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Japanisches Kaiserreich

Das Kaiserreich Japan (jap. 大日本帝国, Dai-Nippon/-Nihon Teikoku, wörtlich: „Kaiserreich Großjapan“) umfasst gewöhnlich Japan von der Meiji-Restauration bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Aus politischer Sicht umfasst es die Zeit von der erzwungenen Einrichtung von Präfekturen an Stelle der feudalen Lehen (Hai-han Chi-ken) am 14. Juli 1871 über die Expansion Japans vom Pazifik in den Indischen Ozean bis zur formellen Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde am 2. September 1945.

Verfassungsgemäß bezieht der Begriff sich auf die Zeit vom 30. November 1890 bis zum 31. Mai 1947. Die Namen „Japanisches Reich“ und „Kaiserliches Japan“ sind allgemein bekannt und verwendet, obwohl die wörtliche Übersetzung des japanischen Titels Kaiserreich von Großjapan lautet.

Das Land wurde „Japanisches Kaiserreich“ genannt, seitdem die dem Shōgun feindlich gegenüberstehenden Lehen Satsuma und Chōshū in der Meiji-Restauration die Grundlage einer neuen Regierung mit dem Ziel bildeten, das Reich zu vereinen.

Dennoch war es erst in der Verfassung des Japanischen Kaiserreichs von 1889, dass der Titel TennōKaiser von Japan – das erste Mal offiziell genutzt wurde. Erst 1936 wurde der offizielle Name des Landes gesetzlich festgeschrieben. Bis dahin wurden die Namen Nippon (Japan), Dai-Nippon („Großjapan“), Dai-Nippon/-Nihon Koku („Nation Großjapan“), Nihon Teikoku („Kaiserreich Japan“) gleichzeitig in offizieller Funktion verwendet.

1946, ein Jahr nach Kriegsende, wurde Japan restrukturiert und der Titel des Landes revidiert. Mit dem Entwurf der Verfassung Japans von 1946 wurde der Staat benannt als „Staat Japan” (Nihon Koku).

Geschichte

Mit der Weltwirtschaftskrise wandte sich Japan wie auch einige andere Länder einer Politik zu, die unter dem Begriff Faschismus debattiert wird. Es war eine einzigartige politische Form, wenn auch mit einigen Parallelen zu Europa. Im Gegensatz zu den Regimen von Adolf Hitler und Benito Mussolini verfolgte Japan zwei ökonomische Ziele mit der Entwicklung des Kaiserreiches.

Zuerst einmal scheint eine streng kontrollierte Rüstungsindustrie – wie in den europäischen Gegenstücken – die nationale Ökonomie mitten in der Depression wieder in Schwung gebracht zu haben. Wegen des Mangels an natürlichen Ressourcen auf den japanischen Inseln mussten, um einen starken Industriesektor auf einem schnellen Wachstumskurs zu halten, Rohmaterialien wie Eisen, Erdöl und Kohle zu großen Teilen importiert werden. Die meisten dieser Materialien kamen aus den USA.

Für den militärisch-industriellen Entwicklungsplan und das industrielle Wachstum insgesamt herrschten merkantilistische Theorien vor. Japan meinte, dass ressourcenreiche Kolonien benötigt würden, um mit den europäischen Mächten mithalten zu können. Korea (1910) und Formosa (Taiwan 1895) waren bereits als mehr landwirtschaftlich orientierte Kolonien annektiert worden. Das Eisen und die Kohle der Mandschurei, der Gummi Indochinas und die riesigen Ressourcen Chinas waren das primäre Ziel der Industrie.

Die Mandschurei wurde 1931 mit wenig Problemen erobert. Nach außen tat Japan dies, um die Mandschu von den Chinesen zu befreien, so wie die Annexion von Korea als Akt des Schutzes für dieses Land ausgegeben wurde. Wie zur Eroberung Koreas wurde eine Marionettenregierung (Mandschukuo) eingesetzt, mit dem früheren Kaiser von China Puyi als Staatsoberhaupt. Jehol, ein an die Mandschurei grenzendes chinesisches Territorium, wurde 1933 eingenommen.

Japan startete 1937 die Invasion Chinas und schuf damit einen Dreiseitenkrieg zwischen Japan, Mao Zedongs Kommunisten und Chiang Kai-sheks Nationalisten. Japan brachte den größten Teil der chinesischen Küsten und die Hafenstädte unter Kontrolle, vermied dabei aber sorgfältig, die Europäische Einflusssphäre zu tangieren. Vor der Invasion 1936 hatte Japan einen antikommunistischen Vertrag, den sogenannten Antikominternpakt mit Deutschland abgeschlossen, dem 1937 auch Italien beitrat. Zur weiteren Geschichte des japanischen Kaiserreichs siehe auch: Zweiter Weltkrieg, Pazifikkrieg, Geschichte Japans und Japanische Kolonien.)

Siehe auch

Zeitleiste

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