbach, Kransberg, Merzhausen, Michelbach, Wernborn und Wilhelmsdorf.

Geschichte

Vorgeschichtliche Spuren im Usinger Land

Im Zuge der Erforschung und des Wiederaufbaus des Römerkastells Saalburg bei Bad Homburg seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde auch die Besiedlungsgeschichte Usingens intensiver erforscht. Seitdem kam es immer wieder zu Einzelfunden oder den Nachweis von Siedlungsresten, welche die Geschichte des Usinger Landes seit der Frühzeit dokumentieren. Nach Gründung der Archäologie-AG Usingens [1]1994, die durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen und das Seminar für Vor- und Frühgeschichte der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt/Main unterstützt wird, konnte die Erforschung der regionalen Siedlungsstruktur verbessert werden. Einige Funde (Kulturgüter) sind im Keller des Usinger Rathauses im Museum für Vor- Und Frühgeschichte zu betrachten.

Der früheste Nachweis menschlicher Tätigkeit im Usinger Raum ist eine Art Basislager der mittelsteinzeitlichen Jäger und Sammler, das 1997 bei Naunstadt nachgewiesen werden konnte. Solche Lager dienten den damaligen Nomaden als Ausgangs- und Übernachtungspunkt für die notwendige Nahrungsversorgung. Es ist fraglich, ob sich darüber hinaus größere Siedlungen aus dieser Epoche finden lassen werden. Zwar wird das Usinger Land durch einige Flüsse und Bäche durchzogen, diese sind und waren für eine wirtschaftliche Schifffahrt jedoch zu klein. Deutschland weit wurde jedoch ermittelt, dass in der Zeit von 11.000 bis 5.600 v. Chr. größere Siedlungen zumeist an bedeutenden Flüssen gegründet wurden, die zur Trinkwasserversorgung und für den Handel unabdingbar waren. Erst allmählich breiteten sich die Kulturen dann auch in abgelegene Gebiete aus.

Aus der frühen Jungsteinzeit (ca. 5.000 v. Chr.) konnten zwischen 1993 und 1996 sechs Siedlungsplätze bei Friedrichsthal, Maibach, Wernborn und Usingen nachgewiesen werden. Da sie abseits der Wetterau und des Limburger Beckens und über der üblichen Siedlungshöhe zwischen 260 und 410 m. ü. NN liegen, kann das Usinger Becken für diese Zeit als eigene Siedlungskammer betrachtet werden. Bestandteil ist unter anderem ein Graben-/Erdwerk bei Usingen von über zwei Hektar Größe, welches mehrfach ausgebaut wurde[2].

Ausgraben und Dokumentieren von Pfostenspuren innerhalb des spätbandkeramischen Erdwerks bei Usingen, Herbst 2000

Solche Funde lassen sich auf die ersten Ackerbauer und Viehzüchter zurückführen und gehören zur Linearbandkeramischen Kultur. Von den nachfolgenden Kulturstufen der Jungsteinzeit (4.900 bis 2.200 v.Chr.) zeugen einige ältere Lesefunde, zumeist Steinbeile und -äxte, die jedoch bislang keine Siedlungsplätze belegen. Funde aus der Umgebung von Anspach, Hasselborn und Wernborn lassen sich der Michelsberger Kultur (4.300-3.500 v. Chr) zuordnen.

Spuren der frühen Bronzezeit zwischen 2.200 und 1.600 v. Chr. konnten bislang nicht entdeckt werden, jedoch belegen Siedlungs- und Grabfunde der sich anschließenden mittleren Bronzezeit/ Hügelgräberbronzezeit (1.600 bis 1.300 v.Chr.) und der Urnenfelderkultur (1.300 bis 800 v.Chr.) eine wieder auflebende Besiedlung des Usinger Landes. In Wehrheim konnte ein Friedhof der Urnenfelderkultur nachgewiesen werden, dessen offenkundig letzte Reste vor einer Bebauung im Jahre 1997 und 2007 gerettet werden konnten.

Im ganzen Usinger Land sind Hügelgräber aus der vorrömischen Eisenzeit, der Hallstattkultur (ca. 800 bis 450 v. Chr.) zu finden, jedoch kaum Siedlungsplätze aus dieser Zeit, ebenso wenige aus der sich anschließenden Zeit der Kelten, der La-Tène-Zeit (450 v. bis um Chr.Geb.). Im 1. bis 2. Jh. n. Chr. siedelten Germanen nahe dem heutigen Usingen, wie Grabungsfunde verdeutlichen.

Mit der Aufgabe des Limes um 260 n. Chr. endete auch der römische Einfluss im Usinger Raum. Hinsichtlich der darauf folgenden Zeit der Völkerwanderungen ist bemerkenswert, dass eine vermutlich alemannische Höhensiedlung bei Kransberg aufgefunden wurde.

Aus der Zeit des Mittelalters (600 bis 15. Jahrhundert n. Chr.) gibt es zahlreiche Wüstungen (aufgelassene Siedlungen), Burgen und noch bestehende Ortschaften aus mittelalterlicher Gründungszeit samt Baudenkmälern und Eisenverhüttungsplätzen.

Der Ursprung Usingens

Usingen beging 2002 das 1200-jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung. Der Ort wird einige Male unter verschiedenen, ähnlich lautenden Bezeichnungen im Codex Eberhardi des Klosters Fulda von etwa 1160 genannt, wobei ein Bezug zu den Jahren zwischen 754/5 (dem Todesjahr des Bonifatius) und 802 angenommen wird. Die Einträge sind jedoch nicht mit einer Jahreszahl versehen, sondern einfache Aufzählungen von Übertragungen an das Kloster. Zudem enthält der Codex auch etliche (Ver-)Fälschungen, was insgesamt zu Zweifeln an der Genauigkeit der Angaben geführt hat. Ungeachtet dieser inhaltlichen Kritik an den überlieferten Schriftquellen hat das Ergebnis einer Ausgrabung in der Flur "Auf der Beund" im Jahre 2002 gezeigt, dass sich im Umfeld des heutigen Usingen unter anderem die Überreste eines karolingischen Gebäudes befanden. Archäologische Nachweise über eine frühmittelalterliche Siedlungstätigkeit an der Stelle der heutigen Stadt gibt es allerdings bisher nicht [3]

Auch ein weiterer Flurname, "Alte Burg", in der Gemarkung von Usingen gibt Rätsel auf. Konkrete Hinweise hinsichtlich seiner Bedeutung sind bisher nicht gefunden worden; die Bezeichnung kann einen realen Bezug haben oder auch auf einer fehlerhaften Überlieferung beruhen.

Schließlich könnte auch noch Stockheim, ein wüst gefallener Ort westlich von Usingen, von Gewicht für die Entstehung bzw. Entwicklung Usingens gewesen sein. Der Name der Wüstung lässt auf seine Begründung zur Zeit der fränkischen Landnahme oder gar schon in alemannischer Zeit schließen, jedoch sind bisher keine greifbaren Bezugspunkte zu Usingen erkennbar.


Usingens weitere Geschichte

1207 geht Usingen in den Besitz der Grafen von Diez über, die dieses Reichsgut im Hintertaunus im Tausch gegen Mainz-Kastell erwarben.

Eine nassauische Burg – 1326 hatten die Grafen von Nassau das Usinger Land pfandweise und 1405 endgültig erworben – an der Stelle der heutigen Christian-Wirth-Schule und eine Mauer mit fünf Toren schützten das Weberstädtchen im Mittelalter.

Im 14. Jahrhundert dürfte der Ort Stadtrechte erhalten haben.

Ab 1659 residierten in der zum Schloss mit schönem Garten ausgebauten Burg die Grafen und von 1688 bis 1744 die Fürsten von Nassau-Usingen.

Eine herausragende Persönlichkeit in der Geschichte Usingens war Fürst Walrad. Bei der Teilung der nassau-saarbrückischen Länder am 31. März 1659 erhielt der Graf Walrad das Usinger Land. Er regierte 43 Jahre und war ein geachteter Feldherr, u.a. Generalfeldmarschall der Niederlande unter Wilhelm III. von Oranien. Das heutige Bild Usingens hat er entscheidend mitgeprägt, da er nach dem Rückgang der Bevölkerung durch den Dreißigjährigen Krieg und den drei Stadtbränden im 17. Jahrhundert die Hugenotten ansiedelte und die Neustadt anlegen ließ.

Unter Walrads Sohn und Nachfolger als Fürst Wilhelm Heinrich wurde der Ortsteil Wilhelmsdorf gegründet. Dessen Sohn Fürst Karl verlagerte 1744 seine Residenz von Usingen nach Biebrich. Damit endete Usingens Zeit als Residenzstadt.

Eine weitere Persönlichkeit war der Geigerkönig August Wilhelmj. Ihm wurde das Ehrenbürgerrecht der Stadt Usingen am 31. Mai 1876 anlässlich seines letzten Konzertes in seiner Geburtsstadt Usingen verliehen. Er wurde hier am 21. September 1845 geboren. Sein Geburtshaus stand am unteren Ende der Rathauspassage, der heutigen nach ihm benannten Wilhelmjstraße. Auf dem Grundstück seines Geburtshauses, auf dem heute ein Bankgebäude steht, erinnert ein Gedenkstein mit Plakette an den bedeutenden Geigerkönig.

Usingen war bis 1886 Amtssitz und danach bis 1972 Kreisstadt. Die geringe Industrieentwicklung der Neuzeit konnte auch durch den Eisenbahnanschluss des Jahres 1895 nicht verstärkt werden. Usingen ist seit der Reformationszeit eine Schulstadt: Lateinschule bis 1817, Lehrerseminar 1851 bis 1926, Christian-Wirth-Schule (Gymnasium) seit 1926 – heute zusammen mit vielen anderen Schulformen.

Im Zuge der Gebietsreform haben sich die Orte Usingen, Eschbach, Kransberg, Merzhausen, Michelbach, Wernborn und Wilhelmsdorf im Jahre 1972 zur Stadt Usingen zusammengeschlossen. Auch nach dem Verlust der Kreisstadtfunktion (aus der Fusion der Kreise Usingen und Obertaunus entstand 1972 der Landkreis Hochtaunus mit der Kreisstadt Bad Homburg) ist Usingen mehr denn je der Mittelpunkt des Usinger Landes.

Usingen ist auch bekannt als Buchfinkenstadt im Buchfinkenland. Das im Jahr 1938 durch Dr. Theo Geisel verfasste Buchfinkenlied beschreibt den Heimatbegriff, das Usinger Land im Hintertaunus, das Buchfinkenland. Das Lied vermittelt Geborgenheit, menschliche Nähe und Wärme. Durch den "Buchfinkenfall", die "Buchfinkenmesse" und den Buchpreis "Usinger Buchfink" ist der Begriff in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zurückgekehrt. Seit dem Jubiläumsjahr (2002) der Stadt Usingen verschönern an verschiedenen Stellen in der Stadt bunte Buchfinken das Stadtbild.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 52,9 20
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 22,1 8 36,2 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,7 3 11,8 4
FDP Freie Demokratische Partei 5,0 2 34,6 13
BEU Bürger für Ehrliches Usingen 5,1 2 17,4 7
FWG Freie Wählergemeinschaft 6,1 2
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 48,2 47,1

BEU = Bürger für Ehrliches Usingen, eine aus dem Bauskandal hervorgegangene Bürgervereinigung.


Städtepartnerschaften

Es bestehen Städtepartnerschaften mit

Bauwerke

Usinger Schloss

Im Zentrum der Usinger Innenstadt befand sich bis zum 19. Jahrhundert das Usinger Schloss. Die genauen Ursprünge sind nicht eindeutig geklärt, als erster Wehrbau an diesem Ort ist jedoch ein unter Johann I. von Nassau-Weilburg errichtetes Burghaus aus dem 14. Jahrhundert überliefert. Fürst Walrad (Nassau-Usingen) ließ an Stelle der alten Burg in den Jahren 1660-63 ein neues Schloss errichten, das der Architekt Friedrich Joachim Stengel (1694-1787) von 1733 bis 1738 im Auftrag von Fürstin Charlotte Amalie, der Witwe des Fürsten Wilhelm Heinrich I, zu einer barocken Residenz umbaute. Im Jahr 1873 vernichtete ein Großbrand das Schloss. An seiner Stelle entstand ein preußischer Klinkerbau, der unter anderem als Lehrerseminar und heute als Gymnasium genutzt wird (Christian-Wirth-Schule). Direkt an die Schule grenzt der Usinger Schlossgarten; der Schlossplatz trennt die Unterstadt im Süden von der Oberstadt im Norden.

Evangelische Laurentiuskirche

Die Kirche befindet sich am Rand der Altstadt Usingens oberhalb eines nach Südwesten steil abfallenden Hangs, der mit mächtigen Stützmauern bewehrt ist. Ihre Entstehungsgeschichte ist ungeklärt; es hat sich gezeigt, dass die angenommene urkundliche Ersterwähnung von 1190 unzutreffend ist und sich auf eine Kirche gleichen Namens in Oechsen, einer Gemeinde im Wartburgkreis in Thüringen, bezieht[4].

Es bestehen auch keine Erkenntnisse darüber, ob sich direkt unter der Kirche Spuren eines älteren Bauwerks befinden. Ob der Flurname "Alter Kirchhof" im Tal südwestlich der heutigen Kirche auf einen solchen Vorgängerbau hinweisen könnte, ist ebenfalls offen. Dort wurden angeblich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Grundmauern einer kleinen Kirche freigelegt [5], worüber jedoch keine Unterlagen vorhanden sind. Die Angabe ist deshalb zweifelhaft, ebenso wie die Einordnung dieser Kirche ins 11. Jahrhundert.

Ab dem 13. Jahrhundert existieren schriftliche Hinweise auf das Gotteshaus, das am Ende des 15. Jahrhundert wegen Baufälligkeit umfassend renoviert und mit einem Turm versehen wurde. Davon kündet die im unteren Eckstein eingravierte Jahreszahl 1490, wobei die "4" als nach unten offene "8" geschrieben ist. Der Turm selbst war als Wehrturm konzipiert und in die alte Stadtbefestigung einbezogen; dem Türmer oblag offensichtlich das Amt des Glöckners wie des Feuerwächters .

Das Erscheinungsbild der Kirche hat sich seit 1635 nicht mehr wesentlich verändert, als das Bauwerk abbrannte und von 1651 bis 1658 wieder aufgebaut wurde. Dabei erhielt der Turm seine charakteristische barocke Haube. Er wurde zuletzt 2005/6 komplett saniert.

Hugenottenkirche mit Marktplatz

Eine weitere Feuersbrunst im Jahre 1692 zerstörte die sogenannte Usinger Oberstadt. Auf Anordnung des Fürsten Walrad (1635–1702) wurde sie umgehend wieder aufgebaut, wobei das rasterförmige Grundmuster der symmetrischen Straßenzüge wohl durch den Hofmaler Johann Emmerich Küntzel entworfen wurde. Das Stadtbild ist heute noch durch die damalige Konzeption und die im Zusammenhang damit entstandenen repräsentativen Bürgerhäuser geprägt.

Das Herz der so genannten "Neustadt" bildet die um 1700 durch den Baumeister Benedikt Burtscher errichtete Hugenottenkirche mit dem alten Marktplatz. Die Kirche zeigt in ihrem Baustil besondere Gemeinsamkeiten mit dem bekannten Gotteshaus von La Rochelle. Im Jahr 1817 entfiel durch die Vereinigung der lutherischen Protestanten und der reformierten Kirche die religiöse Nutzung des Gebäudes, das daraufhin zu einer Schule umgebaut wurde. Heute ist dort die Usinger Stadtbücherei. In den Obergeschossen befinden sich zahlreiche weitere Räumlichkeiten für kulturelle Veranstaltungen und Versammlungen, und der Trausaal ist bei Hochzeitspaaren für ihr Ja-Wort sehr begehrt.

Rathaus

Gegenüber dem Schloss liegt das Rathaus aus dem Jahr 1687. Es handelt sich um ein Fachwerkhaus im barocken Stil, das im Jahr 2005 frisch saniert wurde und die Räume des Bürgermeisters sowie das Bürgerbüro der Stadt beinhaltet. Das historisch beeinflusste rote Eichenholzfachwerk prägt die beiden Schauseiten zum Schloss und zur Kirche. Auf dem Dach ist ein Nachbau der alten Wetterfahne mit dem nassauischen Löwen und dem Kleeblatt angebracht, die auch im Stadtwappen erscheinen.

Vom ursprünglichen kleineren gotischen Rathaus an gleicher Stelle ist nur noch der Gewölbekeller erhalten, in dem sich heute die Vor- und Frühgeschichtliche Abteilung des Stadtmuseums befindet.

Baitul-Huda-Moschee

Das Baitul-Huda (Haus der Rechtleitung) der Ahmadiyya Muslim Dschamaat verfügt über eine Kuppel und ein 14 m hohes Minarett. Es wurde am Rande eines Industriegebiets südwestlich vom Stadtzentrum aus eigenen Mitteln der Glaubensgemeinschaft errichtet, die in Usingen ungefähr 160 Mitglieder zählt, und am 7. September 2004 eingeweiht. In der Moschee gibt es getrennte Gebetsräume für Männer im Obergeschoss und Frauen im Untergeschoss. Im Obergeschoss befindet sich auch die Gebetsnische für den Vorbeter, den Imam. Die Gebetsräume - jeweils etwa 77 m² groß - werden nicht nur zu religiösen, sondern auch zu privaten Zwecken genutzt: neben religiöser Unterrichtung auch für Veranstaltungen, Meditationen, Schülernachhilfe usw. Die Ornamente in den dazu gehörigen Fenstern dienen zur Hervorhebung und Verschönerung.

Außerdem enthält die Moschee neben den Toiletten mit Waschgelegenheiten für den religiösen Ritus (Wudu’) auch noch ein Büro sowie eine kleine Küche, die vorwiegend für Gästebewirtung genutzt wird. Das Minarett ist ein architektonischer Hinweis auf die Moschee und symbolisiert Standhaftigkeit und Festigkeit im Glauben, hat aber keine praktische Funktion (Gebetsruf).

Die Moschee geriet nach einem Einbruch am 23. Dezember 2004 in Brand. Mit spontan gesammelten Spenden Usinger Bürger finanzierten die Gemeindemitglieder einen Baum, eine Rosskastanie, mit darunter aufgestellter Bank am Eingang des Grundstücks. Das drückt seitdem den Dank der Gemeinde für die Unterstützung aus der Usinger Bürgerschaft aus.

Naturdenkmäler

Eschbach und Eschbacher Klippen

Der Ortsteil Eschbach hat eine Kirche, zwei Restaurants, eine Filiale der Frankfurter Volksbank und eine Freiwillige Feuerwehr. Eine Grundschule, welche Kinder aus den Usinger Stadtteilen Eschbach, Wernborn, Michelbach und Kransberg besuchen, befindet sich ebenfalls hier. Am Nordende des Ortsteils steht eine Gruppe bis zu 12 Meter hoher Felsen aus Quarzgestein. Die Felswand ist sichtbarer Teil eines etwa 6 km langen Quarzganges, der sich quer durch das Usatal bis zum Wormstein im Usinger Stadtwald fortsetzt. Er ist geologisch gesehen eine Querverwerfung, die sich bei der Auffaltung des Gebirges bildete. Der widerstandsfähige Quarz konnte an einigen Stellen der Abtragung trotzen und erscheint heute an verschiedenen Orten im Taunus, jedoch selten so spektakulär wie hier. Westlich der Klippen gibt es, auf der gegenüberliegenden Seite der Kreisstraße Usingen-Michelbach etwas versteckt im Wald, einen „Schwesterfelsen“, den Saienstein. Am südlichen Fuß der Eschbacher Klippen (von den Eschbacher Bürgern auch "Buchstein" genannt) existierte früher eine Freilichtbühne, deren Überreste noch erkennbar sind. Auch heute werden hier in den Sommermonaten regelmäßig die lokal sehr beliebten „Klippenkonzerte“ aufgeführt.

Kletterer nutzen die Steilwände für Trainingseinheiten, es gibt gut gesicherte Touren mit Felshaken der Schwierigkeitsgrade I-VII, besonders die Südwand der Klippen ist sehr beliebt.

Hattsteinweiher

Der Hattsteinweiher bei Usingen ist der einzige Badesee im Usinger Land. Im Sommer bei gutem Wetter (und im Winter als Schlittschuhfläche) ist er Anziehungspunkt für viele Besucher aus dem Taunus und dem Rhein-Main-Gebiet. Mit seiner Größe von 1,6 ha ist er neben dem Meerpfuhl der größte Weiher im Hintertaunus. Es handelt sich um ein künstlich angelegtes Gewässer, dass aus einem Quellbach des Stockheimer Baches gespeist wird. Erste Quellenberichte über den Weiher datieren aus dem Jahr 1610. Im 18 Jahrhundert bestanden Wasserleitungen aus dem Hattsteinweiher in die Innenstadt von Usingen. Sein Namen leitet sich von den Herren von Hattstein her, die im 15. Jahrhundert Burggrafen in Usingen waren.

Mitte der 70er Jahre nahm die Stadt um eine grundlegende Umgestaltung und Sanierung vor. Der Campingbetrieb wurde eingestellt, ein Sandstrand an der Westseite angeschüttet. Im Gegenzug wurde die Nordwestecke als Schutzzone ausgewiesen und durch verkettete Baumstämme abgetrennt. Hier hat sich eine schmale Verlandungszone aus Breitblättrigem Rohrkolben (Typha latifolia), diversen Seggen und schwimmenden Rasen des seltenen Fieberklees (Menyanthes trifoliata) entwickelt. Letzterer kommt auch auf der Südseite vor und bildet hier einen schmalen Saum. Seit Anfang der 90er Jahre werden zusätzlich Parkgebühren erhoben, um die Besucherzahlen zu reduzieren.

In der Nachbarschaft des Weihers bestehen die Sportanlagen des Reit- des Tennis und des Schützenvereins.

Taunusbad

Das Hallenbad des Hochtaunuskreises bietet ganzjährig Bademöglichkeiten. Als Sportbad konzipiert ist es das einzige öffentliche Hallenbad im Usinger Land.


Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Verkehrsmittel

Usingen verfügt über eine gute Anbindung an das öffentliche Bahnnetz. Die Bahnstrecke, die das Usinger Land seit 1895 mit Frankfurt am Main verbindet, wird seit 1993 vom Hochtaunuskreis in Eigenregie als „Taunusbahn“ betrieben. Die Züge fahren zu den Hauptverkehrszeiten halbstündlich und sonst stündlich nach Bad Homburg; dazu kommen während der Verkehrsspitzenzeiten stündlich durchgehende Züge nach Frankfurt Hauptbahnhof.

Justiz und Gesundheit

Usingen ist Sitz des Amtsgerichtes Usingen sowie eines Krankenhauses.

Sonstiges

Bildungseinrichtungen

Usingen ist Standort großer Schulen, dessen mehr als 4000 Schüler zum großen Teil mit Bus und Bahn nach Usingen kommen, um die dortigen Schulen zu besuchen.

Erdfunkstelle Usingen

Usingen ist Standort einer Erdfunkstelle von Media Broadcast. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand auf dem Gelände des ehemaligen Feldflugplatzes von Merzhausen, einem Ortsteil von Usingen, eine KW-Station, 1979 folgte die erste große Parabolantenne. Mittlerweile beheimatet die Station mehr als 90 Antennen, darunter drei große, die 19 Meter Durchmesser haben. Die Erdfunkstelle gehört aber nur postalisch zu Usingen: Die Gebäude und Antennen liegen auf Neu-Anspacher Gemarkung, trotzdem hält der Betreiber an der Bezeichnung "Usingen 2" fest, da sich dieser Name weltweit etabliert hat.

Medien

In Usingen erscheinen die "Usinger Neue Presse" (die Hintertaunus-Ausgabe der Taunus-Zeitung, die wiederum eine Regionalausgabe der Frankfurter Neuen Presse ist) und der Usinger Anzeiger als tägliche Lokalzeitungen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Weit über die Grenzen von Usingen bekannt ist der jedes Jahr am zweiten Septemberwochenende stattfindende Laurentiusmarkt mit der Kreistierschau sowie der jährliche Usinger Flohmarkt Ende Juni.

Schützenverein 1422 e.V.

Der Usinger Schützenverein ist der viertälteste Deutschlands. Die erste schriftliche Erwähnung der „Usinger Schützengilde“ ist eine Einladung der „Frankfurter Schützengesellen“ zu einem Wettschießen im Jahr 1422. Heute verfügt der Verein über ein 1961 erbautes Schützenhaus und viele aktive Mitglieder.

Söhne und Töchter der Stadt

Grafen, ab 1688 Fürsten, von Nassau-Usingen (1640–1806)

In Usingen wurden geboren

In Usingen haben gewirkt

Literatur

 Commons: Usingen – Bilder, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. http://user.uni-frankfurt.de/~elaufer/
  2. http://www.jungsteinsite.uni-kiel.de/2002_laufer/usingen.htm
  3. Die von Lokalhistorikern geäußerte Vermutung, Usingens Bedeutung habe darin bestanden, dass es eine Etappenstation auf einer karolingischen Königsstraße zwischen Frankfurt und Wetzlar gewesen sei, hat sich als nicht haltbar herausgestellt: Weder konnte bisher die Königsstraße nachgewiesen werden noch wird Wetzlar vor dem Ende des 9. Jahrhunderts urkundlich besonders hervorgehoben; erst im Jahre 897 wurde dort eine Salvatorkirche geweiht, die der Stadt größeres Ansehen verlieh.
  4. E.F.J. Dronke, Codex Diplomaticus Fuldensis (Cassel 1850), Nr. 834a
  5. Weidemann S. 117 - siehe Literatur