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Agaven

Agave

Agave, blühende Pflanze

Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Einkeimblättrige (Liliopsida)
Unterklasse: Lilienähnliche (Liliidae)
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Agavengewächse (Agavaceae)
Gattung: Agave
Wissenschaftlicher Name
Agave
L.

Die Agaven (Agave) stellen eine artenreiche (mit 200 bis 300 Arten) Gattung innerhalb der Pflanzenfamilie der Agavengewächse (Agavaceae) dar. Es handelt sich dabei um sehr gut an trockene Standorte angepasste Pflanzen (Xerophyten), die zu den Sukkulenten gezählt werden. Sie sind typische Bewohner der Trocken- und Wüstengebiete im westlichen Nordamerika sowie in Mittelamerika und dem nördlichen Südamerika; die meisten Arten leben in Mexiko. Auch auf den kanarischen Inseln, besonders auf Teneriffa, sind die Agaven häufig zu finden. In Europa wachsen sie in Spanien und Portugal.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name Agave leitet sich vom griechischen agauos ab, was soviel wie König, Held oder Adliger bedeutet.

„Maguey“ ist die mexikanische Bezeichnung für Agave. Das Wort stammt ursprünglich von den Antillen. Die Nahuatl-Indianer Mexikos nannten die Agaven „metl“, die Purépecha nannten sie „tocamba“ und die Otome „Guada“.

Beschreibung

Die sukkulenten Pflanzen bilden große Rosetten aus meist dickfleischigen Blättern. Die Blätter enden meistens in einer sehr harten und scharfen Spitze und sind zumeist am Rand mit harten Dornen bewehrt. Die Sprossachse ist im Allgemeinen sehr kurz (gestaucht), so dass die Blätter nahe dem Boden entspringen. Agaven wachsen nur sehr langsam und bilden nach ein paar Jahren (oder sogar Jahrzehnten) Lebenszeit nur ein einziges mal Blütenstände aus. Diese werden, je nach Art, bis zu 10 Meter hoch und entstehen im Zentrum der Pflanze. Die Blüten, die zahlreich an jedem Blütenstand gebildet werden, sind wie bei allen Einkeimblättrigen dreizählig. Viele Agavenarten werden von Fledertieren bestäubt, bei anderen Arten sorgen Insekten für die Bestäubung. Aus den Blüten entwickeln sich die Früchte (Kapseln) der Agave, in denen jeweils hunderte Samen sind. Die Pflanze selbst stirbt nach der Blüte (=hapaxanth) und Bildung der Samen ab. Die alte Pflanze bildet allerdings Seitentriebe, die dann zu neuen Agaven heranwachsen (vegetative Vermehrung). Die Anzahl der Jahre, die die Pflanze bis zur Blüte lebt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem von der Art, aber auch von der Beschaffenheit des Bodens sowie Klimaverhältnissen.

Wirtschaftliche Nutzung der Agaven

Nahrungsmittel

Der bekannte Mezcal dagegen wird aus dem Herzen der Agave hergestellt, nachdem die Agave zum ersten und zugleich einzigen Mal geblüht hat (nach ca. 6-10 Jahren). Die Blätter werden abgeschlagen, lediglich der Ananas-förmige Kern der Pflanze (daher auch dessen spanische Bezeichnung piña, „Ananas; Tannenzapfen“) wird geerntet, gekocht und danach zu einem Brei zerstoßen. Tequila, ein Mezcal aus der Umgebung der Stadt Tequila, wird ausschließlich aus der Blauen Agave (Agave tequilana) gewonnen und ist die bekannteste Spirituose Mexikos.

Pulque, das Nationalgetränk Mexicos, wird hingegen aus dem Pflanzensaft verschiedener Agavenarten (ca. 17 verschiedene Arten, vor allem aber salmiana) gewonnen. Wenn die Blütenstände gebildet werden, werden diese schon im knospigen Zustand abgeschnitten und im „Herzen“ der Agave tritt dann Pflanzensaft aus. Dieser Saft wird abgeschöpft und dann fermentiert (vergoren).

Außerdem ist der Agavendicksaft beliebt als Alternative zum Zucker, der auch für Diabetiker geeignet ist, da er viel Fructose enthält.

Fasern

Die Blätter einiger Arten sind sehr faserig und können so zur Gewinnung von Pflanzenfasern genutzt werden. Hierzu gehören vor allem der Sisalhanf (Agave sisalana), der Falsche Sisalhanf (Agave decipiens) und die Kantala (Agave cantala) (mittlerweile hauptsächlich in Indonesien und auf den Philippinen). Doch auch die Amerikanische Agave wird auf diese Weise in Mexiko, den USA und mittlerweile auch in Südeuropa genutzt. In Indien wird die Amerikanische Agave vor allem als Begrenzung entlang von Bahnlinien angepflanzt.

Die Amerikanische Agave als Zierpflanze

Die bekannteste Agavenart ist die Amerikanische Agave (Agave americana), welche im tropischen Bereich Mittelamerikas lebt und auch als „Amerikanische Aloe“ bezeichnet wird, obwohl sie mit den Aloe-Arten nicht verwandt ist.

Die Amerikanische Agave wurde in Mitteleuropa etwa in der Mitte des 16. Jahrhunderts eingeführt und wird heute häufig als Zierpflanze aufgrund der einfachen Handhabung genutzt. Neben der Wildform wurden auch einige Zierpflanzenzüchtungen entwickelt, am verbreitetsten ist die Agave mit weißer oder gelblicher Zeichnung auf dem Blatt (Panaschierung: An einigen Stellen des Blattes fehlt das Blattgrün). Normalerweise werden die Agaven in große Töpfe gepflanzt und im Sommer nach draußen gestellt, im Winter müssen sie allerdings vor Frost bewahrt werden. Nach der Blüte sterben die Agaven ab. Doch im Laufe ihres Lebens – und besonders bevor die Pflanze abstirbt – bildet sie Seitentriebe; das ist dann die nächste Generation. Da oft viele Seitentriebe pro Mutterpflanze gebildet werden, kann man die Agave so vermehren. Die panaschierten Sorten kann man nur vegetativ vermehren. Allerdings blüht die Amerikanische Agave in Mitteleuropa erst nach 50 bis 60 Jahren.

Systematik

Gattung Agaven (Agave): Auswahl an Arten:

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