Heim

RAF-Aussteiger

Das Schlagwort RAF-Aussteiger – manchmal auch DDR-Aussteiger – bezeichnet einen Kreis von zehn Personen aus der Rote Armee Fraktion bzw. deren Umfeld, die ab 1980 den bewaffneten Kampf aufgaben, von den Behörden der DDR neue Identitäten erhielten und mit Hilfe des Ministeriums für Staatssicherheit in der DDR sesshaft wurden. Im Oktober 1980 waren dies zunächst:

1982 folgten

Während das MfS einen Teil der verbliebenen Terroristen zunächst noch logistisch unterstützte, wurde die Zusammenarbeit mit der Zeit immer mehr eingeschränkt, so dass die RAF etwa ab 1984 keine nennenswerte aktive Unterstützung mehr erhielt. Versorgung und Schutz der Untergetauchten bestand jedoch nach wie vor.

Im Laufe der Jahre wurden mehrere Aussteiger, darunter Maier-Witt, Albrecht und Viett von DDR-Bürgern erkannt oder von westlichen Geheimdiensten identifiziert und mussten ihre Identitäten teilweise sehr schnell wechseln.

Noch vor dem Ende der DDR wurde bis Juni 1990 nach und nach der gesamte Personenkreis identifiziert und festgenommen. Albrecht, Lotze, Helbing, Maier-Witt, Beer, Viett, Sternebeck und Friedrich wurden für die von ihnen begangenen Straftaten verurteilt. Die Seckendorff-Gudent und Dümlein vorgeworfenen Straftaten waren in der Zwischenzeit verjährt. Einige der Festgenommenen erhielten aufgrund ihrer Aussagebereitschaft den Status von Kronzeugen.

Kein DDR-Bürger wurde wegen der Unterstützung der RAF strafrechtlich belangt.

Der Film „Die Stille nach dem Schuss“ ist von diesen Ereignissen inspiriert.

Quellen