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Dili (Distrikt)

Distrikt von Dili
Daten
Hauptstadt Dili
Fläche 372 km² (13.)
Einwohnerzahl (2004)[1] 173.541 (1.)
Bevölkerungsdichte 466,5 Einw./km² (1.)
Zahl der Haushalte (2004) 31.575 (1.)
ISO 3166-2: TL-DI
Subdistrikte Einwohner
Atauro 7.863
Cristo Rei 43.909
Dom Aleixo 71.489
Nain Feto 18.693
Metinaro 3.409
Vera Cruz 28.178
Karte

Dili ist ein Distrikt von Osttimor. Hier leben 173.541 Menschen (2004) auf 372 km². Distrikthauptstadt ist die Stadt Dili, die gleichzeitig Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum Osttimors ist.

Der Distrikt Dili ist der kleinste des Landes, hat aber die mit Abstand die meisten Einwohner. Dili liegt an der Nordküste Timors an der Sawusee und grenzt im Osten an Manatuto, im Süden an Aileu und im Westen an Liquiçá. Die Insel Atauro nördlich von der Hauptstadt, ist ein Subdistrikt von Dili. Die weiteren Subdistrikte sind (von West nach Ost) Dom Aleixo (West-Dili), Vera Cruz (Zentral-Dili), Nain Feto (Ost-Dili), Cristo Rei (Ost-Dili) und Metinaro. Nahe der Westgrenze liegt der Tibarsee, einer der wenigen größeren Seen Osttimors.

Während die Amtssprache Tetum die dominierende Sprache an der Küste ist (hier wird der als Amtssprache verwendete Dialekt Tetum Praça gesprochen), wird im Landesinneren des Distrikts oft die Nationalsprache Mambai gesprochen. Über 81 % sprechen als Muttersprache Tetum, 4,7 % Mambai. In Hera und Becora Leten wird auch der Subdialekt Lolein verwendet (550 Einwohner), der eine Variante des Isní ist. Er wurde dort von Einwanderern aus Turiscai im 19. Jahrhundert eingeführt. Auf Atauro wird die Nationalsprache Wetar gesprochen, die in Osttimor Atauru oder Adabe genannt wird (5.500).

Dili ist ein Schmelztiegel, in dem sich alle Ethnien Osttimors treffen. So sprechen hier 500 Baikeno, 850 Bunak, 850 Fataluku, 500 Galoli, 280 Idalaka-Dialekte neben Lolein, 1.500 Kawaimina-Dialekte, 900 Kemak, 300 Makalero, 4.200 Makasae und 200 Tokodede. Der Distrikt Dili hat die größte Gruppe von Einwohnern mit Bahasa Indonesia als Muttersprache in Osttimor (1.800). Außerdem leben hier knapp die Hälfte aller Portugiesisch (344) und zwei Drittel aller Englisch als Muttersprache sprechenden Osttimoresen. Dazu kommen 400 der insgesamt 500 Chinesischsprachigen des Landes.

Bandenkämpfe erschüttern die Stadt und den Distrikt seit 2006. Zumeist treffen Jugendbanden aus dem West- und dem Ostteil des Landes gewaltsam aufeinander. Auf dem Höhepunkt der Unruhen rief die Regierung von Osttimor die von Australien geführte International Stabilization Force ins Land um wieder für Ruhe und Ordnung zu Sorgen. Ihr folgte zusätzlich eine UN-Polizeimission. In letzter Zeit nahm die Zahl der Zwischenfälle ab.

Quellen

  1. Statistisches Amt Timor-Leste Census 2004