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Plektrum

Das Plektrum oder auch Plektron (Mehrzahl Plektra; latinisierte Form von gr. πλῆκτρον „das Plektron, Werkzeug zum Schlagen“; Mehrzahl Plektren) ist ein Plättchen, mit dem Zupfinstrumente wie z. B. Stahlsaitengitarre, E-Bass, Mandoline oder Shamisen angeschlagen oder gezupft werden können. Unter Musikern wird es auch Spielblättchen, Plattl, Zupflümmel, Plek oder Pick genannt.

Das Plektrum ermöglicht im Vergleich zu mit den Fingern angeschlagenen Saiten einen meist härteren Klang.

Inhaltsverzeichnis

Arten

Verbreitet sind zwei Arten von Plektren:

Fingerpicks sind aus Metall oder Zelluloid. Flache Plektren werden heute üblicherweise aus unterschiedlich harten Kunststoffen hergestellt, früher waren auch andere Materialien wie Ebonit, Horn und Schildpatt gängig.

Formen

Die übliche Form der flachen Plektren ist tropfenförmig oder dreieckig mit abgerundeten Ecken. Ebenfalls üblich sind kleine und große gerade Dreiecke. Erstgenannte wird von Robert Fripp verwendet, die andere ist für den Bass, wird aber trotzdem von Carlos Santana genutzt, sowie Pentagons, die eine quadratische Haltefläche und eine dreieckige Spitze haben.

Zu den Sonderformen zählen die von Herdim hergestellten dreieckigen, spitz zulaufende Plektren, die an jeder Ecke eine andere Stärke aufweisen und so für unterschiedliche Zwecke genutzt werden können (z.B. weich für Schlaggitarre, hart für Solospiel).

Die Plektren von Sharkfin haben 3 verschiedene Einsatzbereiche und sind variabel einsetzbar. Die vordere Spitze ist abgestumpft, damit die Saiten nicht zu tief eintauchen, die hintere Spitze wird für Brillanzen und den Halt genutzt, und die andere Ecke für einen Tremolo-Effekt.

Einige Plektren weisen zudem eine raue Mitte auf, wodurch die Griffigkeit erhöht wird. Andere haben eine gebogene Verlängerung , die besseren Halt haben und für E-Bässe genutzt werden.

Unter Gitarristen sind die von d'Andrea stammenden Formen 351 und 346 , die von Fender bekannt wurden, am weitesten verbreitet.

Nutzen

Fortgeschrittene Spieler werden bei Plektren Klangunterschiede zwischen den Materialien, Formen und Stärken feststellen. Das verbreitetste Material ist Zelluloid, üblich sind auch Plektren aus Nylon und Polycarbonat, außerdem haben viele Hersteller eigene, spezielle Kunststoffe im Angebot (Delrin, Tortex, Ultex). Für spezielle Einsatzgebiete werden Plektren aus Knochen, Horn, Gummi, Holz, Kupfer, Stahl, Messing, Stein oder Filz eingesetzt. Wichtig ist auch die Stärke, denn zu dünne Plektren ergeben auch einen dünnen Ton, zu dicke sind fester, lauter und dumpfer, haben mehr Nebengeräusche und sind oft vor allem für Anfänger ungeeignet. Die Materialien haben dabei den größten Einfluss auf den Klang, ebenso die Spitze.

Plektren gibt es in verschiedenen Formen und Stärken. Die Stärken reichen von 0,38 bis 7 mm. Manche sind etwas runder und dicker, andere dagegen spitz und dünn. Es kommt auf das Instrument, den Musikstil, die Spielweise und auch den gewünschten Klang an, welches Plektrum verwendet wird. Grundsätzlich kann aber auch ein E-Gitarrist ohne Plektrum spielen, so etwa Mark Knopfler (u.a. Gitarrist der Dire Straits). Beim Spiel ohne Plektrum werden die Saiten mit den Fingernägeln oder seltener mit den -kuppen gezupft.

Beim Rhythmusspiel auf der E-Gitarre sind sowohl Spielweisen ohne Plektrum als auch mit Plektrum üblich, im letzteren Fall wird in der Regel auf dünnere Plektrumstärken zurückgegriffen, da diese den Saiten weniger Widerstand entgegensetzen und daher schneller geschlagen werden können.

Beim Leadspiel wird oft auf dickere und kleinere Plektren zugegriffen, die sowohl geringen Saitenwiderstand und geringe Eintauchtiefe, aber trotzdem Lautstärke und Dynamik unterstützen.

Man sollte darauf achten, das Plektrum nicht so weit hinten zu fassen, wie es bei Rhythmusspiel vom Vorteil ist, und es möglichst an der Spitze festhalten, um die höchste Saitenkontrolle zu haben, und dabei den Ton durch die Haltung zu gestalten. Der Ton ist am saubersten, wenn man die Spitze parallel zur Saite führt. Die schräge Haltung unterstützt wiederum die Schnelligkeit. Je dicker das Plektrum ist, umso notwendiger ist die Haltung.

Bei stärkeren Saiten, wie etwa bei E-Bässen, werden meist größere und stärkere Plektren eingesetzt. Die Spitzen sind dabei je nach dem Einsatzgebiet angepasst.

Verwendung

Insbesondere Zupfinstrumente mit Stahlsaiten werden mit Plektrum gespielt. Für Gitarren mit Nylonsaiten verwendet man Plektren eher selten. Typischerweise werden Plektren für Schlag- und Melodiespiel verwendet. Auf der E-Gitarre sind sie zumeist die Regel. Für mehrstimmiges Spiel (Fingerpicking) werden auf Gitarren mit Stahlsaiten in der Regel Fingerpicks verwendet, es sei denn, der Spieler hat sehr robuste Fingernägel oder er verzichtet auf die Brillanz und spielt nur mit den Kuppen der Finger. Eine neue Alternative sind künstliche Fingernägel vom Fachmann. Für E-Bass werden Plektren eingesetzt, um einen möglichst gitarrenähnlichen Sound zu erzeugen. Oft wird es genutzt, um gleichmäßige Läufe zu spielen, dabei können sie auch für komplexe Linien genutzt werden. Sie werden allerdings nur gelegentlich genutzt.

Instrumente wie Mandoline werden nur mit dem Plektrum gespielt. Daneben gibt es auch Tasteninstrumente, bei denen die Saiten durch Plektren angerissen werden, so z. B. das Cembalo.

Wechseltechniken

Um zwischen Plektrum- und Nicht-Plektrum-Spiel mit möglichst geringem Zeitaufwand wechseln zu können, haben sich mehrere Methoden durchgesetzt:

Mit Übung lässt sich die letztgenannte Methode ohne Spielpause durchführen.