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Risale-i Nur

Die Schrift Risale-i Nur („Das Licht des Koran“) ist ein von dem kurdisch-islamischen Reformtheologen Said Nursi verfasster Korankommentar. Sie ist eine Zusammenstellung aus ursprünglich 130 Schriften und umfasst 14 Bände mit über 6000 Seiten.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

1927 wurde Said Nursi dazu gezwungen, sich in dem Dorf Barla in der türkischen Provinz Isparta niederzulassen. Er lebte in einem Holzhaus und zog sich oft tagelang in die Berge zurück um zu reflektieren. Dort entstanden seine tiefsinnigen Schriften zum Koran, die er zum Teil einer Reihe von Schülern diktierte. Die Mitschriften wurden von Hand in arabischer Schrift vervielfältigt und überall in Anatolien verteilt.

Einführung

"Wäre Hz. Mevlâna zu meiner Zeit gekommen, würde er die Risale-i Nur verfassen, wenn ich zu seinen Zeiten gelebt hätte, würde ich die Mesnevî schreiben."

Das obige Zitat von Bediüzzaman Said Nursi weist in aller Kürze auf den Kerngedanken hin, weshalb die Risale-i Nur, die größte Frucht seines Lebens, verfasst wurde und welchen Bedürfnissen sie gewidmet ist. Said Nursi analysierte intensiv die besonderen Gegebenheiten der Moderne und diagnostizierte die spirituellen und moralischen "Krankheiten" des Menschen als Individuum und in ihrer Gesamtheit der Gesellschaft. Hinsichtlich dessen formulierte er den Grundsatz: "Heute steht im Vordergrund die Rettung und Bewahrung des Glaubens". In Anlehnung dieses Leitgedanken schrieb er ein umfassendes Gesamtwerk nieder, welches seiner Auffassung nach den Ausweg aus den Problemen und Konflikten des 20. Jahrhunderts beschreibt und dem Menschen bezüglich seiner geistigen und moralischen "Krankheiten" Stütze und Orientierung bieten soll.

Said Nursi fasst die Ziele der Risale-i Nur in zwei Punkten zusammen:

1. Die Bewahrung des Menschen und der Gesellschaft vor dem Verfall in den Atheismus und Materialismus. Das Erlangen der ewigen Glückseligkeit im Jenseits, dessen Voraussetzung der aufrichtige Glaube und gute, tugendhafte Taten sind (<- Beitrag der Risale-i Nur bezüglich des Jenseits).

2. Das friedliche Zusammenleben aller Menschen und die Bewahrung der Menschheit von jeglichem Unheil, sei es Krieg, Terrorismus, Anarchie etc. Der Beitrag der Risale-i Nur hinsichtlich des zweiten Punktes ergibt sich aus dem wahrhaftigen Glauben, welche die Risale-i Nur lehrt und der Aufklärung und der Erziehung der Frömmigkeit, der Tugendhaftigkeit, das Denken an das Gemeinwohl (<- Beitrag der Risale-i Nur bezüglich des weltlichen Lebens).

Weltanschauung

Das Hauptanliegen der Risale-i Nur besteht in der Erörterung und Erläuterung der Glaubenswahrheiten. Hierzu macht Said Nursi häufig Gebrauch von Metaphern und Parabeln, um aufzuzeigen, wie vernünftig, angemessen, gut begründet und zusammenhängend die "Wahrheiten des Islam" sind.

Said Nursi fasst den Sinn dieser Welt in den folgenden Punkten zusammen:

1. Der Kosmos, die Erde ist eine Schule, in der Gottes Namen, Eigenschaften und Taten unterrichtet werden. Die Welt ist Gottes Gasthaus, in welchem seine Gaben freigebig gekostet werden, ein großes Buch, das ihn vorstellt, eine Ausstellung, in der er seine Kunstwerke zeigt.
2. Die Welt ist ein Acker, auf dem Tugenden, Wohltaten und Gottesdienste verrichtet werden, die im Jenseits geerntet werden sollen.

Die Risale-i Nur sieht in Glauben und Wissenschaft Einklang und Harmonie. Die Wissenschaft erzählt, forscht und beschreibt das Weltall, die Sterne, die Erde, die Blumen und alles Seiende. Sowohl die Naturwissenschaften als auch die Geisteswissenschaften führen den Menschen durch die großartige Ausstellung Gottes und interpretieren das große Buch des Kosmos. Sie erzählen detailliert über die Kunstwerke des Schöpfers, wie Pflanzen und Tiere, Berge und Meere, Körper und Seele des Menschen. In dieser Hinsicht dienen alle Wissenschaften dem oben genannten ersten Aspekt.

Zitate

Die einzelnen Werke ...