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Andre Asriel

Andre Asriel (* 22. Februar 1922 in Wien) ist ein österreichisch-deutscher Komponist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Asriel besuchte zuerst das Akademische Gymnasium und dann das Bundesgymnasium IX (Wasagymnasium) in Wien. Dort war einer seiner Klassenkameraden der später als Oscar-Preisträger bekannt gewordene Komponist Ernest Gold. Hier konnte er gleichzeitig musikalischen Studien nachgehen und studierte von 1936 bis 1938 an der Staatlichen Musikakademie in Wien Klavier bei Grete Hinterhofer und Theorie bei Richard Stöhr. Er war außerordentlich begabt und schon in jungen Jahren ein hervorragender Pianist.


Nach der Okkupation Österreichs durch Nazideutschland sorgte seine Mutter dafür, dass ihr Sohn Andre Ende 1938 als 16-Jähriger nach England emigrieren konnte. Das hat ihm das Leben gerettet. Ihr selber gelang die rettende Flucht nicht mehr. Mit Kriegsbeginn im September 1939 waren alle Verbindungen zur alten Heimat und zur Familie abgerissen. Der Musik gehörte auch in der Fremde sein ganzes Interesse, aber er wusste nicht, wie er ein geeignetes Studium beginnen und finanzieren sollte. Ein Zufall half - er traf den späteren Dichter Erich Fried, der wie er ein Schüler des Wiener Wasagymnasiums gewesen war. Durch ihn fand er Kontakt zu einer Organisation, die sich „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) nannte. Für sein Leben und sein Studium erhielt er von der FDJ Unterstützung. Asriel übernahm die Leitung des Londoner FDJ-Chors und fand Freunde unter dessen deutschen Mitgliedern. Als Lizentiateship of the Royal Academy of Music (L.R.A.M.) konnte er ab 1941 sein Studium bei Franz Osborn (Klavier) und Ernst Hermann Meyer (Komposition) fortsetzen.

Von großer Dankbarkeit zur FDJ erfüllt, war er 1946 bereit, in das zerstörte Deutschland zu gehen, um dort am Aufbau des Sozialismus mitzuhelfen. Dieser Entschluss fiel nicht leicht, da er die Übersiedelung aus einer geordneten Welt in das Berlin des Hungers, der Seuchen und Ruinen bedeutete. 1946 konnte er sein im Exil unterbrochenes Musikstudium an der Hochschule für Musik im Westteil Berlins bei Reinhard Schwarz-Schilling und Hermann Wunsch (Komposition) sowie Richard Rössler (Klavier) fortsetzen. Es folgte 1948 das Staatsexamen Klavier. Von 1950 bis 1951 war er Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste (Berlin/DDR) bei Hanns Eisler. Von 1950 bis 1967 war er Dozent und dann Professor für Tonsatz an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin (DDR). 1980 wurde er emeritiert.

Asriel wurde vor allem durch seine Lieder bekannt. Aber auch die Filmmusik war für ihn ein wichtiges Tätigkeitsfeld. Er schrieb die Musik für mehr als 30 Filme. Ferner komponierte er Chansons, Balladen, Kammer-, Vokal- und Instrumentalmusik. Viele seiner Kompositionen sind von der Jazzmusik beeinflusst.

1951 wurde Asriel mit dem Nationalpreis der DDR, 1970 mit dem Kunstpreis des FDGB und 1974 und 1982 mit dem Vaterländischen Verdienstorden ausgezeichnet.

Werke

Instrumentalkompositionen

Musik für Orchester (1963-1964)

Kammermusik (1964-1972)

und andere

Musik für Tasteninstrumente (1962-1988)

und andere

Musik für Konzertgitarre (1962-1988)

und andere

Chormusik (1951-1977)

und weiter Kanons und Volksliedbearbeitungen

Massenlieder (1941-1983)

und andere

Songs und Chansons (1948-1975)

und andere

Klavierlieder (1940-1971)

darunter
Jiddische Volkslieder - Kinder- und Wiegenlieder, Verlag Neue Musik, Berlin
Jiddische Volkslieder - Berufs- und Ständelieder, Verlag Neue Musik, Berlin
Jiddische Volkslieder - Liebeslieder, Verlag Neue Musik, Berlin
und andere

Filmmusiken und Theatermusiken (1955-1986)

Filmmusiken

Spielfilme

Kurzfilme

und andere

Theatermusiken

und andere

Schriften

sowie Artikel in Zeitungen und Fachzeitschriften

Personendaten
Asriel, Andre
österreichisch-deutscher Komponist
22. Februar 1922
Wien