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Zwei

2

Die Zwei (2) ist die natürliche Zahl, die auf die Zahl Eins folgt und der Zahl Drei vorausgeht. Sie ist die kleinste und einzige gerade Primzahl.

Inhaltsverzeichnis

Sprachliches

Die Zahl Zwei hat wohl in allen gesprochenen Sprachen ein eigenes Wort. Zum Teil kennen jedoch so genannte Naturvölker wie z. B. die Torres-Strait-Insulaner bis heute nur eigene Wortstämme für die 1 und die 2. Mit diesen beiden kombinieren sie die Zahlen 3, 4, 5 und 6. Alle Zahlen, die danach kommen, bezeichnen sie lediglich mit „viel“.

Zwei

Das deutsche Zahlwort Zwei entstand aus der indogermanischen Wurzel *duwo bzw. *duôu und geht zurück auf die sächliche Form zwei, die bereits im Althochdeutschen belegt ist. Weitere Bildungen aus dieser indogermanischen Wurzel sind beispielsweise die Wörter Zuber, Zweck, Zweifel, Zwilling, Zwirn, Zwist und Zwitter.

Kardinalzahl

Bis ins 18. Jahrhundert wurden im Hochdeutschen bei dem Zahlwort zwei die drei grammatischen Geschlechter unterschieden, in einigen Dialekten des Schweizerdeutschen und Bairischen sind diese Unterscheidungen immer noch geläufig, wobei sächlich auch für gemischtgeschlechtliche Paare stehen kann.

Fall Männlich Weiblich Neutral
Nominativ zween zwo zwei
Genitiv zwener zwoer zweier
Dativ zween zwo(e)n zweien
Akkusativ zween zwo zwei

So übersetzt Luther im alten Testament beispielsweise:

Und sollst Ketten zu dem Schildlein machen mit zwei Enden, aber die Glieder ineinander hangend, von feinem Golde, und zween güldene Ringe an das Schildlein, also daß du dieselben zween Ringe heftest an zwo Ecken des Schildleins und die zwo güldenen Ketten in die selben zween Ringe an den beiden Ecken des Schildleins tust. (2. Mose 28,22-24)

In späteren Zeiten herrschte Unsicherheit und Inkonsequenz in der Verwendung dieser Formen, bis die Unterscheidung zwischen den Geschlechtern schließlich völlig veraltete; die Beugung von zwei unterbleibt heute bis auf den Genitiv und noch seltener den Dativ ganz, wenn die Form eindeutig ist.

Vom Genitiv zweier stammt die ebenfalls veraltete Form zwier für „zweimal“, so etwa bei Luther: Ich faste zwier in der Woche. (Lukas 18,12)

Mit Aufkommen von elektronischen Sprechverbindungen (Telefon und Sprechfunk) bürgerte sich die Form zwo für zwei ein, um bei schlechter Übertragungsqualität, wie sie anfänglich an der Tagesordnung war, das Wort besser vom lautlich ähnlichen drei unterscheiden zu können. Sie übertrug sich auf den allgemeinen geschäftlichen Verkehr und auf die Umgangssprache. Mittlerweile ist die „Zwo“ nicht mehr weit verbreitet. Wert auf die Verwechslungsgefahr ausschließende Aussprache „Zwo“ wird allerdings nach wie vor im Sprechfunk und auch im Alltagsbetrieb bei der Bundeswehr gelegt. Bei Skatspielern ist sie für den Reizwert 22 gängig.

Aus dem Zahlwort zwei ist auch das Präfix zwie- abgeleitet, das eine Zweiheit bestimmt: Zwieback, Zwiespalt.

Das griechische Wort für zwei (δύο - dyo) und das lateinische duo finden sich in zahlreichen Lehnwörtern, Beispiele: Dyadik, Hendiadyoin, Duo, Duell, Dual.

Ebenfalls aus besagter indogermanischer Wurzel stammen die Präfixe (lat.) bi-: binational, Bimetall, Bisexualität, und (griech.) δι- (di-): Dichotomie, Diode, Diptychon.

Ordnungszahl

Der deutschen Ordnungszahl der zweite entsprechen lateinisch secundus (eigentlich „der folgende“) und griechisch δεύτερος (deuteros), die in Wörter wie Sekunde, Sekundogenitur, Deuterium und Deuteron eingegangen sind.

Multiplikativzahl

Neben zweifach und zwiefach hat sich im Deutschen auch das Wort doppelt (aus lateinisch duplus) entwickelt. Das lateinische duplus bzw. duplex ist Bestandteil zahlreicher Lehnwörter, vgl. Duplex, Duplik, Duplikation. Vom entsprechenden griechischen διπλόος (diploos - doppelt) stammen Wörter wie Diplodocus und Diploidie.

Beide

Aus der indogermanischen Wurzel *ambho, verkürzt auch *bho, die ebenfalls eine Zweiheit bzw. Paarheit bezeichnete, entstand über den althochdeutschen Ausdruck bei diu („beide diese“) das neuhochdeutsche Zahlwort beide, das wie ein Adjektiv dekliniert wird und zwei eine Einheit bzw. ein Paar bildende Dinge beschreibt. Erst in der Neuzeit bildete sich hierzu auch die Singularform beides.

Von derselben Wurzel stammen die griechische Dualform ἄμφω (ampho - beide) und die Präsposition ἀμφί (amphi - auf beiden Seiten, beid-) sowie das gleichbedeutende lateinische ambo bzw. ambi. Sie kommen in zahlreichen Lehnwörtern vor, z. B. Amphitheater („auf beiden Seiten von Zuschauerplätzen umgebenes Theater“), Amphibium (in beiden Elementen (Wasser und Luft) lebendes Lebewesen), Ambivalenz („Gültigkeit beider (gegensätzlicher) Seiten“) und Ambiguität („Doppeldeutigkeit“).

Der Dual

In vielen Sprachen gab oder gibt es für die Zweizahl einen eigenen Numerus, den Dual. Reste im Deutschen sind die bairischen Fürwörter für „ihr“ und enk für „euch“. Indogermanische Sprachen, die den Dual noch ausdrücken, sind beispielsweise das Slowenische, das Makedonische und das Sorbische.

Schreibweisen

Das arabische Zahlzeichen

Ein ursprüngliches Zahlzeichen für die Zwei wurde aus zwei parallelen Strichen gebildet, horizontal (z. B. im Falle der chinesischen (二) und der Brahmi-Zahl) oder vertikal. Aus der Brahmi-Zahl entwickelte sich über die Vermittlung durch die Araber das heutige Zahlzeichen 2 (siehe Abbildung).

Andere Zahlschriften

Die Römer schrieben die Zwei als II.

Mathematik

Naturwissenschaften

Ein großer Teil des Tierreichs, darunter auch alle Wirbeltiere und mit ihnen der Mensch gehört zu den Bilateria, deren Körper spiegelsymmetrisch gebaut ist. Viele Organe gibt es daher doppelt, bzw. paarweise. Einiges der Wahrnehmung des Menschen ist durch diese Symmetrie des Körpers geprägt, beispielsweise die Begriffe links und rechts.

Fast alle höheren Lebewesen pflanzen sich zweigeschlechtlich fort. Die Trennung der Menschheit in zwei Geschlechter, also in Mann und Frau, prägt die Selbstwahrnehmung und das Selbstbewusstsein des Menschen nachhaltig.

In der Kernphysik ist die Zwei eine der magischen Zahlen, da zwei Protonen oder Neutronen eine Schale füllen.

Geisteswissenschaften, Religion, Mythologie und Literatur

Zwei Elemente, die zusammen eine Einheit bilden, kann man als Paar bezeichnen. Zwei entgegengesetzte Elemente, die sich gegenüberstehen oder ausschließen, bilden ein Gegensatzpaar im Sinne einer Polarität. Um etwas klassifizieren oder unterscheiden zu können, ist mindestens ein Gegensatzpaar erforderlich, es sind also mindestens zwei unterscheidbare Eigenschaften vorhanden. In jedem Paar ist eine gewisse Symmetrie zu erkennen.

So spricht beispielsweise die Logik vom Prinzip der Zweiwertigkeit, wenn einem Sachverhalt der Wahrheitswert wahr oder falsch zugeordnet werden kann. Die Ethik beschäftigt sich mit dem Gegensatzpaar Gut und Böse. Auch viele Religionen sehen die Welt in der Spannung von Gut und Böse und belegen diese Begriffe teils mit metaphysischen Vorstellungen, beispielsweise von Gott und Teufel oder Himmel und Hölle.

Die chinesische Numerologie und ihre religiöse Ausprägung des Daoismus sehen in der Polarität des Yin und Yang im System des Taiji den Gegensatz, der den gesamten Kosmos bestimmt.

Brüder- und Schwesternpaare

Die Kapitolinische Wölfin säugt die Knaben Romulus und Remus

Ein weit verbreitetes mythologisches und literarisches Motiv ist das der zwei Brüder, die sich hassen oder im Streit liegen und von denen der eine den anderen gelegentlich sogar tötet. Beispiele hierfür sind Kain und Abel aus dem Alten Testament oder Romulus und Remus aus der römischen Mythologie. Aber auch 'harmonische' Brüderpaare gibt es häufig, die Dioskuren aus der griechischen Mythologie sind geradezu sprichwörtlich für eine lebenslange freundschaftliche Beziehung geworden. Viele dieser Brüderpaare sind Zwillinge - die Faszination für die Ähnlichkeit bzw. Verwechselbarkeit zweier Brüder hat einigen literarischen Werken als Inspiration gedient, beispielsweise dem Kinderbuch Das doppelte Lottchen von Erich Kästner.

Ein Beispiel für zwei Schwestern aus dem Märchen sind die Gold-und die Pechmarie aus dem Märchen Frau Holle, das von den Brüdern Grimm aufgezeichnet wurde. Wie in vielen Märchen handelt es sich hier jedoch um ein Halbschwestern-Paar.

Auch gemischte Geschwisterpaare sind in Sage und Literatur ein häufiges Motiv. Apollon und Artemis stehen in der griechischen Mythologie für Sonne und Mond, beziehungsweise Tag und Nacht. Berühmte Märchenfiguren sind Brüderchen und Schwesterchen und Hänsel und Gretel. Ein oft mit Geschwisterpaaren verknüpftes Motiv ist das des Inzest: Inzestuöse Beziehungen zwischen Geschwistern finden sich z. B. in vielen Schöpfungsmythen, in der Literatur reicht die Spanne von dem Geschwisterpaar Siegmund und Sieglinde in Wagners Walküre und Manns Wälsungenblut bis zur Daily Soap Verbotene Liebe im deutschen Fernsehen.

Siehe auch

 Wiktionary: zwei – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik