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Simbabwe

Republic of Zimbabwe

Republik Simbabwe

Flagge Wappen
Wahlspruch: Unity, Freedom, Work

(englisch für: Einheit, Freiheit, Arbeit)

Amtssprache Englisch, gesprochen werden vorwiegend Shona und Ndebele
Hauptstadt Harare
Staatsform Präsidialregime, nominell Republik
Staatsoberhaupt und Regierungschef Präsident Robert Gabriel Mugabe
Fläche 390.757 km²
Einwohnerzahl 11.750.000 (Stand Oktober 2006)
Bevölkerungsdichte 30 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner 55 USD (180.) Stand: 2007
Währung 1 Simbabwe-Dollar = 100 Cents
Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich am 18. April 1980
Nationalhymne Kalibusiswe Ilizwe leZimbabwe
Zeitzone UTC +2
Kfz-Kennzeichen ZW
Internet-TLD .zw
Telefonvorwahl +263

Simbabwe [zɪmˈbapvə] (englisch: Zimbabwe [zɪmˈbɑːbwɪ]; übersetzt: „Steinhäuser“ in der Sprache der Shona), das ehemalige Südrhodesien, ist eine Republik im südlichen Afrika. Der Name Simbabwe geht auf die heute Great Zimbabwe genannte Ruinenstätte zurück, die größten vorkolonialen Steinbauten im südlichen Afrika.

Das Wort Rhodesien leitete sich hingegen vom Namen des englischen Politikers und Kolonialisten Cecil Rhodes her. Nationalfeiertag ist der 18. April. Das Land wird von Robert Mugabe diktatorisch regiert, der vor 28 Jahren erstmals zum Premierminister und 1987 zum Präsidenten gewählt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Simbabwe liegt zwischen den Breitengraden 16° und 22° Süd und den Längengraden 26° und 33° Ost und hat als reiner Binnenstaat keinen eigenen Zugang zum Meer. Es grenzt an Südafrika (225 km), Botswana (831 km), Sambia (797 km, ehemals Nordrhodesien) und Mosambik (1231 km). Der Sambesi bildet die nördliche Grenze zu Sambia. Simbabwe hat eine Fläche von 390.757 km², wovon 3.910 km² Wasser sind. Die höchste Erhebung ist der Inyangani mit 2592 m, der im östlichen Hochland nördlich von Mutare im Nyanga-Nationalpark liegt.

Größte Städte sind (Volkszählung 2002): Harare 1.444.534 Einwohner, Bulawayo 676.787 Einwohner, Chitungwiza 321.782 Einwohner, Mutare 170.106 Einwohner, Gweru 141.260 Einwohner und Epworth 113.884 Einwohner.

Siehe auch: Liste der Städte in Simbabwe

Klima

Simbabwe hat ein subtropisches bis tropisches Klima mit feuchtem, teilweise schwül-heißem Sommer (bis über 35°C) und winterlicher Trockenzeit mit angenehmer Wärme (um 25 °C). In höheren Lagen, die den größten Teil des Landes ausmachen, ist die sommerliche Hitze gemäßigt (25 bis 30 °C) und im Winter gibt es ab und an gemäßigte Nachtfröste (bis -5 °C). Die Regenzeit dauert von November bis März, wobei über 90 % der jährlichen Niederschläge fallen, die im Schnitt 1000 mm betragen. In der Hauptstadt Harare liegt die durchschnittliche Temperatur bei 20 °C, sonst bei 19-22 °C.

In einigen Jahren, wie etwa 2007/2008 kam es zu ungewöhnlich hohen Niederschlägen, die Todesopfer forderten und Ernten bedrohten.[1]

Flora und Fauna

Das Land ist fast durchweg von Trockensavanne bedeckt, es gibt aber auch einige lichte Trockenwälder. Typische Bäume der Trockensavanne sind der Affenbrotbaum und die Schirmakazie, die hier zahlreich vorkommen. Das Gras der Savanne ist in der Trockenzeit braun und verdorrt, erreicht aber zum Ende der Regenzeit Höhen von bis zu zwei Metern. Es bildet die Nahrungsgrundlage für zahlreiche afrikanische Tierarten.

Bevölkerung

Der größte Teil der Bevölkerung wird von den Shona gestellt (ca. 80 %). Daneben spielen noch die Ndebele eine wichtige Rolle. Seit der Gründung der britischen Kolonie Rhodesien durch ihren Namensgeber Cecil Rhodes im 19. Jahrhundert wanderten weiße Händler und Farmer aus Europa und Südafrika ein, die um die Mitte des 20. Jahrhunderts knapp 5 % der Bevölkerung stellten. Doch schon bald nach der Unabhängigkeit des heutigen Simbabwe ging deren Zahl zurück. Da diese Bevölkerungsgruppe eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben spielte, führte ihre Abwanderung seit den 1980er Jahren zur Verschärfung der wirtschaftlichen Probleme des einst für afrikanische Verhältnisse reichen Landes. Schätzungsweise weniger als 50.000 Europäer leben heute noch im Land. Darüber hinaus gibt es auch eine Bevölkerungsgruppe, die aus Verbindungen von Europäern mit der einheimischen schwarzen Bevölkerung hervorgegangen ist und eine kleine vom indischen Subkontinent stammende Minderheit.

Das einst starke Bevölkerungswachstum ist seit der Jahrtausendwende aufgrund der extremen wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Landes und der Aids-Epidemie praktisch zum Stillstand gekommen. In neuster Zeit (2005) scheint es sogar zu einem Bevölkerungsrückgang zu kommen, wobei auch Abwanderung eine Rolle spielt. Bis zu drei Millionen Simbabwer sollen illegal nach Südafrika eingewandert sein.[2] Simbabwe ist eines der Länder mit der weltweit höchsten HIV-Infektionsrate – zwischen 24 und 35 Prozent der 12,7 Millionen Einwohner sind HIV-positiv. In keinem Land der Welt ist die Lebenserwartung innerhalb so kurzer Zeit derart dramatisch zurückgegangen: in weniger als einem Jahrzehnt um zwanzig Jahre, von 55 auf 35 Jahre. Die Lebenserwartung gehört heute zu den weltweit niedrigsten (Stand 2006).[3] Auf dem Human Development Index des Jahres 2004 ist Simbabwe mittlerweile auf Platz 147 abgerutscht (von 177 verglichenen Ländern).

Im Jahre 2000 hatte Simbabwe mit 10 % die niedrigste Analphabetenrate in Afrika, also noch unter derjenigen Südafrikas.[4]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Simbabwes

Vorkoloniale Geschichte

Vor ca. 2000 Jahren (Eisenzeit) begannen Völker der Bantu in dieses Gebiet zu migrieren. Dies schließt auch die Vorfahren der Shona mit ein, die heute den größten Teil der Bevölkerung stellen (80 %). Zur Zeit des europäischen Mittelalters schufen hier Bantu, Vorfahren der heutigen Shona eine Zivilisation, deren bedeutendstes Zeugnis die Ruinen von Great Zimbabwe sind. Wichtige Quelle des Reichtums war der Handel mit der ostafrikanischen Küste, wo seit dem frühen 10. Jahrhundert regelmäßig muslimische Handelsleute verkehrten, alsbald auch Niederlassungen gründeten. Von deren Suaheli-Kultur unterschied sich die Zimbabwe-Kultur dabei deutlich. Mitte des 15. Jahrhunderts verlagerten sich die Zentren der Zimbabwe-Kultur und an der Küste wurden die Suaheli-Händler immer mehr von Portugiesen verdrängt, die auch schon einen – vergeblichen – Versuch unternahmen, einen Teil des Landes zu erobern. 1837 wurden die Shona-Staaten von den Ndebele (Simbabwe) unterworfen, die im Zuge der Mfecane aus dem heutigen Südafrika nach Norden gewandert waren.

Koloniale Herrschaft

Ab 1893 erwarb C. J. Rhodes das Ndebeleland und überließ die Förderung der Bodenschätze, das fruchtbare Land und die Nutzung der Arbeitskraft der Einheimischen den europäischen Einwanderern. Nach ihm benannt, entstand im Binnenland des südlichen Afrika die Kolonie Rhodesien, 1911 in Nordrhodesien (heute Sambia) und Südrhodesien, das heutige Simbabwe, geteilt. Dieser durch sein mildes Klima begünstigte Teil wurde 1922 zur Siedlungskolonie. Dessen weiße Selbstverwaltung komplettierte mit ihrem Landgesetz von 1930 das Werk Rhodes’; Landbesitz und damit die fruchtbarsten Regionen des Landes waren danach weißen Kolonisten vorbehalten. Die Landwirtschaft der afrikanischen Ureinwohner wurde in unfruchtbare Regionen verdrängt.

Jüngere Geschichte

Die Regierung Simbabwes hat mit einer großen Anzahl wirtschaftlicher Probleme zu kämpfen, die zum überwiegenden Teil auf Mugabes Politik der letzten Jahre zurückzuführen sind. Die beim Ende der weißen Herrschaft von großen Teilen der Bevölkerung erwartete Landreform wurde erst jahrelang hinausgezögert, dann chaotisch und gewaltsam durchgeführt. Durch die wilde Enteignung der weißen Farmer wurden die Landarbeiter, ohnehin eine der ärmsten Bevölkerungsgruppen, statt zu Landbesitzern zu Arbeitslosen, so dass sie noch weiter verelendeten.

Die Mitglieder der Oppositionsparteien (vor allem Anhänger des Movement for Democratic Change MDC) und andere regierungskritische Personenkreise wurden zunehmend eingeschüchtert und mitunter getötet. So konnte die Regierung ihren unmittelbaren Einfluss auf die übrige Landbevölkerung wieder verstärken und die Arbeiter dem (politischen) Einfluss der Opposition, vornehmlich des MDC, entziehen. Da die MDC dennoch weiter an Popularität gewann, hat die Regierung unter Robert Mugabe eine konsequente Diktatur etabliert. So wurden Justiz und Medien gleichgeschaltet, Meinungs- und Versammlungsfreiheit dramatisch eingeschränkt und massive Maßnahmen gegen politisch Andersdenkende eingerichtet.
Nach Einschätzung der wenigen zugelassenen unabhängigen Wahlbeobachter waren konsequenterweise sowohl die Ergebnisse der letzten beiden Parlamentswahlen als auch die der Präsidentschaftswahl 2002 in erheblichem Umfang gefälscht. Auch die folgende Zerstörung von ärmeren Stadtvierteln („Operation Murambatsvina“) mit hoher MDC-Wählerschaft schlug international Wellen. Die Umstände der Wahl führten noch im selben Jahr zur Suspendierung Simbabwes aus dem Commonwealth of Nations. Mugabes konsequentes Missachten der internationalen Kritik führte zur Isolierung des diktatorischen Regimes, was - durch die Unzufriedenheit der Bevölkerung verstärkt - die Wirtschaft Simbabwes an den Rand des Zusammenbruchs brachte.

Mugabes Amtszeit lief 2008 aus, der zu diesem Zeitpunkt 84-Jährige kandidierte bei den Präsidentschaftswahlen am 29. März 2008 mit Unterstützung der ZANU-PF jedoch erneut für eine sechste Amtszeit. Am 5. Februar 2008 erklärte der frühere Finanzminister Simba Makoni seine Kandidatur als unabhängiger Kandidat. Er wird von weiteren ehemaligen Politikern der Mugabe-Partei unterstützt. Neben Mugabe und Makoni trat als dritter Kandidat Morgan Tsvangirai von der MDC bei den Wahlen an.

Da Umfragen seit langem einen Sieg der Opposition voraussagten, stand die März-Wahl auch im internationalen Blickfeld, doch wurden nur wenige Wahlbeobachter zugelassen. Die Opposition rief sich vorzeitig zum Wahlsieger aus, als die Regierung die Stimmenauszählung über Gebühr verzögerte. Erste Hochrechnungen vom 2. April sagten einen Sieg der MDC voraus sowie einen Vorsprung ihres Präsidentschaftskandidaten.

Nach den offiziellen Wahlergebnissen aus der Hauptstadt Harare konnte keiner der beiden Kandidaten eine absolute Mehrheit erlangen. Der Oppositionsführer Tsvangirai wollte bei einer Stichwahl Ende Juni gegen Mugabe antreten, zog aber, infolge von fortgesetzten, massiven Repressionen und Gewaltakten gegen MDC Mitglieder durch das Mugaberegime, seine Kandidatur Ende Juni 2008 zurück.

Für Aufsehen sorgte ein Schiff, das Waffen und Munition liefern sollte, die Simbabwe in China gekauft hatte. Als bekannt wurde, dass die An Yue Jiang im Hafen von Durban gelöscht werden sollte, kam es in Südafrika zu einem Aufruhr in der öffentlichen Meinung, weil befürchtet wurde, die Waffen würden gegen die Bevölkerung eingesetzt werden. Die Hafenarbeiter weigerten sich, die Ladung zu löschen, die auf dem Landweg nach Simbabwe transportiert werden sollte. Das Schiff musste schließlich am 25. April 2008 mitsamt der Ladung wieder nach China zurückkehren, obwohl die südafrikanische Regierung die Ladung zuerst nach Simbabwe passieren lassen wollte. Auch andere Staaten weigerten sich, die Ladung über ihr Territorium entladen und transportieren zu lassen. Dieser Ausgang der "An Yue Jiang-Affäre" wurde als großer Erfolg der südafrikanischen Zivilgesellschaft betrachtet.[5]

Politik

Faktisch ist Simbabwe seit der weißen Siedlerrevolte gegen das Vereinigte Königreich 1965 als Rhodesia unabhängig, rechtlich seit 1980 als „Zimbabwe“. Staatsrechtlich ist es heute eine Präsidialrepublik, an deren Spitze seit 1980 Robert Mugabe steht und das Land diktatorisch führt.

Verwaltungsgliederung

Simbabwe gliedert sich in acht Provinzen und zwei Städte mit Provinzstatus (die Hauptstadt Harare und Bulawayo). Die Provinzen teilen sich in 59 Bezirke und 1.200 Gemeinden. Letztere bestehen wiederum meist aus mehreren Ortschaften. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom 18. August 2002.

Nr. Verwaltungseinheit Fläche in km² Einwohner insgesamt Einwohner je km²
1 Bulawayo 479 676.787 1.413
2 Harare 872 1.903.510 2.183
3 Manicaland 36.459 1.566.889 43
4 Mashonaland Central 28.437 998.265 35
5 Mashonaland East 32.230 1.125.355 35
6 Mashonaland West 57.441 1.222.583 21
7 Masvingo 56.566 1.318.705 23
8 Matabeleland North 75.025 701.359 9
9 Matabeleland South 54.172 654.879 12
10 Midlands 49.166 1.466.331 30
Simbabwe gesamt 390.757 11.634.663 30

Quelle: Central Statistical Office of Zimbabwe

Wirtschaft

Allgemeines

Aufgrund des diktatorischen politischen Umfeldes haben sich die Voraussetzungen für die einst prosperierende Wirtschaft substantiell verschlechtert. Nahezu alle Sektoren der verarbeitenden Industrie mussten massive Umsatzeinbußen hinnehmen. Darüber hinaus haben die Kriegsverwicklung mit der Demokratischen Republik Kongo der Wirtschaft Devisen im Wert mehrerer hundert Millionen US-Dollar entzogen. Die Arbeitslosigkeit wird auf rund 80 % geschätzt[6].

Panikaktionen statt geordneter Strukturpolitik

Mit der vermeintlichen Zielvorgabe, den ausufernden Schwarzmarkt auszutrocknen, ergriff die Regierung im Mai/Juni 2005 drastische Maßnahmen, indem im Rahmen der Aktion mit der Bezeichnung Operation Murambatsvina („Müllbeseitigung“) schätzungsweise 750.000 Menschen obdachlos wurden und ihre oft einzige Einnahmequelle, Aktivitäten im Kontext des informellen Sektors, aufgeben mussten. Zudem wurden ihre Behausungen zerstört und oft ihr vollständiger Besitz beschlagnahmt. Tatsächlich ging es dem Mugabe-Regime mit diesen auch von den Vereinten Nationen verurteilten Maßnahmen jedoch um eine gezielte Schwächung der Opposition, die insbesondere in den Städten ihre Wähler hat. So werden diese nicht nur für ihre Unterstützung der MDC „bestraft“, sondern auch gezwungen, – soweit dies überhaupt möglich ist – zurück in die von der Regierung kontrollierten ländlichen Gebiete des Landes zu ziehen. Aus den Armutsvierteln der Städte, in denen der Schwarzmarkt florierte, wurden die Menschen vertrieben, anschließend deren Behausungen zerstört. Nahezu genau ein Jahr später, im Mai 2006, wurde erneut eine ähnliche Aktion durchgeführt, bei der in Harare 10.000 Straßenkinder, Straßenhändler und Obdachlose festgenommen wurden, da sie nach Angaben eines Behördensprechers „Unordnung stiftende Elemente“ und für die Kriminalität in der Stadt verantwortlich seien. Die Kinder sollten zu ihren Eltern auf dem Land zurückgebracht werden.

Im Januar 2007 wurden die Gebühren für den Rundfunkempfang um das 2.500-fache erhöht. Statt bis dahin 20 Simbabwe-Dollar müssen nun 50.000 gezahlt werden. Dies entsprach zu diesem Zeitpunkt in etwa dem Monatsgehalt eines Lehrers.[7]

Inflation

Die Inflation mit einer jährlichen Zuwachsrate von 32 % im Jahre 1998 wuchs im Jahre 1999 auf 101 % an. 2003 lag die Inflation bei 600 % und im November 2006 bei 1.098,8 %.[8] Das Zentrale Statistikamt nennt steigende Strom-, Transport- und Lebensmittelpreise als Ursache für den Anstieg auf 7.251 % im Juni. Experten gingen von einer sehr viel höheren tatsächlichen Inflationsrate aus. Im Februar 2008 durchbrach die Inflationsrate die Marke von 100.000 % (Hyperinflation)[9], was vorherige Schätzungen des Internationalen Währungsfonds bestätigte. Die Inflationsrate lag im April 2008 bei 150.000% [10] und stieg bis zum Mai weiter auf 165.000%[11].

Im Sommer 2007 begann die Regierung auf die galoppierende Inflation zu reagieren, indem sie mit Polizeigewalt von Geschäftsleuten und Unternehmen verlangte, die Preise „einzufrieren“. Dies führte zu einzelnen Geschäftsschließungen, Verhaftungen von Ladenbesitzern (die angeklagt wurden, die Preise nicht niedrig genug gehalten zu haben) und langen Warteschlangen vor den Geschäften.[12]

Einzelne Sektoren

Der halbherzige weltweite Boykott des weißen Rhodesien hatte dessen industrielle Entwicklung begünstigt. Statt dem Land Fertigprodukte zu verkaufen, vergaben die weltweit operierenden Konzerne großzügig Lizenzen. So wurden die meisten wichtigen Verbrauchsgüter im Lande selbst hergestellt, teilweise Produkte auswärtiger Konkurrenten im selben Werk (z. B. Kraftfahrzeuge von Renault, Peugeot und Mitsubishi). Mit dem Ende des Boykotts entfiel der Schutz dieser einheimischen Produktion, schon bevor die Regierung sich politisch auf Abwege begab.

Die bei Antritt der schwarzen Regierung allgemein erwartete Landreform wurde erst jahrelang verzögert und dann chaotisch und unter Ausbrüchen von Gewalt durchgeführt. So wurde der Agrarsektor in eine schwere Krise gestürzt. Drei Millionen Menschen sind mittlerweile auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Insbesondere der für den Export wichtige Anbau von Tabak ist dramatisch zurückgegangen.

Der Tourismus litt seit der schwarzen Regierungsübernahme darunter, dass manche weißen Hoteliers ihre Betriebe aus einer Boykotthaltung heraus geschlossen hielten. Mit dem Ende der Apartheid in Südafrika nahm ein wichtiger Kundenkreis stark ab: Vorher hatten wohlhabende südafrikanische Inder bevorzugt in Rhodesien bzw. Simbabwe Urlaub gemacht.

Sowohl der Mangel an Devisen als auch der Unterschied zwischen dem offiziellen und dem inoffiziellen Umrechnungskurs (offiziell 1 US-Dollar zu 30.597 ZWD (April 2008), auf dem Schwarzmarkt 1 US-Dollar mittlerweile zu 41.000.000 ZWD (Stand: 12. März 2008)) führten zur Treibstoffknappheit und Mangel an Grundversorgung.

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Am 30. April 2008 wurde das Währungsregime aufgegeben, um dem Schwarzmarkt den Boden zu entziehen, d. h. der Kurs bildet sich seitdem auf dem freien Markt.[13]

Im Jahre 2003 lieferte Libyen an Simbabwe Treibstoff und erhielt dafür teilweise als Austausch von Simbabwe Landflächen. Da Simbabwe die Zahlungen nicht einhalten konnte, wurden die Lieferungen gestoppt.

Staatsausgaben

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für

Wirtschaftskennzahlen

Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007
Veränderung in % gg. Vj. 0,1 -3,6 -7,3 -2,7 -6,0 -10,4 -3,6 ~ -6,5 ~ -5  ?
Quelle: bfai [14] ~ = geschätzt
Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. USD) je Einwohner (in 1.000 USD)
Jahr 2004 2005 2006 Jahr 2004 2005 2006
BIP in Mrd. USD 4,7 ? ? BIP je Einw.
(in 1.000 USD)
0,4 ? ?
Quelle: bfai [14]
Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldos
in % gegenüber dem Vorjahr in % des BIP
(„minus“ = Defizit im Staatshaushalt)
Jahr 2003 2004 2005 2006 Mai 2007 Jahr 2003 2004 2005 2006
Inflationsrate 365 350 238 ~ 1200 ~ 3731 (inoffiziell: 9000)[15] Haushaltssaldo -0,4 -7,1 ~ -7,7 ~ -6
Quelle: bfai [14] ~ = geschätzt
Haupthandelspartner (2005)
Ausfuhr (in %) nach Einfuhr (in %) von
Südafrika 30,0 Südafrika 65,2
China 6,8 China 4,1
Schweiz 6,6 Botsuana 3,5
Japan 5,8 Sambia 2,9
Niederlande 4,4 Kuwait 2,1
Italien 3,9 Mosambik 2,0
Sambia 3,8 Deutschland 1,5
sonstige Länder 38,7 sonstige Länder 18,7
gesamte Europäische Union 20,3 gesamte Europäische Union 5,7
Quelle: bfai [14]
Hauptprodukte des Außenhandels (2005)
Ausfuhrgüter (Anteil in %) Einfuhrgüter (Anteil in %)
Agrarerzeugnisse 22,8 Brennstoffe u. Elektrizität 23,2
Gold 15,8 Maschinen u. Transportausrüstungen 20,2
Platin 10,4 Chemische Produkte 20,2
Nickel 5,7
Ferrolegierungen 10,1
Baumwollstoffe 7,2
Quelle: bfai [14]
Entwicklung des Außenhandels
in Mrd. USD und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
2003 2004 2005 2006
Mrd. USD  % gg. Vj. Mrd. USD  % gg. Vj. Mrd. USD  % gg. Vj. Mrd. USD
(1. Hj.)
 % gg.Vj.
Einfuhr 1,78 -2,2 1,99 11,8 2,75 38,2  ??  ?
Ausfuhr 1,67 19,3 1,68 0,6 2,12 26,2  ?  ?
Saldo -0,11 -0,31 -0,63  ?
Quelle: bfai [14]

Infrastruktur

Verkehr

Kommunikation

Kultur

Kulturdenkmäler

Steinzeitliche Höhlenzeichnungen

Die Kultur der San (Buschmänner), die sich im benachbarten Botswana bis ins 20. Jahrhundert hielt, bestand in Simbabwe bis etwa 1000 nach Chr. und entsprach etwa der mittleren Steinzeit Europas. Hinterlassenschaft dieser Kultur sind Höhlenzeichnungen, die Jahrtausende jüngeren europäischen Funden aus der Eiszeit ähneln.

Steinbauten

Außerdem gibt es noch zahlreiche kleinere Steinruinen

Gegenwartskultur

Zeitgenössische Bildhauerei

Die monumentalen Steinbauten der Ruinenstadt Great Zimbabwe, die von ca. 1200 bis ins 15. Jahrhundert besiedelt war, zeugen von der bedeutenden Hochkultur des damaligen Munhumutapa-Reiches. Sie wurde zum Namensgeber der heutigen Republik. In den bis zu 10 m hohen, ganz ohne Mörtel gefügten Mauern fand man riesige, in Stein gemeißelte Vögel. Der „Simbabwe-Vogel“ ziert heute die Nationalflagge.

Schon damals gab es demnach eine Tradition der Steinmetzkunst, auch wenn die Vögel aus dem weichen Speckstein gearbeitet waren und nicht aus den harten Steinen des Great Dyke, die im 20. Jahrhundert eine der günstigen Voraussetzungen für die Entstehung einer neuen Bildhauertradition wurden. Die geologische Auffaltung des „Great Dyke“, die sich 555 km vom Norden bis in den Süden des Landes erstreckt, birgt reiche Vorkommen von Steinen der Serpentingruppe, Opal, Dolomit, Cobalt Stone, Marmor, Verdit, Steatit, Springstone, Leopard Rock, Butterjade, Lapidolith und anderen Gesteinsarten, meist in vielfältigen Farbvarianten. Das riesige Depot entstand vor ca. 2,5 Milliarden Jahren, 3 km unter der Erde in vulkanischer Aktivität unter sehr hohen Temperaturen und großem Druck. Das Farbenspiel der Steine tritt zutage, wenn man sie bearbeitet, schleift, wachst und poliert.

Ein weiterer günstiger Umstand für das Entstehen einer zeitgenössischen Bildhauerei war der Bau der Nationalgalerie im ehemaligen Salisbury und heutigen Harare. Der Kanadier Frank McEwen wurde als erster Direktor berufen. Er hatte ein für die damalige Zeit ungewöhnlich großes Interesse an den Werken afrikanischer Künstler. Auf dem Gelände der Nationalgalerie entstand die renommierte Vukutu-Kunstakademie, in der viele der heutigen Künstler ausgebildet wurden. Schließlich brachte McEwen mit großem Erfolg die besten Künstler auf Kunstausstellungen in Paris, London und New York City.

Eine sehr fruchtbare Rolle spielten auch Tom Blomefield und seine Farm Tengenenge nordwestlich von Harare, unmittelbar an den Hängen des „Great Dyke“. Blomefield war Tabakfarmer. Als es ab 1966 aufgrund der einseitigen Unabhängigkeitserklärung Ian Smiths und seiner Apartheidregierung zu internationalen Sanktionen kam, wurde es unmöglich, vom Tabakanbau zu leben. So schlug Blomefield seinen Arbeitern vor, Steinskulpturen zu meißeln.

Zu den Bildhauern, die während jener Zeit ihre Kunst entwickelten, zählen vor allem Henry Munyaradzi, Bernard Matemera, Nicholas Mukomberanwa, Fanizani Akuda, Enos Gunja, Edward Chiwawa und Sylvester Mubayi aus der ersten modernen Bildhauer-Generation. Auf ihrer ersten Ausstellung 1968 in der Nationalgalerie in Harare wurden bereits sämtliche Werke verkauft.

In der zweiten „Generation“ ragen die Söhne Henrys, Mike Munyaradzi, und Nicholas’, Lawrence Mukomberanwa, hervor; beide sind Vorstandsmitglieder der Künstlervereinigung Friends Forever, der sich viele namhafte Bildhauer und Bildhauerinnen wie die populäre und international höchst erfolgreiche Colleen Madamombe, angeschlossen haben. Auch der hochtalentierte taubstumme Godfrey Kututwa aus Chitungwiza/Harare zählt hierzu; er ist Schüler des dortigen Meisters Claud Nyanhongo, dessen Talent sich ebenfalls auf mehrere Söhne und Töchter übertragen hat.

Als „dritte Generation“ der simbabwischen Bildhauerbewegung bezeichnet man u. a. die jüngeren Söhne und Töchter Nicholas Mukomberanwas, Taguma, Ennika und Netsai in Ruwa, sowie den brillanten jungen Kapenda Tembo. Insgesamt arbeiten in Tengenenge und anderen Orten inzwischen weit über 300 Künstler.

Diese außergewöhnliche Kunst ist heute im Museum of Modern Art in New York City ebenso zu finden wie im Musée Rodin, Paris, oder in anderen großen Museen der Welt. Auf der Biennale in Venedig erhielten die Künstler Simbabwes einen eigenen Pavillon, auf den Weltausstellungen in Sevilla und Hannover sorgten sie ebenso für Aufsehen.

Simbabwe gilt als die Wiege einer Bewegung, deren Bildhauer ihren Geist, ihre Seele zwar auf sehr afrikanische Weise in jeden Stein einfließen lassen, doch dabei immer in erster Linie Individuen ganz unterschiedlicher Prägung bleiben. Tradition, Mythen und Riten verblassen, die Künstlerpersönlichkeit tritt in den Vordergrund.

LITERATUR
WEBLINKS

Sport

Kurioserweise sind die erfolgreichsten und bekanntesten Sportler des Landes Weiße.

Cara Black gehört im Tennis derzeit zur Weltspitze. Noch bekannter ist allerdings Ausnahmeschwimmerin Kirsty Coventry, die nach ihrem Olympiasieg 2004 zur Volksheldin und Hoffnungsträgerin für ihr Land avancierte.

Der ehemalige Fußballnationaltorwart Simbabwes, Bruce Grobbelaar, spielte in den 80ern und frühen 90ern für den englischen Top-Club Liverpool, mit dem er zahlreiche Titel gewinnen konnte.

Die populärste Mannschaftssportart ist Fußball. Besonders bei der weißen Bevölkerung sind noch Cricket und Rugby sehr populär. Bereits 1895 wurde der Rugbyverband Rhodesia Rugby Football Union gegründet. Die Rugby-Nationalmannschaft befindet sich allerdings an einem Tiefpunkt, was die Situation des ganzen Landes widerspiegelt. Dasselbe lässt sich für die Cricket-Nationalmannschaft sagen, die spätestens seit der Cricket-Weltmeisterschaft 2003 viele ihrer, vor allem weißen, Spieler verloren hat. Seit 2004 ist ihr Status als eine von nur zehn Test-Cricket Nationen, mit einer kurzen Unterbrechung, durch den Welt-Cricketverband ausgesetzt.

Die simbabwische Fußballnationalmannschaft, die erst ab 1980 an internationalen Wettbewerben teilnehmen konnte, qualifizierte sich hingegen erfolgreich für die letzten beiden Afrikameisterschaften (2004, 2006). Im Ausland bekannt ist der in England spielende Benjani.

Schriftsteller

Künstler

Musiker

Umwelt

siehe Hauptartikel Nationalparks in Simbabwe

Bekannte Nationalparks in Simbabwe sind der Hwange National Park, der Mana-Pools-Nationalpark und der Victoria Falls National Park.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. BBC NEWS | Africa | Zambia declares floods 'disaster'
  2. BBC News: SA braced for big Zimbabwe influx
  3. http://www.who.int/countries/zwe/en/
  4. [1]
  5. http://news.bbc.co.uk/2/hi/africa/7366599.stm
  6. tagesschau.de: Prognose des IWF für Simbabwe Inflation von über 100.000 Prozent?, 31. Juli 2007
  7. Ein ganzes Monatsgehalt - Simbabwe erhöht Rundfunkgebühr - n-tv.de
  8. Simbabwe mit 1.098 Prozent Inflation weltweit an der Spitze, in: orf.at, 11. Dezember 2006
  9. http://www.zimonline.co.za/Article.aspx?ArticleId=2744
  10. Spiegel.de - Inflationsrate wächst unaufhörlich
  11. RP-Online.de - Simbabwe führt 250-Millionen-Dollar-Schein ein
  12. The Economist (European edition), 14. Juli 2007, S.40-41
  13. Reuters-Alert "Zimbabwe Currency Free Floating"
  14. a b c d e f Entwicklung des BIP von Simbabwe bfai, 2006, siehe: Wirtschaftsdaten kompakt
  15. Frank Räther: SZ vom 20 Juli 2007 Seite 3. Wenn ein Held zum Schurken wird
 Commons: Simbabwe – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Simbabwe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Wikimedia-Atlas: Simbabwe – geografische und historische Karten
 Wikinews: Portal:Simbabwe – Nachrichten

Koordinaten: 16°-22° S, 25°-33° O