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Kaiserliche Japanische Armee

Die Kaiserliche Japanische Armee (jap. 大日本帝國陸軍 Dai-Nippon Teikoku Rikugun, wörtlich: Armee des Kaiserreichs Großjapan) war die offizielle Landstreitkraft des Japanischen Kaisereichs von 1867 bis 1945. Sie wurde vom Kaiserlichen Generalstab und dem Heeresministerium kommandiert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Kaiserliche Japanische Armee wurde geschaffen, um die traditionellen Samurai durch eine moderne Wehrpflichtigen-Armee europäischen Stils zu ersetzen. Dies geschah während der als Meiji-Restauration bezeichneten Epoche, die zum Ende des Tokugawa-Shogunates (bakufu) und der Wiederherstellung der kaiserlichen Herrschaft in Japan führte. Der Impuls zur Schaffung einer modernen Armee westlichen Zuschnitts wird Ōmura Masujirō zugeschrieben, nach seiner Ermordung wurden seine Ideen von seinem Protegee und Nachfolger Yamagata Aritomo weiter umgesetzt.

Die Armee wurde zuerst mit Hilfe der Vereinigten Staaten (die gerade den Sezessionskrieg überstanden hatte), später französischer und schließlich deutscher Berater aufgebaut. Dadurch wuchs sie zur modernsten Armee Asiens heran: gut trainiert, gut ausgestattet und mit hoher Kampfmoral. Es fehlte ihr jedoch im Vergleich zu zeitgenössischen europäischen Armeen an ausreichender Artillerie, an Panzern und anderen gepanzerten Fahrzeugen. Da Japan keine Luftwaffe als eigenständige Waffengattung besaß, entwickelte die Armee auch eine kampfstarke Luftstreitkraft, die Kaiserlich Japanische Heeresluftwaffe, die mit modernen Flugzeugen eigener Produktion ausgerüstet war und vor allem Bodenoperationen taktisch unterstützen sollte.

Sie wurde schließlich im September 1945 nach der bedingungslosen Kapitulation durch die Alliierten aufgelöst und später durch die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte ersetzt.


Kampfeinsätze

Die Kaiserliche Japanische Armee kam zum Einsatz

Völkerrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen

Während des Chinesisch-Japanischen Krieges und des Zweiten Weltkriegs wurde die japanische Armee bekannt für ihren Fanatismus und ihre Brutalität gegen Kriegsgefangene wie auch Zivilisten. Nach der Kapitulation Japans im Sommer 1945 wurden viele ihrer Offiziere für Kriegsverbrechen und Grausamkeiten in den Tokioter Prozessen vor Gericht gestellt und verurteilt.

bekannte Fälle während des Zweiten Weltkrieges:

Ideologie

Japanischer Nationalismus bedeutete, dass das Militär um ein Konzept dieser Zeit aufgebaut wurde: Ein reiches Land hat ein starkes Militär. Japan als Land sei heilig, und das japanische Volk sei etwas Besonderes, was auf die Kombination von Zen, anderen Formen des Japanischen Buddhismus und Shinto zurückgeführt wurde.

Der Dienst in der Armee wurde als Dienst am japanischen Kaiser gesehen. Jeder Soldat glaubte (so zumindest die Theorie), dass es eine große Ehre sei, für den Kaiser zu sterben, da das Konzept des Samurai, zu dienen, tief in der gesamten soldatischen Kultur verankert war.

Das Konzept des Yamato-Damashi gab jedem Soldaten vor, sich nie gefangen nehmen zu lassen, nie zusammenzubrechen, nie zu kapitulieren. Ein Feigling zu sein, oder gefangen genommen zu werden, war eine Schande für die Familie, die Gemeinde und das Land. Jeder Soldat wurde ausgebildet, bis zum Tod zu kämpfen und es wurde von ihm erwartet, den Tod der Schande vorzuziehen. Oft riefen die Soldaten gemeinsam "Banzai", bevor sie kämpften oder angriffen, so dass sie mit Ehre sterben würden. Dieser einzigartige Code verbot jedem Soldaten jemals Kriegsgefangener zu werden. Jeder Soldat akzeptierte dies als Teil des Bushidō- Verhaltenskodex. Der Armeetheoretiker Sadao Araki empfahl auch die Anpassung des Bushido an die aktuellen Verhältnisse in Form der Seishin Kyoiku ("Spirituelle Ausbildung") - Doktrin für die Indoktrination der Armee und die operative Ausbildung.

Jeder Soldat solle sein Leben hinter sich lassen und benötige nichts als Ehre. Den eigenen Namen in Ehre zu halten und das Gesicht zu wahren, bedeutete ihnen alles. In diesem Sinne bedeutete Yamato Damashi den alten japanischen Geist der Selbstbeherrschung im Angesicht großer Gefahr, um niemals aufzugeben.

Zwar verkörperte der Kaiser als Symbol die japanische Staatsmacht. Tatsächlich aber beinhaltete die Rolle des Kaisers keine faktische Machtausübung. Die tatsächliche Macht wurde von Bürokraten in der staatlichen Hierarchie unter ihm ausgeübt. Der Kaiser war zwar in der Theorie Oberkommandierender der Streitkräfte, in der Praxis aber folgte er den "Bitten" der Regierung. Der Kaiser trug jedoch stets die Uniform des Oberkommandierenden, und ihm wurde bei allen offiziellen Gelegenheiten von allen Angehörigen der Streitkräfte salutiert.

Die Regierung konnte die Mobilmachung der Streitkräfte nur anordnen, wenn alle Minister des Kabinetts darüber einstimmig entschieden. Dem Monarchen kam hierbei nur die Rolle der formellen Bestätigung des Beschlusses zu. Der Kaiser musste bei allen offiziellen Sitzungen der Minister der Regierung anwesend sein, damit deren Beschlüsse bindend werden konnten. Während der Beratungen pflegte er zu schweigen und sorgte doch durch seine Zustimmung dafür, die Politik der Regierung vor dem japanischen Volk zu legitimieren.

Spezielle Ausnahmebefugnis des Kaisers

Nur bei seltenen Gelegenheiten des kaiserlichen Rates, wenn die Minister völlig unfähig zu einer Einigung waren, und wenn die Abstimmung aller Minister unentschieden ablief, fragten die Minister den Kaiser um seine Ansicht. Sie legten dem Kaiser die möglichen Optionen vor und der Kaiser gab seine Ansicht kund und musste dabei im Rahmen der vorgelegten Optionen bleiben.

Im Zweiten Weltkrieg wurde dieses Verfahren durch Kaiser Hirohito genutzt, um zu entscheiden, dass der Krieg beendet werden sollte. 1945 befahl Kaiser Hirohito das erste und letzte Mal in seiner Rolle als Oberkommandierender direkt über eine vorab aufgezeichnete Radiosendung allen Japanern, sich den amerikanischen Streitkräften zu ergeben.

Stärke

Arsenale

Zusätzlich zu den Kampftruppen betrieb die Armee verschiedene Arsenale, in denen neben technischer Entwicklung und Kriegswaffenherstellung auch zivile Waffen hergestellt wurden.

Dienstränge

Die Tabelle zeigt die Dienstränge zur Zeit des Pazifikkrieges.

jpn. Rangbezeichnung deutsche Übersetzung kommandiert
Ehrentitel[1]
元帥 gensui Feldmarschall Hauptarmee, Regionalarmee
Generalstabsoffiziere
大将 taishō General Hauptarmee, Regionalarmee, Armee
中将 chūjō Generalleutnant Regionalarmee, Armee, Division
少将 shōshō Generalmajor Brigade
Stabsoffiziere 大佐 taisa Oberst Regiment
中佐 chūsa Oberstleutnant Regiment
少佐 shōsa Major Bataillon
Truppenoffiziere 大尉 taii Hauptmann Kompanie
中尉 chūi Oberleutnant Kompanie, Zug
少尉 shōi Leutnant Zug
Unteroffiziere 准尉 jun-i Stabsfeldwebel Zug
曹長 sōchō Oberfeldwebel Zug
軍曹 gunsō Feldwebel Gruppe
伍長 gochō Unteroffizier Gruppe
Mannschaften
兵長 heichō Hauptgefreiter ------
上等兵 jōtōhei Obergefreiter ------
一等兵 ittōhei Gefreiter ------
二等兵 nitōhei Soldat ------
  1. vom Tenno für besondere Verdienste an Generäle verliehen. Der Titel gensui wurde dem militärischen Dienstrang taishō vorangestellt.

Verluste

1,7 Millionen getötet, verwundet, vermisst und in Kriegsgefangenschaft geraten.

Siehe auch