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Wildeshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 52° 54′ N, 8° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Oldenburg
Höhe: 19 m ü. NN
Fläche: 89,47 km²
Einwohner: 18.554 (31. Dez. 2006)
Bevölkerungsdichte: 207 Einwohner je km²
Postleitzahl: 27793
Vorwahlen: 0 44 31
Kfz-Kennzeichen: OL
Gemeindeschlüssel: 03 4 58 014
Webpräsenz:
www.wildeshausen.de
Bürgermeister: Prof. Dr. Kian Shahidi

Wildeshausen ist Kreisstadt des niedersächsischen Landkreises Oldenburg und liegt inmitten des Naturparks Wildeshauser Geest an der Hunte.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Wildeshausen liegt an der mittleren Hunte im Bereich des Geestdurchbruchtals der Ems-Hunte-Geest. Die Stadt ist von landwirtschaftlich hoch genutzten Gebiet umgeben, aber auch von Wäldern. Die noch vor einem guten Jahrhundert vorherrschenden, anthropogen entstandenen Heideflächen sind bis auf kleinere Reste verschwunden.

Wildeshausen ist Kreisstadt des Landkreis Oldenburg und Mittelzentrum der Region. Die nächsten großen Städte sind Oldenburg (Oldenburg) im Norden (ca. 35 km), Bremen im Nordosten (ca 40 km) und Osnabrück im Süden (ca 90 km).

Geschichte

Anfänge und Geschichte im Mittelalter und in früher Neuzeit

Die Umgebung von Wildeshausen ist als „Quadratmeile der Vorgeschichte“ bekannt. Pestruper Gräberfeld, Kleinenkneter Steine und andere Grabanlagen der Zeit vor Christi Geburt weisen auf eine frühe Besiedlung der Region hin.

Etwa 800 n.Chr. erfolgt eine Besiedlung im Bereich des heutigen Wildeshausen, erstmals wird Wildeshausen in der Translatio S. Alexandri erwähnt. In diesem Jahr werden die Gebeine des Märtyrers Alexander durch Waltbraht, einen Nachkommen des sächsischen Herzogs Widukind, von Rom nach Wildeshausen überführt. Das in dieser Zeit gegründete Alexanderstift wird in den folgenden Jahren mit Besitzungen reich beschenkt, der Ort gelangt im Mittelalter zu einer regionalen Bedeutung, verstärkt auch durch die Lage am Hunteübergang der Flämischen Straße von Hamburg über Bremen nach Flandern. Auch eine Burg wird mit Beginn des 13. Jahrhunderts in Wildeshausen errichtet. So erhält die Siedlung 1270 das Bremer Stadtrecht und ist damit die älteste Stadt im Oldenburger Land. Seit spätestens 1282 ist die Stadt von einer Stadtmauer umgeben. Im Jahre 1403 wird die Schützengilde gegründet, die bis heute zu den wichtigsten Einrichtungen der Stadt gehört.

Wildeshausen gehört zu dieser Zeit zu Bremen, wechselt aber im Spätmittelalter zu Münster. Nach einer Auseinandersetzung mit der münsterschen Regierung, bei der ein Pfarrer von Wildeshauser Bürgern erschlagen wird, werden Burg und Stadt 1529 durch Münstersche Truppen besetzt. Der Wildeshauser Bürgermeister Lickenberg wird hingerichtet, die Stadtmauer zerstört und Wildeshausen zu einem Flecken herabgestuft. Erst 1544 können wieder ein Wall um die Stadt errichtet und gewisse städtische Freiheiten erreicht werden. Zur alten Bedeutung gelangt Wildeshausen in den folgenden Jahrhunderten aber nicht mehr.


Die Stadt ist in den letzten Jahren durch die kontinuierliche Schaffung von Baugebieten mit einhergehendem Zuzug von Neubürgern stetig gewachsen.

Sehenswürdigkeiten

Sehenswert sind die Altstadt mit dem historischen Rathaus mit einem hochgotischen Treppengiebel aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, dem Glockenspiel am Stadthaus, der Remter (Kapitelhaus) aus dem 10. Jahrhundert sowie die spätromanische Alexanderkirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Altstadt liegt am Burgberg und ist von den Wallanlagen umgeben, den zu einer Grünanlage umgestalteten ehemaligen Stadtbefestigungsanlagen. Unterhalb des Burgberges erstreckt sich der Kurpark.

Gebäude und Produktionsanlagen der 1850 gegründeten Dampfkornbranntweinbrennerei stehen nach Stilllegung des Betriebes im Jahre 1972 nunmehr als technisches Museum zur Besichtigung.

Wildeshausen liegt im Zentrum des Naturparks Wildeshauser Geest. Der Fremdenverkehr spielt für die als Luftkurort ausgewiesene Stadt eine wichtige Rolle.

In der Umgebung befinden sich Megalithgräber und verschiedene Hügelgräber, unter anderem die:


Politik

Der vorherige, durch Direktwahl bestimmte Bürgermeister Franz Duin (SPD) wurde im September 1999 als 33. Mitglied in den Rat der Stadt Wildeshausen gewählt.

Als Nachfolger wurde im Zuge der Wahl im September 2006 der parteilose Dr. Kian Shahidi gewählt.

Der Rat setzte sich am Wahlabend wie folgt zusammen:

Ein Ratsherr der SPD, Udo Leibscher, hat kurz nach der Wahl seinen Austritt aus der SPD erklärt und sich der Fraktion der CDU angeschlossen.

Kirchen und Religionsgemeinschaften

Öffentliche Einrichtungen

Bildungseinrichtungen

In Wildeshausen befinden sich sieben Kindergärten, drei Grundschulen, jeweils eine Hauptschule und Realschule und ein Gymnasium, das in den 1970er Jahren gegründet worden ist. Daneben gibt es eine berufsbildende Schule (BBS) und eine Volkshochschule für die Erwachsenenbildung. Die weiterführenden Schulen, insbesondere die BBS und das Gymnasium nehmen Schüler auch aus den benachbarten Gemeinden des Landkreises Oldenburg auf.

Bäder

Das Wildeshauser Bad (genannt Kurbad) am Krandel unterhält sowohl ein Freibad für die warme Jahreszeit als auch ein Hallenbad mit 25-m-Becken für das Winterhalbjahr.

Feuerwehr

In Wildeshausen gibt es zwei Standorte der freiwilligen Feuerwehr, einen direkt im Stadtgebiet und einen in Düngstrup in der Landgemeinde. In der Feuerwehr stehen 60 Männer und Frauen für den aktiven Dienst zur Verfügung.

Krankenhaus

Heute gibt es in Wildeshausen noch ein Krankenhaus, das Johanneum. Der Träger des Krankenhauses ist ein Kuratorium, dem der katholische Pfarrer in Wildeshausen vorsteht. Dieses Krankenhaus wurde in den letzten Jahren modernisiert und erweitert, da ein früher vorhandenes zweites Krankenhaus (das evangelische) aufgegeben wurde.

Diakonische Werke Himmelsthür

Diese Einrichtung betreut im wesentlichen geistig, aber auch andere schwer oder mehrfach behinderte Menschen. Sie bietet betreutes Wohnen, aber auch Arbeitsmöglichkeiten und vielerlei weitere Unterstützung. Die DWH sind nach der Stöver Frischdienst GmbH & Co.KG der zweitgrößte Arbeitgeber der Stadt.

Weitere Einrichtungen

Wildeshausen ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Katasteramts. Beide Einrichtungen sind auch für andere Gemeinden des Landkreises Oldenburg zuständig.

Veranstaltungen

Jährlicher Veranstaltungshöhepunkt ist das Gildefest, welches Pfingsten stattfindet. Die Wildeshauser Schützengilde existiert offiziell seit 1403 (historisch allerdings nicht genau feststellbar).

Ortsteile

Die folgenden Orte liegen auf dem Stadtgebiet von Wildeshausen:

  • Hesterhöge
  • Holzhausen
  • Kleinenkneten
  • Lohmühle
  • Lüerte
  • Pestrup
  • Spasche
  • Thölstedt
  • Wiekau (ursprünglich Spascher Heide)

Partnerstädte

Wildeshausen hat folgende Partnerstädte:

Verkehr

Vereine

Persönlichkeiten

Literatur