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Kombinat Robotron

Dieser Artikel behandelt das Unternehmen Robotron, für das Arcade-Spiel siehe Robotron: 2084.

Der VEB Kombinat Robotron, kurz Robotron genannt, war ein Industriekombinat im Bereich des Ministeriums für Elektrotechnik und Elektronik der DDR. Das Wort „Robotron“ ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Wortteilen Roboter und Elektronik.

Der Schriftzug robotron war auch ein eingetragenes Warenzeichen des Industriezweiges Datenverarbeitungs- und Büromaschinen der DDR.

Inhaltsverzeichnis

Firmengeschichte

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1965 gab es einen ersten Zusammenschluss verschiedener Betriebe zum VVB (Vereinigung Volkseigener Betriebe) unter dem Namen robotron 300 (ein Kooperationsverband mit dem Namen des hergestellten Produktes R300), welcher vom VEB Elektronische Rechenmaschinen Karl-Marx-Stadt angestoßen wurde und unter der Leitung des VEB Rafena Radeberg stand.

Gegründet wurde das Kombinat am 1. April 1969 mit dem Stammbetrieb und dem Sitz der Kombinatsleitung im VEB Rafena in Radeberg. Nachdem Anfang der 1970er Jahre die neuen Kombinatsgebäude zwischen Blüherpark und Rathaus in Dresden und die Neubauten an den Außenstellen in Riesa und Hoyerswerda fertiggestellt worden waren, kam es zu einer Neuverteilung der Aufgaben der einzelnen Standorte, die Kombinatsleitung wurde zusammen mit einem Großteil der Rechentechnik nach Dresden verlegt. Insgesamt umfasste die gesamte Belegschaft des Kombinates zu Spitzenzeiten circa 70.000 Beschäftigte.

In den 1980er Jahren erlangte Robotron auch für den westdeutschen Markt Bedeutung, indem einerseits Peripheriegeräte wie Drucker für Heimcomputer angeboten wurden, oft unter dem Namen „Präsident“ und „Sömtron“, darüber hinaus aber auch eine staatlich geförderte Kooperation mit dem (west)deutschen Zweig von Commodore etabliert wurde, bei der Robotron die Mechanik für die schnellen Typenraddrucker CBM 8028 und CBM 8229 herstellte, während die Elektronik von einer weiteren westdeutschen Firma und die Firmware von Commodore selbst kamen.

Der letzte langjährige Generaldirektor war Dr. Friedrich „Fritz“ Wokurka (Vorgänger Wolfgang Sieber). Chefinformatiker war Dr. Rolf Gräßler.

Leistungsprofil des Kombinates

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Zum Leistungsprofil (Produktions- und/oder Vertriebsprogramm) des Kombinates Robotron gehörten

Als wesentliche Leistungen gehörten zum Profil des Kombinates auch die

Betriebe des Kombinates

Das Kombinat Robotron bestand Anfang 1990 aus folgenden Betrieben:

Dazu kamen Teilbetriebe und Betriebsteile in weiteren 64 Orten der DDR sowie Handelsvertretungen und Servicebüros in 28 Ländern.

Das Kombinat Robotron unterhielt intensive Kooperationsbeziehungen zu den Kombinaten Mikroelektronik Erfurt, Carl Zeiss Jena, RFT Stassfurt sowie zum Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse der Akademie der Wissenschaften der DDR und zur Sektion Informatik der TU Dresden.

Nachfolgeunternehmen

Der nach der Währungsunion 1990 notwendige Transformationsprozess zur Anpassung an die marktwirtschaftlichen Bedingungen führte im Industriezweig zu gravierenden Veränderungen.

Das Kombinat als wirtschaftsleitendes Organ wurde aufgelöst, die bisherigen Kombinatsbetriebe in Kapitalgesellschaften mit der Treuhandanstalt als alleinigem Anteilseigener umgewandelt. Die im internationalen Vergleich deutlich geringere Produktivität der Betriebe ermöglichte allgemein keinen kostendeckender Absatz der Erzeugnisse. Das führte in den Folgejahren zur Liquidation der vormaligen Kombinatsbetriebe.

Vereinzelt wurden Betriebsteile, insbesondere für intelligenzintensive immaterielle Leistungen, als Joint Venture oder Management-Buy-out (MBO) ausgegründet, so

mit IBM Deutschland:

mit SAP und Siemens-Nixdorf:

als MBO:

Von den 68.000 Beschäftigten des Kombinates konnten so nur weniger als 5 % in branchennahe Nachfolgeunternehmen wechseln. Das Potential an hochqualifizierten Arbeitskräften förderte jedoch die weitere Unternehmensansiedlung im Großraum Dresden (Silicon Saxony) und auch in Sömmerda.

Siehe auch

Literatur

 Commons: Robotron – Bilder, Videos und Audiodateien