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Bordesholm

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 54° 11′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Bordesholm
Höhe: 32 m ü. NN
Fläche: 10,16 km²
Einwohner: 7487 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 737 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24582
Vorwahl: 04322
Kfz-Kennzeichen: RD
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 022
Adresse der Amtsverwaltung: Marktplatz
24582 Bordesholm
Webpräsenz:
www.bordesholm.de
Bürgermeister: Norbert Baschke
Lage der Gemeinde Bordesholm im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Bordesholm ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein.

Inhaltsverzeichnis

Geographie und Verkehr

Bordesholm liegt zwischen Kiel und Neumünster. Der Name bedeutet "am Ufer der Insel". Westlich der Gemeinde liegt das Bordesholmer Dreieck, an dem die Bundesautobahn 215 nach Kiel von der Bundesautobahn 7 von Hamburg nach Flensburg abzweigt. Außerdem führt die L318 durch Bordesholm. Im Norden führt die L 49 an Bordesholm entlang. Im Südwesten von Bordesholm befindet sich der ca. 70 ha große und bis zu 8 m tiefe Bordesholmer See.

Landschaft

Der Ortsteil Alt-Bordesholm um die Klosterkirche herum liegt auf einer ehemaligen Insel - der Klosterinsel. Umfangreiche Wasserstandssenkungen sowie bauliche Veränderungen (Parkplätze und Gebäude) haben dazu geführt, dass der Inselcharakter verloren ging und nur noch durch die ehemalige Insel umgebendes Feuchtgrünland angedeutet wird. Der Bordesholmer See (24 m ü. NN) prägt dennoch weiterhin den landschaftlichen Charakter des Ortes. Der Abfluss des Sees erfolgt über den Stintgraben und den Schmalsteder Mühlenteich in die Eider. Im Westen des Sees befindet sich ein rund 44,8 ha großer Laubmischwald (als „Wildhof“ bezeichnet) mit teils guten Beständen alter Eichen, die teilweise wegen Fledermausvorkommen unter besonderen Schutz gestellt wurden. In direkter Ufernähe befinden sich Feuchtwälder, geprägt durch Erlen, Eschen und Weiden. Am südlichen Ende des Sees befindet sich eine kaum einsehbare Bucht mit ausgedehnten Röhrichtbeständen und einem gut ausgeprägten Erlensumpf. Der abgeschiedenen Lage wegen wurde hier ein künstlicher Brutcontainer für den Eisvogel aufgestellt. Die Insel im Bordesholmer See dient Grau- und Kanadagänsen als Brutstätte. Im Süden grenzt das Gemeindegebiet an das Dosenmoor, eines der besterhaltenen Hochmoore des Hügellandes. Umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen sollen den Zustand langfristig verbessern. Ansonsten ist das Gemeindegebiet durch Siedlungen und intensive Landwirtschaft geprägt. Sein Wappen hat Bordesholm der um die 600 Jahre alten Bordesholmer Linde zu verdanken, die sich in der Nähe der Klosterkirche befindet.

Geschichte

Der Ort entstand um 1330 durch den Umzug des 1127 von Bischof Vicelin († 1154) gegründeten Augustiner-Chorherrenstifts von Neumünster auf eine Insel im damaligen Eidersteder See und entwickelte sich am Rande dieser Insel. Die vom Kloster Bordesholm erhaltene Klosterkirche wurde 1309 begonnen und enthält u.a. das Grabmal der Herzogin Anna von Brandenburg (1487-1514) neben ihrem in der Klosterschule von Bordesholm erzogenen Gatten Friedrich I. (Dänemark und Norwegen)(1471-1533) und das Epitaph des Gelehrten Johann Daniel Major(1634-1693).[1]

Durch das Chorherrenstift wurde Bordesholm kultureller und wirtschaftlicher Mittelpunkt der Region zwischen Kiel und Neumünster. Im Zuge der Reformation wurde das Chorherrenstift im Jahr 1566 unter Herzog Hans d.A. geschlossen. Der Bordesholmer Altar von Hans Brüggemann wurde hundert Jahre später in den Schleswiger Dom überführt. Die Reste der Klosterbibliothek bilden bis heute den Grundstock der Universitätsbibliothek der Christian-Albrechts-Universität in Kiel.

Das Gebiet um Bordesholm stand von 1773 bis 1864 unter dänischer Verwaltung. Durch den Ort führte die Altona-Kieler Chaussee. Diese ca. 94 km lange Landstraße wurde zwischen 1830 und 1832 vom damalige König Friedrich VI von Dänemark erbaut. Ein Bordesholmer Teilstück ist jetzt die „Alte Landstraße“. Nach dem deutsch-dänischen Krieg wurde Bordesholm preußisch im Norddeutschen Bund. Später war es Teil des Kreises Kiel und 1883 bis 1932 Kreisstadt. Von 1867 bis 1975 war es Sitz eines Amtsgerichts.

1906 kam zur Gemeinde Bordesholm die Gemeinde Eiderstede im Rahmen einer Vereinigung hinzu. Eiderstede hatte damals 733 Einwohner und umfasste 544 Hektar Land, Bordesholm hatte 589 Einwohner und umfasste 279 Hektar Land.[2]

Am 1. Juli 2007 gab die Gemeinde ihre Amtsfreiheit auf und bildet seit dem mit den Gemeinden des bisherigen Amtes Bordesholm-Land das Amt Bordesholm.

Etwa 1 km nördlich von Bordesholm befindet sich der Brautberg, ein gut erhaltenen Grabhügel aus der älteren Bronzezeit (um 1700 v. Chr.). Früher erbaten Brautpaare hier den Segen der Ahnen, und auch heutzutage werden hier hin und wieder standesamtliche Trauungen durchgeführt.

Politik

Von den 21 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2003 zehn Sitze, die SPD hat sieben. Die FDP und die Grünen haben je zwei Sitze.

Seit 1991 gibt es einen Seniorenbeirat, der aus sieben Mitgliedern besteht und von den älteren Einwohnern in einer Seniorenversammlung gewählt wird.

Wappen

Blasonierung: „In Gold über blauem Wellenschildfuß, dieser belegt mit einer silbernen Lilie, eine wachsende grüne Linde.“[3]

Gemeindepartnerschaft

Seit 1993 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit Kekava in Lettland.

Wirtschaft

Als zentraler Versorger des Umlandes bietet Bordesholm neben zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten auch einen Agrarhandel für Futtermittel und Getreide sowie eine tierärztliche Praxis für landwirtschaftliche Nutztiere.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit Bordesholm verbunden

Siehe auch

Kloster Bordesholm

Quellen

  1. Kunst-Topographie Schleswig-Holstein, 1969, S. 617 - 621.
  2. Eiderstede - Vom Bauerndorf zum Ortsteil. Bilder erzählen aus vergangenen Tagen. Geigerdruck GmbH. 1998.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein