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Walensee

Walensee
Daten
Lage: Ostschweiz
BFS-Nr.: 9267
Fläche 24 km²
maximale Tiefe: 151 m
Zuflüsse: seit 1811 Escherkanal (Linth),
Seez
Abfluss: Linthkanal
Höhe: 419 m ü. M.
Grössere Orte am Ufer: Weesen, Walenstadt
Karte

Der Walensee ist ein See in der Ostschweiz in den Kantonen St. Gallen und Glarus.

Der Name bedeutet See der Welschen, da im Frühmittelalter der Walensee die Sprachgrenze zwischen den im Westen siedelnden Alamannen und den Rätoromanen, den Welschen, im Osten bildete. 1851 ging auf ihm das Dampfboot «Delphin» unter∞; das war bis 1854 der einzige Fall, bei dem auf einem europäischen Landsee ein Dampfboot unterging.[1]

Der See liegt auf 419 m ü.M. und hat eine Oberfläche von 24 km². Seine grösste Tiefe beträgt 151 m. Durch seine besondere Lage (inmitten eines Tals und auf beiden Seiten bis zu 1000 Meter hohe Steilhänge) ist die Wassertemperatur des Walensees um einige Grad kälter als diejenige benachbarter Seen. Er wird im Sommer selten über 20°C warm.

Der Hauptzufluss war ursprünglich die Seez. Seit der Linthkorrektion in den Jahren 1807 bis 1811 ist die Glarner Linth durch den Escherkanal der Hauptzufluss. Die Linth tangierte vorher den Walensee gar nicht und floss vom Glarnerland aus direkt in Richtung Zürichsee. Die Verbindung zwischen Linth und Walensee wurde durch die Maag hergestellt, die sich bei Ziegelbrücke mit der Linth vereinigte.

Ortschaften am Walensee sind Walenstadt, Mols, Unterterzen , Murg, Mühlehorn, und Weesen sowie am Nordufer die Dörfer Betlis und Quinten. Bei Touristen am beliebtesten ist die autofreie Ortschaft Quinten, welche nur durch Schiff oder durch eine mehrstündige Wanderung zu erreichen ist und ein Mittelmeerklima bietet. Nördlich befindet sich das auf einer Terrasse hoch über dem See gelegene Amden und die Bergkette der Churfirsten. Südlich des Sees liegen die Winter- und Sommer-Tourismusregionen Flumserberg und Kerenzerberg.

Durch die Linthkorrektion sank der Wasserspiegel um 5.5 m. Bei Hochwasser erlangt der See jeweils sein früheres Aussehen.

Verkehr

Das steile Nordufer zwischen Fli und Betlis

Verkehrstechnisch war der Walensee seit der Antike eine grosse Herausforderung, da es dort kaum Ebenen gibt. So trassieren Eisenbahn wie auch Autobahn den Walensee durch Galerien und Tunnels. Bis zur Eröffnung der Walenseestrasse war auf dem Landweg die Passage zwischen der Linthebene und Walenstadt nur über den Kerenzerberg zwischen Mollis und Quarten möglich. Bis in die frühe Neuzeit wurde der Warenverkehr zwischen Zürich und Chur deshalb per Schiff auf dem Walensee befördert. Seit der Errichtung des Linthkanals konnten Güter sogar direkt per Schiff von Walenstadt nach Zürich befördert werden.

1974 wurde in der Linthebene die vierspurige Autobahn A 3 eröffnet. Zwischen Weesen und Mühlehorn wurde aus ihr eine zweispurige Schnellstrasse, die sog. Walenseestrasse. Sie bestand im Wesentlichen aus der Hauptstrasse durch die Dörfer Mühlehorn, Murg, Unterterzen und Mols. Bei Walenstadt begann die Fortsetzung der N3. Nach der Vollendung der sogenannten Walenseeautobahn ist es auf dieser Hauptstrasse viel ruhiger geworden.

Die Hauptstrasse hatte zwar gewöhnliche Verbindungen und Fussgängerstreifen, war aber dennoch einem hohen Verkehrsaufkommen ausgesetzt. Der Walensee erhielt durch diesen Engpass einen schweizweiten Ruf als Nadelöhr für den Verkehr, da sich bei hohem Verkehrsaufkommen und den damit verbundenen häufigen schweren Verkehrsunfällen jeweils kilometerlange Staus in der Linthebene bildeten. Jahrelang war die Meldung «Stau am Walensee» in der Ostschweiz so geläufig, dass die Kabarettisten des in den achtziger Jahren populären Trio Eugster dem Walensee den Beinamen «Qualensee» verlieh. Zur gleichen Zeit wurde die heutige Walenseeautobahn in Arbeitsgemeinschaft verschiedener Bauunternehmungen gebaut. Die Bauleitung übernahm das Bauingenieurbüro Locher & Cie. AG in Zürich. Parallel zur Autobahn verläuft die Bahnstrecke Ziegelbrücke-Sargans, ehemals die «Südostbahn Sargans-Rapperschwyl».

Bilder

 Commons: Walensee – Bilder, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 11857, Band 5, S. 665

Koordinaten: 47° 7' 19" N, 9° 12' 53" O