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Carnotit

Carnotit
Chemismus K2(UO2)2(VO4)2·3H2O
Mineralklasse Phosphate, Arsenate, Vanadate; Uranylphosphate und Uranylvanadate
VII/E.11-050 (nach Strunz)
40.2a.28.1 (nach Dana)
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse monoklin-prismatisch
Farbe gelblich, grüngelb
Strichfarbe gelblich, grüngelb
Mohshärte 2 bis 2,5
Dichte (g/cm³) 4,5 bis 4,6
Glanz Seidenglanz, Perlmuttglanz, matt
Transparenz durchscheinend bis undurchsichtig
Bruch uneben, spröde
Spaltbarkeit vollkommen
Habitus tafelig, nadelig, klein
Häufige Kristallflächen
Zwillingsbildung
Kristalloptik
Brechzahl α=1,750-1,780 β=1,901-2,060 γ=1,920-2,080
Doppelbrechung
(optische Orientierung)
Δ=0,170-0,300 ; zweiachsig negativ
Pleochroismus
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2vz ~
Weitere Eigenschaften
Phasenumwandlungen
Schmelzpunkt
Chemisches Verhalten
Ähnliche Minerale
Radioaktivität stark Radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
Besondere Kennzeichen

Carnotit oder Uranglimmer ist ein zur Mineralklasse der Phosphate gehöriges, chemisch aber als Uranylvanadat zu bezeichnendes Mineral mit chemischer Zusammensetzung K2(UO2)2(VO4)2·3H2O. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, hat eine Härte von 2 bis 2,5 und eine gelbliche bis grüne Farbe und Strichfarbe.

Durch seinen hohen Urangehalt ist das Mineral radioaktiv und gibt etwas mehr als 70 Becquerel (Bq)/Gramm an Strahlung ab (Vergleich: Radonstrahlung in Wohnräumen etwa 50 Bq/m³).

Carnotit tritt nur selten in kristalliner Form auf und ist oft schwierig von anderen Uranmineralen zu unterscheiden; gelegentlich sind dazu Röntgenstrukturanalysen notwendig.


Inhaltsverzeichnis

Bildung und Fundorte

Carnotit bildet sich durch Ablagerung in vanadium- und uranreichen Gewässern als Sedimentgestein. Ein Begleitmineral ist Tyuyamunit.

Wichtige Lagerstätten liegen im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado sowie in Marokko. Weitere Fundorte sind unter anderem Demokratische Republik Kongo, Colorado und Utah in den USA, sowie Tyuya Muyun in Usbekistan.

Geschichte

Carnotit ist nach dem französischen Chemiker Adolphe Carnot benannt.

Verwendung

Der hohe Urandioxid-Gehalt von 63 Prozent, der für die Radioaktivität des Minerals verantwortlich ist, macht es zu einem bedeutsamen Uran- und Vanadiumerz.


Siehe auch

Systematik der Minerale, Liste der Minerale

Literatur