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Johann Kaspar Mertz

Johann Kaspar Mertz (* 17. August 1806 in Pressburg (heute Bratislava); † 14. Oktober 1856 in Wien) war ein österreichischer Komponist und Gitarrenvirtuose.

Biografie

Mertz wuchs in einer armen Familie auf. Bereits mit 12 Jahren gab er Gitarren- und Flötenunterricht. In Wien, wo er 1840 als Gitarrist auftrat, war Mertz sehr erfolgreich. In Dresden lernte er die Pianistin Josephine Plantin kennen. Im Dezember des Jahres 1842 heiratete Mertz Josephine Plantin. Nach mehreren gemeinsamen Konzertreisen ließ sich das Paar in Wien nieder. Im Jahre 1846 erkrankte Mertz. Neun Jahre später spielte er für Ludwig von Bayern. Kurz bevor Mertz im Jahre 1856 nach schwerer Krankheit starb, gewann er den Brüsseler Gitarren-Kompositionswettbewerb. Es existiert das Gerücht, dass Mertz auf Grund einer Überdosis eines verschreibungspflichtigen Medikaments, das ihm seine Frau verabreichte, starb.

Stil

Seine Gitarrenkompositionen haben Ähnlichkeit mit Frédéric Chopins, Felix Mendelssohn Bartholdys und Robert Schumanns Klaviermusik. Im Gegensatz dazu folgten viele seiner Zeitgenossen (z.B. Fernando Sor und Dionisio Aguado) Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart und Joseph Haydn. Neben seinen Eigenkompositionen zählen zu Mertz' Werk auch Bearbeitungen von Stücken anderer Komponisten. So verarbeitete er einige Schubert-Lieder sowie mehrere Opernarien zu Stücken für Gitarre solo.

Als Gitarrist verwendete Mertz Instrumente mit erweitertem Tonumfang. In den frühen 1840er Jahren spielte er zunächst eine achtsaitige, später eine zehnsaitige Gitarre, deren zusätzliche Saiten mit der Stimmung D-C-H-A den Tonumfang nach unten diatonisch ergänzten. Diese zusätzlichen Saiten verliefen neben dem Gitarrenhals und wurden also nur „leer“ gespielt und nicht gegriffen.

Werke

Für eine Gitarre:

Für zwei Gitarren:

Für Mandoline und Gitarre:

Personendaten
Mertz, Johann Kaspar
Komponist und Gitarrist
17. August 1806
Pressburg
14. Oktober 1856
Wien